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Zur Kritik des eliminativen Materialismus

Title: Zur Kritik des eliminativen Materialismus

Term Paper , 2014 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dr. Christian H. Sötemann (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Der Aufsatz diskutiert eine Extremposition in der Philosophie des Geistes, den eliminativen Materialismus. Neben einer kurzen definitorischen Skizze des eliminativen Materialismus werden Argumente gegen diese Position angeführt: zum einen eine mögliche Kritik am Materialismus überhaupt (exemplarisch aus den Perspektiven Kants und Schopenhauers); in der Folge vier Argumente, die sich spezifisch und kritisch mit den eliminativistischen Behauptungen Churchlands auseinandersetzen.

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Inhaltsverzeichnis

1 Zur Problemstellung – postcartesianische Fragen

2 Die Konzeption des eliminativen Materialismus

2.1 Definition des Materialismus

2.2 Definition des eliminativen Materialismus

3 Argumente gegen den eliminativen Materialismus

3.1 Zur Widerlegung der materialistischen Position überhaupt

3.2 Zur Widerlegung der eliminativ-materialistischen Position

3.2.1 Das Argument der Selbstwiderlegung

3.2.2 Das Argument des Eigenpsychischen

3.2.3 Das Argument der Alltagspsychologie als vortheoretischer Kommunika-tionsgrundlage

3.2.4 Das Argument der fehlenden Notwendigkeiten

4 Konklusion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophische Position des eliminativen Materialismus nach Paul Churchland und setzt sich kritisch mit dessen Forderung auseinander, alltagspsychologische Begriffe durch neurowissenschaftliche Erkenntnisse zu ersetzen, um zu begründen, warum dieser Ansatz inhaltlich abgelehnt werden darf.

  • Grundlagen des Materialismus und des eliminativen Materialismus
  • Kritische Analyse des eliminativen Materialismus
  • Das Problem der Selbstwiderlegung
  • Die Rolle der Alltagspsychologie als notwendige Interaktionsgrundlage
  • Grenzen der neurowissenschaftlichen Ersetzbarkeit intentionaler Zustände

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Das Argument der Selbstwiderlegung

Ein naheliegend erscheinendes, von Churchland aber bereits vorweggenommenes potentielles Argument gegen den eliminativen Materialismus liegt im sogenannten Selbstanwendungsproblem – wenn nämlich behauptet wird,

„that the familiar mental states do not really exist. But that statement is meaningful, runs the argument, only if it is the expression of a certain belief, and an intention to communicate, and a knowledge of the language, and so forth. But if the statement is true, then no such mental states exist, and the statement is therefore a meaningless string of marks or noises, and cannot be true. Evidently, the assumption that eliminative materialism is true entails that it cannot be true.” (Churchland 1988, S. 48)

Dieses Argument unterstellt also, daß im eliminativen Materialismus implizit bereits dasjenige vorausgesetzt wird, was widerlegt werden soll: ein Rückgriff auf eben die mentalen Kapazitäten, die in der Alltagspsychologie dominieren, weil ja der entsprechende Forscher seine Überzeugung, seinen Glauben usw. mitteilt und davon ausgeht, daß hierdurch anderen Menschen der Inhalt seiner Forschung verständlich mitgeteilt wird; und wenn der Eliminitativist dies tut, „must he not believe what he says? And how could he do that if there really were no beliefs?” (Hanfling 2003, S. 260; vgl. auch Hacker 2001, S. 82) Er muß ja, wie Churchland in seinen wissenschaftlichen Beiträgen, auf die bestehende Alltagssprache rekurrieren, um seinen Ansatz allererst hervorbringen zu können (vgl. Hanfling 2003, S. 260).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Zur Problemstellung – postcartesianische Fragen: Einführung in das cartesianische Dualismus-Problem und Präsentation des eliminativen Materialismus als radikale, wenn auch intuitiv schwer akzeptable Antwort.

2 Die Konzeption des eliminativen Materialismus: Definition des allgemeinen Materialismus und Spezifizierung des eliminativen Materialismus als Theorie, die mentale Zustände und deren alltagspsychologische Sprache durch neurowissenschaftliche Ontologien ersetzen will.

3 Argumente gegen den eliminativen Materialismus: Umfassende Auseinandersetzung mit theoretischen Schwachstellen des eliminativen Materialismus, unterteilt in allgemeine materialistische Kritik und spezifische Widerlegungsversuche.

3.1 Zur Widerlegung der materialistischen Position überhaupt: Kritische Beleuchtung der materialistischen Weltsicht anhand idealistischer Gegenargumente, insbesondere von Kant und Schopenhauer.

3.2 Zur Widerlegung der eliminativ-materialistischen Position: Detaillierte Prüfung der Argumente gegen den spezifischen eliminativistischen Ansatz, einschließlich Selbstwiderlegung und epistemologischer Hürden.

3.2.1 Das Argument der Selbstwiderlegung: Analyse des Vorwurfs, dass der eliminative Materialismus die Existenz mentaler Zustände voraussetzen muss, um überhaupt behauptet werden zu können.

3.2.2 Das Argument des Eigenpsychischen: Diskussion der Unmittelbarkeit des Erlebens (z. B. Schmerz) und der Unzulänglichkeit neurowissenschaftlicher Substitution für unser direktes Verständnis.

3.2.3 Das Argument der Alltagspsychologie als vortheoretischer Kommunikationsgrundlage: Darlegung, dass die Alltagssprache keine ersetzbare Theorie, sondern die notwendige Basis für zwischenmenschliche Interaktion und Verständigung ist.

3.2.4 Das Argument der fehlenden Notwendigkeiten: Widerlegung der Annahme, dass eine Ersetzung der Alltagspsychologie durch Neurowissenschaft zwingend oder realistisch sei.

4 Konklusion: Zusammenfassende Einschätzung des eliminativen Materialismus als unkonstruktive Extremposition, die trotz vorhandener neurowissenschaftlicher Fortschritte ihre Geltungsansprüche maßlos überhöht.

Schlüsselwörter

Eliminativer Materialismus, Paul Churchland, Alltagspsychologie, Philosophie des Geistes, Neurophilosophie, Mentale Zustände, Intentionalität, Reduktionismus, Erkenntnistheorie, Selbstwiderlegung, Leib-Seele-Problem, Epistemologie, Wissenschaftstheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die philosophische Position des eliminativen Materialismus, welche mentale Zustände als nicht existent betrachtet und durch eine neurowissenschaftliche Beschreibung ersetzen möchte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Philosophie des Geistes, das Verhältnis von Alltagspsychologie und Naturwissenschaften sowie die Kritik am reduktionistischen Anspruch des eliminativen Materialismus.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die argumentative Legitimation, warum der eliminative Materialismus nach Paul Churchland nicht nur intuitiv abgelehnt wird, sondern auch inhaltlich als unzureichend widerlegt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-analytische Methode, indem sie die Thesen des eliminativen Materialismus rekonstruiert und mit Gegenargumenten aus der Philosophie des Geistes und der Erkenntnistheorie konfrontiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Widerlegung der Position durch Argumente wie die Selbstwiderlegung, die Unverzichtbarkeit des Eigenpsychischen und die Funktion der Alltagssprache als Kommunikationsbasis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist charakterisiert durch Schlagworte wie eliminativer Materialismus, Alltagspsychologie, Mentale Zustände, Reduktionismus, Leib-Seele-Problem und Philosophie des Geistes.

Warum wird das Argument der "Selbstwiderlegung" als so zentral für die Kritik betrachtet?

Es ist zentral, weil es aufdeckt, dass der Eliminativist für seine eigene Theorieformulierung unweigerlich genau die mentalen Kapazitäten voraussetzt, deren Existenz er gleichzeitig leugnet.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen "Gründen" und "neuronalen Kausalketten"?

Die Arbeit betont, dass Gründe (etwa für eine Schmerzäußerung) eine andere Ebene als neuronale Kausalität darstellen und die ersteren nicht durch letztere in ihrer kommunikativen Funktion ersetzt werden können.

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Details

Title
Zur Kritik des eliminativen Materialismus
College
University of Hagen
Grade
1,0
Author
Dr. Christian H. Sötemann (Author)
Publication Year
2014
Pages
20
Catalog Number
V376437
ISBN (eBook)
9783668536029
ISBN (Book)
9783668536036
Language
German
Tags
Philosophie des Geistes eliminativer Materialismus Materialismus Neurowissenschaften Alltagspsychologie analytische Philosophie philosophy of mind ordinary language philosophy
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Christian H. Sötemann (Author), 2014, Zur Kritik des eliminativen Materialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376437
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