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Fluide Geschlechteridentitäten in Sally Potters "Orlando"

Titel: Fluide Geschlechteridentitäten in Sally Potters "Orlando"

Hausarbeit , 2017 , 10 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Vivien Cahn (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Ziel dieser Arbeit ist es, die in Orlando repräsentierten fluiden Formen von Geschlecht und Gender herauszuarbeiten. Zu Beginn wird daher der theoretische Forschungsstand der Queer Studies mit Fokus auf das Androgyne und fluide Geschlechteridentitäten dargelegt.

Ein Überblick über die Stellung der Frau innerhalb der britischen Gesellschaft über mehrere Epochen hinweg bis in die 1990er Jahre, sowie Erkenntnisse zur Darstellung von Frauen im Film dienen als Grundlage für die Analyse der Performance Swintons. Dabei werden aktuelle Widersprüche innerhalb des Feldes, die sich auch in Orlando wiederfinden, diskutiert und eingeordnet. Anschließend wird versucht ein Zusammenhang zwischen theoretischem Diskurs und narrativer, ästhetischer und stilistischer Darstellungen im Film herzustellen.

Aus Gründen des begrenzten Umfangs wird sich die Analyse insbesondere mit der von Tilda Swinton verkörperten Figur Orlando und den von ihr erlebten und durch sie aufgebrochenen Männlich- und Weiblichkeitsbildern beschäftigen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorie und Analyse

3. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das Ziel dieser Arbeit ist es, die im Film "Orlando" repräsentierten fluiden Formen von Geschlecht und Gender zu analysieren und dabei zu untersuchen, inwiefern die Darstellung binäre Geschlechterunterschiede untergräbt sowie gesellschaftliche Normen herausfordert.

  • Analyse der Queer Studies mit Fokus auf Androgynität
  • Untersuchung der filmischen Darstellung von Geschlechteridentitäten
  • Reflektion über gesellschaftliche Geschlechterrollen im zeitlichen Wandel
  • Dekonstruktion von Machtstrukturen und Geschlechternormen im Kino
  • Auseinandersetzung mit der performativen Natur von Identität

Auszug aus dem Buch

2. Theorie und Analyse

Es steht außer Frage, dass unsere Vorstellungen von Geschlecht geprägt werden durch mediale Repräsentationen sowie auch mediale Repräsentationen von Geschlecht in diesem wechselseitigen Prozess ein Produkt unserer Vorstellungen sind (Humm, 1997). Die Beschäftigung mit Darstellungen von Frauen im Film etablierte sich seit den 1960ern und feministische FilmtheorerikerInnen erforschten zunächst vor allem geschlechtsspezifische Repräsentationsstrategien, die patriarchale Bildlichkeit des populären Kinos und den objektivierenden Blick des männlich dominierten Erzählens (Mulvey, 1975). Die Auseinandersetzung mit Geschlechterkonstruktionen im Film machte es möglich, den menschlichen Körper im Spannungsfeld zwischen Individuum und der Gesellschaft dessen teil er/sie ist zu begreifen. Mit der poststrukturalistischen Perspektive der 1990er, vertreten durch Foucault, Derrida, Lacan uvm., wurden die Konstruiertheit von Bedeutungen und deren zugrunde liegende Machtformen aufgedeckt. Sie sahen die Herstellung von Wissen stark geprägt durch Erfahrung und Interpretation von Sprache (Salih, 2002). Daran anknüpfend übten Feministinnen wie Butler und De Beauvoir Kritik am substantialisierenden Verständnis von Geschlecht als naturgegebener Eigenschaft. Gesellschaftliche Strukturen und Kategorien wurden von ihnen als weniger festgeschrieben begriffen und der Einfluss hierarchischer Ordnungen und Herrschaftsverhältnisse reflektiert. Geschlecht wurde nunmehr nicht als eine Form des Seins, sondern vorrangig als eine Form des Handelns verstanden (Humm, 1997). Da sich dieses Handeln erst im Laufe der Zeit realisiert, unterliegt es einem ständig fortlaufenden Fluss und entsteht erst und immer wieder neu im wiederholten Prozess der Herstellung (Logorrhöe & Woltersdorff, 2003). Butler (2004) weist dabei vor allem auf den performativen Akt von Geschlecht hin und zeigt auf, dass Körper nicht unabhängig von kulturellen Formen existieren, sondern stets durch normative Ideale beeinflusst werden. Sie lehnt darüber hinaus das binäre Gefüge der Geschlechter, sowie den unmittelbaren Kausalzusammenhang von biologischem (sex) und sozialem Geschlecht (gender) ab. Im Rahmen der Queer-Theorie wurden rigide Geschlechterbinaritäten hinterfragt und Dichotomien von Mann/Frau, Maskulinität/Femininität, Homosexualität/Heterosexualität dekonstruiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der fluiden Geschlechterdarstellung im Film "Orlando" ein und definiert das Forschungsziel, die Wirkung konventioneller Geschlechterrollen zu hinterfragen.

