Devisenfutures zur Steuerung von Wechselkursrisiken im Unternehmen


Hausarbeit, 2016

20 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

I
Gliederung
Abkürzungsverzeichnis ... II
Formelverzeichnis ... III
1
Einleitung ... 1
2
Grundlagen ... 1
2.1
Devisenfutures ... 1
2.2
Risiko und Risikomanagement als betriebswirtschaftliche ... 2
Herausforderung ... 2
2.3
Wechselkursrisiken ... 3
3
Quantifizierung von Wechselkursrisiken im Unternehmen ... 4
3.1
Das Währungsexposure ... 4
3.2
Value-at-Risk vs. Cashflow-at-Risk ... 6
4
Hedging von Wechselkursrisiken im Unternehmen ... 7
4.1
Hedging mit Devisentermingeschäften ... 7
4.2
Hedging mit Devisenfutures ... 8
4.3
Fallbeispiel Hedging-Strategien mit Devisenfutures ... 9
5
Schlussbetrachtung ... 11
Anhang ... IV
Literaturverzeichnis ... V

II
Abkürzungsverzeichnis
CBOT
Chicago Board of Trade
EUR Euro
FX Foreign
Exchange
OTC
Over the Counter
USD US-Dollar
VaR Value-at-Risk

III
Formelverzeichnis
Formel 1 Netto-Währungsexposure ... 5
Formel 2: Erwarteter Gewinn oder Verlust des Netto-Währungsexposures ... 6
Formel 3: Fairer Terminkurs ... 8
Formel 4: Beispiel Fairer Terminkurs ... 8
Formel 5: Herleitung des fairen Futures-Preises ... 9
Formel 6: Optimale Anzahl von Futures für eine Hedge-Position ... 11

1
1 Einleitung
Schwankende Wechselkurse gehören zum Geschäftsalltag weltweit agierender Unter-
nehmen.
1
So sind insbesondere exportstarke Unternehmen, wie beispielsweise der
Flugzeughersteller Airbus dem Risiko von Aufwertungen der inländischen Währung
ausgesetzt.
2
Da im Zuge der Globalisierung immer mehr Unternehmen international
tätig sind stellen Wechselkursschwankungen in einem System weitgehend flexibler
Wechselkurse ein Risiko der Wertänderung von Zahlungsströmen dar.
3
Die vorliegen-
de Hausarbeit verfolgt das primäre Ziel die Möglichkeit der Steuerung von Wechsel-
kursrisiken durch den Einsatz sogenannter Devisenfutures darzustellen. Dabei liegt der
Fokus insbesondere auf jenen Wechselkurrisiken, die mit Exportgeschäften einherge-
hen. Einleitend konzentriert sich Kapitel 2 auf definitorische Begriffsbestimmungen und
gibt einen ersten Überblick über die Problemstellung. Anschließend wird in Kapitel 3
detaillierter auf das Thema Wechselkursrisiken im Unternehmen und Möglichkeiten
deren Quantifizierung eingegangen. Kapitel 4 konzentriert sich auf das Thema
,,Hedging". Zudem soll anhand eines Fallbeispiels eine Hedging-Strategie für Wechsel-
kursrisiken vorgestellt. Abschließend werden die gewonnen Erkenntnisse im Rahmen
der Schlussbetrachtung reflektiert.
2 Grundlagen
Ziel des folgenden Kapitels ist es zunächst die wichtigsten Begriffe zu definieren und
die grundlegenden Aspekte der Problemstellung zu erläutern. Dabei wird zunächst der
Begriff ,,Devisenfutures" definiert und ein Bezug zu den Begriffen derivativer Finanzin-
strumente bzw. Termingeschäfte hergestellt. Anschließend wird der Risikobegriff be-
stimmt und die betriebswirtschaftlichen Herausforderungen des Risikomanagements
dargestellt, bevor am Ende diesen Kapitels der Begriff ,,Wechselkursrisiken" determi-
niert wird.
2.1 Devisenfutures
Devisenfutures sind Termingeschäfte und gehören der Gattung der derivativen Finan-
zinstrumente an, da ihnen im Wesentlichen ein bestimmter Basiswert zu Grunde liegt,
dessen Preis- oder Kursentwicklung den Werttreiber des Geschäfts darstellt. Der Be-
griff ,,Derivat" hat seine Wurzeln in der Chemie und steht für eine chemische Verbin-
dung die auf Basis einer anderen hergeleitet wird. Übertragen auf die Finanzwelt kön-
nen als Basiswerte etwa Aktien, Zinssätze, Wechselkurse aber auch Rohstoffpreise
oder Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse in Frage kommen, deren Preis- oder
Kursentwicklung den Wert des Derivats beeinflusst.
4
Allgemein sind Termingeschäfte
als Vereinbarungen über zukünftige Lieferungen und Leistungen zu betrachten, wobei
alle Vertragsbestandteile, insbesondere Lieferobjekt, Betrag, Preis und Erfüllungszeit-
punkt, bei Vertragsschluss festgelegt werden. Dabei wird bei unbedingten Terminge-
1
Graf, (Währungsrisiken 2014), abgerufen am 12.01.2016.
2
Vgl. Eigendorf, Hildebrand u. Wüppner, (Euro 2007), abgerufen am 12.01.2016.
3
Vgl. Perridon, Steiner u. Rathgeber, (Finanzwirtschaft 2012), S. 335.
4
Vgl. Schmidt, 2014, Derivative Finanzinstrumente, S. 1-2

2
schäften beispielsweise unterschieden zwischen Forwards oder ,,gewöhnlichen" Ter-
mingeschäften, welche von Finanzmarktakteuren untereinander abgeschlossen wer-
den und Futures auf der anderen Seite, welche an einer Börse gehandelt werden und
einen höheren Grad an Standardisierung aufweisen. Forwards werden an einem nicht
organisierten Markt gehandelt, wo Leistung und Gegenleistung im Voraus vereinbart,
jedoch zu einem späteren Zeitpunkt ausgetauscht werden. Dies bringt den Nachteil
eines umständlichen Vertragsabschlusses mit sich und zudem besteht ein zweiseitig
verteiltes Erfüllungsrisiko.
5
Die wichtigste Form der Forwards sind Devisenterminge-
schäfte.
6
Als bedingte Termingeschäfte hingegen werden Optionen bezeichnet, da nur
eine der beiden Vertragsparteien eine Verpflichtung eingeht. Bei Futures gehen im
Gegensatz dazu beide Vertragsparteien Verpflichtungen ein.
7
Futures werden über
spezielle Terminbörsen, wie beispielsweise der Chicago Board of Trade (CBOT) ge-
handelt, während Forwards ,,over-the-counter" (OTC) abgewickelt werden, also nicht
an einer Börse, sondern zwischen Finanzinstitutionen untereinander, beziehungsweise
zwischen Finanzinstituten und ihren Kunden direkt. Ein wesentlicher Unterschied zwi-
schen Futures und Forwards besteht folglich im höheren Standardisierungsgrad des
Börsenhandels im Vergleich zum OTC-Handel. Vorteil des OTC-Handels ist, dass Ver-
tragsbestandteile nicht von einer Börse spezifiziert werden müssen, sondern individuell
unter den Vertragspartnern ausgehandelt werden können.
8
Ein wesentlicher Vorteil des
Börsenhandels liegt hingegen in der hohen Liquidität der Märkte und im Wegfall des
zweiseitigen Erfüllungsrisikos.
9
Der Vollständigkeit halber sollen an dieser Stelle noch
sogenannte Swaps erwähnt werden, die ebenfalls den unbedingten Termingeschäften
angehöhren. So sind Zinsswaps beispielsweise derivative Kontrakte, bei denen fixe
oder variable Zinskupons, zu festgelegten Zeitpunkten unter der Kontraktpartnern aus-
getauscht werden.
10
2.2 Risiko und Risikomanagement als betriebswirtschaftliche
Herausforderung
Die italienischen Begriffe ,,risico, risco" als auch das französische ,,risque" sowie das
spanische ,,riesgo" und nicht zuletzt auch das deutsche ,,Risiko" haben ihren Ursprung
im griechischen Wort "rhiza", wobei alle diese Wörter umgangssprachlich mit den Be-
griffen ,,Gefahr" und ,,Wagnis" gleichgesetzt werden. In wissenschaftlichen Abhandlun-
gen und Lehrbüchern der Bankbetriebslehre wird Risiko allgemein als die Gefahr be-
schrieben, dass zu einem zukünftigen Zeitpunkt etwas Unerwartetes, Negatives eintritt.
Da diese Art von Definitionen sich bewusst auf den möglichen Eintritt negativer Ereig-
nisse beschränkt wird es deshalb auch als Downside-Risk bezeichnet.
11
Deutsch und
Beinker definieren Risiko als die Möglichkeit, dass ein zukünftiges Ereignis negative
5
Vgl. Perridon, Steiner u. Rathgeber, (Finanzwirtschaft 2012), S.329.
6
Vgl. Schmidt, (Finanzinstrumente 2014), S. 3.
7
Vgl. Deutsch u. Beinker, (Derivate 2014), S. 44.
8
Vgl. Hull, (Options 2009), S. 1-2.
9
Deutsch u. Beinker, (Derivate 2014), S. 46.
10
Vgl. Jerman u. Yue, (Interest Rate Swaps 2013), S.4, abgerufen am 12.01.2016.
11
Vgl. De Filippis, (Währungsrisikomanagement 2011), S. 45-46.

