In dieser Hausarbeit wird ein fachdidaktisches Unterrichtskonzept zum grammatischen Themenschwerpunkt Wortarten mit dem Schwerpunkt auf das Substantiv erstellt. Substantive sind alle Wörter, mit denen man etwas benennen kann, wodurch auch die zweite Bezeichnung ,,Nomen“, welche vor allem im schulischen Kontext verwendet wird, entstanden ist. Bereits zu Beginn des Spracherwerbs lernen Kinder eine Vielzahl an Nomen kennen, indem sie verschiedene Dinge benennen und auch mit Eintritt ins Schulalter ist das Nomen ein erstes grammatisches Themenfeld, mit dem die Schüler und Schülerinnen im Deutschunterricht in Berührung kommen.
Doch das Besondere an einem Substantiv sind die drei Eigenschaften Genus, Numerus und Kasus. Während SuS mit Genus und Numerus meist keine Probleme haben, da dies überwiegend durch implizites Wissen verinnerlicht ist, gestaltet sich die Bildung und das Erkennen des Kasus für viele SuS schwieriger. In dem folgenden Unterrichtskonzept werden somit Methoden- und Kommunikationsformen dargestellt, mit denen am Beispiel des Themas ,,Substantive“ verdeutlicht wird, wie ein grammatisches Thema möglichst sinnvoll unterrichtet werden kann. Zunächst wird in einer Sachanalyse das Substantiv und dessen Eigenschaften näher beschrieben, bevor dann auf den Kompetenzbereich ,,Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“ des Lehrplans eingegangen wird und didaktische Hintergründe verdeutlicht werden. Anschließend werden dann zu Beginn der Methodischen Überlegungen die verschiedenen Konzepte zum Grammatikunterricht kurz vorgestellt, bevor dann methodische Überlegungen mit dem Fokus auf Handlungsformen und Kommunikation folgen.
In diesem Unterrichtskonzept geht es um keine konkrete Planung eines Unterrichts, sondern ausschließlich um Vorschläge, wie ein grammatisches Thema wie Wortarten im Deutschunterricht möglichst sinnvoll und erfolgreich Anwendung finden kann. Dabei werden immer auch die Vorgaben des Lehrplans berücksichtigt und auf fachliche Literatur bezüglich Grammatikunterricht Bezug genommen. Das größte Augenmerk wird dabei auf die Methodik, das heißt auf Handlungsformen und die Kommunikation gerichtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sachanalyse- Das Substantiv
2.1 Genus
2.2 Numerus
2.3 Kasus
3. Kompetenzbereich ,,Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“
4. Methodische Konzepte des Grammatikunterrichts
4.1 Der traditionelle Grammatikunterricht
4.2 Der situative Grammatikunterricht
4.3 Der integrative Grammatikunterricht
4.4 Der funktionale Grammatikunterricht
4.5 Grammatikwerkstatt
5. Methodische Überlegungen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht fachdidaktische Ansätze zur Vermittlung von Grammatik im Deutschunterricht der Sekundarstufe, wobei der Fokus exemplarisch auf das Substantiv und dessen grammatische Eigenschaften gelegt wird. Ziel ist es, auf Basis der Analyse verschiedener methodischer Konzepte ein Unterrichtskonzept zu entwickeln, das einen motivierenden und funktionalen Zugang zur Grammatik ermöglicht.
- Sachanalyse der grammatischen Kategorien des Substantivs (Genus, Numerus, Kasus)
- Einordnung der Grammatikvermittlung in den Kompetenzbereich „Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“
- Vergleichende Darstellung methodischer Konzepte des Grammatikunterrichts
- Entwicklung didaktischer Überlegungen zur praktischen Unterrichtsgestaltung
Auszug aus dem Buch
2.3 Kasus
Die dritte Eigenschaft der Substantive ist der Kasus, d.h. der Fall. Es wird zwischen dem Nominativ, dem Genitiv, dem Dativ sowie dem Akkusativ unterschieden. Je nach Kasus steht das Substantiv in seiner bestimmten Flexionsform. Dabei hängt die Kasusflexion vor allem auch von dem jeweiligen Genus und dem Numerus ab. Im Deutschen ist zudem die gesamte Nominalphrase durch den Kasus bestimmt, das heißt der Artikel sowie ein mögliches Adjektiv werden ebenfalls flektiert.
Die Kasusmerkmale sind an einem Nomen nur eingeschränkt sichtbar, so dass verschiedene Flexionsklassen unterschieden werden können (s. Abb.2). Wie in Abbildung 2 verdeutlicht gibt es fünf verschiedene Flexionsklassen, wobei vier Klassen die Kasusformen des Singulars beschreiben und die fünfte Klasse die Pluralformen.
