Diese Diplomarbeit untersucht den gegenwärtigen Zustand und die Zukunft der Erwerbsarbeitsgesellschaft. Der „Umbau der Industriegesellschaft“ geht voran, und es stellt sich die Frage in Anbetracht der Jahre sinkender oder stagnierender Reallöhne: Was ist die Arbeit wert? Wie werden die Menschen künftig arbeiten? Wie werden sie ihren Lebensunterhalt verdienen? Wie wird es – berücksichtigt man die gegenwärtigen Tendenzen in der Gesellschaft – möglich sein, ein Einkommen zu erzielen, das ein Leben in Würde und Freiheit ermöglicht?
Und: Kann auf Grundlage einer Dienstleistungs-, einer Wissens- oder Informationsökonomie eine Gesellschaft existieren? Wenn ja - schaffen Dienstleistungen, Wissen, Informationen wert? Was ist eine Dienstleistung, was ist Wissen, was sind Informationen wert? Wie wird eine solche Ökonomiefunktionieren? Oder ist das Schaffen von Wert in Warenform die einzig mögliche Grundlage einer Gesellschaft? Was steckt hinter den Begriffen? Sind die Inhalte, die durch diese Begriffe bezeichnet werden, geeignet, das Problem der Arbeitslosigkeit zu beheben?
Die Arbeit behandelt im ersten Teil den ökonomischen Begriff des Wertes. Im zweiten Teil wird das Thema Wert und Preis von Arbeit und Arbeitskraft handelt. Es wird die Frage gestellt, ob eine "Dienstleistungsökonomie“, die nicht auf der Produktion materieller Werte ausgerichtet ist, existieren kann. Dies im Zusammenhang mit den Schlagworten "Wissensökonomie" und "Informationsökonomie".
Inhaltsverzeichnis
I. Abschnitt: Das Wertproblem als Schüsselproblem der Ökonomie - Grundlagen der Werttheorien
1. Einleitung. Begründung des Themas. Gang der Untersuchung, Zielstellung und Abgrenzung
2. Vorstellung der Werttheorien
2.1. Die Klassiker
2.2. Die Marxsche Werttheorie und Marx´ Methode
2.3. Subjektive Wertlehre
2.4. Welche Werttheorie?
2.5. Der Wert der Arbeitskraft
II. Abschnitt: Krise und Zukunft der Erwerbsarbeitsgesellschaft
3. Der Preis als konkreter Ausdruck des Werts der Arbeitskraft
3.1. Gegenwärtiger Zustand und Tendenz
3.2. Begriffe und Zusammenhänge der neuen ökonomischen Entwicklungen
3.3. Der Wertaspekt
3.4. Weitergehende Ansätze
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Zukunft der Erwerbsarbeitsgesellschaft vor dem Hintergrund ökonomischer Werttheorien. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob eine auf Wissen, Information und Dienstleistung basierende Ökonomie den Lebensunterhalt und die gesellschaftliche Existenz in Würde und Freiheit langfristig sichern kann.
- Analyse klassischer und neoklassischer Werttheorien
- Untersuchung der Marxschen Methode und Werttheorie
- Kritische Betrachtung von Dienstleistungs- und Wissensökonomie
- Diskussion alternativer Ansätze wie dem Bedingungslosen Grundeinkommen
- Beleuchtung der Krise der Erwerbsarbeitsgesellschaft
Auszug aus dem Buch
2. Vorstellung der Werttheorien
Ist eine Gesellschaft nur lebensfähig, wenn Werte (in Form von Waren) geschaffen werden? Falls ja - kann also eine „Dienstleistungsgesellschaft” nicht funktionieren?
Um diesen Fragen nachgehen zu können, muß eine werttheoretische Grundlage geschaffen werden. Dazu sollen die Theorien der maßgeblichen Theoretiker dieses Gebietes kurz vorgestellt sowie ausgewählte Problemstellen, Bezüge und Widersprüche thematisiert und kommentiert werden. Daß der vorgegebene Rahmen dabei nur das Eingehen auf die Hauptthesen zuläßt ist offenbar.
Der Abschnitt über Marx mag dem einen oder anderen Leser unverhältnismäßig groß erscheinen. Dieser Eindruck relativiert sich jedoch, wenn man den Umfang seines Gesamtwerkes in Beziehung setzt zu dem der anderen. Ebenso seinen Beitrag zur Werttheorie.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Abschnitt: Das Wertproblem als Schüsselproblem der Ökonomie - Grundlagen der Werttheorien: Dieser Abschnitt legt die theoretische Basis durch die Darstellung klassischer Werttheorien (Smith, Ricardo), der Marxschen Theorie sowie der subjektiven Wertlehre.
