Makroökonomische Effekte einer alternden Bevölkerung


Seminararbeit, 2017
28 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ... 1
2 Die Bevölkerungsalterung in Deutschland ... 3
3 Demographische Entwicklung und Wirtschaftswachstum ... 5
3.1
Wachstumstheoretische Perspektiven ... 5
3.2
Arbeitsproduktvität im Alter ... 9
3.3
Innovationskraft einer alternden Bevölkerung ... 15
4 Zusammenfassung ... 19
Literaturverzeichnis ... 21

1
1 Einleitung
Die demographische Alterung in Deutschland bringt eine Reihe von wesentlichen
gesellschaftlichen und ökonomischen Veränderungen mit sich. In der öffentlichen
Debatte werden hauptsächlich die Konsequenzen im Hinblick auf die Alterssiche-
rungssysteme diskutiert. Obwohl diese Aspekte durchaus wichtig sind, verengt er
die Sichtweise auf die ganze Bandbreite des Themas, da die wirtschaftlichen Ver-
änderungen über die Thematik der Alterssicherung hinausreichen. Die Frage inwie-
fern sich die Alterung auf die Produktivität und Innovationskraft von Erwerbstäti-
gen auswirkt, hat weitreichende Auswirkungen auf das gesamtwirtschaftliche Wirt-
schaftswachstum. Zum einen befindet sich Deutschland durch den demographi-
schen Wandel in einem Schrumpfungsprozess, das heißt die Anzahl der erwerbsfä-
higen Personen wird schlichtweg kleiner, zum anderen verändert sich auch die Al-
tersstruktur, der Anteil älterer Arbeitnehmer wird also im Vergleich zu den jünge-
ren immer größer.
In der Seminararbeit werden die makroökonomischen Folgen einer alternden Be-
völkerung diskutiert, wobei der Schwerpunkt auf der langfristigen Betrachtung des
Wirtschaftswachstums liegt. Dabei wird die Frage beantwortet, inwiefern sich der
Prozess der Alterung auf die Innovationskraft und Arbeitsproduktivität der arbei-
tenden Bevölkerung auswirkt, um dadurch Rückschlüsse auf den technischen Fort-
schritt und somit auf die Entwicklung des langfristigen Wirtschaftswachstums in
Deutschland zu ziehen.
Seit den 1950er Jahren dominiert in den Wirtschaftswissenschaften die neoklassi-
sche Theorie, die wirtschaftliches Wachstum hauptsächlich durch exogenen tech-
nischen Fortschritt (Solow 1956) erklärt. Dieser technische Fortschritt wurde mit-
hilfe der Humankapitaltheorie in der so genannten ,,New Growth Theory" endoge-
nisiert (Romer 1990), die in dieser Arbeit im Hinblick auf die demographische Al-
terung untersucht wird. Dabei werden insbesondere die Folgen auf die positiven
Externalitäten und Skaleneffekte des Humankapitals (Romer 2012, Rürup und
Kopffleisch 1999) sowie Auswirkungen auf den Forschungssektor, die durch eine
Schrumpfung der Bevölkerung resultieren, diskutiert. Anschließend wird eine Er-
weiterung des endogenen Romer (1990) Modells und des semi-endogenen Jones
(1995a) Modells von Prettner (2013), das eine generationenüberlappende Bevölke-
rungsstruktur mit altersspezifischen heterogenen Individuen beinhaltet und somit

2
die realistischeren Annahmen trifft, analysiert. Dadurch zeigt sich, dass die positi-
ven Auswirkungen (Chen und Lai 2011) einer alternden Gesellschaft auf das Volks-
einkommen und Wirtschaftswachstum in dem Solow Modell (1956) und die nega-
tiven Auswirkungen bei Romer (1990) unter realistischeren Annahmen nicht stand-
halten können und der Einfluss der Bevölkerungsstruktur nur einen kleinen Einfluss
auf das Wirtschaftswachstum hat.
Die Arbeitsproduktivität einer alternden Bevölkerung wird zuerst hinsichtlich des
absoluten Rückgangs der Erwerbstätigen (Fuchs et al. 2017) betrachtet. Daraufhin
wird die theoretische Sichtweise der Entwicklungspsychologie im Hinblick auf die
kognitive Leistungsfähigkeit von Arbeitnehmern und dessen Konsequenzen für die
Arbeitsproduktivität diskutiert. Dabei zeigt sich, dass die Abnahme der fluiden In-
telligenz durch kristalline Intelligenz kompensiert werden kann (1990 Baltes, Salt-
house 2004) und es unter den entsprechenden Rahmenbedingungen nicht zu einem
Produktivitätsverlust im Alter kommen muss. Optimal können ältere Arbeitnehmer
in Bereichen eingesetzt werden, in denen Teamarbeit, nicht aber die Einarbeitung
in neue komplexe Sachverhalte vorkommt (Kliegel und Jäger 2009, Autor et al.
2003). Die empirische Literatur wird im Hinblick auf Arbeitsstichproben (Börsch-
Supan 2004 und 2016, Oster und Hamermesh 1998, Miller 1999), Bewertungen
durch Vorgesetzte (McEvoy und Cascio 1980, Waldmann und Avolio 1986,
Remery et al. 2003), verknüpfte Arbeitnehmer-Arbeitgeber Daten (Skirbeek 2003,
Malmberg et al. 2008, Haltiwanger et al. 1999), sowie Löhne und Gehälter als In-
dikator für Produktivität (Lazear 1979, Van de Vuuren und De Hek 2009) ausge-
wertet. Es lassen sich dabei in keinem der verschiedenen ökonometrischen Verfah-
ren signifikant negative Zusammenhänge zwischen Produktivität und Alter finden
und ergeben dabei ein einheitliches Bild, das die Theorie unterstützt.
Hinsichtlich der Innovationskraft älterer Arbeitnehmer, die in Innovationsbereit-
schaft und Innovationsfähigkeit unterteilt wird (Mühlbradt und Schaat 2009), ergibt
sich ein ähnliches Bild. Obwohl die Innovationsbereitschaft im Alter tendenziell
abnimmt (Astor et al. 2000, Ruth und Birren 1985), ist diese Eigenschaft eher eine
Frage des Charakters (Japser und Fitzner 2000) und der unterschiedlichen Anreize
(Brinkmann 2009) im Alter. Die Innovationsfähigkeit nimmt im Hinblick auf die
Anzahl von Patenten und Erfindungen im Alter deutlich ab (Lehmann 1953), was
jedoch laut Maurer (2002) nicht auf das Alter, sondern auf das Selbstbewusstsein
in Bezug auf die Umsetzung und Wirksamkeit im Arbeitsleben zurückzuführen ist.

3
Simonton (1997) betrachtet die Beschäftigungsdauer in Bezug auf innovatives Ver-
halten und kommt zu dem Ergebnis, dass die Innovationsfähigkeit im Alter zwar
abnimmt, der Zeitpunkt allerdings von der Tätigkeit und der Verantwortung ab-
hängt, die einen höheren Einfluss haben. Die empirische Innovationsforschung
kann keinen signifikant negativen Zusammenhang zwischen Alter und Innovati-
onsoutput feststellen (Birgit et al. 2007, Bergmann et al. 2006, Japser 2001, Molter
et al. 2007), sondern geht davon aus, dass das Arbeitsumfeld der wesentliche Indi-
kator für die Innovationsbereitschaft und -fähigkeit ist.
Die Arbeit ist wie folgt aufgebaut: In Kapitel 2 werden die wesentlichen Merkmale
der Bevölkerungsalterung in Deutschland beschrieben. Kapitel 3.1 diskutiert die
Auswirkungen einer alternden Bevölkerung im Hinblick auf die neoklassische
Wachstumstheorie, insbesondere auf die endogene Wachstumstheorie. Um die
Plausibilität der Ergebnisse der Wachstumstheorie zu testen, wird in Kapitel 3.2 die
Arbeitsproduktivität und in Kapitel 3.3 die Innovationskraft älterer Arbeitnehmer
theoretisch und empirisch analysiert. Das letzte Kapitel fasst die Arbeit zusammen.
2 Die Bevölkerungsalterung in Deutschland
Eine alternde Bevölkerung ist zum einen an einer steigenden Lebenserwartung, die
meist durch einen Rückgang der Kindersterblichkeit und durch Abnahme der Ster-
bewahrscheinlichkeit in höherem Alter zurückzuführen ist und zum anderen an ih-
rer Fertilitätsrate zu erkennen (vgl. Birg 2015, S. 99).
Die demographische Alterung ging aufgrund der Veränderung des Mortalitätspro-
zesses in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Wesentlichen auf den Rückgang
der Säuglings- und Kindersterblichkeit und Sterbewahrscheinlichkeit im jungen
und mittleren Alter zurück. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm vor
allem die Sterbewahrscheinlichkeit im hohen Alter ab, wodurch sich die Lebenser-
wartung erhöhte. Zusammengenommen haben diese beiden Effekte die Lebenser-
wartung in den letzten 130 Jahren nahezu verdoppelt (vgl. Birg 2015, S. 89). Ob-
wohl es intuitiv logisch erscheinen mag, dass vor allem die Abnahme der Sterbe-
wahrscheinlichkeit für die Alterung verantwortlich ist, zeigt eine Simulationsrech-
nung von Birg (2005), dass der Altenquotient (die Anzahl der über 64-jährigen im
Verhältnis zu den 15 bis 64-jährigen) sich in Deutschland zwischen 1990 und 2050
sogar dann verdoppeln würde, wenn die Lebenserwartung konstant bliebe und von
einer Nettoeinwanderung von 200.000 Menschen jährlich ausgegangen wird (vgl.

4
Birg 2005, S. 179). Die Fertilitätsrate, auch Geburtenrate genannt, dient zur Mes-
sung der Häufigkeit der Geburten in der Bevölkerung (vgl. Birg 2015, S. 35) und
liegt in Deutschland seit den 1980er Jahren auf einem konstant niedrigen Niveau
von ungefähr 1,4 Geburten (Statistisches Bundesamt 2017). Derzeit beträgt sie in
Deutschland 1,50 Kinder pro Frau und ist deutlich aussagekräftiger als die Verän-
derung der Lebenserwartung und der somit ausschlaggebende Faktor für die Ver-
änderung der Bevölkerungsstruktur (vgl. Birg und Flöthmann 2002, S. 389). Um
die langfristige Reproduktion der Bevölkerung in Deutschland zu gewährleisten, ist
jedoch eine Geburtenrate von 2,13 nötig. Sie liegt deshalb nur knapp über zwei
Kindern, weil die Mortalität bei Frauen im gebärfähigen Alter zwischen 15 und 45
Jahren so niedrig ist, dass 98 Prozent diese Altersspanne ganz durchleben (vgl. Birg
2001, S. 3). Wird nun eine Nettoeinwanderung von 200.000 Menschen jährlich an-
genommen, so würde die deutsche Bevölkerung von 81,6 Millionen mit einem
Altenquotienten von 35 und einem Medianalter von 45,8 Jahren im Jahr 2016 auf
76,1 Millionen Menschen im Jahr 2050 schrumpfen, wobei der Altenquotient 57
Medianalter 50 Jahre betragen würde (13. Koordinierte Bevölkerungsvorausrech-
nung für Deutschland, Statistisches Bundesamt 2015).
Allerdings gibt es neben der Fertilitätsrate noch eine zweite Größe, die vor allem
für Deutschland von wesentlicher Relevanz ist, nämlich die Geburten pro 1000 Ein-
wohner. Deutschland belegt dort mit nicht mal 9 Kindern (Weltbank 2014) einen
der letzten Plätze der internationalen Geburtenstatistik. Der Grund hierfür liegt un-
ter anderem darin, dass die Geburtenrate in Deutschland schon früher zurückging
als in den meisten anderen Ländern. Dadurch ergeben sich zwei Effekte: Zum einen
werden pro Frau wenige Kinder geboren, zum anderen gibt es aber auch zusätzlich
nur wenige Frauen, die sich überhaupt im gebärfähigen Alter befinden, da diese
nicht geboren wurden (vgl. Sinn 2013, S. 5).
