Diese Hausarbeit verfolgt das primäre Ziel die Möglichkeit der Steuerung von Wechselkursrisiken durch den Einsatz sogenannter Devisenfutures darzustellen. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf jenen Wechselkurrisiken, die mit Exportgeschäften einhergehen.
Einleitend konzentriert sich Kapitel 2 auf definitorische Begriffsbestimmungen und gibt einen ersten Überblick über die Problemstellung. Anschließend wird in Kapitel 3 detaillierter auf das Thema Wechselkursrisiken im Unternehmen und Möglichkeiten deren Quantifizierung eingegangen. Kapitel 4 konzentriert sich auf das Thema „Hedging“. Zudem soll anhand eines Fallbeispiels eine Hedging-Strategie für Wechselkursrisiken vorgestellt. Abschließend werden die gewonnen Erkenntnisse im Rahmen der Schlussbetrachtung reflektiert.
Schwankende Wechselkurse gehören zum Geschäftsalltag weltweit agierender Unter-nehmen. So sind insbesondere exportstarke Unternehmen, wie beispielsweise der Flugzeughersteller Airbus dem Risiko von Aufwertungen der inländischen Währung ausgesetzt. Da im Zuge der Globalisierung immer mehr Unternehmen international tätig sind stellen Wechselkursschwankungen in einem System weitgehend flexibler Wechselkurse ein Risiko der Wertänderung von Zahlungsströmen dar.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Devisenfutures
2.2 Risiko und Risikomanagement als betriebswirtschaftliche Herausforderung
2.3 Wechselkursrisiken
3 Quantifizierung von Wechselkursrisiken im Unternehmen
3.1 Das Währungsexposure
3.2 Value-at-Risk vs. Cashflow-at-Risk
4 Hedging von Wechselkursrisiken im Unternehmen
4.1 Hedging mit Devisentermingeschäften
4.2 Hedging mit Devisenfutures
4.3 Fallbeispiel Hedging-Strategien mit Devisenfutures
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Möglichkeiten der Steuerung von Wechselkursrisiken in international tätigen Unternehmen durch den gezielten Einsatz von Devisenfutures darzustellen und deren praktische Anwendung in Hedging-Strategien zu evaluieren.
- Grundlagen zu Devisenfutures und derivativen Finanzinstrumenten
- Risikomanagement als betriebswirtschaftliche Herausforderung
- Methoden zur Quantifizierung von Währungsexposures
- Vergleich zwischen Value-at-Risk und Cashflow-at-Risk
- Strategien und Fallbeispiele zum Hedging mit Devisenfutures
Auszug aus dem Buch
2.1 Devisenfutures
Devisenfutures sind Termingeschäfte und gehören der Gattung der derivativen Finanzinstrumente an, da ihnen im Wesentlichen ein bestimmter Basiswert zu Grunde liegt, dessen Preis- oder Kursentwicklung den Werttreiber des Geschäfts darstellt. Der Begriff „Derivat“ hat seine Wurzeln in der Chemie und steht für eine chemische Verbindung die auf Basis einer anderen hergeleitet wird. Übertragen auf die Finanzwelt können als Basiswerte etwa Aktien, Zinssätze, Wechselkurse aber auch Rohstoffpreise oder Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse in Frage kommen, deren Preis- oder Kursentwicklung den Wert des Derivats beeinflusst. Allgemein sind Termingeschäfte als Vereinbarungen über zukünftige Lieferungen und Leistungen zu betrachten, wobei alle Vertragsbestandteile, insbesondere Lieferobjekt, Betrag, Preis und Erfüllungszeitpunkt, bei Vertragsschluss festgelegt werden.
Dabei wird bei unbedingten Termingeschäften beispielsweise unterschieden zwischen Forwards oder „gewöhnlichen“ Termingeschäften, welche von Finanzmarktakteuren untereinander abgeschlossen werden und Futures auf der anderen Seite, welche an einer Börse gehandelt werden und einen höheren Grad an Standardisierung aufweisen. Forwards werden an einem nicht organisierten Markt gehandelt, wo Leistung und Gegenleistung im Voraus vereinbart, jedoch zu einem späteren Zeitpunkt ausgetauscht werden. Dies bringt den Nachteil eines umständlichen Vertragsabschlusses mit sich und zudem besteht ein zweiseitig verteiltes Erfüllungsrisiko. Die wichtigste Form der Forwards sind Devisentermingeschäfte. Als bedingte Termingeschäfte hingegen werden Optionen bezeichnet, da nur eine der beiden Vertragsparteien eine Verpflichtung eingeht. Bei Futures gehen im Gegensatz dazu beide Vertragsparteien Verpflichtungen ein. Futures werden über spezielle Terminbörsen, wie beispielsweise der Chicago Board of Trade (CBOT) gehandelt, während Forwards „over-the-counter“ (OTC) abgewickelt werden, also nicht an einer Börse, sondern zwischen Finanzinstitutionen untereinander, beziehungsweise zwischen Finanzinstituten und ihren Kunden direkt. Ein wesentlicher Unterschied zwischen Futures und Forwards besteht folglich im höheren Standardisierungsgrad des Börsenhandels im Vergleich zum OTC-Handel.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz wechselkursbedingter Risiken für international agierende Unternehmen und definiert das Ziel der Arbeit, den Einsatz von Devisenfutures als Steuerungs- und Absicherungsinstrument zu untersuchen.
