Der Schriftspracherwerb im deutschen Raum. Inwieweit kann Paul Maars "Der Buchstabenfresser" dazu beitragen die Rechtschreibung von Kindern zu verbessern?


Hausarbeit, 2012

9 Seiten, Note: 2.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Einleitung
3
2. Kurze Zusammenfassung des Buches ,,Der Buchstaben-Fresser"
4
3. Bewertung der Einsatzmöglichkeiten des Buches
4
3.1 positive Aspekte
4
3.2 negative Aspekte
6
4. Fazit
7
I
Literatur
8
II
Quellenverzeichnis
9

3
1. Einleitung
Die PISA-Studie, die im Jahre 2000 durchgeführt wurde, zeigt, dass dem deutschen
Schriftspracherwerb mehr Bedeutung zukommen muss. Die deutschen Schülerinnen
und Schüler stehen hinsichtlich ihrer Lesekompetenz, im Vergleich zu anderen
Ländern, bei dieser Studie im Mittelfeld. Gut ausgestattete Schulen und gute
Lehrkörper sind oftmals nicht ausreichend, was diese Thematik angeht.
1
Gerade im
Vorschulalter (Kindesalter 5 bis 6 Jahre) sollten Kinder der Problematik des Anlautes
eines Wortes gewachsen sein. Der Schriftspracherwerb ist von dem alphabetischen
Verständnis der Sprache abhängig, die durch unterschiedliche Methodiken geschult
werden kann.
2
Der Schriftspracherwerb unterteilt sich in drei Phasen. Die Aneignung
findet in der ersten Phase ,,logographisches Lesen" statt, das rein visuell dargestellt
wird, um fortfolgend den Sinn des ,,alphabetischen Schreibens" zu verstehen. Hat
das Kind das verinnerlicht, kann es erste Lautstrukturen in das Schriftbild
modifizieren.
3
Skandinavische und deutsche Trainingsstudien beweisen, dass
Kinder, die mit dem spielerischen Umgang die Schriftsprache erlernen, meist in der
zweiten und dritten Klasse eine bessere Lesekompetenz aufweisen.
4
Deshalb soll
diese Methodik im Näheren anhand eines Beispiels erläutert werden.
Im ersten Abschnitt sollte eine kurze Zusammenfassung des didaktischen Textes
,,Der Buchstaben-Fresser" von Paul Maar einen Überblick über das Beispiel
verschaffen. Desweiteren wird dieses Beispiel anhand positiver und negativer Kritik
betrachtet. Das Ende der Hausarbeit bildet ein Fazit.
1
Vgl. Baumert & Schumer, In: Baumert u.a. (Hrsg.), 2000, S. 159­202
2
Vgl. www.db-thueringen.de
3
Vgl. Mannhaupt, 2002, S. 51f.
4
Vgl. Küspert, 1998, S. 35ff.

4
2. Kurze Zusammenfassung des Buches ,,Der Buchstaben-Fresser"
,,Der Buchstaben-Fresser" von Paul Maar ist ein Lesebeispiel, das in der ersten und
zweiten Jahrgangsstufe eingesetzt werden kann. Diese Geschichte befasst sich mit
einem Fabelwesen, das sehr gefräßig ist. Das Wesen frisst Buchstaben auf bzw.
tauscht diese aus, sodass neue Wörter entstehen. Durch einen spielerischen
Umgang im Schriftspracherwerb sollen Schülerinnen und Schüler lernen, dass
Wörter mit nur einer Buchstabenveränderung einen völlig neuen Sinn ergeben
können. Die Geschichte gibt einige Beispiele vor, wie die ,,Schale". Aus der ,,Schale"
wurde durch das gefräßige Wesen das Wort ,,Schule". Die Aufgabe der Kinder
besteht darin, sich Wörter auszudenken, die sich zerlegen lassen, um somit neue zu
erfinden. Ziel dieser Methode ist es, den Kindern durch einen spielerischen Umgang
mit einzelnen austauschbaren Buchstaben den Schriftspracherwerb zu
gewährleisten.
3. Bewertung der Einsatzmöglichkeiten des Buches
3.1 positive Aspekte
Der spielerische Umgang fördert das Bewusstsein für Lautstrukturen der Wörter und
ein phonologisches Verständnis. Dieses setzt allerdings voraus, dass Kinder Wörter
zerlegen können. Wichtig hierbei ist es, dass Lehrerinnen und Lehrer eine klare
Aufgabenstellung formulieren und somit eine Durchschaubarkeit der Aufgabe
garantieren. So können Kinder die Handlungen im Deutschunterricht nachvollziehen,
um spätere Aufgabenstellungen konkreter erledigen zu können.
5
In dem Textbeispiel,
dass das genannte Buch didaktisch ergänzt, wird eine Unterrichtseinheit dargestellt,
die einen konkreten Ablaufplan besitzt. Dieser ist meiner Meinung nach sehr gut
aufgebaut. Die Kinder werden langsam an das Thema herangeführt. Sie sollen am
Anfang den Buchstabenfresser nach ihrer eigenen Phantasie malen, was die
Motivation der Kinder in diesem Alter weckt und eine langsame Hinführung zum
Thema ermöglicht. Ohne dieses Vorgehen wird es schwierig das Ziel des
Schriftspracherwerbs im Auge zu behalten, da diese Motivation Ideen entwickeln
lässt und vorhandenes Wissen bereitstellt.
6
Klassische Abschreibübungen zeichnen
sich dadurch aus, dass die Wörter einfach nur ins Heft übernommen werden. Eigene
5
Bergk, 1980 S. 46ff.
6
Vgl. Spitta, 1998, S.30ff.

5
kreative Ideen und die Weiterentwicklung der Selbstständigkeit werden dabei außer
Acht gelassen.
Desweiteren gibt es bei diesem Modell kein ,,Richtig" oder ,,Falsch". Selbst erfundene
Wörter werden nicht ausgeschlossen, solange sie neue ergeben. Das ermöglicht den
Schülerinnen und Schülern eine gewisse Selbstkontrolle. Es gibt keine starre
vorgelegte Lösung, die viele Kinder unter Druck setzen könnte. Gerade der eigene
Kontrollprozess ermöglicht ein neues Überdenken und Überarbeiten des Textes. Ist
das Kind hier schon durch ein ,,Falsch" demotiviert, werden der Textentwurf und das
weitere Schreibverhalten stark beeinflusst. Kinder haben im Alter von 6 Jahren nach
Hannelore
Grimm
das
Vermögen,
sich
selbst
zu
korrigieren
und
Beurteilungsaufgaben sowie Korrekturaufgaben eigenständig durchzuführen.
7
,,Banale" und eher äußerlich gehaltende Korrekturen durch die Lehrperson nehmen
Kindern die Möglichkeit eigene Überarbeitungsprozesse und das selbstständige
Engagement durchzuführen.
8
Auch der unterschiedliche Leistungsstand der Kinder
ist in dieser Hinsicht kein Nachteil. Das phantasievolle Erfinden von neuen Wörtern
schließt Kinder mit einem niedrigeren Leistungsstand nicht aus. Es ist keine
bestimmte Buchstabenfolge bzw. kein starres Konzept vorgegeben.
Da es die Geschichte des Buchstaben-Fressers auch als Hörbuch gibt, können beide
Medien
gleichzeitig
eingesetzt
werden,
um
nicht
nur
das
visuelle
Vorstellungsvermögen der Kinder zu verbessern, sondern auch den auditiven Einlass
zu gewährleisten. Dieses Hörbuch kann weiterhin das phonologische Bewusstsein
fördern, das die Grundlage für den Schriftspracherwerb bildet. Auditives Lernen setzt
gewisse sensomotorische Fähigkeiten des Kindes voraus. Ohne Wahrnehmung
ihres Umfeldes und der eigenen Wahrnehmung können Kinder in ihren
Entwicklungsstufen eingeschränkt werden. Das Hören hat eine hohe Signifikanz.
Schon im frühen Alter machen Kinder durch ihre Hörerlebnisse ihre ersten
Erfahrungen und gewinnen Sinneseindrücke. Der Schriftspracherwerb baut sich auf
der Lautstruktur auf, d.h. die Aufmerksamkeit des Kindes sollte sich auf die Struktur
der einzelnen Wörter fixieren. Um dies bei den Grundschulkindern zu fördern, sollte
die auditive Wahrnehmung gefördert werden. Diese Förderung findet durch die
bewusste Wahrnehmung von bestimmten Betonungen, Silben, Sätzen, Lauten, etc.
7
Vgl. Grimm,1995. S. 731
8
Vgl. Spitta, 1998. S.33ff.
Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Der Schriftspracherwerb im deutschen Raum. Inwieweit kann Paul Maars "Der Buchstabenfresser" dazu beitragen die Rechtschreibung von Kindern zu verbessern?
Hochschule
Universität Erfurt
Note
2.0
Autor
Jahr
2012
Seiten
9
Katalognummer
V376422
ISBN (eBook)
9783668535626
ISBN (Buch)
9783668535633
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
PISA, Buchstabenfresser, Schriftspracherwerb, Schule, Kinder, Rechtschreibung, Deutschland, Pädagogik, Didaktik, Paul Maar
Arbeit zitieren
Anna Witzstrock (Autor), 2012, Der Schriftspracherwerb im deutschen Raum. Inwieweit kann Paul Maars "Der Buchstabenfresser" dazu beitragen die Rechtschreibung von Kindern zu verbessern?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376422

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