Die Entstehung der Moral. Bewertung moralphilosophischer Theorien aus Sicht der Hirnforschung


Masterarbeit, 2017

54 Seiten, Note: 1,4


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis
II
Inhaltsverzeichnis
1
Einleitung
1
1.1 Problemstellung
1
1.2 Gang der Untersuchung
1
1.3 Grundbegriffe
2
2
Moralphilosophische Ansätze
3
2.1 Ungeachtet der Konsequenzen: Pflichtethik
3
2.2 Sittlich richtig handeln: Tugendethik
6
2.3 Die Lehre vom Gesellschaftsvertrag: Vertragsethik
8
3
Hirnforschung im Wandel der Zeit
12
3.1 Entstehung und Geschichte
12
3.2 Aufbau und Relevanz der Hirnregionen
16
3.3 Genese der Neuroethik
19
4
Analyse: Moralphilosophie vs. Hirnforschung
22
4.1 Pflichtethik
23
4.2 Tugendethik
26
4.3 Vertragsethik
29
4.4 Die Idee von Gerechtigkeit
31
4.5 Diskussion der Erkenntnisse
34
5
Schlussbetrachtung
35
5.1 Ausblick
35
5.2 Fazit
39
Literaturverzeichnis
41

Abkürzungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis
ABB
Abbildung
ANM
Anmerkung
AUFL
Auflage
BZW
Beziehungsweise
ET AL
Et Alia
fMRT
Funktionelle Magnetresonanztomografie
IDE
Institut für Digitale Ethik
O.G
Oben genannt
PC
Personal Computer
TAB
Tabelle
v.Chr.
Vor Christi
VGL
Vergleich
VR
Virtuelle Realität
VS
Versus

Abbildungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Einordnung der Moralphilosophie
3
Abb. 2: Matrix in der Spieltheorie
9
Abb. 3: Die drei Hirnkammern laut Albertus Magnus
14
Abb. 4: Makroskopischer Aufbau des menschlichen Gehirns
16
Abb. 5: Relevante Hirnbereiche für moralische Entscheidungen
18
Abb. 6: Nachbildung der Eintrittswunde von Phineas Gage
27
Abb. 7: Unterscheidung von Recht und Moral
31

Tabellenverzeichnis V
Tabellenverzeichnis
Tab. 1: Moralische Dilemmata
22

Executive Summary
VI
Executive Summary
Die vorliegende Masterarbeit gibt einen Überblick über die Auswirkungen der
Erkenntnisse der Hirnforschung auf unterschiedliche moralphilosophische Theorien.
Dabei wurden drei Theorien untersucht, die Pflichtethik, Tugendethik und
Vertragsethik. Zuerst wurde ein theoretisches Fundament aus Perspektive der Ethik
sowie der Hirnforschung gelegt. Hier wurden die moralphilosophischen Theorien
geschichtlich anhand relevanter Meilensteine beschrieben wobei jeweils eine
kritische Position in die Beschreibung mit aufgenommen wurde.
Anschließend wurde die Geschichte der Hirnforschung von der Antike bis zur
Gegenwart
umrissen,
nachfolgend
wurden
alle
existierenden,
dann
moralphilosophisch relevanten menschliche Hirnregionen beschrieben. Im Nachgang
wurde das interdisziplinäre Gebiet der Hirnforschung und Philosophie, die Neuroethik,
erörtert und mit Praxisbeispielen angereichert. Im Analyseteil wurde eine Evaluation
der moralphilosophischen Theorien unter Einbezug verschiedener moralischer
Dilemmata erarbeitet. Es wurde festgestellt, dass verschiedene Auslegungen der
moralphilosophischen
Theorien
mit
Betrachtung
neurowissenschaftlicher
Erkenntnisse keine oder begrenzte Gültigkeit haben. Insbesondere hinsichtlich des
Konzeptes des freien Willens in der Pflichtethik oder dem proklamierten menschlichen
Egoismus in der Vertragsethik wurde dies festgestellt. Gleichzeitig wurde festgestellt,
dass die parallele Existenz von Grundideen der Theorien wie dem guten Willen auch
unter Einbezug neurowissenschaftlicher Erkenntnisse auch heute Gültigkeit besitzen
können.
Die Idee der Gerechtigkeit wurde im Analyseteil aufgegriffen und als zwingende
Komponente für das Verständnis und Untersuchung von Moraltheorien erörtert. Eine
zentrale Erkenntnis aller vorgenommenen Untersuchungen war die Wichtigkeit einer
gewissenhaften und objektiven Herangehensweise bei der Untersuchung von Ethik
anhand neurowissenschaftlicher Erkenntnisse. Die Feststellung, dass keine
Ablösung einer Disziplin durch die andere angestrebt werden sollte wurde
determiniert. Abschließend wurden aktuelle Themengebiete umrissen, welche im
Bereich Ethik und Hirnforschung gegenwärtig und künftig im Fokus intensiverer
Untersuchungen stehen werden, hier die Digitalethik, Migrationsethik und die
computergestützte Neurowissenschaft.

Einleitung
1
1 Einleitung
1.1
Problemstellung
Die Themenbereiche Hirnforschung und Moralphilosophie stehen gegenwärtig
vermehrt unter einer interdisziplinären Untersuchung. Davor wurden diese
Teilbereiche vermehrt individuell analysiert, nur rudimentäre Verknüpfungen wurden
festgestellt und thematisiert. In den letzten Jahren sind zahlreiche Erkenntnisse in der
Hirnforschung erzielt worden, welche unmittelbare Relevanz für moralphilosophische
Denkansätze haben. Aufgrund der Aktualität der Thematik und obgleich der noch
begrenzten Verfügbarkeit einschlägiger Literatur, erscheint eine Betrachtung des
Themas im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit sinnvoll. Die
Kernfrage
, welche
in vorliegender Arbeit beantwortet werden soll, ist, welche
Auswirkungen
Erkenntnisse der modernen Hirnforschung auf bestehende Ansichten hinsichtlich
Moral
und insbesondere mit Blick auf Pflichtethik, Tugendethik und Vertragsethik
haben.
1.2 Gang der Untersuchung
Das erste Kapitel erläutert die
Problemstellung
,
den Aufbau der vorliegenden Arbeit
sowie
die Grundbegriffe ,,Moral", ,,Ethik" und ,,Hirnforschung".
Das zweite Kapitel legt
die moralphilosophischen Theorien
Pflichtethik, Tugendethik und Vertragsethik dar
,
um eine theoretische Grundlage für die Analyse zu schaffen. Gleiches gilt für das
dritte Kapitel, welches die Entstehung der Hirnforschung sowie zeitgenössische
Strömungen erklärt. Das vierte Kapitel gleicht die theoretischen Grundlagen in Form
einer Analyse ab und leitet Erkenntnisse der moralphilosophischen Theorien im
Vergleich zu relevanten Strömungen der Hirnforschung ab. Das letzte Kapitel fasst
die Ergebnisse zusammen, umreißt nochmals die Beschränkungen, welche die
Hirnforschung der Ethik auferlegt und zeigt, welche Bereiche eventuell weiterer
Untersuchungen bedürfen. Hier wird dann ein Ausblick darüber gegeben, welche
Trends im Feld der Ethik und der Hirnforschung künftig im Fokus stehen werden und
wo sich die Forschungsbereiche hin entwickeln.

Einleitung
2
1.3
Grundbegriffe
Der Begriff ,,Moral" geht auf Cicero zur
ück, welcher den Begriff
,,philosophia moralis"
als lateinischen Ausdruck neu geprägt hat.
1
Der Begriff wird in der Literatur dezidiert
diskutiert. Die Begriffe ,,Moralphilosophie" und ,,Ethik"
werden in der Literatur als
Synonym verwendet und sind von der Bedeutung her gleich. Es existieren zahlreiche
Definitionen des Begriffs ,,Moral",
die Literatur ist sich überwiegend einig, dass Moral
als diejenigen
Normen
zu verstehen sind, die in einem Kulturkreis vorherrschen.
2
Die
moralphilosophischen Theorien leiten sich aus dem Fachbereich der Philosophie ab,
genauer der
praktischen Philosophie
. Pflichtethik, Tugendethik sowie Vertragsethik
bezeichnen die Moralphilosophien, welche in dieser Arbeit im Vordergrund stehen
und untersucht werden. Die Eigenschaften der Theorien werden in Kapitel zwei
genauer erläutert, ebenso die Herkunft und Entwicklung der Theorien. Der Begriff
,,Gerechtigkeit"
ist ebenfalls Teil der Arbeit und beschreibt eine Tugend
beziehungsweise
Charaktereigenschaft
, die eng mit moralphilosophischen Theorien
in Verbindung steht.
Der zweite Teil der Arbeit handelt von dem Thema Hirnforschung. Erste Hinweise der
Auseinandersetzung zwischen Menschen und dem Organ Gehirn gehen bis in die
Antike zurück.
3
Einigkeit herrschst darüber, dass die Erforschung des menschlichen
Gehirns
eine
der
komplexesten
Forschungsrichtungen
darstellt.
4
Die
,,Neurowissenschaften"
bezeichnen die generelle Erforschung von
Nervensystemen
.
Vorliegende Arbeit greift Inhalte aus dem interdisziplinären Gebiet der
Neuroethik
,
welches ethische, als auch gesellschaftliche Auswirkungen aktueller Entwicklungen
der Neurowissenschaften thematisiert, auf.
5
Weitere Grundbegriffe wie die einzelnen
Bereiche des menschlichen Gehirns werden detailliert in Kapitel drei beschrieben. In
diesem Zusammenhang wird dann auch die Relevanz der Hirnregionen erläutert.
1
Vgl. Gabriel et al, zitiert nach Cicero 1984, S. 149.
2
Vgl. Mieth 2002, S. 55. Anm: Aufgrund der Vielzahl an Büchern und Publikationen, welche hier diese
Unterscheidung beschreiben, wurde der Einfachheit halber lediglich eine Quelle verwendet.
3
Vgl. Illing 2000.
4
Vgl. Roth 2003, S. 9.
5
Vgl. Hildt 2012, S. 3.

