Als Studentin des Lehramts an Gymnasien mit den Fächern Englisch und Französisch befinde ich mich momentan im 6. Semester. Für die Durchführung des Blockpraktikums ist aus studientechnischer Sicht eigentlich ein späterer Zeitpunkt vorgesehen, bleiben dem Studenten doch insgesamt 9 Semester, um dieses Studium in der Regelstudienzeit abzuschließen. Aus verschiedenen Gründen - zum einen möchte ich mein Studium, wenn möglich eher abschließen, und zum anderen brauchte ich einen gewissen „Motivationsschub“, um mein Studium erfolgreich fortzusetzen- habe ich dieses Praktikum vorgezogen. Ausschlaggebend für die „vorzeitige “ Durchführung des Praktikums war aber v. a. auch das Fehlen von vorbereitenden Veranstaltungen, wie „Planung und Gestaltung von Französischunterricht“. Auch durch das Angebot an allgemeinen, fächerübergreifenden, fachdidaktischen Seminaren in der Anglistik/ Amerikanistik habe ich mich speziell im Fach Französisch nur schlecht vorbereitet gefühlt. Da ich die Situation an der Universität Potsdam mittlerweile gut einschätzen kann, denke ich nicht, dass sich dies in naher Zukunft geändert hätte bzw. ändern wird. Im Mittelpunkt dieses Berichtes sollen nun aber nicht die Aspekte der Vorbereitung auf das Blockpraktikum in Französisch und meine Unterrichtstätigkeit in diesem Fach, sondern die Erfahrungen im Unterrichten und das Verknüpfen didaktischen Wissens innerhalb des Praktikums im Fach Englisch stehen. Da ich aber beide Fächer studiere, liegt es nahe Vergleiche zu ziehen. So ist mir gerade im Verlauf meines Praktikum aufgefallen, welche n Nutzen die fachdidaktischen Veranstaltungen im Fach Englisch haben und wie bedauerlich es ist, dass nicht im gleichen Rahmen so etwas für Französisch angeboten wird. Ich will dies aber keineswegs überbewerten, denn obwohl ich mich dadurch anfangs etwas überfordert gefühlt habe und zusätzlich noch erkennen musste, dass viele Inhalte meiner universitären Ausbildung nicht wirklich zu dem passen, was in der Schule gelehrt wird, hat mir das Praktikum sehr viel Freude bereitet und mich in meinem Wunsch, Lehrerin zu werden, bestärkt. Im Gegensatz zur Vorbereitung in Französisch, kann ich jetzt durch meine praktischen Erfahrungen sagen, dass die Vorbereitung innerhalb der Anglistik eine gute Grundlage für die Durchführung des Praktikums darstellt. [...]
Inhaltsverzeichnis
I. Praktikumsbericht zum Blockpraktikum im Fach Englisch
1. Bemerkungen zur Vorbereitung auf das Blockpraktikum durch die Universität
2. Schul- und Klassensituation an der Gesamtschule ‚Paul Dessau’
2.1. Porträt der Schule
2.2. Vorstellung der Mentorinnen
2.3. Bedingungen im Fach Englisch in den beobachteten Kursen
2.3.1. Englischunterricht in G-und E- Kursen
2.3.2. Der Grundkurs Englisch Klasse 8
3. „Konzepte“ zum Fremdsprachenerwerb Englisch an der Gesamtschule ‚Paul Dessau’
3.1. Bezug zu den Rahmenrichtlinien Englisch für die Sekundarstufe I- Lebensnaher Englischunterricht, lebenslanges Lernen und Anschlussfähigkeit
3.2. Motivation, Spracherwerb und interkulturelle Kompetenz
3.3. Zielorientierter Unterricht und Sicherung der Lernergebnisse
3.4. Sozialformen des Unterrichts
4. Analyse einer Unterrichtsstunde im Fach Englisch
4.1. Vorbemerkungen
4.2. Darstellung des Unterrichtsverlaufs
4.3. Auswertung
5. Abschließende Kurzeinschätzung
II. Facharbeit zum Thema: Der Status des verstehendes Lesens im modernen FU
1. Einleitung
2. Entwicklung von Lesefähigkeit und ihre Förderung aufgrund der Komplexität ihrer zugrunde liegenden Prozesse
3. Funktionen von Texten innerhalb der Entwicklung von Lesefähigkeit im Zusammenspiel mit anderen Sprachtätigkeiten
4. Fazit: Verstehendes Lesen, lebensnaher Unterricht und „Anschlussfähigkeit“
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit umfasst einen Praktikumsbericht sowie eine begleitende Facharbeit, welche die Herausforderungen und Potenziale des Englischunterrichts an einer Gesamtschule reflektieren. Das primäre Ziel besteht darin, theoretisches didaktisches Wissen mit praktischen Erfahrungen im Unterricht zu verknüpfen, die Bedeutung des verstehenden Lesens als Sprachtätigkeit zu analysieren und Wege für einen motivierenden, schülerorientierten Fremdsprachenerwerb aufzuzeigen.