Die erste Flexionsklasse sind ,,endungslose“ Substantive, das heißt in allen Kasus steht das Substantiv in seiner Grundform, nur die Begleiter ändern sich je nach Kasus. Dabei haben Substantive der Klasse ,,endungslos“ immer das feminine Genus. Die zweite Klasse sind die ,,starken“ Substantive, in der es eine Kanusendung im Dativ und im Genitiv gibt. Im Dativ kann bei einigen Nomen ein ,,e“ angehängt werden und im Genitiv steht ein ,,(e)s“. Substantive dieser Kategorie haben das Genus Maskulinum oder Neutrum, was durch die Begleiter deutlich wird. Der dritten Klasse gehören alle Substantive an, die artikellose Eigennamen sind. Bei diesen Nomen gibt es nur die Kanusendung ,,s“ im Genitiv. Die vierte Kategorie sind ,,schwache“ Substantive. Alle schwachen Substantive haben entweder das Genus Maskulinum oder das Genus Neutrum und haben eine Kanusendung in allen Fällen außer dem Nominativ, dabei wird als Endung ein ,,-en“ oder ein ,,-n“ hinzugefügt. In der fünften Klasse, die Kasusformen des Plurals, stehen die Substantive in der gleichen Pluralform in jedem Kasus mit einigen Ausnahmen. Bei Substantiven, die in der Pluralform nicht auf -n- enden, wird im Dativ ein -n- angehängt (vgl. Dudenredaktion 2009:194-219)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert das Ziel der Arbeit, ein fachdidaktisches Konzept zur Grammatikvermittlung am Beispiel des Substantivs zu entwerfen, und verortet die Relevanz des Themas.
2. Sachanalyse- Das Substantiv: Dieses Kapitel liefert eine fachliche Grundlagenanalyse des Substantivs, indem es die Kategorien Genus, Numerus und Kasus definiert und anhand von Flexionsbeispielen erklärt.
3. Kompetenzbereich ,,Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“: Es wird untersucht, wie die Grammatikvermittlung im Lehrplan verankert ist und welche Rolle die metasprachliche Reflexion dabei spielt.
4. Methodische Konzepte des Grammatikunterrichts: Verschiedene didaktische Ansätze, vom traditionellen bis zum funktionalen Grammatikunterricht und der Grammatikwerkstatt, werden hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile vorgestellt.
5. Methodische Überlegungen: Basierend auf den vorherigen Analysen werden konkrete Vorschläge zur methodischen Umsetzung im Unterricht abgeleitet, wobei ein funktionaler und integrativer Ansatz präferiert wird.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine methodische Mischform, die Kommunikation und Funktionalität in den Mittelpunkt stellt, für einen nachhaltigen Lernerfolg bei der Vermittlung grammatischer Strukturen unerlässlich ist.
Schlüsselwörter
Grammatikunterricht, Substantiv, Nomen, Genus, Numerus, Kasus, Sprachdidaktik, Funktionaler Grammatikunterricht, Integrativer Grammatikunterricht, Deutschunterricht, Sekundarstufe, Sprachreflexion, Methodik, Fachdidaktik, Metasprache
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der fachdidaktischen Gestaltung des Grammatikunterrichts in der Sekundarstufe, um diesen effektiver und motivierender zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die grammatischen Merkmale des Substantivs (Genus, Numerus, Kasus) sowie die Analyse verschiedener Konzepte zur Grammatikvermittlung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis einer Sachanalyse und der Auswertung didaktischer Konzepte ein Unterrichtskonzept zu skizzieren, das grammatische Themen funktional und handlungsorientiert vermittelt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und fachdidaktische Reflexion, um bestehende Konzepte zu vergleichen und ein eigenes, systematisches Unterrichtsmodell vorzuschlagen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fachliche Sachanalyse zum Substantiv, eine Einordnung in den Lehrplan sowie eine theoretische und methodische Auseinandersetzung mit verschiedenen Grammatikunterrichtsmodellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Grammatikunterricht, Substantiv, Sprachdidaktik, Funktionalität und methodische Konzepte sind die tragenden Begriffe der Arbeit.
Warum ist die Vermittlung des Kasus für Schüler besonders herausfordernd?
Laut Autorin ist der Kasus schwerer zu verinnerlichen als Genus oder Numerus, da er oft nicht intuitiv durch implizites Wissen erfasst wird, sondern eine explizite metasprachliche Auseinandersetzung erfordert.
Welchen Stellenwert nimmt die Kommunikation im Unterrichtskonzept ein?
Kommunikation wird als zentrales Element gesehen: Die Schüler sollen über Sprache und grammatische Strukturen metasprachlich sprechen, um diese realitätsnah und funktional zu begreifen.
- Citation du texte
- Fenja Jensen (Auteur), 2017, Fachdidaktische Überlegungen zur Grammatikvermittlung in der Sekundarstufe am Beispiel des Substantivs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375728