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Gustav Wynecken und die freie Schulgemeinde Wickersdorf

Title: Gustav Wynecken und die freie Schulgemeinde Wickersdorf

Term Paper , 2005 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Nicole Taschewski (Author)

Pedagogy - Reform Pedagogics
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Mit der Gründung der deutschen Landerziehungsheime von der Jahrhundertwende an, zuerst durch Hermann Lietz, dann in seiner Nachfolge durch Gustav Wyneken und Paul Geheeb und einige Zeit später durch Kurt Hahn, wurde ein neuer Schultyp geschaffen, der in seiner pädagogischen Konzeption zu den bedeutenden Wegweisern der Pädagogischen Reformbewegung gehörte. Diese Schulen fanden in Pädagogikkreisen zunehmend Aufmerksamkeit, weil sie im Ganzen oder in wesentlichen Zügen den Vorstellungen der neuen Erziehung und der Schule der Zukunft entsprachen. Der von Lietz stammende Name „Land-erziehungs-heim“ gibt eine erste Deutung der Besonderheit dieser Schulen: sie lagen außerhalb der Städte, in ihnen hatte die Erziehungsaufgabe Vorrang und sie waren Internate, die sich aber im Unterschied zu schon früher bestehenden Internaten als „Heim-Schulen“ bezeichneten. Der Ausdruck „Landerziehungsheimbewegung“ unterstrich die Gemeinsamkeit und Geschlossenheit des Wollens. Gustav Wyneken gründete ein Landerziehungsheim nach seinen eigenen Vorstellungen: Die Freie Schulgemeinde Wickersdorf in Thüringen. Die allgemeinen praktischen, hygienischen und didaktischen Errungenschaften (Pflege und Ausbildung des Körpers durch Sport und gesunde Ernährung, moderner Unterricht mit Beachtung von Hochbegabten und praktische Arbeit in der Natur) der neueren Pädagogik sieht Wyneken als selbstverständliche Grundlage an. Die Besonderheiten der Freien Schulgemeinde sieht er in der bildenden Erziehung und in der Art und Weise wie er, und Anfangs noch Paul Geheeb, diese Arbeit leisten. Wie ein allgemeiner Grundsatz der Landerziehungsheime beinhaltet, findet auch Wyneken, dass eine wirklich freie und gesunde Jugenderziehung nur auf dem Lande stattfinden kann. Wyneken und Geheeb nutzen die Arbeit in Wiese, Garten und Werkstätten um die allgemeinen Ziele der Erziehung zu vermitteln. Warum Wyneken eine eigene Schulgemeinde gründete, auf welche Erziehungsziele und allgemeine Grundlagen er Wert legte, dass möchte ich in dieser Arbeit erläutern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biografie

3. Die Gründung der Freien Schulgemeinde Wickersdorf und ihre Anfänge

4. Das Konzept der Freien Schulgemeinde

5. Die Schule als Lebensraum der Jugend

6. Erziehungsmöglichkeiten der Schulform der „Heimschule“

6.1 Gemeinschaft

6.2 Die Schulgemeinde

6.3 Die „Kameradschaften“

6.4 Das Lehrer-Schüler-Verhältnis

6.5 Koedukation

6.6 Eros

7. Unterricht

7.1 Allgemeine Richtlinien und Ziele

7.2 Konkreter Unterrichtsablauf / Unterrichtsinhalt

8. Die Körperliche Erziehung in Sport und Hygiene

9. Die Wichtigkeit der Natur in Arbeit und Freizeit

10. Entfaltung des musischen

11. Gustav Wyneken – einige Worte zu seinem weiteren Lebensweg

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das pädagogische Konzept der Freien Schulgemeinde Wickersdorf unter der Leitung von Gustav Wyneken, um dessen Bedeutung für eine alltagsorientierte Sozialpädagogik zu beleuchten. Im Zentrum steht dabei die Frage, welche erzieherischen Ziele und strukturellen Grundlagen Wyneken bei der Gründung seiner Schule verfolgte und wie diese in den Schulalltag integriert wurden.

  • Die Biografie und pädagogische Entwicklung von Gustav Wyneken
  • Strukturen und Ideale der Freien Schulgemeinde Wickersdorf
  • Die Rolle der Gemeinschaft und die soziale Organisation des Internatslebens
  • Reformpädagogische Ansätze im Unterricht und in der Erziehungspraxis

Auszug aus dem Buch

6.2. Die Schulgemeinde

Es wurde zur Gewohnheit, dass alle Schüler und Lehrer regelmäßig zusammenkamen und über gemeinsame Angelegenheiten berieten. Als Name wurde dafür der Begriff gewählt, den Wyneken seinem Heim gab: Schulgemeinde. Diese Beratungen über die Gestaltung des gemeinsamen Lebens finden je nach Bedarf ca. einmal im Monat statt. (Vgl. Scheibe, S. 128) Es soll „das Verständnis für die Notwenigkeit der Unterordnung, ja Aufopferung der Interessen des einzelnen für die Gesamtheit geweckt und gepflegt“ werden und es „wird die Fähigkeit geübt, seine Gedanken, Wünsche und Bedenken in klarer, zusammenhängender Rede vor einem größeren Kreis darzulegen; es wird dieselbe politische Tugend entwickelt, auch Andersdenkende ruhig anzuhören, ihnen mit Achtung zu begegnen und über den Trennenden das Gemeinsame zu sehen; wird endlich ein Korpsgeist gezüchtet, stark und edel genug, um den verantwortlichen Leiter eines solchen Schulstaates den Mut zu verleihen, die beratende und beschließende Schulgemeinde, die solch zum weitaus größeren Teil aus Kindern besteht, zu einer gesetzgebenden Körperschaft mit immer weitgehenden Befugnissen in Schulangelegenheiten werden zu lassen. Hierdurch dürfte ein wesentliches Stück der staatsbürgerlichen Erziehung geleistet werden“, so Paul Geheeb über den pädagogischen Gedanken der Schulgemeinde. (Vgl. Schäfer, S. 4) Dieses Zitat zeigt, welche pädagogische Bedeutung der „Schulgemeinde“ zuerkannt wurde. Die Schule war damit aus einer von oben gelenkten Anstalt in eine Gemeinschaft verwandelt worden, in der jeder die Möglichkeit hatte mitzuberaten, mitzubestimmen und damit für die gesamte Schulgemeinde mitverantwortlich zu sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet die Gründung der Landerziehungsheime in der Reformpädagogik und skizziert das Ziel der Arbeit, Wynekens Erziehungsziele und Grundlagen zu erläutern.

