Diese Hausarbeit konzentriert auf den Aspekt des Geburtenrückgangs. Zentral für die Entwicklung im Gebärverhalten deutscher Frauen, ist die Frau selbst. Einleitend werden deshalb die rechtlichen und gesellschaftlichen Veränderungen im Leben der Frauen seit der Gründung der BRD umrissen. Darauf folgt eine Darstellung der für den Geburtenrückgang wichtigsten Aspekte des demographischen Wandels sowie eine Erklärung der zentralen Ursachen und Gründe des Geburtenrückgangs in Deutschland. Im letzten Abschnitt wird ein kommunaler Bezug gezogen. Hier geht es um die Frage, wie die kommunale Ebene vom Geburtenrückgang betroffen ist, wo die Herausforderungen kommunaler Politik im Umgang mit ihm liegen und welche Maßnahmen kommunal ergriffen werden müssen oder sollten. Ausschlaggebend ist hierbei die Fragestellung, wie sich der Geburtenrückgang auf Kommunen auswirkt, vor welche Probleme er sie stellt und wie und ob sie mit ihnen umgehen können.
Demographischer Wandel, Geburtenrückgang, „Deutschland stirbt aus“. Das sind Phrasen, die die mediale und politische Debatte über die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland der letzten Jahre kennzeichnen. Politiker aller Parteien, auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene, diskutieren über Frauenquoten, Kitaplatzgarantie, Herdprämie, Pflegenotstand, das Sterben von Ortschaften und Fachkräftemangel. Kristina Schröder, Familienministerin der schwarz-gelben Bundesregierung 2009 – 2013, sprach sich dafür aus, dass Frauen durchaus schon während des Studiums Kinder bekommen sollten. Der ehemalige NRW Ministerpräsident Jürgen Rütgers forderte bereits im Jahr 2000 polemischerweise „Kinder statt Inder“ und Thilo Sarrazin prophezeite 2010, ebenso polemisch, „Deutschland schafft sich ab.“ Diese offen und oft medial diskutieren Meinungen zeigen wie aktuell, weitläufig und brisant das Thema des demographischen Wandels ist. Es geht um die Zukunft des deutschen Staates und darum, wie sich unsere gesellschaftlichen Strukturen in den nächsten Jahrzehnten ändern werden und warum.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entwicklung der Position der Frau in Beruf und Familie in der BRD seit 1949
3. Demographischer Wandel und Geburtenrückgang
3.1. Demographischer Wandel: Schrumpfung, Vereinzelung, Geburtenrückgang
3.2. Aspekte und Ursachen des Geburtenrückgangs
3.2.1. Vereinbarkeit von Beruf und Familie
3.2.2. Veränderte Sicht auf Elternschaft
3.2.3. Individualisierte Lebensplanung
3.2.4. Veränderung des Lebensstandards
4. Moderne Familien und Frauenpolitik: Bund, Land, Kommunen
4.1. Alterung, Abwanderung & Geburtenrückgang
4.2. Finanzierungsdefizite, Betreuungsnotstand & Folgen
4.3. Frauenpolitik
4.4. Anforderungen an Bundes- und Landespolitik
4.5. Kommunale Lösungsansätze
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die komplexen Ursachen des Geburtenrückgangs in Deutschland unter Berücksichtigung der veränderten sozioökonomischen Rolle der Frau sowie der Auswirkungen auf die kommunale Ebene. Das zentrale Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen staatlichen Förderstrukturen und der heutigen Lebensrealität von Frauen und Familien aufzuzeigen sowie Handlungsspielräume für eine effizientere Politik zu identifizieren.
- Historische Entwicklung der Geschlechterrollen und Emanzipation seit 1949
- Analyse der Einflussfaktoren auf den Geburtenrückgang (Vereinbarkeit, Lebensstandard, Individualisierung)
- Strukturelle Auswirkungen des demographischen Wandels auf deutsche Kommunen
- Herausforderungen der modernen Familien- und Frauenpolitik
- Identifikation kommunaler Lösungsansätze durch Nutzung von Humankapital
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Frauen im Beruf sind heute keine Besonderheit mehr. 2009 lag die Erwerbstätigenquote der Frauen bei 65,1 %, gerade mal 10 Prozent unter der der Männer. Das Leben der Frau im 21. Jahrhundert spielt sich nicht mehr zwangsläufig in den eigenen vier Wänden und mit dem Beruf „Hausfrau und Mutter“ ab. Bei den Absolventen deutscher Hochschulen machen Frauen knapp über 50 % aus, bei den Promotionen liegen sie immerhin bei 45,4 %.
Frauen drängen also offensichtlich in den Arbeitsmarkt und nicht, wie noch größtenteils in den 60er und 70er Jahren, in minderqualifizierte Berufe, sondern auch in akademische und gut bezahlte Branchen.
Im Beruf angekommen, müssen sie sich jedoch Herausforderungen stellen, die ihre männlichen Kollegen weniger stark betreffen. Abgesehen vom Lohngefälle und der generellen Schwierigkeit in hohe Positionen zu gelangen, leiden vor allem Frauen unter der mangelnden Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Kinder binden, Kinder limitieren. Sie nehmen die Frauen zwangsläufig für einige Zeit aus dem Beruf und auf längere Sicht hemmen sie die so oft geforderte räumliche wie zeitliche Flexibilität. Am Arbeitsmarkt sind Kinder ein für die Aufstiegschancen lähmender Faktor. Dazu kommt, dass die staatlichen Angebote für die frühkindliche Betreuung nicht ausreichen. Trotz Rechtsanspruch auf Kitaplätze durch den Bund, kapitulieren viele Kommunen vor der Unmöglichkeit der Gewährleistung, sodass bis August 2013 gut 220.000 Kitaplätze fehlten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die mediale Debatte über den demographischen Wandel und Skizzierung der Zielsetzung, den Geburtenrückgang in Deutschland zu analysieren.
2. Entwicklung der Position der Frau in Beruf und Familie in der BRD seit 1949: Darstellung des historischen Wandels der Rolle der Frau durch rechtliche Anpassungen und gesellschaftliche Umbrüche.
3. Demographischer Wandel und Geburtenrückgang: Analyse der Begriffe Schrumpfung und Vereinzelung sowie Erörterung zentraler Ursachen wie Vereinbarkeit und veränderter Elternschafts-Sicht.
4. Moderne Familien und Frauenpolitik: Bund, Land, Kommunen: Untersuchung der Auswirkungen des Wandels auf die kommunale Ebene, insbesondere im Hinblick auf Finanzdefizite und Strategien zur Nutzung von Humankapital.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Notwendigkeit eines gesellschaftlichen und politischen Umdenkens für eine attraktive Familienpolitik.
Schlüsselwörter
Geburtenrückgang, demographischer Wandel, Frauenpolitik, Familienpolitik, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Erwerbstätigenquote, Humankapital, Kommunalpolitik, Kinderlosigkeit, Lebensbiographien, Sozialstruktur, Geschlechtergerechtigkeit, Altenquotient, soziale Infrastruktur, Emanzipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Ursachen des Geburtenrückgangs in Deutschland unter Berücksichtigung der veränderten gesellschaftlichen und beruflichen Rolle der Frau.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Frauenrolle, soziologische Gründe für Kinderlosigkeit und die Auswirkungen dieser Entwicklungen auf die kommunale Handlungsfähigkeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie sich der Geburtenrückgang auf Kommunen auswirkt und welche politischen Rahmenbedingungen notwendig sind, um Kinderkriegen wieder attraktiver zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Aufarbeitung von Literatur sowie statistischen Daten, um soziologische Phänomene in den Kontext der Politikgestaltung zu setzen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenanalyse für den Geburtenrückgang (u.a. Vereinbarkeit, Individualisierung) und eine Untersuchung der Herausforderungen für Bund, Länder und Kommunen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen gehören neben Geburtenrückgang und Demographie insbesondere Familienpolitik, Vereinbarkeit, Humankapital und Kommunalpolitik.
Warum wird die Rolle der Kommunen so stark betont?
Kommunen sind die unmittelbaren Orte, an denen die Folgen des demographischen Wandels und des Betreuungsnotstandes sichtbar werden und wo direkte soziale Lösungsansätze implementiert werden können.
Welche Rolle spielt das "Humankapital" in den kommunalen Lösungsansätzen?
Das Humankapital, insbesondere das Wissen und die Zeit von Senioren, wird als Ressource betrachtet, um soziale Strukturen zu entlasten und das Generationenverständnis zu fördern.
Was ist laut Autorin das größte Hindernis für Familienplanung?
Neben ökonomischer Unsicherheit ist es die strukturelle Rücksichtslosigkeit der Gesellschaft gegenüber Familien und die Angst, dass Kinder die berufliche oder persönliche Lebensentfaltung dauerhaft behindern könnten.
- Arbeit zitieren
- Sian Birkner (Autor:in), 2014, Darstellung des Geburtenrückgangs und Gründe für die Veränderung des Gebärverhaltens der Frau in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376361