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Welche Auswirkungen hat die theoretische Ausrichtung des Evolutionismus auf die heutige Ethnologie?

Titre: Welche Auswirkungen hat die theoretische Ausrichtung des Evolutionismus auf die heutige Ethnologie?

Essai , 2013 , 4 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Katharina Wilhelm (Auteur)

Ethnologie / Anthropologie Culturelle
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Dieser Kurzessay untersucht die Auswirkungen des Evolutionismus auf die heute Ethnologie. Rührt das anfängliche positive Bild dieser Wissenschaft daher, dass diese frühen Konzepte gänzlich überholt und abgelegt wurden und auch nicht mehr mit der Ethnologie in Verbindung gebracht werden? Oder finden sich doch noch Teilaspekte des Evolutionismus in ihr die aber vielleicht gar nicht so „evolutionistisch“ anmuten und als positiv zu bewerten sind?

Bei der Lektüre eines Ausschnittes des Werks „Ancient Society“ von Lewis Henry Morgan im Rahmen des Seminars „Fachgeschichte der Ethnologie“ drängten sich der Autorin unweigerlich einige Fragen und Gedanken auf. Zunächst einmal war diverse Aussagen des Autors schockierend, die man nach heutigem Ermessen durchaus als rassistisch bezeichnen könnte: Reflexionen über die unterschiedlichen Gehirngrößen von weiter oder weniger weit entwickelten „Indianern“ hätten so teilweise auch in das „Rassenlehre“-Konzept der Nationalsozialisten oder ähnliches Gedankengut gepasst. Allein Morgans Gesamtkonzept der Einteilung der Menschheit in verschiedene „Entwicklungsstufen“ empfand die Autorin als schwer vereinbar mit ihrem bisherigen Bild der Ethnologie als eine „tolerante“ Wissenschaft, die sich vorurteilsfrei den von ihr untersuchten Kulturen nährt und keine Kultur, schon gar nicht die eigene, über eine andere stellt.

Umso erstaunlicher war es, dass eine derartige Denkrichtung, deren Vertreter sich in ihren Texten so offensichtlich als den meisten Kulturen überlegen präsentieren, an den Anfängen der Ethnologie steht und quasi eines der „ursprünglichsten“ ethnologischen Konzepte darstellt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Reflexion über die Anfänge der Ethnologie

1.2 Fragestellung zur Wirkung des Evolutionismus

2. Analyse der evolutionistischen Theorie

2.1 Zeitgeist und historischer Kontext

2.2 Menschenbild und theoretische Annahmen

3. Auswirkungen auf die Fachwahrnehmung

3.1 Außenwahrnehmung durch Fachfremde

3.2 Methodische Kritik und Erbe

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die ambivalente Rolle des Evolutionismus in der frühen Ethnologie und hinterfragt, inwieweit dessen theoretische Grundlagen sowohl zur kritischen Distanzierung als auch zur wissenschaftlichen Fundierung der heutigen Disziplin beigetragen haben.

  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Werk „Ancient Society“ von Lewis Henry Morgan.
  • Untersuchung des Einflusses des historischen Zeitgeists auf evolutionistische Theorien.
  • Analyse der Wirkung früher ethnologischer Konzepte auf das heutige Ansehen der Ethnologie.
  • Bewertung der vergleichenden Methode und des Datensammelns als wissenschaftliches Erbe.
  • Reflexion über das Verhältnis von toleranter Wissenschaft und frühen rassistischen Diskursen.

Auszug aus dem Buch

Die Ambivalenz des Evolutionismus in der Ethnologie

Der Evolutionismus scheint vor allem eines bis heute leider tatsächlich negativ geprägt zu haben: die Außenwahrnehmung der Ethnologie durch Fachfremde. Auch ich persönlich bekam schon von mehreren Personen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft bei Erwähnung meines Studienfachs Kurioses zu hören: von „Rassenlehre“ über „Indianerstudien“ bis tatsächlich hin zu „der Lehre von den Negern“ musste ich schon einige Vorurteile abwehren bzw. revidieren und die Ethnologie gegen solche Fehlmeinungen verteidigen. Bei der oberflächlichen Lektüre von Morgans Text war ich zunächst einmal nur froh, dass keine der fachfremden Personen mit mir las – andernfalls hätten sich meine die Wissenschaft verteidigenden Argumente wohl zum größten Teil in Luft aufgelöst.

