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Soziale Ungleichheiten und Bildung in Deutschland. Bildungsungleichheit aufgrund der sozialen Herkunft und ihre Bedeutung für die Schulsozialarbeit

Titre: Soziale Ungleichheiten und Bildung in Deutschland. Bildungsungleichheit aufgrund der sozialen Herkunft und ihre Bedeutung für die Schulsozialarbeit

Dossier / Travail , 2014 , 28 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Heike Lechner-Jermann (Auteur)

Pédagogie - Système scolaire, Politique d'enseignement et de l'école
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Bildung ist eine der wichtigsten sozialen Fragen des 21. Jahrhunderts und nimmt einen immer größeren Stellenwert ein. Sie ist Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe und setzt die Weichenstellung für fast alle anderen Bereiche wie Arbeit, Einkommen Wohnen, Sozialstatus, politische Partizipation und private Lebensqualität der einzelnen Gesellschaftsmitglieder. Das Recht auf Bildung ist daher nicht nur ein autonomes Menschenrecht, sondern auch ein Instrument, um anderen Menschenrechten zu deren Einfluss zu verhelfen. Im Bereich Bildung zeigt sich soziale Gerechtigkeit folglich darin, dass Bildung in einer Gesellschaft für alle Menschen frei von Diskriminierung garantiert wird und Armut, Geschlecht, Migrationshintergrund und soziale Herkunft keine Rolle beim Zugang zu Bildung spielen dürfen. Dieses Ziel hat Deutschland aber noch nicht erreicht.

Das Bildungssystem in Deutschland weist, das zeigen mehrere Studien auf, in Bezug auf Bildungsgerechtigkeit größere Mängel auf. Hier wird ersichtlich, dass ein großer Zusammenhang zwischen Leistungskompetenz und sozialer Herkunft besteht und Deutschland noch weit davon entfernt ist, sich mit Chancengleichheit in Bezug auf Bildung zu rühmen, obwohl soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit Werte sind, die in Deutschland durchaus von Bedeutung sein sollten.

Doch welche Ungerechtigkeiten bestehen im Hinblick auf soziale Herkunft tatsächlich im deutschen Schulsystem und wie kann Soziale Arbeit, bzw. hier konkreter Schulsozialarbeit, dies versuchen auszugleichen? Diese Arbeit befasst sich mit dieser Problematik. Dazu werden zunächst einige relevante Begriffe definiert, um darauffolgend die bestehenden Ursachen sozialer Bildungsungleichheiten aufzuzeigen. Die theoretischen Ansätze zur Erklärung der herkunftsspezifischen Ungleichheiten werden anhand der Ansätze von Pierre Bourdieu und Raymond Boudon dargestellt, um die bereits erläuterten Aussagen zu den Ursachen der Bildungsbenachteiligung zu erklären. Darauffolgend geht es dann um die Folgerungen der Schulsozialarbeit auf die vorhergehenden Erkenntnisse und was Schulsozialarbeit zur Minderung der herkunftsspezifischen Benachteiligung im Bereich Bildung tun kann.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2. Begriffserklärungen

2.1 Soziale Ungleichheit

2.2. Bildungsungleichheit

2.3. Soziale Herkunft

3. Ursachen der Bildungsbenachteiligung

3.1 Die Bildungsexpansion

3.2. Institutionelle Bildungsungleichheit

4. Erklärungsmodelle der Bildungsungleichheiten

4.1 Die Reproduktion ungleicher Bildungschancen nach Bourdieu

4.2 Primäre und sekundäre Herkunftseffekte nach Boudon Abbildung?

4.2.1 primäre Herkunftseffekte

4.2.2 sekundäre Herkunftseffekte

5. Folgerungen für die Schulsozialarbeit

5.1 Übergang Grundschule an die weiterführenden Schulen (2.Schwelle)

5.2 Übergang in Ausbildung oder Studium (3. Schwelle)

5.3. Schulsozialarbeit an Gymnasien

5.4. Unterstützung in der Schulentwicklung

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis von sozialer Herkunft und Bildungsungleichheit im deutschen Schulsystem mit dem Ziel, die zugrunde liegenden Ursachen und Mechanismen zu identifizieren sowie Handlungsoptionen für die Schulsozialarbeit zur Minderung dieser Benachteiligungen abzuleiten.