Ein weiterer Faktor, der vor allen in den letzten beiden Jahren eine größere Bedeu-
tung erlangt hat, ist die Migration. Obwohl Migranten und vor allem Asylsuchende
im Durchschnitt jünger als die Deutschen sind (rund 75 Prozent sind zwischen 14
und 64 Jahre alt und nur 0,5 Prozent älter als 65 (vgl. Wech 2016, S. 55)), dämpft
dieser Effekt die Alterung nur sehr gering. Dies wird deutlich, wenn veranschau-
licht wird, wie viele Einwanderer notwendig wären, um den Altenquotienten kon-
stant zu halten. Laut Berechnungen der Vereinten Nationen benötigte Deutschland
dann bis 2050 188,5 Millionen Zuwanderer, um den Altenquotienten des Jahres
1995 zu stabilisieren (vgl. United Nations 2000, S. 2). Dieser Altenquotient würde

5
anhand einer beispielhaften Rechnung durch Einwanderung von 3,85 Millionen
Menschen bis zum Jahr 2040 um 5 Prozentpunkte geringer ansteigen und das Prob-
lem lediglich um ein paar Jahre nach hinten verschieben (vgl. Ludwig 2016, S. 7).
Dies gilt jedoch nur unter der Voraussetzung, dass die Einwanderer alle in Deutsch-
land bleiben und nicht wie 75 Prozent der vergangenen Zuwanderer das Land nach
25 Jahren wieder verlassen (vgl. Sinn und Werding 2001, S. 18). Diese Zahlen ver-
deutlichen die Relevanz der Thematik, da Einwanderung zwar dem Schrumpfungs-
prozess einer Bevölkerung entgegenwirkt, allerdings auf den Alterungsprozess nur
einen sehr geringen Einfluss hat.
3 Demographische Entwicklung und Wirtschaftswachstum
3.1 Wachstumstheoretische Perspektiven
Im Sinne einer gesamtwirtschaftlichen Produktion, ausgedrückt durch das Brutto-
inlandsprodukt pro Kopf macht es für den Wohlstand einer Nation langfristig kei-
nen Unterschied, ob deren Bevölkerung ab- oder zunimmt. Vielmehr kommt es in
diesem produktionstheoretischen Ansatz neben dem Kapitalbestand und der totalen
Faktorproduktivität auf das Arbeitsvolumen an (vgl. Gemeinschaftsdiagnose 2015,
S. 42). Eine Veränderung der Bevölkerungsstruktur bringt hingegen mehrere Ver-
änderungen mit sich.
Die durch Solow (1956) geprägte neoklassische Wachstumstheorie
1
, kam in ihren
Anfängen zu dem Ergebnis, dass exogenes konstantes Bevölkerungswachstum und
konstanter exogener technischer Fortschritt langfristig zu wachsenden Löhnen, Pro-
Kopf-Einkommen und Kapitalintensität führt. Wenn sich das Bevölkerungswachs-
tum verlangsamt, steigt die Sparquote und das Volkseinkommen (vgl. Romer 2012
S. 27ff). Chen und Lai (2011) erweiterten dieses Modell, indem sie von negativem
1
Die keynesianschen bzw. postkeynesianischen Wachstumstheoretiker betrachten im Gegensatz zur
neoklassischen Sichtweise lediglich die Veränderungen der Nachfrage, die sich aufgrund einer Ver-
änderung der Bevölkerungsstruktur ergibt. Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage geht laut der Stag-
nationstheorie bei einer schrumpfenden Bevölkerung zum einen auf die rückläufige Anzahl von
Konsumenten und zum anderen auf eine durch steigendes pro Kopf Einkommen erhöhte Sparquote
zurück. Dadurch verringern sich die Absatzerwartungen der Unternehmen und durch den Akzelera-
toreffekt auch die Nettoinvestitionen, wodurch ein negativer Multiplikatoreffekt für das Volksein-
kommen generiert wird (vgl. Rürup und Klopfleisch, S. 43). Diese Nachfrageeffekte weisen aller-
dings Ambiguitäten auf, wenn bedacht wird, dass die Rentner eher in 1- bis 2 Personenhaushalten
wohnen (vgl. Münnich 1997, S. 120) und die Konsumquote bei Rentnerhaushalten tendenziell deut-
lich höher liegt (Faik und Köhler-Rama 2009). Aus diesem Grund lassen sich nur schwer Prognosen
über das Niveau der Konsumnachfrage und der Konsumstruktureffekte erstellen (vgl. Rürup und
Klopfleisch, S. 45), weshalb dieser Ansatz hier nicht weiterverfolgt wird.