Moralphilosophische Ansätze
3
2 Moralphilosophische Ansätze
Gert
beschreibt Moral in seiner
deskriptiven
Verwendung als Regelungen, die für
Individuen, Gruppen oder Institutionen als handlungsleitend gelten.
6
Luhmann
beschreibt das Erscheinungsbild von Moral als Vorkommen von menschlicher
Achtung oder
Missachtung in der Kommunikation
zwischen Individuen.
7
Wie bereits
erwähnt, wird Moral als diejenigen Normen beschrieben die in einem Kulturkreis
vorherrschen.
8
Die
Ethik
dagegen bezeichnet eine philosophische Disziplin, die
menschliches Handeln hinsichtlich des moralischen Wertes untersucht.
9
Die Ethik
oder auch Moralphilosophie kann somit als Reflexionstheorie der Moral verstanden
werden. Die Einordnung der moralphilosophischen Theorien wird in
Abbildung 1
verdeutlicht. Die moralphilosophischen Theorien sind dementsprechend der
praktischen Philosophie zuzuordnen.
10
Abb. 1: Einordnung der Moralphilosophie
11
2.1
Ungeachtet der Konsequenzen: Pflichtethik
Als Pflichtethik, oder auch deontologische Ethik, werden Theorien beschrieben, die
Handlungen nicht nur auf Basis Ihrer Konsequenz beurteilen.
12
Die strengste Form
6
Vgl. Gert 2005, S. 3.
7
Vgl. Luhmann 1993, S. 360.
8
Vgl. Mieth 2002, S. 55.
9
Vgl. Rath 2014, S. 41.
10
Vgl. Schuster 2007.
11
Vgl Schuster 2007.
12
Vgl. Neuhäuser et. al. 2011, S. 43.

Moralphilosophische Ansätze
4
der Pflichtethik liegt im
moralischen Absolutismus
. In diesem Fall gibt es keine
Umstände, welche unmoralische Handlungen jedweder Art rechtfertigen.
13
Solche
Umstände können auch
extremer Natur
sein, wie etwa der Verhinderung von
Verbrechen durch Folter, jedoch heiligt unter keinen Umständen
,,der Zweck die
Mittel".
Dem entgegen stehen moderate deontologische Ansätze, auch bekannt als
die ,,Schwellenwertdeontologie". In diesen Bereich fallen Handlungen, die zwar an
sich
nicht
aus intrinsisch guten Gründen vollzogen werden, mit Blick auf die
Konsequenzen aber überdurchschnittlich gute Ergebnisse erzielen.
Rippe
zieht
Tierversuche als Beispiel von moderater Deontologie an. Hier ist die Handlung,
Tierversuche per se durchzuführen, moralisch und aus Sicht der Pflichtethik nicht
rechtens. Sollten jedoch toxikologische wertvolle Erkenntnisse oder gar neue
Therapiemöglichkeiten für schwere Krankheiten gefunden werden können, sei die
Handlung aufgrund ihrer Konsequenz vertretbar.
14
Diese
,,
Skala
"
mit absoluter und
moderater Pflichtethik wirft das Problem der Festlegung von Grenzwerten auf. Es
stellt sich die Frage, welche Handlungen gegen andere Handlungen abgewogen
werden dürfen und welche Konsequenz als vertretbar angesehen werden kann.
15
Laut
Guckes
ist die
Stoa
ist eine philosophische Denkrichtung, welche ihren Namen
von einer Versammlungsstätte in Athen bekommen hat. Die Theorie beschreibt die
Philosophie als Wissenschaft göttlicher und menschlicher
Einheiten
. Es wird eine
Dreiteilung zwischen Logik, Physik und Ethik vorgenommen.
16
Die stoische Ethik gilt
als fundamentale Einflussgröße für spätere Strömungen, wie beispielsweise des
kategorischen Imperatives von Immanuel Kant. Generell herrscht, insbesondere im
Bereich der älteren Stoa, eine schlechte Quellenlage.
17
Bereits in den Ausführungen
der alten Stoiker wie
Panaitios,
wird der Fokus auf das Prinzip des freien Willens
gelenkt. Ist eine Tat aus freiem Willen geschehen, vernünftig und selbstgewählt, so
handelt es sich um eine ethische Handlung.
18
Immanuel Kant
, ein bekannter Deontologe, beschreibt in
der ,,Grundlegung zur
Metaphysik der Sitten"
die Moralphilosophie
,,Pflichtethik"
. Die Pflichtethik sei streng
an den Vernunftsgedanken geknüpft. Kant argumentiert, dass es nicht ausreiche,
13
Vgl. Adloff / Mau 2005, S. 116.
14
Vgl. Rippe 2012, S. 332.
15
Vgl. Alexander / Moore 2002.
16
Vgl. Guckes 2004, S. 7.
17
Vgl. Guckes 2004, S. 8.
18
Vgl. Stelzenberger 1989, S. 311.

Moralphilosophische Ansätze
5
dass eine Handlung lediglich aufgrund der Gesetzgebung ausgeführt wird, sondern
es muss auch dem
guten Willen
der ausführenden Person ents
prechen. Der ,,Wille"
nimmt in Kants Ausführungen eine zentrale Stelle ein:
,,Es ist überall nichts in der
Welt, ja überhaupt auch außer derselben zu denken möglich, was ohne
Einschränkung für gut könnte gehalten werden, als allein ein guter Wille".
19
Weiterhin
sei der gute Wille auch nicht ergebnisorientiert zu verstehen. Es ist demnach wichtig,
dass der Wille selbst ,,gut" sein muss, ungeachtet dessen, welche Konsequenzen
oder Ergebnisse eine Handlung aus gutem Willen vorbringt.
20
Das
oberste Prinzip
K
ants` ist der kategorische Imperativ. Dieser sagt aus, dass
Handle so, dass die
,,
Maxime des Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung
gelten könnte".
21
Als Kritikpunkt lässt sich anbringen, dass der kategorische Imperativ
stets von gutmütigen Menschen ausgeht. Entsprechend argumentiert
Hassemer
,
dass sich dieser daher nicht auf unmoralische oder ,,schlechte" Menschen anwenden
ließe.
22
Kant kann demnach als Vertreter des oben erwähnten
moralischen
Absolutismus
verstanden werden. Die Frage nach der Anwendbarkeit des
kategorischen Imperativs wird oftmals gestellt.
Einer der
bekanntesten Kritiker Kants` war Arthur Schopenhauer
. Seine Meinung
bezüglich der Erklärung von Herleitung von moralphilosophischen Theorien war:
,,Moral predigen ist leicht, Moral begründen schwer"
.
23
Schopenhauer bezweifelt das
Bestehen eines moralischen
Kompasses
, welcher das Wollen in den Hintergrund
stellt. Diese Gesetzte werden laut Schopenhauer immer von Menschen aufgestellt
und sich demnach
willkürlich
entstanden. Die Sittenlehre wird abgelehnt und nicht
zwingend als Grundlage menschlichen Verhaltens wahrgenommen. Weiterhin lehnt
Schopenhauer auch die
Güterlehre
ab.
24
Es existieren jedoch auch Gemeinsamkeiten
zwischen den Ansichten Schopenhauers` und Kants`. Die Begründung der Ethik liegt
bei beiden Philosophen auf einen verallgemeinerbaren Sachverhalt. Im Unterschied
zu Kant, begründet Schopenhauer seine Ethik jedoch auf einem Naturgesetz, dem
Kausalitätsprinzip. Demnach sei es nicht möglich, ohne Motive zu handeln.
25
19
Kant 2005, S. 28.
20
Vgl. Kant 2005, S. 29.
21
Vgl. Hassemer 2000.
22
Vgl. Hassemer 2000.
23
Schopenhauer 2010, S. 128.
24
Vgl. Schopenhauer 2007, S. 53.
25
Vgl. Schopenhauer 1998, S. 143.

