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Charles de Gaulle und seine charismatische Führung im Gaullismus der V. Republik

Titel: Charles de Gaulle und seine charismatische Führung im Gaullismus der V. Republik

Hausarbeit , 2014 , 33 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Katharina Kölbach (Autor:in)

Didaktik für das Fach Französisch - Landeskunde
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit wird der Blick auf den Politiker und späteren Staatspräsidenten Frankreichs Charles de Gaulle und auf die Elemente charismatischer Führung im Gaullismus der V. Republik gerichtet werden. Charismatische Herrschaft, als eine der drei reinen Herrschaftsformen, die Max Weber in seiner Herrschaftssoziologie entwickelt, basiert auf einer besonderen Machtlegitimation durch eben besondere charismatische Eigenheiten eines Führers. Daher soll in einem ersten Schritt diese Herrschaftstheorie nach Weber mit besonderem Blick auf die charismatische Herrschaft erläutert und eine theoriegestützte Analyse des Begriffs des ‚Charismas‘ geleistet werden. Danach wird der Fokus vertieft auf die charismatische Führerpersönlichkeit de Gaulles und sein politisches Handeln gerichtet werden. Da zwischen letzterem und den jeweiligen zeitlichen Umständen ein fast zwingender Zusammenhang dadurch erkennbar ist, dass de Gaulle in außergewöhnlich problematischen Situationen vor Entschlossenheit, Seelengröße und Trotz gegenüber seinen Kontrahenten strotzte, soll als Leitfaden dieser Arbeit die Geschichte Frankreichs zwischen 1945 und 1970 dienen, die de Gaulle die Ausgangssituation verschaffte, die er benötigte, um einer für sein Charisma anfälligen Gesellschaft entgegenzustehen. Die geschichtlichen Umstände erwiesen sich für de Gaulle als Basis für seinen sicherlich verdienten Ruf des Befreiers der Nation und Gründers der Republik, den er sich durch eine gekonnte Selbstinszenierung erschuf. Daher soll chronologisch ein Gesamtüberblick über die Faktoren gegeben werden, die zur Entwicklung der charismatischen Situation bei de Gaulle beitrugen und dessen politisches Vorgehen auf seine charismatischen Eigenschaften untersucht werden. Es wird sich zeigen, dass es immer wieder Situationen gab, die de Gaulles Legitimierung zum Präsidenten und charismatischen Führer favorisierten und letztendlich dazu führten, dass de Gaulle zur Widerstandslegende und zum Symbol für ein freies und mit neuem Selbstbewusstsein versehenes Frankreichs werden konnte und auch noch heutzutage in den Köpfen und Herzen der Franzosen seinen Platz hält.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Max Weber und die drei reinen Typen der Herrschaft

3. Begriffliche Erläuterung von Charisma

4. Historisch-politische und soziokulturelle Voraussetzungen in Frankreich für das Entstehen einer charismatischen Situation zu Zeiten de Gaulles

4.1. Das Ende des 2. Weltkriegs und die Besatzung Frankreichs durch die Deutschen

4.2. Der 18. Juni 1940 und seine Bedeutung

4.3. Die politisch instabile IV. Republik in Frankreich

4.4. Die Auswirkungen des Algerienkrieges und der Inflation

4.5. Beurteilung der Ausgangslage für das Aufkommen einer charismatischen Führerschaft

5. De Gaulle und die V. Republik: das Charisma qua Amt und die dominierende Stellung des Präsidenten in der Verfassung der V. Republik

5.1. Das politische Führungsinstrumentarium des Staatspräsidenten: Referenden, Medien, Reden und Provinzreisen

5.2. De Gaulle und die plebiszitäre Führerdemokratie

5.3. De Gaulles Konzept des charismatischen Führers

5.4. Die Lösung des Konfliktes in Algerien

5.5. Die Verfassungsänderung von 1962 und Neuwahlen im Jahre 1965

5.6. Die Krise von 1968 und das Ende der Herrschaft de Gaulles

6. Ausblick: Kontinuität und Omnipräsenz: Das Weiterleben des Präsidenten Charles de Gaulle nach seinem Tod

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die charismatische Führung von Charles de Gaulle in Frankreich während der V. Republik und analysiert, wie historische Krisensituationen in Verbindung mit seiner Person die Entstehung und Legitimierung seiner Macht begünstigten. Dabei wird die theoretische Grundlage von Max Webers Herrschaftssoziologie auf de Gaulles politisches Wirken angewendet, um das Wechselspiel zwischen dem Führer und der ihn tragenden Gefolgschaft zu ergründen.