3
Auswirkungen haben kann.
12
Grundsätzlich wird unterschieden zwischen systemati-
schen Risiken und unsystematischen Risiken. Während sich unsystematische Risiken
durch ein gezieltes Risikomanagement steuern lassen, ist es im Hinblick auf systemati-
sche Risiken nicht möglich das Gesamtrisiko durch Diversifikation zu reduzieren.
13
Der
Begriff ,,Risikomanagement" hingegen definiert sich als die die Steuerung und Minimie-
rung des Risikos.
14
Der Fokus dieser Arbeit liegt auf der Steuerung und Minimierung
von Wechselkursrisiken durch den Einsatz sogenannter Hedging-Strategien mit Devi-
senfutures. Als Hedging werden alle unternehmenspolitischen Maßnahmen bezeich-
net, die dem Zweck dienen, Schwankungen im Cashflow des Unternehmens zu redu-
zieren. Hierbei wird das unternehmerische Risiko als Cashflow-Risiko betrachtet, wel-
ches seinen Ursprung in Umsatzschwankungen hat. Die Reduzierung des Cashflow-
Risikos durch de Einsatz von Terminkontrakten kann den Marktwert des Unterneh-
mens erhöhen.
15
Empirische Untersuchungen belegen zudem, dass Hedging auf
Grund existierender Informationsasymmetrien oder Transaktionskosten an den Kapi-
talmärkten, einen signifikant steigernden Effekt auf den Shareholder Value hat.
16
Risi-
kopolitik mit Futures beinhaltet das Ausnutzen von Korrelationen zwischen den Preis-
entwicklungen verschiedener Finanzprodukte. Es ist möglich, das Gewinn- oder Ver-
mögensrisiko durch Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten zu reduzieren, deren
Wertentwicklung negativ mit dem Gewinn oder der Vermögensposition korreliert. Diese
Form der Risikopolitik wird als Hedging bezeichnet.
17
Als ,,Korrelation" wird ein linearer,
positiver oder negativer Zusammenhang zweier Variablen bezeichnet.
18
2.3 Wechselkursrisiken
Wechselkursrisiken sind Risiken finanzieller Art und gehören den Marktpreisrisiken an.
Sie entstehen durch die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung der Marktrisiko-
faktoren. Den Marktpreisrisiken unterliegen beispielsweise Aktien- oder Wechselkurse
und Preise von Anleihen oder Rohstoffen. Dabei können Parameter wie beispielsweise
Zinssätze, Inflationsraten oder Volatilitäten den Wert eines Finanzproduktes beeinflus-
sen.
19
Die Notwendigkeit der Steuerung von Wechselkursrisiken lässt sich durch fort-
laufend hohe Volatilitäten von Währungen begründen.
20
Der Begriff Volatilität be-
schreibt das Ausmaß, in dem Vermögenspreise innerhalb einer bestimmten Zeitspanne
schwanken. Sie wird überwiegend in Form der Standardabweichung der stetigen Ren-
diten von Vermögenspreisen ausgedrückt.
21
Je größer diese Schwankungen ausfallen,
desto höher ist die Volatilität und somit das Risiko.
22
12
Deutsch u. Beinker, (Derivate 2014), S. 383.
13
Vgl. Onischka u. Schweneke, (Mainstreaming 2008), S.18, abgerufen am 12.01.2016.
14
Vgl. Deutsch u. Beinker, (Derivate 2014), S. 383.
15
Vgl. Broll u. Wahl, (Risikomanagement 2012), S. 50-51.
16
Vgl. Aretz, Bartram, Dufey, (Corporate Hedging 2007), S.1.
17
Broll u. Wahl, (Risikomanagement 2012), S. 1.
18
Vgl. Newbold, Carlson u. Thorne, (Statistics 2013), S. 85.
19
Vgl. Deutsch u. Beinker, (Derivate 2014), S. 383.
20
Vgl. Copeland, Weston u. Shastri, (Finanzierungstheorie 2008), S. 1034.
21
Vgl. Deutsche Bundesbank, (Monatsbericht 2005), S. 62, abgerufen am 12.01.2016.
22
Vgl. Gutsche, (Value at Risk 2010), S. 19, abgerufen am 12.01.2016.
Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Devisenfutures zur Steuerung von Wechselkursrisiken im Unternehmen
Hochschule
Private Fachhochschule Göttingen
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
20
Katalognummer
V376314
ISBN (eBook)
9783668535404
ISBN (Buch)
9783668535411
Dateigröße
920 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Futures, Optionen, Risikomanagement, Wechselkursrisiken, Marktrisiken, Derivate, Devisen
Arbeit zitieren
Maximilian Ritz (Autor), 2016, Devisenfutures zur Steuerung von Wechselkursrisiken im Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376314

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