Moralphilosophische Ansätze
6
,,Der Fehler also ist gänzlicher Mangel an Realität und dadurch an möglicher
Wirksamkeit. Es schwebt in der Luft als ein Spinnengewebe der subtilsten,
inhaltsleersten Begriffe, ist auf nichts basiert, kann daher nichts tragen und nichts
bewegen. Und dennoch hat Kant demselben eine Last von unendlicher Schwere
aufgebürdet, nämlich die Voraussetzung der Freiheit des Willens."
26
2.2
Sittlich richtig handeln: Tugendethik
Der Begriff ,,Tugend" wird als ,,sittlich wertvolle Eigenschaft eines Menschen"
27
bezeichnet. Die ,,Tugendethik" beschäftigt sich
demnach mit der ethischen
Auseinandersetzung von tugendhaftem Verhalten. Verwandte, aber zu
unterscheidende Begriffe, sind
Tugendlehre
und die
Ethik der Tugend
. Laut
Halbig
beschäftigt sich die
Tugendlehre
mit den Tugenden selbst sowie mit der Ontologie,
Epistemologie und der Bedeutung von Tugenden. Auf der anderen Seite beschreibt
die
Ethik der Tugend
wiederrum die Bedeutung von Tugenden für die Ethik.
28
Hinsichtlich der Definition von ethischen Tugenden stellt Halbig die These auf, dass
es sich hier um Charaktermerkmale handelt, die ,,Bewunderung verdienen".
Es soll
sich hier um Eigenschaften handeln, die der zur
Vollkommenheit
einer Person
beitragen.
29
Hier könnte angemerkt werden, dass es zahlreiche verwerfliche
Charaktereigenschaften gibt, welche dennoch Bewunderung bei Menschen auslösen.
Aristoteles
hat die Tugendethik mit seinen Ausführungen grundlegend mitbegründet
und geprägt. Die Tugendethik nach Aristoteles oder auch die ,,nikomachische Ethik"
beschäftigt sich mit Lehre der Sittlichkeit und Tugend.
30
Einen zentralen Stellenwert
in Aristoteles` Ausführungen nimmt der Begriff ,,Glückseligkeit"
31
ein. Alle Handlungen
sind zielgerichtet und haben
,,Glück"
bzw. das
,,Gute"
als Ziel. Aristoteles schreibt:
,,Deshalb hat man Gut zu Recht erklärt als das, wonach alles strebt"
32
was zeigt das
Glück erstrebenswert ist und als oberstes Ziel abgesehen werden soll. Glück kann
26
Schopenhauer 1998, S. 143.
27
Duden 2017.
28
Vgl. Halbig 2013, S. 11.
29
Vgl. Halbig 2013, S. 34.
30
Vgl. Aristoteles 2011, Kapitel 1. Anm.: Aufgrund des Mangels einer originalen bzw. physischen
Quelle wurde eine fotokopierte Onlinequelle der Abschrift verwendet, welche ohne konkrete
Seitenzahlen betitelt ist.
31
Anm.: Auch bezeichnet als ,,Eudaimonia".
32
Aristoteles 2011, Kapitel 1.
Ende der Leseprobe aus 54 Seiten

Details

Titel
Die Entstehung der Moral. Bewertung moralphilosophischer Theorien aus Sicht der Hirnforschung
Hochschule
accadis Hochschule Bad Homburg
Note
1,4
Autor
Jahr
2017
Seiten
54
Katalognummer
V375744
ISBN (eBook)
9783668529755
ISBN (Buch)
9783668529762
Dateigröße
837 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ethik, Moral, BWL, Neurowissenschaft
Arbeit zitieren
Benjamin Hies (Autor), 2017, Die Entstehung der Moral. Bewertung moralphilosophischer Theorien aus Sicht der Hirnforschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375744

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Entstehung der Moral. Bewertung moralphilosophischer Theorien aus Sicht der Hirnforschung



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden