Lehrpläne zur Förderung der Lesekompetenz in Thüringen und Sachsen


Hausarbeit, 2011

12 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt
1.
Themenbegründung...
1
2.
Die Ziele des Deutschunterrichts in der Regelschule am Beispiel der
Thüringischen Lehrpläne und des Sächsischen Lehrplans im Vergleich...
2
2.1
Thüringer Lehrpläne für die Regelschule im Fach Deutsch... 2
2.1.1 Thüringer Lehrplan für die Regelschule Deutsch 1999... 2
2.1.2 Thüringer Lehrplan für die Regelschule Deutsch 2009 (Erprobungsfassung 5/6)... 4
2.2
Sächsischer Lehrplan für die Mittelschule Deutsch 2004/2009... 5
2.3
Vergleich...
7
3.
Schluss...
8
4.
Literaturverzeichnis...
10

1
1. Themenbegründung
In den Jahren 2003/2004 wurden in Deutschland die so genannten Bildungsstandards
durch die Kultusministerkonferenz der Länder vereinbart. Ein entscheidender Grund
dafür waren die 2001 veröffentlichten Ergebnisse der PISA-Studie aus dem Jahr 2000,
die Deutschland ein durchweg unterdurchschnittliches Abschneiden seines
allgemeinbildenden Bildungssystems im internationalen Vergleich bescheinigten.
1
Hauptschwerpunkt der Messung war die Lesekompetenz. 2003 wurde außerdem ein
Leistungsvergleich zwischen den Bundesländern veröffentlicht, der auf Grundlage der
nationalen Studie PISA-E erstellt wurde, welcher ein sehr unterschiedliches
Leistungsniveau der Schüler
2
aufzeigte.
3
Durch die Einführung der Bildungsstandards soll dieser defizitären Lage
entgegengewirkt werden. Ziel ist es, bundesweit einheitliche Standards zu etablieren,
die zu einer allgemeinen Vergleichbarkeit führen sollen.
4
Der Weg dorthin wird
allerdings durch die Bundesländer ganz individuell gestaltet, nämlich über die
jeweiligen Lehrpläne. Und so ist beispielsweise die Formulierung der Ziele einzelner
Fächer innerhalb der Lehrpläne noch immer landesabhängig, obwohl einheitliche
Bildungsstandards angestrebt werden. Zieht man schließlich die Ergebnisse der letzten
PISA-E-Studie von 2006 mit zu Rate und schaut sich die Lesekompetenz genauer an, so
fahren diverse Bundesländer mit ihren Lehrplankonzeptionen ganz offensichtlich besser
als andere: Während Thüringen in diesem Bereich 500 Punkte erreichen konnte,
etablierte sich Sachsen mit 512 Punkten an der Spitze.
5
In dieser Arbeit soll es auf Grundlage oben genannter Feststellungen darum gehen zu
analysieren, wie in den beiden Thüringischen Lehrplänen für die Regelschule Ziele des
Fachs Deutsch formuliert werden. Da Sachsen im Jahr 2009 die besten Ergebnisse im
Bereich der Lesekompetenz erreicht hat, soll im zweiten Teil der Arbeit der sächsische
Lehrplan für die Mittelschule unter derselben Fragestellung analysiert werden. Im
Anschluss daran soll ein Vergleich der jeweiligen Ergebnisse stattfinden. Als Resultat
dieser Arbeit sollen einige Hypothesen entwickelt werden, die weitere Forschungen
anregen könnten.
1
Vgl. http://www.mpib-berlin.mpg.de/Pisa/PISA_im_Ueberblick.pdf, S. 8 (Stand: 13.02.2011).
2
Personenbezeichnungen gelten für beide Geschlechter.
3
Vgl. http://pisa.ipn.uni-kiel.de/PISA2003_E_Zusammenfassung.pdf, S. 11 (Stand: 13.02.2011).
4
Vgl. http://www.kmk.org/bildung-schule/qualitaetssicherung-in-
schulen/bildungsstandards/ueberblick.html (Stand: 13.02.2011).
5
Vgl. http://pisa.ipn.uni-kiel.de/Zusfsg_PISA2006_national.pdf, S. 10 (Stand: 13.02.2011).

2
2. Die Ziele des Deutschunterrichts in der Regelschule am Beispiel der
Thüringischen Lehrpläne und des Sächsischen Lehrplans im Vergleich
2.1 Thüringer Lehrpläne für die Regelschule im Fach Deutsch
2.1.1 Thüringer Lehrplan für die Regelschule Deutsch 1999
Auf der Suche nach der ersten Formulierung eines übergeordneten Ziels des
Deutschunterrichts in der Regelschule stößt man im Lehrplan auf Seite 10 auf folgende
Äußerung:
,,Im Rahmen des Konzepts der Grundbildung und der Kompetenzentwicklung ist das
Ziel des Deutschunterrichts die Herausbildung kommunikativer
Handlungsfähigkeiten und -fertigkeiten."
6
In dieser Textstelle bezieht man sich über den Begriff der Grundbildung auf eine Schrift
mit dem Titel ,,Leitgedanken zu den Thüringer Lehrplänen für die Regelschule". Diese
gibt den Rahmen für den ,,Thüringer Lehrplan für die Regelschule" vor. Das bedeutet,
bevor man sich mit der Zielsetzung, wie sie im Lehrplan beschrieben wird,
auseinandersetzen will, muss man sich mit der Rahmenkonzeption der Grundbildung
beschäftigen. Diese wird folgendermaßen beschrieben:
,,Primäres Ziel schulischen Lernens in der Regelschule ist die Sicherung der
Grundbildung. Dazu werden Kompetenzen ausgebildet, wobei die Entwicklung von
Lernkompetenzen im Mittelpunkt steht. Dies schließt grundlegende Kenntnisse und
Fertigkeiten im sprachlichen, mathematisch- naturwissenschaftlich-technischen,
gesellschaftswissenschaftlichen und musisch-künstlerischen Bereich aber auch ein
breites Allgemeinwissen sowie Methoden-, Selbst- und Sozialkompetenz ein."
7
Gesprochen wird hier also von dem übergeordneten Ziel der Grundbildung. Diese wird
als primäres Ziel definiert und kann nur über die Ausbildung von Kompetenzen
8
erlangt
werden. Jedes Fach hat in diesem Rahmen die Aufgabe, auf die Kompetenzen, die man
zum Erlangen der Grundbildung benötigt, vorzubereiten. Dies geschieht mit Hilfe von
Lernkompetenzen, die in den jeweiligen Fächern trainiert werden. Jedes Fach leistet
6
Thüringer Kultusministerium: Lehrplan für die Regelschule Deutsch 1999, S. 10, Z. 6-8.
7
Thüringer Kultusministerium: Leitgedanken zu den Thüringer Lehrplänen für die Regelschule 2009, S. 3,
Sp. 2, Z. 15-16.
8
,,Der Kompetenzbegriff in der Pädagogik geht zurück auf Klafkis Kompetenzmodell der kritisch-
konstruktiven Didaktik. Damit ist gemeint die Fähigkeit und Fertigkeit, in den genannten Gebieten
Probleme zu lösen und die Bereitschaft, dieses auch zu tun." (http://www.voss-
comenius.eu/content.php?active_nav=85, Stand: 14.02.2011).

3
also seinen ganz speziellen Beitrag dazu, dass der Schüler am Ende der regelschulischen
Ausbildung über eine Grundbildung verfügt, die ihn wiederum dazu befähigt, sich in
der späteren Berufswelt zu orientieren, und sich auf diese vorzubereiten:
,,Die in der Regelschule
vermittelte Grundbildung erfährt ihre Spezifik durch
eine berufsorientierende und berufsvorbereitende Komponente, zu der jedes
Fach einen Beitrag leistet."
9
Neben diesen Bildungsauftrag tritt auch noch der Erziehungsauftrag, den man wie folgt
formuliert:
,,Schulische Zielstellungen sind auf die optimale individuelle Entwicklung der
Persönlichkeit gerichtet."
10
In diesen Rahmen ist nun der Lehrplan eingebettet, der sich im weiteren Verlauf mit der
fachspezifischen Kompetenzentwicklung beschäftigt. Dem allgemeinen Ziel der
Grundbildung wird auf Seite 10 des Lehrplans das besondere programmatische Ziel des
Deutschunterrichts, nämlich die ,,kommunikative Handlungskompetenz",
untergeordnet. Darunter versteht man im weiteren Verlauf Kommunikation als
sprachliches Handeln von Subjekten in Auseinandersetzung mit spezifischen Subjekten
und Objekten, wobei hierbei auch literarische Werke und andere Medien sowie die
Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich mit eingeschlossen werden. In dieser
Zielbeschreibung spiegeln sich letztlich vier Lernkompetenzen wider, die man benötigt,
um kommunikativ handlungsfähig werden zu können: die Sachkompetenz, die
Methodenkompetenz, die Selbstkompetenz und die Sozialkompetenz. Diese
Lernkompetenzen sollen allerdings nicht isoliert ausgebildet werden, sondern sind in
enger Verbindung und wechselseitiger Beziehung zueinander zu sehen. Hinter der
Sachkompetenz verbergen sich sprachlich-kommunikative und ästhetisch-literarische
Fähigkeiten und Fertigkeiten. Die Methodenkompetenz soll den Schüler befähigen, sich
selbst Informationen beschaffen, sowie diese erfassen und speichern zu können.
Außerdem soll er über die Fähigkeit verfügen, Informationen zu verarbeiten,
aufzubereiten und weiterzugeben. Die Selbstkompetenz soll emotional-affektive,
selbstreflexive und selbststeuernde Fähigkeiten schulen und die Sozialkompetenz soll
dem Schüler ermöglichen, interaktiv und sozial-kommunikativ zu agieren.
11
Nachdem geklärt ist, welche Lernkompetenzen geschult werden sollen um
kommunikativ handlungsfähig werden zu können, soll noch auf die Lernbereiche
9
Thüringer Kultusministerium: Lehrplan für die Regelschule Deutsch 1999, S. 5, Z. 31-33.
10
Ebd. S. 6, Z. 22/23.
11
Vgl. ebd. S. 8.
Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Lehrpläne zur Förderung der Lesekompetenz in Thüringen und Sachsen
Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
12
Katalognummer
V376344
ISBN (eBook)
9783668535725
ISBN (Buch)
9783668535732
Dateigröße
461 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lehrpläne, förderung, lesekompetenz, thüringen, sachsen
Arbeit zitieren
Marcus Patzer (Autor), 2011, Lehrpläne zur Förderung der Lesekompetenz in Thüringen und Sachsen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376344

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