Doch bei der anschließenden Diskussion mit Kommilitonen und der erneuten, tiefergehenden Lektüre des Ausschnittes von „Ancient Society“ kamen einige Argumente und Punkte auf, die die Ethnologie im Allgemeinen und den Evolutionismus im Besonderen in ein positiveres Licht rückten, auch meinen, zunächst vor allem negativ besetzten Eindruck, zum Teil revidierten und fachfremden Vorurteilen entgegengehalten werden könnten, auch wenn die betreffenden Personen einmal einen evolutionistischen Text zu lesen bekämen. Zunächst einmal lohnt es sich meiner Meinung nach, einen zweiten Blick auf das Entstehungsdatum von Morgans Text zu werfen. Im Hinblick auf das Zeitalter des Imperialismus und unter anderem auch auf den Marxismus und die Darwinsche Evolutionstheorie zeigt sich, dass 1877, als „Ancient Society“ erstmals publiziert wurde, ein Konzept wie Morgan es vertrat in ähnlicher Form dem gesamten Zeitgeist entsprach und quer durch die Wissenschaften anzutreffen war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Schock über rassistische Implikationen früher ethnologischer Werke und führt die zentrale Forschungsfrage nach dem Fortbestehen evolutionistischer Denkansätze ein.

2. Analyse der evolutionistischen Theorie: Dieses Kapitel verortet das Werk im historischen Kontext des 19. Jahrhunderts und prüft die theoretischen Annahmen über die Gleichheit aller Menschen gegenüber den Stufenmodellen der Entwicklung.

3. Auswirkungen auf die Fachwahrnehmung: Hier wird diskutiert, wie das Erbe der „Armchair Anthropologists“ und die vergleichende Methode bis heute das Bild der Ethnologie prägen und warum eine kritische Auseinandersetzung notwendig ist.

4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass eine ambivalente Sichtweise auf den Evolutionismus nötig ist, um sowohl aus Fehlern zu lernen als auch fundierte methodische Ansätze zu würdigen.

Schlüsselwörter

Evolutionismus, Lewis Henry Morgan, Ancient Society, Ethnologie, Fachgeschichte, Kulturbegriff, Armchair Anthropology, Vergleichende Methode, Zeitgeist, Außenwahrnehmung, Rassismus, Wissenschaftsgeschichte, Anthropologie, Monogamie, Entwicklungstheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Aufarbeitung der evolutionistischen Theorie in der frühen Ethnologie und deren Auswirkungen auf das heutige Selbst- und Fremdbild der Wissenschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das Menschenbild bei Lewis Henry Morgan, der historische Kontext des 19. Jahrhunderts, die Außenwirkung der Ethnologie sowie die methodische Aufarbeitung von Kulturvergleichen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Evolutionismus nicht pauschal zu verwerfen, sondern eine ambivalente Sichtweise zu entwickeln, die sowohl die diskriminierenden Aspekte als auch die wissenschaftshistorische Bedeutung einordnet.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine fachgeschichtliche Analyse und Reflexion, basierend auf der Lektüre und Diskussion klassischer ethnologischer Primärtexte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Entstehungsdatum von „Ancient Society“, den Einfluss des Zeitgeists sowie das methodische Erbe der „Armchair Anthropologists“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Evolutionismus, Fachgeschichte, Ethnologie, Wissenschaftskritik und der historische Zeitgeist.

Wie bewertet der Autor das Konzept der „Entwicklungsstufen“?

Das Konzept wird kritisch gesehen, da es die Einteilung der Menschheit in Hierarchien ermöglichte, die mit dem heutigen toleranten Selbstverständnis der Ethnologie kollidieren.

Welche Rolle spielen „Armchair Anthropologists“ für das heutige Bild?

Sie dienen als mahnendes Beispiel dafür, dass die Datenerhebung und Wiederverwendbarkeit von Informationen aus zweiter Hand kritisch hinterfragt werden müssen.

Kann man evolutionistische Konzepte heute noch als nützlich erachten?

Ja, insofern man das akribische Sammeln von Daten und die Ansätze zum Kulturvergleich als Ausgangspunkt für eine spätere, methodisch fundierte Ethnologie betrachtet.

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Résumé des informations

Titre
Welche Auswirkungen hat die theoretische Ausrichtung des Evolutionismus auf die heutige Ethnologie?
Université
University of Hamburg  (Institut für Ethnologie)
Cours
Fachgeschichte der Ethnologie
Note
1,7
Auteur
Katharina Wilhelm (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
4
N° de catalogue
V375977
ISBN (ebook)
9783668524460
Langue
allemand
mots-clé
evolutionismus fachgeschichte ethnologie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Katharina Wilhelm (Auteur), 2013, Welche Auswirkungen hat die theoretische Ausrichtung des Evolutionismus auf die heutige Ethnologie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375977
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