In Anlehnung an das Seminar „Theorien der beruflichen Bildung“ wird im Folgenden eine wissenschaftliche Arbeit zum Thema „Blättner, Abel und Mertens – Vom Problem des Berufswechsels zum Schlüsselqualifikationsansatz“ ausgearbeitet. Durch die Auffassungen von Heinrich Abel und Fritz Blättner über das Berufsproblem und die Berufserziehung wurde verdeutlicht, dass sich das Berufsbild in den letzten Jahren sehr verändert hat. Derzeit vollzieht sich ein Wandel in der Bildungsarbeit, Hintergrund dafür sind die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen. Die Industrialisierung spielt dabei ebenfalls eine wesentliche und wichtige Rolle. Heinrich Abel spricht von der so genannten realistischen Wende und betont diese auf die Berufsidee und Berufswirklichkeit. Im Hauptteil der Hausarbeit wird auf die Auffassung von Abel näher eingegangen, dabei werden außerdem die Gründe, Ursachen und Probleme des Berufswechsels näher erläutert.
Anschließend werden die Ansichten von Fritz Blättner genauer erläutert, der überwiegend von der Industrialisierung spricht, die einen wichtigen Bestandteil des Berufswechsels darstellt. Des Weiteren befasst er sich mit den Begriffen „Arbeiter“ und „Arbeitskraft“, die in der früheren Zeit wenig positive Auswirkungen mit sich zogen. Die Schlüsselqualifikationen sind in der Berufsbildungsforschung weit verbreitet und die Förderung dieser ist eine zentrale Aufgabe für die gegenwärtige und zukünftige Ausbildung. Es wird sowohl auf die Entstehung und Intention des Begriffes Schlüsselqualifikationen eingegangen der vom deutschen Bundestag verfasst wurde, als auch auf das Konzept von Mertens über die Schlüsselqualifikationen.
Zuletzt werden dann noch die Probleme der Schlüsselqualifikationen nach Mertens Konzept näher erläutert, dieser Teil befasst sich mit Reetz Auffassungen von 1999.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Berufswechsel nach Abel
3 Der Berufswechsel nach Blättner
4 Schlüsselqualifikationen nach Mertens
4.1 Entstehung und Intention des Begriffes „Schlüsselqualifikation“
4.2 Konzept der Schlüsselqualifikationen nach Mertens
4.3 Probleme der Schlüsselqualifikationen
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und theoretische Entwicklung vom ursprünglichen "Berufswechsel"-Problem, wie es von Abel und Blättner diskutiert wurde, hin zum modernen Konzept der Schlüsselqualifikationen nach Mertens, um die Anforderungen an berufliche Bildung in einer sich wandelnden Gesellschaft zu beleuchten.
- Die realistische Wende in der Berufsauffassung nach Abel
- Fritz Blättner und die Kritik am "Dauerberuf" im Industriezeitalter
- Die Systematik der Schlüsselqualifikationen durch Dieter Mertens
- Anforderungen der "modernen Gesellschaft" an die berufliche Bildung
- Kritische Reflexion und Transferproblematik nach Reetz
Auszug aus dem Buch
4 Schlüsselqualifikationen nach Mertens
Ein erster Systematisierungs- und Operationalisierungsansatz über den Begriff der Schlüsselqualifikationen wurde 1974 von Dieter Mertens etabliert, wodurch die Entwicklung der Diskussion um Schlüsselqualifikationen eng mit seinem Namen verbunden wird. Im Jahr 1974 veröffentlichte er unter dem Titel „Schlüsselqualifikationen – Thesen zur Schulung für eine moderne Gesellschaft“ eine Systematik von übergeordneten Bildungszielen und –elementen, die aufgrund des sich dauernd ändernden Arbeitsmarktes eine angemessene Orientierung geben sollte.
Schlüsselqualifikationen nennt Mertens die Qualifikationen, die besonders universal und antizipativ sind. Mertens definiert diese als „solche Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, welche nicht unmittelbar und begrenzt Bezug zu bestimmten, disparaten praktischen Tätigkeiten erbringen, sondern vielmehr
a) die Eignung für eine große Zahl von Positionen und Funktionen als alternative Option zum gleichen Zeitpunkt, und
b) die Eignung für die Bewältigung einer Sequenz von (meist unvorhersehbaren) Änderungen von Anforderungen im Laufe des Lebens.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Problematik des Berufswechsels ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die theoretischen Ansätze von Abel, Blättner und Mertens zu analysieren.
2 Der Berufswechsel nach Abel: Dieses Kapitel thematisiert die Diskurse von Eduard Spranger und Heinrich Abel zur Berufswirklichkeit, insbesondere die Problematik des Dauerberufs in Notzeiten.
3 Der Berufswechsel nach Blättner: Hier werden Blättners Ansichten zur Industrialisierung und sein Widerruf der "romantischen Berufsauffassung" sowie die Einteilung in Ideal- und Normaltypus behandelt.
4 Schlüsselqualifikationen nach Mertens: Das Kapitel erläutert Mertens' Systematik, seine Definition universeller und antizipativer Qualifikationen sowie die Kritik an der mangelnden Operationalisierung.
4.1 Entstehung und Intention des Begriffes „Schlüsselqualifikation“: Dieser Abschnitt beschreibt den Wandel der Arbeitswelt und die Notwendigkeit flexiblerer Qualifikationskonzepte durch technischen Wandel.
4.2 Konzept der Schlüsselqualifikationen nach Mertens: Dieses Kapitel spezifiziert die Anforderungen der "modernen Gesellschaft" und unterteilt Qualifikationen in Basis-, Horizont- und Breitenelemente.
4.3 Probleme der Schlüsselqualifikationen: Hier wird die Transferproblematik sowie die Kritik an der kognitiven Fixierung des Konzepts durch Autoren wie Reetz diskutiert.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Entwicklung von der Berufserziehung hin zur modernen Schlüsselqualifikation zusammen und betont die Notwendigkeit einer bewussten didaktischen Auseinandersetzung.
Schlüsselwörter
Berufswechsel, Dauerberuf, Schlüsselqualifikationen, Mertens, Abel, Blättner, Berufspädagogik, Industrialisierung, Flexibilität, Berufserziehung, Arbeitskraft, Transferproblematik, moderne Gesellschaft, Bildung, Arbeitsmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die historische Wandlung vom traditionellen Konzept des "Dauerberufs" hin zu modernen, flexiblen "Schlüsselqualifikationen" in der beruflichen Bildung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Berufspädagogik im Industriezeitalter, der Wandel der Arbeitsanforderungen durch technologische Entwicklungen und die theoretische Fundierung von Qualifikationskonzepten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Entwicklung von den Auffassungen von Abel und Blättner zum Berufswechsel bis hin zu Mertens’ Ansatz der Schlüsselqualifikationen nachzuvollziehen und kritisch zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse der berufspädagogischen Diskurse von den 1950er bis zu den 1990er Jahren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Positionen von Abel und Blättner zum Berufswechsel sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Mertens’ Konzept der Schlüsselqualifikationen und dessen Kritik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Berufswechsel, Schlüsselqualifikationen, Berufserziehung, Flexibilität und die Differenzierung zwischen Basis- und Horizontqualifikationen.
Was verstand Eduard Spranger unter dem Begriff "Dauerberuf"?
Spranger verstand darunter die Absicht eines jungen Menschen, im Alter von 15 bis 18 Jahren einen spezifischen Beruf zu erlernen und diesem ein Leben lang treu zu bleiben.
Wie unterscheidet Blättner zwischen Ideal- und Normaltypus?
Der Idealtypus beschreibt den reinen Fall, während der Normaltypus versucht, den Durchschnitt in einer komplexen, mannigfachen Wirklichkeit abzubilden.
Welche Kritik übte Reetz am Konzept der Schlüsselqualifikationen?
Reetz kritisierte die mangelnde Transferfähigkeit von abstrakten kognitiven Inhalten auf konkrete Arbeitssituationen und die Vernachlässigung des fachspezifischen Wissens.
Was sind laut Mertens die drei Dimensionen der Schulung in einer modernen Gesellschaft?
Dazu gehören die Entfaltung der Persönlichkeit, die Fundierung der beruflichen Existenz und die Gestaltung des gesellschaftlichen Verhaltens.
- Arbeit zitieren
- Jacqueline Ehlert (Autor:in), 2015, Vom Problem des Berufswechsels nach Abel und Blättner zum Schlüsselqualifikationsansatz nach Mertens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376208