2. Biografie: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Gustav Wynekens nach, inklusive seiner pädagogischen Laufbahn, seiner Konflikte und seines Einflusses auf die Jugendbewegung.

3. Die Gründung der Freien Schulgemeinde Wickersdorf und ihre Anfänge: Es wird beschrieben, wie Wyneken nach seiner Trennung von Hermann Lietz die Freie Schulgemeinde Wickersdorf gründete und wie diese sich in den ersten Jahren entwickelte.

4. Das Konzept der Freien Schulgemeinde: Hier werden die acht zentralen Punkte des pädagogischen Konzepts der Freien Schulgemeinde, von der Freiheit bis zur Selbsttätigkeit, dargelegt.

5. Die Schule als Lebensraum der Jugend: Das Kapitel erläutert Wynekens Idee, dass die Schule einen geschützten Wirkungskreis bieten muss, in dem die Jugend ihren eigenen Lebensstil entfalten kann.

6. Erziehungsmöglichkeiten der Schulform der „Heimschule“: Es werden die verschiedenen Facetten der Heimerziehung analysiert, darunter Gemeinschaft, Mitbestimmung, das Lehrer-Schüler-Verhältnis und Koedukation.

7. Unterricht: Die allgemeinen Richtlinien des Unterrichts sowie die konkrete Umsetzung und Fächerstruktur werden hier detailliert dargestellt.

8. Die Körperliche Erziehung in Sport und Hygiene: Dieses Kapitel beleuchtet den Stellenwert sportlicher Betätigung und einer hygienischen Lebensweise als Teil der ganzheitlichen Erziehung.

9. Die Wichtigkeit der Natur in Arbeit und Freizeit: Es wird die Bedeutung von Naturerlebnissen und landwirtschaftlicher bzw. handwerklicher Arbeit für die pädagogische Arbeit hervorgehoben.

10. Entfaltung des musischen: Die Integration von Kunst, Musik und Theater als essenzielle Bestandteile des Wickersdorfer Programms wird beschrieben.

11. Gustav Wyneken – einige Worte zu seinem weiteren Lebensweg: Das letzte Kapitel schildert Wynekens Wirken nach seinem Ausscheiden aus Wickersdorf bis zu seinem Tod.

Schlüsselwörter

Gustav Wyneken, Reformpädagogik, Wickersdorf, Landerziehungsheim, Freie Schulgemeinde, Jugendkultur, Schulgemeinde, Gemeinschaftserziehung, Koedukation, Erziehung, Jugendbewegung, Pädagogik, Heimerziehung, Selbsttätigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die pädagogischen Konzepte und die schulische Praxis der von Gustav Wyneken gegründeten Freien Schulgemeinde Wickersdorf.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Struktur der Schule als Lebensraum, das Verhältnis von Lehrer und Schüler, die demokratische Teilhabe der Schulgemeinde sowie die Integration von Natur, Sport und Kunst in den Erziehungsprozess.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die spezifischen Erziehungsziele und grundlegenden Konzepte Wynekens zu explizieren und deren Bedeutung für den reformpädagogischen Diskurs aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der zeitgenössische Quellen, pädagogische Schriften und historische Darstellungen zur Reformpädagogik ausgewertet wurden.

Welche Schwerpunkte liegen auf dem Hauptteil?

Der Hauptteil behandelt detailliert die organisatorischen Strukturen (Schulgemeinde, Kameradschaften), die methodischen Ansätze im Unterricht sowie die ganzheitliche körperliche und musische Ausbildung.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Freie Schulgemeinde, Gustav Wyneken, Reformpädagogik, Schulgemeinde und Gemeinschaftserziehung.

Wie definiert Wyneken das Verhältnis von Lehrern zu Schülern?

Wyneken strebt ein kameradschaftlich-freundschaftliches Verhältnis an, das durch gegenseitiges Vertrauen und eine gemeinsame geistige Lebensaufgabe geprägt ist.

Welche Rolle spielt die „Schulgemeinde“ in Wickersdorf?

Die Schulgemeinde fungiert als parlamentarische Körperschaft, in der Schüler und Lehrer gemeinsam über Schulleben und Angelegenheiten beraten und so staatsbürgerliche Tugenden erlernen.

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Details

Title
Gustav Wynecken und die freie Schulgemeinde Wickersdorf
College
University of Applied Sciences and Arts Hildesheim, Holzminden, Göttingen
Course
Reformpädagogische Konzepte
Grade
2,0
Author
Nicole Taschewski (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V37633
ISBN (eBook)
9783638369190
ISBN (Book)
9783638790291
Language
German
Tags
Gustav Wynecken Schulgemeinde Wickersdorf Reformpädagogische Konzepte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Taschewski (Author), 2005, Gustav Wynecken und die freie Schulgemeinde Wickersdorf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37633
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