2. Theorie und Analyse: Dieses Kapitel verknüpft theoretische Ansätze der Queer Studies mit der filmischen Analyse der Performance von Tilda Swinton und untersucht die Dekonstruktion binärer Identitätskonzepte.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, wie der Film durch die Darstellung wandelbarer Identitäten limitierende Geschlechtergrenzen transzendiert und eine utopische queere Zukunft entwirft.

Schlüsselwörter

Orlando, Tilda Swinton, Geschlechteridentität, Androgynität, Queer Studies, Filmtheorie, Sally Potter, Performativität, Geschlechterrollen, Feminismus, Poststrukturalismus, Geschlechterbinarität, Repräsentation, Identität, Körperlichkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Repräsentation fluider Geschlechteridentitäten im Film "Orlando" (1992) von Sally Potter und untersucht, wie die Protagonistin durch ihre androgynen Züge binäre Geschlechternormen herausfordert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Queer-Theorie, die performative Konstruktion von Geschlecht, die feministische Filmtheorie sowie die Analyse von gesellschaftlichen Machtstrukturen über verschiedene Epochen hinweg.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Film "Orlando" durch eine fluide Darstellung von Gender konventionelle Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit dekonstruiert und Alternativen zur heteronormativen Ordnung aufzeigt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es wird eine filmwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die durch poststrukturalistische Theorien (u.a. von Judith Butler, Foucault und Deleuze) sowie Ansätze der Queer Studies gestützt wird.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Fundierung durch die Queer-Theorie, der Analyse von Tilda Swintons Performance sowie der Betrachtung der narrativen und stilistischen Mittel des Films, um Geschlechtergrenzen aufzubrechen.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Androgynität, Performativität, Queer Cinema, Geschlechterkonstruktion und die Überwindung binärer Binaritäten.

Wie spielt die Rolle der Kostüme eine Rolle für die Argumentation?

Die Analyse verdeutlicht, dass die Kleidung der Figur Orlando im Film als Instrument der sozialen Einschränkung fungiert, wobei der Wechsel der Kostüme die restriktiven gesellschaftlichen Erwartungen an die jeweilige geschlechtliche Identität verdeutlicht.

Welche Bedeutung kommt der Kameraführung und dem Blick in die Kamera zu?

Der direkte Blick in die Kamera fungiert als Bruch der sogenannten vierten Wand, der den voyeuristischen "male gaze" verweigert und den Zuschauer zum Komplizen der subjektiven Erfahrung Orlandos macht.

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Details

Titel
Fluide Geschlechteridentitäten in Sally Potters "Orlando"
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Theater, Film und Medien)
Note
1,3
Autor
Vivien Cahn (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
10
Katalognummer
V376172
ISBN (eBook)
9783668532397
ISBN (Buch)
9783668532403
Sprache
Deutsch
Schlagworte
androgyny queer queer studies tilda swinton orlando cinema queer cinema fluidity gender gender studies geschlecht filmwissenschaft geschlechterrepräsentationen filmanalyse film analysis sally potter identity sex virginia woolf lgbt new queer cinema masculinity femininity homosexuality
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Vivien Cahn (Autor:in), 2017, Fluide Geschlechteridentitäten in Sally Potters "Orlando", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376172
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  10  Seiten
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