- Analyse des Kurssystems der Gesamtschule und dessen Auswirkungen auf das Lernklima.
- Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Motivation, Spracherwerb und Lehrer-Schüler-Interaktion.
- Evaluation von Unterrichtskonzepten in Bezug auf „Lebensnähe“ und „Anschlussfähigkeit“.
- Theoretische Auseinandersetzung mit der Entwicklung von Lesefähigkeit im modernen Fremdsprachenunterricht.
- Reflexion über die Rolle des Lehrers und die Entwicklung eines eigenen Unterrichtsstils.
Auszug aus dem Buch
3.2. Motivation, Spracherwerb und interkulturelle Kompetenz
Konzepte, die sich zum Teil durch Erfahrungen im Erwerb der Muttersprache entwickelt haben, zeigen oft, dass es beim Erwerb einer Fremdsprache genauso wichtig wie beim Erwerb der Muttersprache ist, viel, oft und gerne mit den Kindern/ Schülern zu reden. So wie sich die Mutter, wann immer es möglich ist, den Kindern „sprachlich“ zuwenden sollte, so sollte sich auch der Lehrer seinen Schülern, wann immer es möglich ist „sprachlich“ zuwenden. Diese sprachliche Zuwendung ist sehr wichtig, um die Motivation des Kindes/ des Schülers für eine Kommunikation in der Sprache aufzubauen. So merkt das Kind/ der Schüler das Interesse besteht, eine wechselseitige Kommunikationssituation aufzubauen. Es/ er ist entsprechend motiviert und wird sich äußern. Dafür ist der emotionale Bezug entscheidend. Ich habe schon versucht, zu verdeutlichen, wie wichtig es ist, seine Schüler zu motivieren und, dass dies für mich im Praktikum am besten funktioniert hat, wenn ich versucht habe, die Schüler persönlich zu erreichen. Gerade im Hinblick auf den „Bezug zu sich selbst“ spielt Vertrauen dabei eine große Rolle. Vielfach habe ich gemerkt, dass gerade Schüler der Klassenstufen, in denen ich hospitiert und unterrichtet habe, das Bedürfnis haben, emotionale Bezüge herzustellen bzw. etwas von sich persönlich zu zeigen (also auch Erfahrungen, die nicht emotional sein müssen).
Es ist außerdem sehr wichtig, ein Feedback zu geben. Damit meine ich nicht unbedingt, eine Einschätzung zwischen richtig und falsch. Es ist oft besser, die Mitschüler nach ihrer Meinung zu fragen und gewisse Aspekte gemeinsam zu erörtern. Oft ist es abschließend nicht möglich zu entscheiden, ob etwas gut oder schlecht ist. Ich meine damit nicht die sprachlichen Inhalte, sondern „Lebensinhalte“. Natürlich sollte es auch immer ein Feedback zu sprachlichen Fähigkeiten geben. Ich denke aber, dass man dies nicht zu oft in den Vordergrund stellen sollte. So ist mir während des Praktikums des öfteren aufgefallen, dass Lehrer sehr frustriert sind, weil die Schüler angeblich so schlecht in ihren Fächern sind. Aber selbst als Fremdsprachenlehrer lehrt man seinen Schülern nicht nur die Sprache, sondern auch Fähigkeiten im sozialen Miteinander.
Zusammenfassung der Kapitel
Bemerkungen zur Vorbereitung auf das Blockpraktikum durch die Universität: Die Autorin reflektiert ihre studentische Ausgangslage und kritisiert die unzureichende Vorbereitung durch die Universität auf die praktischen Anforderungen im Unterricht.
Schul- und Klassensituation an der Gesamtschule ‚Paul Dessau’: Dieses Kapitel beschreibt das Porträt der musikbetonten Gesamtschule, die Herausforderungen des Kurssystems sowie die konkreten Bedingungen im Grundkurs Englisch Klasse 8.
„Konzepte“ zum Fremdsprachenerwerb Englisch an der Gesamtschule ‚Paul Dessau’: Die theoretischen Rahmenrichtlinien werden den beobachteten Unterrichtskonzepten gegenübergestellt, wobei der Fokus auf Motivation, Sozialformen und Zielorientierung liegt.
