In meiner Arbeit werde ich einige der italianisierenden und mythologischen Landschaftsbilder von Cornelis van Poelenburgh vorstellen. Sein Werk umfasst zwar auch Historienbilder mit biblischen Themen sowie Portraits; diese stehen aber nicht repräsentativ für sein Hauptwerk. Im ersten Kapitel werde ich zunächst auf Poelenburghs Biografie eingehen, seinen Werdegang als Maler und seine Bedeutung auf dem zeitgenössischen Kunstmarkt darstellen. Außerdem möchte ich aus den zahlreichen Einflüssen auf seine Malerei die wichtigsten kurz erläutern, die sein Werk maßgeblich geprägt haben. Im Hauptteil meiner Arbeit werde ich dann einige seiner Werke näher vorstellen; dabei habe ich vor allem Landschaften mit Nymphen und Satyren und Szenen aus Ovids Metamorphosen ausgewählt, denn diese zählten zu seinen gängigsten Motiven. Abschließend werde ich ein Fazit ziehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Poulenburgh und seine Kunst im zeitgenössischen Kontext
2.1 Zur Biografie des Künstlers
2.2 Einflüsse auf das Werk Cornelis van Poelenburghs und dessen Bedeutung im Kontext der Zeitgenossen
3 Poelenburghs italianisierende und mythologische Landschaften
3.1 Frühe italianisierende Landschaften
3.2 Mythologische Landschaften
3.2.1 Landschaften mit Satyren und Nymphen
3.2.2 Szenen aus Ovids Metamorphosen
3.3 Zusammenfassung
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Werk des niederländischen Landschaftsmalers Cornelis van Poelenburgh, wobei der Fokus auf dessen italianisierenden und mythologischen Landschaftsdarstellungen sowie den künstlerischen Einflüssen seiner Zeit liegt.
- Biografie und künstlerischer Werdegang von Cornelis van Poelenburgh.
- Analyse der italianisierenden Landschaftsmalerei im 17. Jahrhundert.
- Bedeutung mythologischer Staffage, insbesondere Satyren und Nymphen.
- Einflüsse zeitgenössischer Künstler wie Paul Bril und Adam Elsheimer.
- Untersuchung der Arbeitsweise und der Komposition von Ideallandschaften.
Auszug aus dem Buch
Frühe italianisierende Landschaften
Werke Poelenburghs vor dessen Italienaufenthalt (1617) sind nicht bekannt, wenngleich er auch zu dieser Zeit schon als unabhängiger Maler tätig gewesen sein muss. Als er 1617 nach Italien ging, war er bereits 23 Jahre alt. Von seinen dort gemalten Landschaftsbildern gelangte ein Großteil direkt nach Fertigstellung in die Sammlung der Medici, daher ließen sich diese Gemälde anhand der Inventarbücher identifizieren. Das früheste Werk, das man mit Sicherheit Poelenburgh zuschreiben kann, ist der 1620 entstandene Bild „Blick auf den Campo Vaccino“(Abb 3). Von diesem Werk gibt es zwei unterschiedliche Ausführungen. Beide wurden, wie auch einige andere, lange Bartholomeus Breenberg zugesprochen (z.B. durch Stechow), was die Forschung aber korrigiert hat.
