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Wieviele Seelen kannte man im alten China? Auf der Suche nach Unsterblichkeit

Title: Wieviele Seelen kannte man im alten China? Auf der Suche nach Unsterblichkeit

Term Paper , 2015 , 18 Pages , Grade: 2,1

Autor:in: Dr. Anton Stengl (Author)

Asian studies
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Ahnenkult – Geister – Seelen: ein Zusammenhang scheint natürlich offensichtlich zu sein. Verstorbene Verwandte, die gerufen werden; Seelen, die am falschen Ort sind, …

Der geläufige abendländische Begriff der ´Seele´ ist jedoch nicht zu trennen von einer Erlösungsreligion und eine solche war zumindest die längste Zeit in der Geschichte und zumindest mehrheitlich in der Bevölkerung in China keineswegs präsent. Was erlöst werden soll, ist nach der abendländischen Vorstellung eine Seele, welche die persönliche Identität des Verstorbenen unbedingt bewahrt hat. Davon kann im alten China nicht die Rede sein.

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Inhaltsverzeichnis

1. Kannte man im alten China überhaupt Seelen?

2. Ahnenverehrung, Geisterglaube und der Dualismus der Seele

3. Lebensverlängerung bis zur Unsterblichkeit

4. Kann das Konzept eines Hun-P´o-Dualismus in der Han-Zeit als allgemein verbreitet nachgewiesen werden? (Kenneth Brashier)

5. Chang Lu am Ende der Han-Zeit

6. Eine einzige ´Seele´ und Dualismus der ´Seele´ in den Epochen vor der Han-Zeit (Yuet Keung Lo)

7. Der Übergang zu einem neuen Konzept der einzigen ´Seele´

8. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Vorstellungen von Seele und Lebenskraft im alten China, mit besonderem Fokus auf den Wandel vom frühen Seelenverständnis hin zu komplexen Dualismen und deren wissenschaftlicher Hinterfragung. Es wird analysiert, inwieweit Konzepte wie der Hun-P´o-Dualismus tatsächlich gesellschaftlich verankert waren oder ob es sich primär um scholastische Gelehrtenmodelle handelte.

  • Historische Entwicklung des Seelenbegriffs im alten China
  • Untersuchung des Hun-P´o-Dualismus und dessen Validität
  • Methoden zur Lebensverlängerung und Unsterblichkeitspraxis
  • Einfluss des Buddhismus auf das chinesische Seelenverständnis
  • Die Rolle von Ahnenverehrung, Schamanismus und Daoismus

Auszug aus dem Buch

4. Kann das Konzept eines Hun-P´o-Dualismus in der Han-Zeit als allgemein verbreitet nachgewiesen werden? (Kenneth Brashier)

Brashier schrieb 1996 eine ausführliche, exakt und überzeugend begründete Kritik an der Schilderung des Seelendualismus z. B. bei Loewe und Yu. Die Frage ist folgende: Ist dieses Konzept der beiden unterschiedlichen Seelen von der Bevölkerung - in der Han-Zeit - allgemein akzeptiert worden? Oder war es nur eine ´scholastische´ Konzeption der Gelehrten der damaligen Zeit?

Anna Seidel schrieb einige Artikel dazu, berief sich auf Aufschriften auf Grabbeigaben und kam zu dem Schluss, dass der allgemeine Volksglaube ein anderer war. Brashier bestätigte dies durch eine kritische Analyse der Textstellen, die dazu oft zitiert werden, durch Aufschriften auf Grabstelen und durch medizinische Texte der damaligen Zeit.

Z. B. wurde eine Stelle (´hunpo lisan´) übersetzt mit „His soul has left him.“ aber später mit: „The separation of the hun form the p´o“. Wie war das möglich? Auf der Basis anderer Text kann man sehen, dass hunpo oft als Synonym für hun benutzt wurde. Aus dem Zusammenahng geht dies deutlich hervor. Und an anderen Stellen entsprechen sich auch hunpo und po. Ja, und auch hun und po scheinen untereinander austauschbar zu sein. Auch dies ist vom Kontext her eindeutig.

Ein anderes Textbeispiel: Der Satz ´zhaohun zhaopo´, hun anrufen, po anrufen, ist noch kein Beweis für die Trennung von hun und p´o, sondern kann auch als Synonym benutzt worden sein, um einen Satz mit vier Charakteren zu bekommen, wie es damals in der Literatur angestrebt wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Kannte man im alten China überhaupt Seelen?: Dieses Kapitel beleuchtet die abendländische Projektion des Seelenbegriffs auf China und stellt fest, dass dort eher ein materialistisches Konzept von Lebenskräften dominierte.

