"Wallensteins Lager" bildet den ersten Teil von Friedrich Schillers Wallenstein-Trilogie und dient als Exposition des abwesenden Protagonisten Wallensteins. Das Lager stellt einen prägnanten Zeitmoment dar. Es wird viel erzählt, aber wenig gehandelt. Im Mittelpunkt der Erzählungen steht das Subjekt Wallenstein. Geprägt ist das Lager von Gerüchten, welche als Wahrheiten erscheinen und die Wahrheiten wiederum in die Geschichte eingehen lassen. Somit stellt die historische Gestalt Wallensteins ein Modell festliegenden menschlichen Verhaltens dar, welche das Drama erschafft.
Doch warum ließ Schiller seinen Protagonisten nicht selbst in der Exposition erscheinen? Inwiefern kreieren die Gerüchte die Exposition Wallensteins? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, soll zunächst die grundlegende Frage der Abwesenheit Wallensteins im Lager begründet werden. Danach werden die auftretenden Personen grob in die vier Gruppen der Leidensträger, der Eigennützigen, der treuen Anhänger und der Kritiker unterteilt. Ihre Verhaltensweisen und Erzählungen sollen einen Aufschluss über die Exposition Wallensteins für die weiteren zwei Stücke ergeben. Dabei sollen die am stärksten hervortretenden Repräsentanten der vier Gruppen untersucht werden.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Exposition des Charakters Wallenstein in „Wallensteins Lager“16 von Friedrich Schiller
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Funktion der Exposition in Schillers Drama "Wallensteins Lager". Ziel ist es, zu analysieren, warum Wallenstein nicht in der ersten Szene erscheint und welche Bedeutungen sich aus seiner Abwesenheit ergeben.
- Schillers Darstellung von Wallenstein in „Wallensteins Lager“
- Die Rolle der Gerüchte und Mythenbildung
- Die Abhängigkeit der Figuren von Wallenstein
- Die Bedeutung der verschiedenen Gruppen im Lager
- Die Ambivalenz von Macht und Verantwortung
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung
Die Einleitung führt in das Thema der Arbeit ein und stellt den historischen Kontext von Schillers Drama "Wallenstein" dar.
2 Exposition des Charakters Wallenstein in „Wallensteins Lager“16 von Friedrich Schiller
Dieses Kapitel untersucht Schillers Entscheidung, Wallenstein in der Exposition nicht auftreten zu lassen und analysiert die Auswirkungen dieser Abwesenheit auf die Figuren und die Handlung. Es werden verschiedene Gruppen im Lager vorgestellt, die repräsentativ für unterschiedliche Beziehungen zu Wallenstein stehen. Die Analyse konzentriert sich dabei auf die Leidtragenden, die treuen Anhänger, die Eigennützigen und die Kritiker Wallensteins.
Schlüsselwörter
Friedrich Schiller, Wallenstein, Dramentrilogie, Exposition, Abwesenheit, Lager, Mythenbildung, Gruppen, Figuren, Gerüchte, Macht, Verantwortung.
Häufig gestellte Fragen
Warum tritt Wallenstein in „Wallensteins Lager“ nicht persönlich auf?
Schiller nutzt die Abwesenheit des Protagonisten, um ihn durch die Erzählungen, Gerüchte und Mythen der anderen Figuren zu exponieren und seine überlebensgroße Wirkung zu verdeutlichen.
Welche Funktion hat das „Lager“ in Schillers Trilogie?
Es dient als Exposition, die die Stimmung der Armee, die Abhängigkeit der Soldaten von ihrem Feldherrn und die politische Ausgangslage darstellt.
Welche Personengruppen werden im Lager unterschieden?
Die Arbeit unterteilt die Personen in vier Gruppen: die Leidensträger, die Eigennützigen, die treuen Anhänger und die Kritiker Wallensteins.
Wie prägen Gerüchte das Bild Wallensteins?
Im Lager werden Gerüchte als Wahrheiten behandelt, wodurch ein Bild von Wallensteins Macht und Unfehlbarkeit entsteht, das die Handlung der folgenden Dramen vorbereitet.
Was sagt das Verhalten der Soldaten über Wallenstein aus?
Es verdeutlicht seine charismatische Herrschaft und die Ambivalenz von Macht und Verantwortung, da die Soldaten ihre Identität fast vollständig über ihn definieren.
- Quote paper
- Lisa Tretow (Author), 2015, Zu Abwesenheit und Exposition des Charakters Wallenstein in "Wallensteins Lager" von Friedrich Schiller, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376065