Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Sociología - General y Principios básicos

Zentrale Thesen und Kritik von Pierre Bourdieus "Die männliche Herrschaft"

Eine Rezension des Werks von Pierre Bourdieu

Título: Zentrale Thesen und Kritik von Pierre Bourdieus "Die männliche Herrschaft"

Trabajo Escrito , 2015 , 17 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Sian Birkner (Autor)

Sociología - General y Principios básicos
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Ziel dieser Arbeit ist es einen kurzen und verständlichen Umriss des Buches „Die männliche Herrschaft“ zu geben, sowie auf die zentralen Thesen einzugehen und eine substantielle Kritik zu formulieren. Als Quelle für diese Aufstellung und Kritik dienten mir einige Bücher und Texte über Bourdieus Leben und Werk, sowie meine eigene reflexive Betrachtung der Lektüre. Die wichtigsten Werke waren: „Pierre Bourdieu – eine Einführung“ von Werner Fuchs-Heinritz und Alexandra König,“ Bourdieu Handbuch“ herausgegeben von Gerhard Fröhlich und Boike Rehbein sowie „Feminism after Bourdieu“ von Lisa Adkins und Beverley Skeggs

Pierre Bourdieus 1998 erschienenes Spätwerk Die männliche Herrschaft ist bis heute Bourdieus vielleicht unbeachtetes Werk. Obwohl es viele seiner vorherigen Theorien über Habitus, Kapital, symbolische Gewalt und Herrschaftsverhältnisse zusammenführt und sich abschließend ausdrücklich mit der Geschlechterordnung beschäftigt, hat sich bisher nur ein kleiner Kreis in der Soziologie mit dem Werk auseinandergesetzt, indes es von Seiten der Feminist_innen vor allem Kritik erntete.1Dies ist überraschend, gehören Bourdieus Thesen sonst zum Kanon der neueren Soziologie, während sein Konzept des Habitus auch in der Geschlechterforschung Beachtung gefunden hat. Bourdieu wurde am 1.8.1930 in Dengui in Frankreich geboren. Trotz seines Status als Beamtensohn und guter Schüler, fühlte sich Bourdieu dort, wie auch später im Internat, welches er verabscheute, als Außenseiter. Dieses Gefühl des Fremdsein, des nicht dazu gehören, ist etwas, das ihn später auch als Akademiker beschäftigte, wo er, mal absichtlich, mal den Umständen geschuldet, diese Position weiter bekleidete. Bis 1954 studierte Bourdieu Philosophie in Paris. Während dieses Studiums, welches klassisch-philosophisch sehr theoretisch war, kam Bourdieu bereits mit Personen und Denkrichtungen in Kontakt, mit denen er sich im Lauf seiner Arbeit auseinandersetzen würde. In Algerien, wo er ab 1955 seine Militärzeit ableistete, begann sowohl seine Zuwendung zur Empirie und Soziologie, wie auch sein Wunsch Wissenschaft mit Engagement zu verbinden. Auch in seinem weiteren Leben verband er Wissenschaft mit politischem Aktivismus, welcher in der Gründung der Zeitschrift liber mündete. Er sah sie als Forum für den wissenschaftlichen Diskurs aller Disziplinen, sowie als Möglichkeit für Wissenschaftler ihre Expertise und Stimme politischen Bewegungen zu leihen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die männliche Herrschaft

1. Die Naturalisierung der männlichen Herrschaft

2. Symbolische Gewalt

3. Die Reproduktion der männlichen Herrschaft

4. Lösungsansätze

3. Schlussbemerkung & Kritik

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen verständlichen Umriss des Werkes "Die männliche Herrschaft" von Pierre Bourdieu zu vermitteln, dessen zentrale Thesen darzulegen und eine wissenschaftlich fundierte, reflexive Kritik an Bourdieus Argumentation zu formulieren.

