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Frühe Konzentrationslager im Jahr 1933. Das Amtsgerichtsgefängnis Köpenick und das Konzentrationslager am Wasserturm Prenzlauer Berg

Title: Frühe Konzentrationslager im Jahr 1933. Das Amtsgerichtsgefängnis Köpenick und das Konzentrationslager am Wasserturm Prenzlauer Berg

Term Paper , 2017 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Vera Schmidt (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Summary Excerpt Details

Im Rahmen dieser Hausarbeit möchte ich mich anhand zweier Beispiele, dem Amtsgerichtsgefängnis Berlin-Köpenick und dem Konzentrationslager am Wasserturm Prenzlauer Berg, den frühen Konzentrationslagern des Jahres 1933 widmen. Mithilfe der gewählten Beispiele möchte ich versuchen, den Prozess der Errichtung und der Nutzung früher Konzentrationslager nachzuzeichnen. Darüber hinaus sollen ganz allgemein die Merkmale von frühen Lagern aufgezeigt und untersucht werden, wozu und in welchem Kontext sie errichtet wurden, wer die Opfer und die Täter waren. Ebenfalls Inhalt dieser Arbeit werden die Lebensbedingungen der Häftlinge und ihr Alltag sein. Dabei möchte ich im Einzelnen auch auf die enorme Gewalt eingehen, die die Häftlinge in den frühen Lagern ertragen mussten.

Um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu überschreiten, möchte ich die politischen Institutionen, die im Zusammenhang mit der Entstehung der Lager und deren Weiterentwicklung standen, nicht näher beleuchten. Auch die Entwicklung der Lager nach 1934 möchte ich außen vor lassen. Fragen und Probleme der Erinnerung stellen ebenfalls keinen Schwerpunkt dieser Arbeit dar. Schon lange vor der Machtergreifung im Januar 1933 stand auf dem Programm der NSDAP der Wunsch nach einer Art Abrechnung mit Regimegegnern und unerwünschten Gruppen. Die Drohung der Lagerunterbringung richtete sich vornehmlich gegen Kommunisten und Juden. Nicht nur Hitler, auch andere NSDAP-Mitglieder und SA-Angehörige machten vor 1933 immer wieder deutlich, was die Feinde der Nationalsozialisten nach einer Machtübernahme erwarten konnten. Aus der geplanten Wegsperrung und Beseitigung ihrer Feinde machten die Nationalsozialisten kein Geheimnis, im Gegenteil. Trotz dieser Rhetorik scheint es vor der Machtergreifung keine Planung eines KZ-Systems gegeben zu haben. Diese Tatsache führte dazu, dass in den ersten Monaten der NS-Diktatur wilde Jagd auf Regimegegner, vor allem auf Kommunisten, aber auch Sozialdemokraten und andere gemacht und so der SA die Möglichkeit gegeben wurde, ihren Aggressionen freien Lauf zu lassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Frühe Konzentrationslager 1933

2.1. Gründe für die Entstehung

2.2. Bedingungen in den frühen Lagern

2.3. Das Amtsgerichtsgefängnis Berlin Köpenick

2.4. Das Konzentrationslager am Wasserturm Berlin Prenzlauer Berg

3. Schlusswort

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand der Beispiele des Amtsgerichtsgefängnisses Berlin-Köpenick und des Konzentrationslagers am Wasserturm in Berlin-Prenzlauer Berg den Prozess der Errichtung sowie die Nutzung früher Konzentrationslager im Jahr 1933. Ziel ist es, die spezifischen Merkmale dieser frühen Haftstätten, die Lebensbedingungen der Inhaftierten sowie die Rolle von Tätern und Opfern innerhalb der nationalsozialistischen Diktatur zu beleuchten.

  • Errichtungsprozesse und Kontext der frühen Lager 1933
  • Lebensbedingungen und Alltag der Häftlinge in frühen Konzentrationslagern
  • Analyse der Gewaltstrukturen und Folterpraktiken durch SA und SS
  • Fallstudie: Das Amtsgerichtsgefängnis Berlin-Köpenick
  • Fallstudie: Das Konzentrationslager am Wasserturm in Berlin-Prenzlauer Berg

Auszug aus dem Buch

2.3. Das Amtsgerichtsgefängnis Berlin Köpenick

Berlin galt als Hochburg der Arbeiterbewegung im Jahr 1933 als Brenpunkt. SA und SS betrieben im selben Jahr mehr als 170 frühe Lager in Berliner Bezirken, die für ihre Nazi Gegnerschaft bekannt waren. Dazu zählte allen voran auch der Stadtteil Berlin Köpenick. Hier bildete die sogenannte Köpenicker Blutwoche vom 21.Juni bis 26. Juni 1933 den Höhepunkt einer Reihe von gewalttätigen Terroraktionen gegenüber der dort lebenden Bevölkerung, die am 27. Februar 1933 mit dem Reichstagsbrand begannen. „Ziel dieser Terroraktion war die Einschüchterung der Bevölkerung und die Etablierung der nationalsozialistischen Herrschaft.“ Den Ausgangspunkt stellte ein Befehl Hermann Görings dar, den Deutschnationalen Kampfring aufzulösen und zu liquidieren. Im Zuge dessen kam es zu mehreren Hausdurchsuchungen, Beschlagnahmungen und Verhaftungen, die alle durch die »Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat« legitimiert waren.