2. Ahnenverehrung, Geisterglaube und der Dualismus der Seele: Hier werden die frühen Konzepte des Hun- und P´o-Dualismus im Kontext von Grabriten und Schamanismus analysiert.

3. Lebensverlängerung bis zur Unsterblichkeit: Die verschiedenen daoistischen und medizinischen Praktiken zur Erhaltung des Körpers und zur Verlängerung des Lebens werden detailliert beschrieben.

4. Kann das Konzept eines Hun-P´o-Dualismus in der Han-Zeit als allgemein verbreitet nachgewiesen werden? (Kenneth Brashier): Dieses Kapitel analysiert kritisch, ob der Dualismus von Hun und P´o tatsächlich ein allgemein akzeptierter Glaube war oder lediglich ein Konstrukt der Gelehrten.

5. Chang Lu am Ende der Han-Zeit: Es wird die Entstehung messianischer Bewegungen im politischen Taoismus und deren Auswirkungen auf das soziale Verhalten und das Gesundheitsverständnis untersucht.

6. Eine einzige ´Seele´ und Dualismus der ´Seele´ in den Epochen vor der Han-Zeit (Yuet Keung Lo): Dieses Kapitel unterteilt die Entwicklung des Seelenverständnisses in drei historische Etappen, vom frühen Einheitsbegriff bis hin zur buddhistischen Beeinflussung.

7. Der Übergang zu einem neuen Konzept der einzigen ´Seele´: Hier wird der Einfluss des Buddhismus auf die Entstehung der Vorstellung von einer geistigen Seele als individuelle Identität dargelegt.

8. Resümee: Die Arbeit fasst zusammen, dass der Seelendualismus in erster Linie ein theoretisches Konzept war und die Bevölkerung eher von einer einheitlichen Lebenskraft ausging.

Schlüsselwörter

Hun, P´o, Seele, Lebenskraft, Daoismus, Han-Zeit, Unsterblichkeit, Ahnenverehrung, Schamanismus, Buddhismus, Geist, Dualismus, Shen, Grabsitten, Chinesische Philosophie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, welche Vorstellungen von Seele und Lebenskraft im alten China existierten und wie diese sich über verschiedene Epochen hinweg entwickelten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Konzepten von Hun und P´o, dem Einfluss von daoistischen Praktiken, der Rolle des Schamanismus und der kritischen Hinterfragung des Seelendualismus.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist zu klären, ob der oft zitierte Seelendualismus in der chinesischen Geschichte eine allgemein verbreitete Auffassung war oder ein Produkt scholastischer Gelehrtenkultur.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine kritische Analyse historischer Texte, Grabaufschriften und medizinischer Schriften sowie den Vergleich mit modernen religionswissenschaftlichen Erkenntnissen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung der Seelenkonzepte vor und während der Han-Zeit, der Praxis der Lebensverlängerung und der De-Konstruktion des Dualismus-Begriffs durch Analysen von Gelehrten wie Brashier.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hun, P´o, Daoismus, Seele, Unsterblichkeit und Lebenskraft geprägt.

Warum bezweifelt der Autor die Existenz eines allgemein verbreiteten Hun-P´o-Dualismus?

Die Analyse von Grabstelen und medizinischen Texten zeigt, dass die Begriffe in der damaligen Zeit oft synonym verwendet wurden, was auf eine eher einheitliche Kraft anstatt auf eine strikte Trennung hindeutet.

Welche Rolle spielte der Buddhismus bei der Änderung der Seelenvorstellung?

Mit dem Aufkommen des Buddhismus verbreitete sich die Idee einer Seele als eigenständige, geistige Identität, was eine Abkehr von der rein materialistischen Sicht der Lebenskräfte ermöglichte.

Was war das Ziel der daoistischen Praktiken zur Lebensverlängerung?

Ziel war es, durch Askese, Ernährung und Meditation das Leben zu verlängern, den Verfall des Körpers aufzuhalten und im Idealfall Unsterblichkeit zu erlangen.

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Details

Title
Wieviele Seelen kannte man im alten China? Auf der Suche nach Unsterblichkeit
College
LMU Munich
Grade
2,1
Author
Dr. Anton Stengl (Author)
Publication Year
2015
Pages
18
Catalog Number
V375680
ISBN (eBook)
9783668529694
ISBN (Book)
9783668529700
Language
German
Tags
Chinesische Religion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Anton Stengl (Author), 2015, Wieviele Seelen kannte man im alten China? Auf der Suche nach Unsterblichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375680
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