  • Soziale Ungleichheit und ihre Bedeutung für den Bildungserfolg
  • Strukturelle Ursachen der Bildungsbenachteiligung (Bildungsexpansion und institutionelle Segregation)
  • Theoretische Erklärungsmodelle nach Pierre Bourdieu und Raymond Boudon
  • Schlüsselrollen der Schulsozialarbeit an kritischen Übergängen im Bildungssystem
  • Bedeutung der Einbeziehung von Eltern und Schulentwicklungsprozessen

Auszug aus dem Buch

4.1 Die Reproduktion ungleicher Bildungschancen nach Bourdieu

Um die Position innerhalb einer Gesellschaft zu erfassen hat Bourdieu in seiner Theorie die Positionen im sozialen Raum, dem Habitus und dem Raum der Lebensstile zueinander in Beziehung gesetzt. Der Raum der sozialen Positionen entsteht durch die vorhandenen Ressourcen, die Bourdieu in verschiedene Kapitalarten unterscheidet, und die tatsächlichen Existenzbedingungen der Akteure. Der Habitus, die Zusammenfassung der Wahrnehmungs-, Denk- und Verhaltensweisen von Menschen, verbindet den Raum der Positionen mit dem Raum der Lebensstile. Für Bourdieu bezieht sich der Habitus auf das gesamte Auftreten eines Menschen, wie Lebensstil, Kleidung, Geschmack, Sprache und auch Bildungsgewohnheiten (vgl. Höblich 2012, S.28).

Bourdieu zeigt auf, dass die Herkunftsfamilie aufgrund ihrer Ressourcenverfügbarkeit einen starken Einfluss auf die Bildungschancen von Kindern hat und gerade Kinder aus den unteren Klassen nicht über diese vergleichbaren Ressourcen verfügen. So sind sie schon zu Schulbeginn, im Verhältnis zu den oberen Klassen, benachteiligt. Bourdieu und Passeron haben aufgezeigt, dass die im Elternhaus verfügbaren Kapitalsorten essentiell den Bildungserfolg der Kinder steuern und enthüllten das Schulsystem als „Illusion der Chancengleichheit“ (vgl. Bourdieu/Passeron 1971).

Für Bourdieu ist das Kapital eines Menschen eine entscheidende Bestimmungsgröße.

„Auf das Kapital ist es zurückzuführen, daß die Wechselspiele des gesellschaftlichen Lebens (…) nicht wie einfache Glücksspiele verlaufen. (…) Beim Roulette z.B. kann in kürzester Zeit ein ganzes Vermögen gewonnen und damit gewissermaßen in einem einzigen Augenblick ein neuer sozialer Status erlangt werden; im nächsten Augenblick kann dieser Gewinn aber wieder auf das Spiel gesetzt werden und vernichtet werden. Das Roulette entspricht ziemlich genau dem Bild eines Universums vollkommener (…) Chancengleichheit, einer Welt ohne (…) Akkumulation und ohne Vererbung von erworbenen Besitztümern und Eigenschaften.“ (Bourdieu 1992, S.49f.)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Rechts auf Bildung ein und verdeutlicht die Diskrepanz zwischen diesem Anspruch und der Realität im deutschen Bildungssystem angesichts der PISA-Ergebnisse.

2. Begriffserklärungen: Hier werden die zentralen Begriffe „Soziale Ungleichheit“, „Bildungsungleichheit“ und „Soziale Herkunft“ definiert und deren wechselseitige Bedeutung im soziologischen Kontext erläutert.

3. Ursachen der Bildungsbenachteiligung: Dieses Kapitel beleuchtet die Bildungsexpansion der 1970er Jahre sowie die institutionellen Rahmenbedingungen des Schulsystems, die zur sozialen Segregation von Schülern beitragen.