Die erste Version des „Blick auf den Campo Vaccino“(Abb 3) zeigt eine offene Landschaft, flankiert mit historisch römischen Ruinen und dem Castel Sant`Angelo in weiter Ferne. Trotz topografischer Unstimmigkeiten lässt sich die Szene mit dem Brunnen in der rechten Bildhälfte lokal am Campo Vaccino einordnen, wie der Platz am Forum Romanum (wo man Viehhandel trieb) seit dem 15. Jahrhundert genannt wurde. Die Komposition ist sehr übersichtlich, die Ruinen am linken und rechten Bildrand dienen als Kulisse, die die Szene einrahmen. Der Brunnen im rechten Bildvordergrund befindet sich auf einer leichten Anhöhe, von der der Betrachter in die Ferne blickt. Die Ruinen im linken Mittelgrund bilden eine lange Diagonale in den Bildhintergrund. Der Horizont befindet sich im unteren Bilddrittel. Die Illusion von Ferne schafft Poelenburgh hier wie Bril durch den Einsatz von Licht und Schatten (vgl. Abb.16): der Vorder- und Hintergrund wird vom Sonnenlicht erhellt, welches von schräg links oben scheint. Der Mittelgrund liegt im Schatten der linken Ruine. Farbe und Kontrast nehmen nach hinten hin stetig ab, bis die Landschaft am fernen Horizont in silber-grau Tönen in der sonnigen Atmosphäre schimmert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Italienreise für niederländische Maler im 17. Jahrhundert ein und stellt die Rolle von Cornelis van Poelenburgh als Vertreter der ersten Generation der Italianisanten dar.
2 Poulenburgh und seine Kunst im zeitgenössischen Kontext: Dieses Kapitel behandelt die Biografie des Künstlers sowie seinen Werdegang und analysiert die verschiedenen künstlerischen Einflüsse, die sein Werk maßgeblich geprägt haben.
3 Poelenburghs italianisierende und mythologische Landschaften: Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung ausgewählter Gemälde, insbesondere der Darstellungen von Ruinen, Satyren, Nymphen und Szenen aus den Metamorphosen Ovids.
4 Fazit: Das abschließende Fazit resümiert die Bedeutung Poelenburghs als produktiver Landschaftsmaler und stellt seine Rolle bei der Etablierung des arkadischen Stils in den Niederlanden heraus.
Schlüsselwörter
Cornelis van Poelenburgh, Italianisanten, Landschaftsmalerei, Italienreise, mythologische Landschaften, Campo Vaccino, Satyren, Nymphen, Ovid, Arkadien, Ideallandschaft, Lichtmalerei, 17. Jahrhundert, Kunstmarkt, Antike
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert das künstlerische Schaffen von Cornelis van Poelenburgh mit einem Fokus auf seine italienisch geprägten und mythologischen Landschaftsbilder.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind die Einflüsse der Italienreise, die künstlerische Auseinandersetzung mit antiken Motiven sowie die Entwicklung der holländischen Italianisanten-Malerei.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Poelenburghs Stil, seine Arbeitsweise bei der Komposition von Ideallandschaften und seinen Erfolg auf dem zeitgenössischen Kunstmarkt nachzuvollziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer kunsthistorischen Analyse von Primärquellen, Inventarverzeichnissen und dem Vergleich spezifischer Bildwerke, um Stil und Chronologie einzuordnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden Poelenburghs frühe italienische Landschaften sowie seine mythologischen Darstellungen, insbesondere mit Satyren, Nymphen und Szenen aus Ovids Metamorphosen, eingehend vorgestellt.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Italianisanten, Arkadien, Ideallandschaft, mythologische Staffage und die besondere Lichtbehandlung des 17. Jahrhunderts.
Warum spielt die Italienreise für das Werk Poelenburghs eine so zentrale Rolle?
Sie inspirierte ihn durch die direkte Zusammenarbeit mit Künstlern wie Napoletano und Bril, wodurch er die spezifische Wirkung des südlichen Lichts auf Farben und Vegetation meisterhaft in seine Kompositionen integrieren konnte.
Wie ging Poelenburgh mit der narrativen Ebene in seinen mythologischen Bildern um?
Oftmals ordnete er den erzählerischen Kontext einer idyllischen Ästhetik unter, da es ihm primär um die stimmungsvolle Inszenierung von Figuren in einer arkadischen Landschaft ging.
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- Julia auf dem Orde (Autor), 2017, Cornelis van Poelenburgh (1594/95-1667). Italianisierende und mythologische Landschaften, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376205