Verstoß gegen den kollisionsrechtlichen "Ordre Public" durch eine Co-Mutterschaft

Besprechung der Entscheidung des Bundgerichtshofs


Seminararbeit, 2017

28 Seiten, Note: 13,00


Leseprobe

II
Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS ... II
LITERATURVERZEICHNIS ... IV
VORBEMERKUNG ... 1
VERSTOß GEGEN DEN KOLLISIONSRECHTLICHEN ORDRE PUBLIC DURCH
EINE CO-MUTTERSCHAFT ­ ZUGLEICH BESPRECHUNG VON BGH,
BESCHL. V. 20.4.2016 ­ XII ZB 15/15 ... 1
A. Problemaufriss ... 1
I.
Der Fall des Bundesgerichtshofes vom 20.4.2016 ... 1
II. Fragestellung und Aufbau ... 1
B. Verstoß gegen den kollisionsrechtlichen ordre public durch eine Co-Mutterschaft 3
I.
Begriffe ... 3
1.
Co-Mutterschaft ... 3
2.
Der ordre public ... 3
a)
Der kollisionsrechtliche ordre public ... 3
b)
Der verfahrensrechtliche ordre public ... 5
II. BGH, Beschl. v. 20.4.2016 ­ XII ZB 15/15 ... 5
1.
Tatbestand ... 5
2.
Entscheidungsgründe ... 6
III. Verstoß einer Co-Mutterschaft gegen den kollisionsrechtlichen ordre public ... 9
1.
Verstoß gegen Grundrechte, Art. 6 S. 2 EGBGB ... 9
a)
Grundrechte des Kindes ... 9
aa) Menschenwürde, Art. 1 I GG ... 9
bb) Recht auf Kenntnis der Abstammung vom biologischen Vater,
Art. 2 I i. V. m. Art. 1 I GG ... 10
cc) Schutz der Familie, Art. 6 I Alt. 2 GG ... 10
dd) Schutz der elterlichen Pflege und Erziehung, Art. 6 II 1 GG ... 10
b)
Grundrechte des Samenspenders ... 11
aa) Schutz des Samenspenders vor Ausschluss von der elterlichen Pflege
und Erziehung, Art. 6 II 1 GG ... 11
bb) Allgemeiner Gleichheitssatz, Art. 3 I GG ... 11
(1) Ungleichbehandlung des Vaters ... 11
(2) Exkurs: Ungleichbehandlung der Mitmutter ... 11
c)
Zwischenergebnis ... 12
2.
Verstoß gegen Völkerrecht ... 12
a)
Schutz des Kindeswohls, Art. 3 KRK, Art. 24 I 1, II GRC ... 13
b)
Schutz der Familie und Elternschaft, Art. 8 I EMRK ... 13
c)
Schutz der Eltern-Kind-Beziehung, Art. 24 III GRC ... 13

III
d)
Schutz der Betreuung und Erziehung sowie Gewährleistung elterlicher
Pflege und Erziehung, Art. 7 I a. E., 18 I 1, 3 KRK ... 14
e)
Zwischenergebnis ... 14
3.
Kappungsregelung des Art. 17b IV EGBGB ... 14
4.
Weitere Argumente für einen ordre public- Verstoß ... 15
a)
Gesetzesumgehung sowie § 1591 BGB als international zwingendes
Recht ... 15
b)
Rechtsvergleichung und ordre public ... 16
c)
Rechtspolitische Erschütterung als Ergebniskontrolle ... 17
d)
Zwischenergebnis ... 18
5.
Ergebnis: Kein Verstoß gegen den ordre public ... 18
IV. Konsequenzen und Kritik ... 18
1.
Konsequenzen ... 18
2.
Kritik ... 19
C. Gesamtbetrachtung ... 21

IV
Literaturverzeichnis
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1
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Zitiert als: Fischer, Anm. zu BGH, Beschl. v. 20.4.2016 ­ XII
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1
2016.
Zitiert als: Helms, Rechtliche, biologische und soziale Elternschaft
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Charta der Grundrechte der Europäischen Union, Kommentar, Mün-
chen
3
2016.

V
Zitiert als: Charta der Grundrechte/Jarass
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Privatrecht, Heidelberg
1
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Zitiert als: Jayme, Methoden der Konkretisierung des ordre public im
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Examinatorium Internationales Privatrecht, Baden-Baden
1
2016.
Zitiert als: Köhler, Examinatorium Internationales Privatrecht
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53
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http://www.djt.de/fileadmin/downloads/71/71_Thesen_web.pdf (abge-
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Zitiert als: Rauscher, Anm. zu BGH, Beschl. v. 20.4.2016 ­ XII
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1
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Zitiert als: HkKinderrechtskonvention/Schmahl
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lienrecht II, §§ 1589-1921, SGB VIII, München
6
2012.
Zitiert als: MüKoBGB/Bearbeiter
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https://www.unicef.ch/sites/default/files/attachements/unicef_fs_die-
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Julius von Staudinger J. von Staudingers Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch mit
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IPR. Artikel 13-17b EGBGB (Internationales Eherecht), Berlin 2010.
Zitiert als: Staudinger/Bearbeiter
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des gleichgeschlechtlicher Eltern im Geburtenregister, in: JuS 2016,
S. 942­944.
Zitiert als: Wellenhofer, JuS 2016, 942

VI
Bezüglich etwaiger Abkürzungen sei auf das Abkürzungsverzeichnis von Kirchner (Hildebert
Kirchner, Abkürzungsverzeichnis der Rechtssprache, Berlin/Boston
8
2015) verwiesen.