6
Bevölkerungswachstum und somit auch von einem sinkenden Arbeitsangebot aus-
gehen. Dabei kommen sie durch eine formale Herleitung zu dem Ergebnis, dass das
Volkseinkommen deutlich ansteigt, was sie selbst als zu optimistisch und für die
Anwendung auf die Realität und als wenig brauchbar erachten (vgl. Chen und Lai
2011, S. 38). An diesem Beispiel werden die Grenzen des Modells und der Anfänge
der neoklassischen Wachstumstheorie deutlich. Durch die Exogenität von techni-
schem Fortschritt und Bevölkerungswachstum können Interdependenzen, die für
die Erklärung der Auswirkung einer veränderten Bevölkerungsstruktur ausschlag-
gebend sind, nicht berücksichtigt werden (vgl. Rürup und Klopfleisch 1999, S. 41).
Ferner lassen sich neben dem Solow Modell auch bei Cass (1965), Koopmans
(1965) und Diamond (1965) nur Leveleffekte und keine Wachstumseffekte des
Outputs pro Kopf feststellen. Zudem zeigen empirische Untersuchungen, dass ein
Großteil der Wachstumsrate des Outputs auf den technischen Fortschritt zurückge-
hen und nicht auf die quantitativen Variationen der Faktoreinsätze von Kapital und
Arbeit (vgl. Romer 2012, S.145). Dadurch wird deutlich, dass das Bevölkerungs-
wachstum und damit das Arbeitskräftepotential in der Neoklassik zwar einen Ein-
fluss auf das wirtschaftliche Wachstum haben, die eigentliche Ursache, nämlich der
technische Fortschritt bis in die 1980er Jahre im Wesentlichen unerklärt bliebe.
Durch die Entwicklung der so genannten neuen Wachstumstheorie wurde der tech-
nische Fortschritt endogenisiert. Die Grundlage hierfür entwickelten Arrow (1962),
Uzawa (1965) und Sidrauski (1967). Einen der wohl wichtigsten Beiträge zur en-
dogenen Wachstumstheorie lieferte Romer (1990). Weiterentwickelt wurde diese
unter anderem durch Rebelo (1991), Lucas (1988) sowie Aghion und Howitt (1992)
und leistete einen deutlichen Fortschritt im Verständnis der Wachstumsprozesse
moderner Volkswirtschaften. In seinem Modell erklärt Romer Wissen, das in einem
Forschungssektor generiert wird, indem er den Produktionsfaktor Humankapital
einführt. Dabei geht er davon aus, dass neues Wissen, beziehungsweise neue Ideen
und Innovationen, mikroökonomisch betrachtet abnehmende Grenzerträge hervor-
bringen; makroökonomisch hingegen positive Externalitäten erzeugen (vgl. Romer
2012 S. 119). Dies lässt sich anhand eines Beispiels verdeutlichen: Wenn ein Un-
ternehmen in Forschung und Entwicklung investiert, wird dieses Wissen auf die
Dauer abnehmende Grenzerträge für das Unternehmen generieren. Dieses Wissen
wird allerdings höchstwahrscheinlich aufgrund von mangelndem Patentschutz oder
unzureichender Geheimhaltung irgendwann auch anderen Unternehmen zur Verfü-
gung stehen, wodurch mittelfristig die gesamte Wirtschaft einen Nutzen dadurch
Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Makroökonomische Effekte einer alternden Bevölkerung
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Institut für Finanzwissenschaft und Sozialpolitik)
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
28
Katalognummer
V376354
ISBN (eBook)
9783668536395
ISBN (Buch)
9783668536401
Dateigröße
661 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alterung, Makroökonomie, Demografie, Innovation, Arbeitsmarkt, Produktivität, Wachstumstheorie
Arbeit zitieren
Tobias Kohlstruck (Autor), 2017, Makroökonomische Effekte einer alternden Bevölkerung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376354

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