Politische Gegner konnten ohne Gerichtsverfahren von der Polizei verhaftet oder sogar bei Hochverrat und Brandstiftung die Todesstrafe verhängt werden. Die Verhaftungen sollten möglichst effektiv im Sinne der öffentlichen Wahrnehmung durchgeführt werden, weshalb man für die Errichtung von Lagern auch öffentliche Orte wählte. Dazu zählte das Amtsgerichtsgefängnis mitten im Bezirk Berlin Köpenick. Während der Köpenicker Blutwoche gab es mehrere Standorte, die als SA-Lokale oder als Hauptquartier genutzt wurden. „Das Amtsgerichtsgefängnis […] hatte dabei die Funktion einer Zentrale der Verhaftungsaktionen.“ Während der Verhaftungswelle ging man nach Listen vor, die Namen und Adressen der zu verhaftenden Personen enthielten. Darauf standen nicht nur Mitglieder der Arbeiterbewegung, Kommunisten, Sozialisten, Mitglieder von Gewerkschaften oder Personen jüdischen Glaubens, sondern auch Personen die private Fehden mit Mitgliedern der NSDAP hatten. Diese Liste war vollkommen willkürlich und konnte beliebig ergänzt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Hausarbeit ab und fokussiert auf die frühen Konzentrationslager des Jahres 1933 unter Verwendung der Fallbeispiele Köpenick und Wasserturm.

2. Frühe Konzentrationslager 1933: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung, die improvisierte Struktur und die verschiedenen Typen früher Konzentrationslager sowie die juristischen Rahmenbedingungen der Schutzhaft.

2.1. Gründe für die Entstehung: Hier werden die massenhaften Verhaftungen von Regimegegnern, insbesondere Kommunisten und Sozialisten, sowie die hektische Suche nach Haftraum nach der Machtübernahme beschrieben.

2.2. Bedingungen in den frühen Lagern: Dieser Abschnitt beschreibt die enorme Gewalt, die unterschiedlichen Haftbedingungen und die oft willkürliche Willkürherrschaft des Wachpersonals in den frühen Lagern.

2.3. Das Amtsgerichtsgefängnis Berlin Köpenick: Das Kapitel analysiert die Rolle des Köpenicker Amtsgerichtsgefängnisses als zentrale Folterstätte während der „Köpenicker Blutwoche“ im Jahr 1933.

2.4. Das Konzentrationslager am Wasserturm Berlin Prenzlauer Berg: Hier wird die Geschichte des Lagers auf dem Gelände des Wasserturms, seine Nutzung durch die SA und der terrorisierende Effekt auf die lokale Bevölkerung thematisiert.

3. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert, dass das KZ-System 1933 ein unentbehrliches Instrument zur Terrorisierung und Unterdrückung der politischen Opposition war, das sich durch Willkür und hohe Gewaltbereitschaft auszeichnete.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der für die Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Frühe Konzentrationslager, Nationalsozialismus, 1933, Schutzhaft, SA, Terror, Amtsgerichtsgefängnis Köpenick, Wasserturm Prenzlauer Berg, Köpenicker Blutwoche, politische Verfolgung, NS-Diktatur, Regimegegner, Machtübernahme.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und den Strukturen der frühen nationalsozialistischen Konzentrationslager im Jahr 1933, speziell am Beispiel von Berlin-Köpenick und dem Wasserturm in Prenzlauer Berg.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen der Prozess der Lagererrichtung, die Rolle der SA, der Alltag der Inhaftierten sowie die Instrumentalisierung von Terror zur Machtfestigung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach dem Prozess der Errichtung und Nutzung früher Konzentrationslager sowie den Bedingungen, denen die Inhaftierten in dieser frühen Phase der NS-Diktatur unterworfen waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert, um die Ereignisse des Jahres 1933 anhand von zwei konkreten Berliner Fallbeispielen zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehungsgründe, die verschiedenen Lagertypen, die rechtliche Situation der „Schutzhaft“ sowie detailliert die beiden Fallstudien zum Amtsgerichtsgefängnis Köpenick und zum Wasserturm Prenzlauer Berg.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben „Frühe Konzentrationslager“ und „Schutzhaft“ sind vor allem die Begriffe „Terror“, „SA“ und „politische Verfolgung“ zentral für das Verständnis der Arbeit.

Was war die spezifische Rolle der „Köpenicker Blutwoche“ für das dortige Lager?

Die Köpenicker Blutwoche bildete den Höhepunkt einer Terrorwelle im Juni 1933, in deren Zuge das Amtsgerichtsgefängnis als zentrale Haft- und Folterstätte für systematische Gewalt gegen die Bevölkerung genutzt wurde.

Welche Rolle spielte das Maschinenhaus am Wasserturm?

Das Maschinenhaus diente 1933 als das Hauptgebäude des Konzentrationslagers am Wasserturm, in dem Gefangene ohne sanitäre Einrichtungen untergebracht, verhört und gefoltert wurden.

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Details

Title
Frühe Konzentrationslager im Jahr 1933. Das Amtsgerichtsgefängnis Köpenick und das Konzentrationslager am Wasserturm Prenzlauer Berg
College
University of Leipzig  (Historisches Seminar)
Course
Dimensionen nationalsozialistsicher Konzentrationslager - Entwicklung, Struktur, Erinnerung
Grade
1,3
Author
Vera Schmidt (Author)
Publication Year
2017
Pages
15
Catalog Number
V375645
ISBN (eBook)
9783668529953
ISBN (Book)
9783668529960
Language
German
Tags
KZ Konzentrationslager 1933 NSDAP Adolf Hitler Drittes Reich Zweiter Weltkrieg Köpenick Prenzlauer Berg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Vera Schmidt (Author), 2017, Frühe Konzentrationslager im Jahr 1933. Das Amtsgerichtsgefängnis Köpenick und das Konzentrationslager am Wasserturm Prenzlauer Berg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375645
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