4. Erklärungsmodelle der Bildungsungleichheiten: Die Ansätze von Bourdieu (Kapitaltheorie) und Boudon (Entscheidungstheorie) werden vorgestellt, um die Reproduktionsmechanismen ungleicher Bildungschancen tiefgreifend zu erklären.

5. Folgerungen für die Schulsozialarbeit: Es werden konkrete Handlungsfelder der Schulsozialarbeit aufgezeigt, wie etwa die Unterstützung an den Übergängen des Bildungssystems und die Arbeit an Gymnasien zur Förderung von Bildungsaufsteigern.

6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit, Schule durch inklusive Ansätze und Elternarbeit zu öffnen, um soziale Ungleichheit effektiv abzubauen.

Schlüsselwörter

Bildung, Soziale Gerechtigkeit, Bildungsungleichheit, Soziale Herkunft, Schulsozialarbeit, Bildungsexpansion, Institutionelle Segregation, Pierre Bourdieu, Raymond Boudon, Habitus, Kapitalarten, Chancengleichheit, Bildungsentscheidungen, Schulentwicklung, Lebensweltorientierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik der Bildungsungleichheit in Deutschland, insbesondere mit dem Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft von Kindern und ihren Bildungsbiografien sowie dem Einfluss des Schulsystems auf diese Chancenverteilung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die theoretischen Erklärungen für Bildungsbenachteiligung, die Rolle des institutionellen Schulaufbaus und die Möglichkeiten der Schulsozialarbeit, diesen Ungleichheiten entgegenzuwirken.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Mechanismen aufzuzeigen, durch die soziale Herkunft über Bildungserfolg entscheidet, und zu analysieren, wie Schulsozialarbeit an verschiedenen Schwellen des Bildungsweges unterstützend intervenieren kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer und bildungswissenschaftlicher Standardwerke sowie der Auswertung empirischer Studien zur Bildungsbeteiligung in Deutschland.

Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Ursachen durch Bildungsexpansion und Institutionen, die theoretische Fundierung durch Bourdieu und Boudon sowie die Ableitung von Handlungskonzepten für die pädagogische Praxis.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wesentliche Begriffe sind Bildungsungleichheit, soziale Herkunft, Kapitaltheorie (Bourdieu), Entscheidungstheorie (Boudon) und Schulsozialarbeit.

Wie erklärt Bourdieu die Reproduktion von Bildungsungleichheit?

Er führt dies auf das unterschiedliche verfügbare kulturelle, soziale und ökonomische Kapital zurück, das Kinder aus verschiedenen sozialen Milieus mitbringen, wobei das Schulsystem diese Herkunftseffekte legitimiert und reproduziert.

Welche Bedeutung haben „Schwellen“ für die Bildungsbiografie?

Schwellen bezeichnen selektierende Übergänge im Bildungssystem, wie den Wechsel von der Grundschule zu weiterführenden Schulen oder den Einstieg in Studium/Ausbildung, an denen sich die soziale Herkunft am stärksten auf die Bildungsentscheidungen auswirkt.

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Résumé des informations

Titre
Soziale Ungleichheiten und Bildung in Deutschland. Bildungsungleichheit aufgrund der sozialen Herkunft und ihre Bedeutung für die Schulsozialarbeit
Université
University of Applied Sciences Koblenz
Note
1,0
Auteur
Heike Lechner-Jermann (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
28
N° de catalogue
V376162
ISBN (ebook)
9783668530881
ISBN (Livre)
9783668530898
Langue
allemand
mots-clé
Bildungsungleichheit bourdieu boudon soziale Ungleichheit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Heike Lechner-Jermann (Auteur), 2014, Soziale Ungleichheiten und Bildung in Deutschland. Bildungsungleichheit aufgrund der sozialen Herkunft und ihre Bedeutung für die Schulsozialarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376162
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Extrait de  28  pages
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