Personalschwache NROs und der Einsatz von Google Earth Outreach. Möglichkeiten und Grenzen


Essay, 2010
9 Seiten, Note: 1.7
Ron Böhler (Autor)

Leseprobe

1
Gliederung
Seite(n)
1
E
INFÜHRUNG
...
1
­
2
2
G
OOGLE
E
ARTH
O
UTREACH
:
B
EGRIFF UND
K
ONZEPT
...
2
2.1
F
UNKTIONSWEISE VON
GEO
...
2
­
3
2.2
E
INSATZPOTENTIAL
...
3
3
M
ÖGLICHKEITEN UND
G
RENZEN DES
E
INSATZES VON
GEO
... 3
3.1
V
ORTEILE
...
4
3.2
N
ACHTEILE
... 4
­
5
4
F
ALLBEISPIEL
:
BOS
D
EUTSCHLAND E
.V.
... 5
4.1
N
UTZUNG VON
GEO
... 5
­
6
4.2
W
ENIG
P
ERSONAL
,
HOHER
G
EWINN
... 7
5
Z
USAMMENFASSUNG
... 7
6
N
ACHWEISE
... 8
1
E
INFÜHRUNG
Im
vorliegenden
Essay
soll
verdeutlicht
werden,
wie
sich
Nichtregierungsorganisationen (NRO) mit dünner Personaldecke den Internetdienst
Google Earth Outreach (GEO) zu nutze machen können. GEO ist vor allem deshalb
für NROs jeder Art interessant, weil es eine weitaus fortschrittlichere und zudem
interaktive Art der Informationsvermarktung im Vergleich zu herkömmlichen
Webseiten darstellt. Sinnvollerweise jedoch sollten beide Oberflächen symbiotisch
eingesetzt werden. In jedem Fall aber bietet die Internetseite von GEO
(
http://earth.google.com/outreach/index.html
) eine zentralisierte Anlaufstelle für
Interessenten der Arbeit von NROs. Die Applikation GEO ist einerseits für die eigene
Projektentwicklung und -ausführung geeignet sowie andererseits für effektive
Personal- und Spendenakquise. Und das zu bei geringem Personal- und Sachaufwand.
Insbesondere gemeinnützige Nichtregierungsorganisationen führen einen
steten und schwierigen Kampf um ihre Existenz. Nur 36% aller Bundesbürger ab 14
Jahren engagieren sich freiwillig und ehrenamtlich. (BMFSFJ 2005) Entsprechend ist

2
die Personaldecke meist dünn. Zusätzlich lastet auf gemeinnützigen NROs zumeist
der Druck, Personalkosten niedrig zu halten, um im Sinne ihrer Gemeinnützigkeit den
Großteil des Spendenaufkommens dem eigentlichen Spendenzweck zuzuführen.
Dennoch ist der Erfolg einer NRO vor allem durch eine gute Öffentlichkeitsarbeit
bedingt. Für viele NROs stellt sich also die Frage, wie sie mit den zur Verfügung
stehenden materiellen Kapazitäten sowie dem vorhanden Personal effizient und
effektiv arbeiten können. Gemessen am potentiell angesprochenen Adressatenkreis
sowie dem Kosten-Nutzen-Verhältnis ist der Einsatz von Google Earth Outreach eine
Alternative, um mit wenig Ressourcen viel zu erreichen.
Zunächst wird die Funktionsweise von GEO näher erläutert und anschließend
die Vor- sowie die Nachteile des Einsatzes dieser Applikation für NROs aufgezeigt.
Das Beispiel des Borneo Orangutan Survival (BOS) Deutschland e.V. soll
anschließend aufzeigen, wie NROs GEO sinnvoll und gewinnbringend für ihre
Interessen einsetzen können.
2
G
OOGLE
E
ARTH
O
UTREACH
:
B
EGRIFF UND
K
ONZEPT
Google Earth Outreach ist eine Online-Applikation des Unternehmens Google Inc. Es
handelt sich hierbei um eine Erweiterung der seit 2004 von Google angebotenen
Dienstleistungssoftware Google Earth, die speziell für den Bedarf von NROs und
gemeinnützigen Vereinen entwickelt wurde. Ziel ist es, diesen Organisationen die
Möglichkeit zu geben, Informationen über sich und Projekte kartografiert online zur
Verfügung zu stellen.
2.1
F
UNKTIONSWEISE VON
GEO
NROs können zu diesem Zwecke eigene KML- bzw. KMZ-Dateien
1
erstellen,
die gewünschte Informationen in Form von Geodaten enthalten. Diese KML-Dateien
können von NROs online zur Verfügung gestellt und von jedem Internetanwender
heruntergeladen, geöffnet und betrachtet werden. Die Subkategorien sind dabei
äußerst vielseitig: Von globalen Entwicklungen und Umwelt, über Bildung und
Kulturelles bis hin zu sozialen Diensten können NROs in allen erdenklichen
Themenbereichen KML-Dateien anlegen. Auf diese Weise kann entweder die Krise in
1
KML, kurz für Keyhole Markup Language, ist eine Auszeichnungssprache zur Formulierung und
Speicherung von Geodaten (z.B. Punkten, Bildern, Modelle) in Google Earth und Google Maps. Bei
KML handelt es sich um ein komprimiertes Format entsprechend einer ZIP-Datei.