Analyse einer Unterrichtsstunde im Fach Englisch: Hier erfolgt eine detaillierte Darstellung und Auswertung eines Unterrichtsentwurfs zum Thema „The Gold Rush“, inklusive didaktisch-methodischer Gliederung und kritischer Reflexion.
Abschließende Kurzeinschätzung: Die Autorin zieht Bilanz über ihr Praktikum, bestätigt ihren Berufswunsch als Lehrerin und betont die Bedeutung der Verbindung von theoretischem Wissen mit praktischer Erfahrung.
Einleitung (Facharbeit): Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Literatur und verstehendem Lesen für den Spracherwerb und die Entwicklung allgemeiner Kompetenzen.
Entwicklung von Lesefähigkeit und ihre Förderung aufgrund der Komplexität ihrer zugrunde liegenden Prozesse: Dieses Kapitel behandelt die psycholinguistischen Grundlagen und die Notwendigkeit, rezeptive Lesekompetenz in den Fremdsprachenunterricht zu integrieren.
Funktionen von Texten innerhalb der Entwicklung von Lesefähigkeit im Zusammenspiel mit anderen Sprachtätigkeiten: Die Autorin analysiert den integrativen Einsatz von Texten zur Förderung von Sprachkompetenz und interkulturellem Verständnis.
Fazit: Verstehendes Lesen, lebensnaher Unterricht und „Anschlussfähigkeit“: Das Fazit fasst die Bedeutung von Strategievermittlung gegenüber reinem Faktenwissen für die Vorbereitung auf das spätere Leben zusammen.
Schlüsselwörter
Fremdsprachenunterricht, Blockpraktikum, verstehendes Lesen, Motivation, Gesamtschule, Unterrichtsplanung, didaktische Prinzipien, Lehrer-Schüler-Interaktion, Lesekompetenz, interkulturelle Kompetenz, Sozialformen, Sprachförderung, Anschlussfähigkeit, schülerorientierter Unterricht, Englischunterricht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert Erfahrungen und Analysen eines Blockpraktikums im Fach Englisch an einer Gesamtschule und reflektiert diese in einer angehängten Facharbeit zum Status des verstehenden Lesens im Fremdsprachenunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Gestaltung von Fremdsprachenunterricht, der Analyse von Unterrichtsmethoden, der Bedeutung von Motivation und der gezielten Förderung von Lesefähigkeiten durch integrative Ansätze.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist die kritische Verknüpfung von theoretisch-didaktischem Wissen mit der Unterrichtspraxis, um den Lernerfolg und die Anschlussfähigkeit der Schüler zu optimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Analyse verwendet?
Es handelt sich um eine qualitativ-reflektierende Analyse, die auf Unterrichtshospitationen, eigenen praktischen Unterrichtserfahrungen und dem Abgleich mit fachdidaktischer Literatur basiert.
Was wird im Hauptteil des Praktikumsberichts behandelt?
Im Hauptteil werden die Bedingungen an der Praktikumsschule analysiert, Unterrichtskonzepte kritisch hinterfragt, eine konkrete Unterrichtsstunde detailliert ausgewertet und die Rolle des Lehrers reflektiert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den Schlüsselbegriffen gehören Fremdsprachenunterricht, verstehendes Lesen, Motivation, schülerorientierter Unterricht und methodische Kompetenz.
Warum hält die Autorin die frühe Trennung in Grund- und Erweiterungskurse in Klasse 7 für problematisch?
Sie argumentiert, dass dadurch wertvolles Sozialverhalten im Klassenverband verloren geht und Schüler zu früh auf ein Leistungsniveau festgelegt werden, was die Entwicklungschancen negativ beeinflussen kann.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Computers im Englischunterricht?
Sie sieht im Computereinsatz ein großes Potenzial, um den Unterricht lebensnah zu gestalten und gleichzeitig sprachliche sowie mediale Kompetenzen zu vermitteln, bemängelt jedoch den hohen Planungsaufwand.
Welche Rolle spielt die „natürliche“ Sprache im Unterricht für die Autorin?
Die Autorin betont, dass eine möglichst natürliche Kommunikation in der Zielsprache wesentlich ist, um Lernängste abzubauen und den Fokus von sprachlicher Perfektion auf die kommunikative Botschaft zu verschieben.
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- Liane Weigel (Author), 2004, Praktikumsbericht und Facharbeit zum Blockpraktikum im Fach Englisch: Der Status des verstehendes Lesens im modernen FU, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37599