2 Grundlagen: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Basis durch die Definition von Devisenfutures, die Erläuterung des Risikomanagements als unternehmerische Herausforderung sowie die Abgrenzung von Wechselkursrisiken.
3 Quantifizierung von Wechselkursrisiken im Unternehmen: Hier werden Methoden wie das Währungsexposure sowie der Vergleich von Value-at-Risk und Cashflow-at-Risk zur Quantifizierung finanzieller Risiken analysiert.
4 Hedging von Wechselkursrisiken im Unternehmen: Der Hauptteil konzentriert sich auf die Absicherung von Preisrisiken, vergleicht Devisentermingeschäfte mit Futures und leitet eine konkrete Hedging-Strategie anhand eines Exportfallbeispiels ab.
5 Schlussbetrachtung: Das Fazit reflektiert die Notwendigkeit des Risikomanagements und unterstreicht, dass eine situationsabhängige Wahl und Diversifizierung der Instrumente für den Erfolg der Absicherung entscheidend ist.
Schlüsselwörter
Wechselkursrisiko, Devisenfutures, Risikomanagement, Hedging, Währungsexposure, Derivate, Termingeschäfte, Cashflow-at-Risk, Value-at-Risk, Natural Hedging, Short Hedge, Börsenhandel, Finanzinstrumente, Volatilität, Zinsparitätentheorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Management und der Steuerung von Wechselkursrisiken, denen international tätige Unternehmen aufgrund schwankender Währungen ausgesetzt sind.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Fundierung von Deviseninstrumenten, der Quantifizierung von Währungsrisiken und der praktischen Umsetzung von Hedging-Strategien mittels Devisenfutures.
Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel besteht darin, aufzuzeigen, wie Unternehmen Devisenfutures einsetzen können, um Wechselkursrisiken effektiv zu steuern und zu minimieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine deduktive Herleitung durch Literaturanalyse sowie die Erstellung eines fiktiven Fallbeispiels, um die theoretischen Hedging-Modelle praktisch zu illustrieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Identifikation und Quantifizierung von Risiken, der Definition von Hedging-Strategien und der detaillierten Berechnung eines Short-Hedge-Szenarios für ein Exportgeschäft.
Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Währungsmanagement, Hedging, Devisenfutures, Derivate und Risikominimierung definieren.
Was unterscheidet Devisenfutures von OTC-Devisentermingeschäften?
Devisenfutures sind stärker standardisiert und werden an einer Börse gehandelt, während OTC-Forwards individuell zwischen Geschäftspartnern ohne Börsenbeteiligung vereinbart werden.
Wie trägt das „Natural Hedging“ zur Risikosteuerung bei?
Natural Hedging reduziert Risiken dadurch, dass Produktion und Absatz geografisch oder währungstechnisch in denselben Raum verlagert werden, sodass Forderungen und Verbindlichkeiten sich intern ausgleichen.
Welche Rolle spielt die „Hedge-Ratio“ im Fallbeispiel?
Die Hedge-Ratio bestimmt das optimale Ausgleichsverhältnis zwischen den abzusichernden Kassapositionen und den eingesetzten Futures-Kontrakten, um das Risiko effektiv zu minimieren.
Warum ist die Wahl des Absicherungsinstruments situationsabhängig?
Da jedes Unternehmen unterschiedliche Cashflow-Strukturen und Risikoneigungen aufweist, muss das gewählte Instrument (z.B. Futures vs. OTC) individuell auf die spezifischen Transaktionsrisiken abgestimmt werden.
- Arbeit zitieren
- Maximilian Ritz (Autor:in), 2016, Devisenfutures zur Steuerung von Wechselkursrisiken im Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376314