3
Darfur verfolgt werden oder aber die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere
Umwelt im Jahr 2100 betrachtet werden. Zusätzlich können Texte- und
Bilddokumente, Animationen sowie eigene Videos aus ebenfalls zur Google Inc.
gehörigen Internetplattform Youtube in die Karten integriert werden.
Selbstverständlich verlangt die Anwendung der Applikation erweiterte
Programmierkenntnisse. Die Erstellung kann in einem einfachen Texteditor oder aber
zeitsparend und direkt über Google Earth erfolgen.
2.2
E
INSATZPOTENTIAL
Das Angebot richtet sich prinzipiell an alle NROs mit überregionalem
Charakter, deren Projekte geografisch dargestellt werden können. Eine
Kartografierung von Hilfsprojekten beispielsweise intellektueller oder virtueller Art
via GEO dürfte sein Ziel verfehlen. Gerade aber um Projektentwicklungen wie zum
Beispiel der Wiederaufforstung des Regenwaldes über einen gewissen Zeitraum
darzustellen, ist die Applikation bestens geeignet.
Inzwischen befinden sich viele namhafte NROs mit den unterschiedlichsten
Arbeitsschwerpunkten unter den Nutzern von GEO, so z.B. Greenpeace, Earthwatch,
der Global Heritage Fund sowie WaterAid.
3
M
ÖGLICHKEITEN UND
G
RENZEN DES
E
INSATZES VON
GEO
Die Frage nach den Vor- und Nachteilen einer Online-Applikation für NROs ist
gleichzusetzen mit der Frage nach den Kosten und Nutzen jener für die Organisation.
NROs, die eher notorisch unter Geldmangel leiden und über wenig Personal verfügen,
werden Vermarktungsstrategien nach strikten Kriterien bewerten und auswählen.
Andere, die über ein größeres Jahresbudget verfügen, müssen dennoch aufgrund ihrer
Gemeinnützigkeit darauf achten, einen möglichst niedrigen Betrag für Personal-,
Verwaltungs- und Sachkosten auszugeben. Wichtig ist also, Kosten außerhalb des
Spendenaufkommens zu minimieren.
Neben klassischen Public Relations-Strategien wie der Schaltung von
Werbung oder der Direktrekrutierung von Spendern und Mitstreitern auf der Straße ist
Google Earth Outreach eine äußerst kostenschonende Variante, allerdings nicht in
jedem Fall und nicht für jede NRO.

4
3.1
V
ORTEILE
Von Vorteil ist zunächst der niedrige Kostenfaktor. Die Visualisierung eigener
Projekte via GEO verursacht keinerlei finanzielle Kosten, sondern erfordert einzig
personalen Einsatz sowie Arbeitsstunden. Damit erhalten NROs einerseits die
Möglichkeit zur Eigenvermarktung zum Nulltarif und können überdies ihr Portfolio
einem potenziellen weltweiten Publikum präsentieren. Das World Wide Web erfüllt
seinen begrifflichen Sinn.
Weiterhin ermöglicht der Onlinedienst die intelligente Vernetzung von
Informationen und Kampagnen mit Projekten anderer NROs respektive Institutionen
zum Aufbau strategischer Partnerschaften. Damit können Kosten, Kapazitäten sowie
Strukturen geteilt werden und Projekte werbestrategisch effizient umgesetzt werden.
Auch erhalten die eigentlichen Projekte eine weitaus höhere Tragweite.
Nicht zu vernachlässigen sind die Archivierungsoptionen der Applikation.
Daten und Informationen können vereinheitlicht, qualitativ hochwertig verarbeitet,
langfristig gespeichert sowie allgemein zugänglich gemacht werden.
Schließlich optimiert GEO die Personal- und Spendenakquise. Nicht nur
werden potentielle ehrenamtliche Helfer und Geldgeber auf laufende Projekte
aufmerksam gemacht und für diese sensibilisiert. Auch können der Erfolg eines
Projektes sowie der sinnvolle Einsatz von Spendengeldern unmittelbar aufgezeigt und
nachvollzogen werden. NROs gewinnen so an Vertrauen und leisten ihrer
Rechenschaftsverpflichtung Vorschub.
3.2
N
ACHTEILE
Allerdings offenbaren sich bei näherer Betrachtung auch Nachteile bzw.
Risiken des Einsatzes von GEO. Zwar erreicht eine NRO mit Outreach einen
enormen potentiellen Interessentenkreis. Allerdings ist die Applikation gegenwärtig
noch nicht zur für viele gemeinnützige Organisationen so wichtige Spendenakquise
geeignet. Das ist schlicht dem Umstand geschuldet, dass der typische Internetnutzer
von heute keineswegs der typische Spender von heute ist ­ noch verlaufen die
Entwicklungen diametral.
Einer Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB)
über das Spendenverhalten in Deutschland zufolge erreichten 2004 die Altersgruppe
der 65- bis 74-jährigen mit 77 % sowie der über 75-jährigen mit 79 % die höchsten
Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Personalschwache NROs und der Einsatz von Google Earth Outreach. Möglichkeiten und Grenzen
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1.7
Autor
Jahr
2010
Seiten
9
Katalognummer
V376503
ISBN (eBook)
9783668537750
Dateigröße
1036 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Bitte unter folgendem Pseudonym veröffentlichen: Ron Böhler
Schlagworte
NRO, Nichtregierungsorganisation, GEO, Google Earth Outreach, BOS, Borneo Orangutan Survival
Arbeit zitieren
Ron Böhler (Autor), 2010, Personalschwache NROs und der Einsatz von Google Earth Outreach. Möglichkeiten und Grenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376503

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