1. Einleitung. Begründung des Themas. Gang der Untersuchung, Zielstellung und Abgrenzung: Die Einleitung motiviert die Fragestellung aus der persönlichen Perspektive und definiert den methodischen Rahmen der Untersuchung.
2. Vorstellung der Werttheorien: Hier werden die maßgeblichen ökonomischen Denkschulen und ihre Konzepte zur Wertbildung vorgestellt.
2.1. Die Klassiker: Analyse der Ansätze von Adam Smith und David Ricardo zur Arbeitswerttheorie.
2.2. Die Marxsche Werttheorie und Marx´ Methode: Erläuterung der dialektisch-materialistischen Herangehensweise von Karl Marx und ihrer Anwendung auf die ökonomische Analyse.
2.3. Subjektive Wertlehre: Darstellung der Grenznutzentheorie und der subjektiven Wertzumessung als alternative ökonomische Grundlage.
2.4. Welche Werttheorie?: Kritische Diskussion der verschiedenen Theorien im Hinblick auf ihre Relevanz für moderne ökonomische Fragestellungen.
2.5. Der Wert der Arbeitskraft: Spezifische Untersuchung darüber, wie Arbeit als ökonomische Kategorie bewertet wird.
II. Abschnitt: Krise und Zukunft der Erwerbsarbeitsgesellschaft: Dieser Teil widmet sich der praktischen Anwendung der Wertbegriffe auf die aktuelle Krise der Erwerbsarbeit.
3. Der Preis als konkreter Ausdruck des Werts der Arbeitskraft: Erörterung der Lohnentwicklung als Realisierung des Werts der Arbeitskraft unter kapitalistischen Bedingungen.
3.1. Gegenwärtiger Zustand und Tendenz: Aufnahme des Ist-Zustandes der Erwerbsarbeitsgesellschaft, geprägt durch Arbeitslosigkeit und Produktivitätssteigerungen.
3.2. Begriffe und Zusammenhänge der neuen ökonomischen Entwicklungen: Diskussion der Wissens-, Informations- und Dienstleistungsgesellschaft als neue ökonomische Paradigmen.
3.3. Der Wertaspekt: Untersuchung, inwieweit Dienstleistungen und Wissensarbeit als wertschöpfend im ökonomischen Sinne gelten können.
3.4. Weitergehende Ansätze: Vorstellung von Lösungsansätzen wie dem Bedingungslosen Grundeinkommen und der solidarischen Ökonomie.
4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf alternative Gesellschafts- und Wirtschaftsformen.
Schlüsselwörter
Werttheorie, Arbeitswerttheorie, Subjektive Wertlehre, Marx, Neoklassik, Dienstleistungsökonomie, Wissensökonomie, Arbeitskraft, Mehrwert, Lohnarbeit, Bedingungsloses Grundeinkommen, Solidarische Ökonomie, Erwerbsarbeitsgesellschaft, Wertschöpfung, Kapitalismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der ökonomischen Wertbildung und deren Konsequenzen für die moderne Arbeitsgesellschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Arbeitswerttheorie, der subjektiven Wertlehre, der Marxschen Kritik der politischen Ökonomie sowie der Analyse moderner Entwicklungen wie Wissens- und Dienstleistungsökonomie.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Frage lautet, ob eine Ökonomie, die primär auf Wissen und Dienstleistungen basiert, eine Gesellschaft ernähren kann, ohne auf die klassische Wertschöpfung in Warenform angewiesen zu sein.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor verwendet insbesondere die dialektische Methode von Karl Marx, um ökonomische Phänomene in ihrer historischen Entwicklung und in ihrem gesellschaftlichen Zusammenhang zu betrachten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Ist-Zustand der heutigen Erwerbsarbeitsgesellschaft, diskutiert die Grenzen der Dienstleistungs- und Wissensökonomie und stellt Ansätze wie das BGE und die solidarische Ökonomie vor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Werttheorie, Arbeitswerttheorie, Marx, Neoklassik, Dienstleistungsgesellschaft, Wissensökonomie, BGE, solidarische Ökonomie.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Staates bei der Wissensverknappung?
Der Autor kritisiert die künstliche Verknappung von Wissen (z. B. durch Patente) als kontraproduktiv, da sie den Verwertungsinteressen des Kapitals Vorrang vor dem gesellschaftlichen Nutzen einräumt.
Warum wird das "Bedingungslose Grundeinkommen" diskutiert?
Es dient als Diskussionsbeitrag zur Überwindung der Entkopplung von Arbeit und Existenzsicherung in einer Gesellschaft, in der klassische Lohnarbeit keine Vollbeschäftigung mehr gewährleisten kann.
- Citation du texte
- Jan George (Auteur), 2007, Die Krise und die Zukunft der Erwerbsarbeitsgesellschaft - Wert und Preis der Arbeit im heutigen Kapitalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375973