VII
Vorbemerkung
Vorliegende Seminararbeit befindet sich auf dem Stand vom 8. Mai 2017.
Das am 28. Juli 2017 verkündete Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Per-
sonen gleichen Geschlechts vom 28.07.2017 (BGBl. I, S. 2787) wird nicht berücksichtigt.

1
Verstoß gegen den kollisionsrechtlichen ordre public durch eine Co-Mutterschaft ­ zu-
gleich Besprechung von BGH, Beschl. v. 20.4.2016 ­ XII ZB 15/15
A. Problemaufriss
I. Der Fall des Bundesgerichtshofes vom 20.4.2016
Zwei Frauen leben in Südafrika in einer civil union type marriage zusammen. Eine der Frauen
- eine Südafrikanerin - gebärt nach künstlicher Befruchtung ein Kind. Ihre Ehefrau, die die
deutsche und die südafrikanische Staatsbürgerschaft besitzt und in Südafrika als Mutter des
Kindes gesetzlich anerkannt ist, möchte die Geburt des Kindes und sie beiden als Eltern in das
Geburtenregister eintragen lassen. Der Bundesgerichtshof (BGH) nahm sich u. A. der Frage an,
ob eine Anerkennung als Co-Mutter gegen den kollisionsrechtlichen ordre public aus Art. 6
EGBGB verstoßen würde.
1
II. Fragestellung und Aufbau
In Deutschland können nicht beide Teile eines gleichgeschlechtlichen Paares kraft Gesetzes als
leibliche Eltern anerkannt werden
2
. Dadurch kommt die Frage auf, ob gleichgeschlechtliche
Paare, die im Ausland als leibliche Eltern anerkannt sind, in Deutschland diesen Status erlangen
können. Ein Verstoß gegen wesentliche Grundsätze des deutschen Rechts oder die Grundrechte
würde dies ausschließen (Art. 6 EGBGB).
3
Vorliegende Arbeit hat zur Aufgabe, einen möglichen Verstoß der Co-Mutterschaft gegen
den ordre public zu prüfen sowie die Entscheidung des BGH vom 20.4.2016 im Lichte dessen
zu analysieren.
Der Hauptteil der Arbeit ist in vier Teile gegliedert. Der erste Teil erläutert die Begriffe der
Co-Mutterschaft und des kollisionsrechtlichen sowie verfahrensrechtlichen ordre public, wäh-
rend der zweite Teil sich der Vorstellung des Beschlusses des BGH vom 20.4.2016 widmet. Im
dritten Teil ­ dem Schwerpunkt der Arbeit ­ wird geprüft, ob die Co-Mutterschaft, sowohl im
Fall des BGH
4
als auch im Allgemeinen, gegen den kollisionsrechtlichen ordre public des Art.
1
BGH, Beschl. v. 20.4.2016 ­ XII ZB 15/15, Rn. 31 f., 35, 50-52.
2
Gem. § 1591 BGB ist Mutter des Kindes allein diejenige Frau, die es geboren hat (sog. rechtliche Mutter).
Dies kann, muss aber nicht notwendigerweise die genetische Mutter sein. Ausnahmen von § 1591 BGB sieht
das Gesetz anders als bei der Samenspende (s. § 1600 V BGB) bewusst nicht vor. Die Stiefkind- und Suk-
zessivadoption durch gleichgeschlechtliche Paare ist möglich (§§ 9 VII LPartG, 1741 II 1 BGB); s. BeckOK
BGB/Hahn § 9 LPartG Rn. 13 f.; HK-BGB/Kemper § 1741 BGB Rn. 9; MüKoBGB/Wellenhofer § 1591
BGB Rn. 1 f., 4, 8.
3
MüKoEGBGB/v. Hein Art. 6 EGBGB Rn. 8-10.
4
BGH, Beschl. v. 20.4.2016 ­ XII ZB 15/15.

2
6 EGBGB verstößt. Im vierten und letzten Teil werden die Konsequenzen des erreichten Er-
gebnisses erörtert sowie Kritik an der Entscheidung des BGH präsentiert.
Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Verstoß gegen den kollisionsrechtlichen "Ordre Public" durch eine Co-Mutterschaft
Untertitel
Besprechung der Entscheidung des Bundgerichtshofs
Hochschule
Université de Lausanne  (Lehrstuhl für Deutsches Recht - Chaire de droit allemand)
Veranstaltung
Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung
Note
13,00
Autor
Jahr
2017
Seiten
28
Katalognummer
V375647
ISBN (eBook)
9783668530294
ISBN (Buch)
9783668530300
Dateigröße
724 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gleichgeschlechtliche Partnerschaft, Homosexualität, Mitmutterschaft, Internationales Privatrecht
Arbeit zitieren
Miriam Katharina Thiel (Autor), 2017, Verstoß gegen den kollisionsrechtlichen "Ordre Public" durch eine Co-Mutterschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375647

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