  • Max Webers Theorie der drei reinen Herrschaftstypen
  • Soziologische und psychologische Aspekte der charismatischen Führer-Gefolgschafts-Beziehung
  • Die historisch-politischen Krisenlagen in Frankreich zwischen 1940 und 1968
  • Die Verfassung der V. Republik als Instrument charismatischer Machtausübung
  • De Gaulles politische Rhetorik und Inszenierung als „starker Mann“

Auszug aus dem Buch

4.1. Das Ende des 2. Weltkriegs und die Besatzung Frankreichs durch die Deutschen

Als im Juni 1940 Frankreich dem noch unter Hitlers Führung stehenden Deutschland unterlag und daraufhin Frankreich in den darauffolgenden vier Jahren unter deutscher Besatzung stand, wurde die gescheiterte Regierung der III. Republik unter Reynaud für diese Niederlage verantwortlich gemacht und durch das autoritäre Vichy-Regime des Marchal Pétain abgelöst. Es folgte mit dem Waffenstillstand vom 22. Juni 1940 die anschließende Teilung Frankreichs in eine deutsche Besatzungszone im Norden und eine freie Zone im Süden, die von Frankreich bis zur totalen Besetzung 1942 frei regiert werden konnte, sich dann aber ab 1942 durch eine Politik der Kollaboration auszeichnete, indem Marchal Pétain sich für die Erfüllung der Forderungen der deutschen Besatzungsmacht engagierte und somit „den erniedrigendsten Waffenstillstand der französischen Geschichte [einging], der Frankreich in zwei Teile zerschnitt“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der charismatischen Führung durch Charles de Gaulle unter Bezugnahme auf die Herrschaftssoziologie von Max Weber.

2. Max Weber und die drei reinen Typen der Herrschaft: Darstellung von Webers Typologie legitimer Herrschaft mit Fokus auf Macht, Herrschaft und den Begriff des Charismas.

3. Begriffliche Erläuterung von Charisma: Analyse der wissenschaftlichen Definition von Charisma und seiner Entwicklung vom religiösen zum politischen Kontext.

4. Historisch-politische und soziokulturelle Voraussetzungen in Frankreich für das Entstehen einer charismatischen Situation zu Zeiten de Gaulles: Untersuchung der Krisenphänomene wie Krieg, Besatzung und Instabilität, die den Nährboden für charismatische Führung bildeten.

5. De Gaulle und die V. Republik: das Charisma qua Amt und die dominierende Stellung des Präsidenten in der Verfassung der V. Republik: Analyse, wie de Gaulle durch die neue Verfassung und seine Inszenierung die plebiszitäre Führerdemokratie etablierte.

6. Ausblick: Kontinuität und Omnipräsenz: Das Weiterleben des Präsidenten Charles de Gaulle nach seinem Tod: Erörterung der fortwährenden mythischen Präsenz de Gaulles in der französischen Gesellschaft nach 1970.

7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung von de Gaulles Rolle als charismatische Führungspersönlichkeit und seiner bleibenden Bedeutung für Frankreich.

Schlüsselwörter

Charles de Gaulle, Charisma, Herrschaftssoziologie, Max Weber, V. Republik, Frankreich, Politische Führung, plebiszitäre Führerdemokratie, Algerienkrieg, Widerstand, Gaullismus, Legitimierung, Staatspräsident, Krise, politische Macht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die charismatische Führungsrolle von Charles de Gaulle in der V. Republik Frankreichs unter besonderer Berücksichtigung seiner Interaktion mit der Gesellschaft und den politischen Institutionen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die soziologische Herrschaftstheorie von Max Weber, die psychologische Dynamik von Führer-Gefolgschafts-Beziehungen sowie die geschichtlichen Krisen Frankreichs im 20. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie de Gaulle seine charismatischen Eigenschaften in Krisenzeiten einsetzte, um Macht zu legitimieren und sich als nationales Symbol zu etablieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoriegestützte Analyse durchgeführt, die Max Webers Modell der charismatischen Herrschaft auf historische Ereignisse und politisches Handeln anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historischen Voraussetzungen, de Gaulles politische Instrumente wie Referenden und Medien sowie sein spezifisches Konzept des „starken Mannes“ innerhalb der Verfassung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselbegriffen zählen neben Charisma und Herrschaft auch Begriffe wie plebiszitäre Führerdemokratie, Krise, Legitimation und Gaullismus.

Inwiefern spielte die Verfassung von 1958 eine Rolle für de Gaulles Macht?

Die Verfassung institutionalisierte eine starke Stellung des Präsidenten („Charisma qua Amt“), die es de Gaulle ermöglichte, seine Autorität verfassungskonform zu zementieren.

Wie wirkte sich die Krise von 1968 auf de Gaulles Status aus?

Die Unruhen von 1968 führten zu einem deutlichen Popularitätsverlust, der de Gaulles politisches Prestige erschütterte und schließlich sein Ausscheiden aus dem Amt einleitete.

Warum blieb de Gaulle trotz seines politischen Endes eine mythologische Figur?

Dies ist auf sein Erbe als Befreier der Nation, seine Inszenierung als Symbol der Größe und die bewusste Pflege seiner Legende durch die französische Gesellschaft zurückzuführen.

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Details

Titel
Charles de Gaulle und seine charismatische Führung im Gaullismus der V. Republik
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,3
Autor
Katharina Kölbach (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
33
Katalognummer
V375947
ISBN (eBook)
9783668523555
ISBN (Buch)
9783668523562
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mythos Charismatische Herrschaft Charisma Kontinuität Charles de Gaulle Max Weber Kantorowicz Die zwei Körper des Königs
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Kölbach (Autor:in), 2014, Charles de Gaulle und seine charismatische Führung im Gaullismus der V. Republik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375947
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Leseprobe aus  33  Seiten
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