  • Analyse der herrschaftlichen Strukturen und Mechanismen der männlichen Dominanz.
  • Untersuchung der symbolischen Gewalt und der Naturalisierung von Geschlechterverhältnissen.
  • Diskussion über die Reproduktion dieser Herrschaftsverhältnisse durch soziale Institutionen wie Familie, Schule und Staat.
  • Kritische Reflexion über die Möglichkeiten des sozialen Wandels und die Grenzen von Bourdieus Theorie.
  • Einordnung des Werkes im Kontext der feministischen Debatten und soziologischer Theorien.

Auszug aus dem Buch

2.2. Symbolische Gewalt

Die symbolische Gewalt ist nicht direkt körperlich empfindbar, wie ein Schlag ins Gesicht oder eine gewalttätige Gefangennahme. Das macht ihre Auswirkungen jedoch nicht weniger real oder weniger unmittelbar.

„Die symbolische Gewalt richtet sich mittels der Zustimmung ein, die dem Herrschenden (folglich der Herrschaft) zu geben der Beherrschte gar nicht umhinkann, da er, um ihn und sich selbst, oder besser, seine Beziehung zu ihm zu erfassen, nur über Erkenntnismittel verfügt, die er mit ihm gemein hat, und die, da sie nur die verkörperte Form des Herrschaftsverhältnis sind, dieses als natürlich erscheinen lassen […].“ Die Macht der Symbolischen Gewalt liegt also in der praktischen Anerkennung der Herrschaft durch die Beherrschten. Diese Anerkennung geschieht diesseits von „Bewusstsein und Willen“. Sie ist vielmehr dispositional in den sozialisierten Körper inkorporiert. So handelt der Körper in seiner Unterwerfung auch gegen den Willen der Beherrschten, was sich in einem inneren Konflikt, in körperlichen Emotionen wie Zorn oder Scham oder in körperlichen Reaktionen wie Erröten oder Stottern ausdrücken kann.

Wenn die Anerkennung der Herrschaft unbewusst geschieht, liegt der Gedanke nahe, dass ein Bewusstwerden der Herrschaft und ihrer symbolischen Gewalt genügen würde, um sich ihrer Macht zu entziehen. Bourdieu zu folge ist dies illusorisch, „weil die Resultate und die Bedingungen [der] Wirksamkeit [der symbolischen Gewalt] in Form von Dispositionen dauerhaft in das Innerste der Körper eingeprägt ist.“ Man kann den eigenen inkorporierten Habitus mit all seinen Dispositionen nicht abwerfen, nur weil man sich seiner bewusst wird. Dafür ist er viel zu tiefgehend mit dem eigenen Wesen und Sein verbunden. Dies führt dazu, dass in einer gleichberechtigten Gesellschaft wie der unseren, wo Frauen und Männer rein theoretisch die gleichen Möglichkeiten haben, es zu einem „Selbstausschluss“ kommt, welcher an die Stelle des expliziten Ausschlusses tritt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung bettet das Spätwerk Bourdieus in sein Gesamtwerk ein und erläutert die Motivation sowie den Aufbau der vorliegenden Rezension.

2. Die männliche Herrschaft: Das Hauptkapitel analysiert Bourdieus Thesen zu Mechanismen wie der Naturalisierung und der symbolischen Gewalt, die männliche Dominanz stabilisieren.

1. Die Naturalisierung der männlichen Herrschaft: Hier wird untersucht, wie biologische Unterschiede als Rechtfertigung für gesellschaftlich konstruierte Geschlechterhierarchien dienen.

2. Symbolische Gewalt: Dieser Abschnitt erläutert die unbewusste Anerkennung von Herrschaftsverhältnissen durch die Beherrschten, die tief in den Habitus eingeschrieben ist.

3. Die Reproduktion der männlichen Herrschaft: Hier wird dargelegt, wie Institutionen wie Familie, Kirche und Schule zur dauerhaften Aufrechterhaltung patriarchaler Strukturen beitragen.

4. Lösungsansätze: Das Kapitel diskutiert Bourdieus Ansichten zu politischem Aktivismus und die Möglichkeiten, Herrschaft trotz ihrer tiefen Verankerung zu hinterfragen.

3. Schlussbemerkung & Kritik: Abschließend wird das Werk kritisch gewürdigt, wobei insbesondere die mangelnde Systematik und die Schwierigkeiten bei der praktischen Umsetzung von Widerstand beleuchtet werden.

Schlüsselwörter

Pierre Bourdieu, männliche Herrschaft, symbolische Gewalt, Habitus, Geschlechterordnung, Naturalisierung, Reproduktion, soziale Konstruktion, Genderforschung, patriarchale Strukturen, Machtverhältnisse, Soziologie, feministische Theorie, soziale Institutionen, Subordination.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine kritische Rezension und Analyse des Werkes "Die männliche Herrschaft" von Pierre Bourdieu und untersucht, wie soziologische Konzepte des Autors das Geschlechterverhältnis erklären.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit behandelt die Inkorporation von Herrschaft in den Habitus, die Rolle von Institutionen bei der Reproduktion von Geschlechterrollen und die Kritik an der symbolischen Gewalt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, einen verständlichen Umriss des komplexen Werkes zu erstellen und kritisch zu prüfen, inwieweit Bourdieus Thesen eine Grundlage für feministischen Aktivismus bieten können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin nutzt eine literaturgestützte, reflexive Analyse, indem sie Bourdieus Hauptwerk mit ergänzender Sekundärliteratur zu Bourdieus Leben und Wirken sowie feministischen Debatten kontrastiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Naturalisierung von Geschlecht, das Konzept der symbolischen Gewalt, die institutionelle Reproduktion von Herrschaft sowie Bourdieus Überlegungen zu politischen Lösungsansätzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Pierre Bourdieu, männliche Herrschaft, symbolische Gewalt, Habitus, soziale Konstruktion und die strukturelle Reproduktion von Machtverhältnissen.

Wie bewertet die Autorin die Verständlichkeit des Werkes von Bourdieu?

Die Autorin stellt fest, dass das Buch für Laien ohne Vorkenntnisse über Bourdieu oft schwer zugänglich ist, da der Autor Fachbegriffe voraussetzt und Sätze teilweise unnötig verkompliziert.

Welche Rolle spielt die Liebe bei Bourdieu laut dieser Rezension?

Die Autorin arbeitet heraus, dass Bourdieu die "reine Liebe" (amour fou) als einen der wenigen Räume ansieht, in denen ein Bruch mit den geltenden sozialen Herrschaftsverhältnissen potenziell möglich ist.

Warum hält die Autorin Bourdieus Argumentation zur Veränderung für paradox?

Sie kritisiert, dass Bourdieu einerseits die Notwendigkeit der Veränderung betont, aber andererseits die unbewusste, in den Habitus eingeschriebene Natur der Herrschaft so stark macht, dass eine bewusste praktische Veränderung innerhalb seines Systems theoretisch schwer greifbar bleibt.

Final del extracto de 17 páginas  - subir

Detalles

Título
Zentrale Thesen und Kritik von Pierre Bourdieus "Die männliche Herrschaft"
Subtítulo
Eine Rezension des Werks von Pierre Bourdieu
Universidad
University of Erfurt
Curso
Soziologische Theorien II
Calificación
1,3
Autor
Sian Birkner (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
17
No. de catálogo
V376359
ISBN (Ebook)
9783668535688
ISBN (Libro)
9783668535695
Idioma
Alemán
Etiqueta
Bourdieu Männliche Herrschaft Thesen Kritik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Sian Birkner (Autor), 2015, Zentrale Thesen und Kritik von Pierre Bourdieus "Die männliche Herrschaft", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376359
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  17  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint