In diesem Essay soll verdeutlicht werden, wie sich Nichtregierungsorganisationen (NROs) mit dünner Personaldecke den Internetdienst Google Earth Outreach (GEO) zunutze machen können. GEO ist vor allem deshalb für NROs jeder Art interessant, weil es eine weitaus fortschrittlichere und zudem interaktive Art der Informationsvermarktung im Vergleich zu herkömmlichen Webseiten darstellt. Sinnvollerweise jedoch sollten beide Oberflächen symbiotisch eingesetzt werden. In jedem Fall aber bietet die Internetseite von GEO eine zentralisierte Anlaufstelle für Interessenten der Arbeit von NROs. Die Applikation GEO ist einerseits für die eigene Projektentwicklung und -ausführung geeignet sowie andererseits für effektive Personal- und Spendenakquise. Und das zu bei geringem Personal- und Sachaufwand.
Zunächst wird die Funktionsweise von GEO näher erläutert und anschließend die Vor- sowie die Nachteile des Einsatzes dieser Applikation für NROs aufgezeigt. Das Beispiel des Borneo Orangutan Survival (BOS) Deutschland e.V. soll anschließend aufzeigen, wie NROs GEO sinnvoll und gewinnbringend für ihre Interessen einsetzen können.
Insbesondere gemeinnützige Nichtregierungsorganisationen führen einen steten und schwierigen Kampf um ihre Existenz. Nur 36% aller Bundesbürger ab 14 Jahren engagieren sich freiwillig und ehrenamtlich. Entsprechend ist die Personaldecke meist dünn. Zusätzlich lastet auf gemeinnützigen NROs zumeist der Druck, Personalkosten niedrig zu halten, um im Sinne ihrer Gemeinnützigkeit den Großteil des Spendenaufkommens dem eigentlichen Spendenzweck zuzuführen. Dennoch ist der Erfolg einer NRO vor allem durch eine gute Öffentlichkeitsarbeit bedingt. Für viele NROs stellt sich also die Frage, wie sie mit den zur Verfügung stehenden materiellen Kapazitäten sowie dem vorhandenen Personal effizient und effektiv arbeiten können. Gemessen am potentiell angesprochenen Adressatenkreis sowie dem Kosten-Nutzen-Verhältnis ist der Einsatz von Google Earth Outreach eine Alternative, um mit wenigen Ressourcen viel zu erreichen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINFÜHRUNG
2 GOOGLE EARTH OUTREACH: BEGRIFF UND KONZEPT
2.1 FUNKTIONSWEISE VON GEO
2.2 EINSATZPOTENTIAL
3 MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN DES EINSATZES VON GEO
3.1 VORTEILE
3.2 NACHTEILE
4 FALLBEISPIEL: BOS DEUTSCHLAND E.V.
4.1 NUTZUNG VON GEO
4.2 WENIG PERSONAL, HOHER GEWINN
5 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie Nichtregierungsorganisationen (NRO) mit begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen den Onlinedienst Google Earth Outreach (GEO) als effizientes Instrument für die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Personal- und Spendenakquise nutzen können.
- Potenziale von Google Earth Outreach für gemeinnützige Organisationen
- Gegenüberstellung von Kosten und Nutzen digitaler Vermarktungsstrategien
- Funktionsweise der geografischen Datenvisualisierung (KML/KMZ)
- Analyse von Vermarktungschancen und demografischen Risiken
- Praktische Fallstudie des Borneo Orangutan Survival (BOS) Deutschland e.V.
Auszug aus dem Buch
3.1 VORTEILE
Von Vorteil ist zunächst der niedrige Kostenfaktor. Die Visualisierung eigener Projekte via GEO verursacht keinerlei finanzielle Kosten, sondern erfordert einzig personalen Einsatz sowie Arbeitsstunden. Damit erhalten NROs einerseits die Möglichkeit zur Eigenvermarktung zum Nulltarif und können überdies ihr Portfolio einem potenziellen weltweiten Publikum präsentieren. Das World Wide Web erfüllt seinen begrifflichen Sinn.
Weiterhin ermöglicht der Onlinedienst die intelligente Vernetzung von Informationen und Kampagnen mit Projekten anderer NROs respektive Institutionen zum Aufbau strategischer Partnerschaften. Damit können Kosten, Kapazitäten sowie Strukturen geteilt werden und Projekte werbestrategisch effizient umgesetzt werden. Auch erhalten die eigentlichen Projekte eine weitaus höhere Tragweite.
Nicht zu vernachlässigen sind die Archivierungsoptionen der Applikation. Daten und Informationen können vereinheitlicht, qualitativ hochwertig verarbeitet, langfristig gespeichert sowie allgemein zugänglich gemacht werden.
Schließlich optimiert GEO die Personal- und Spendenakquise. Nicht nur werden potentielle ehrenamtliche Helfer und Geldgeber auf laufende Projekte aufmerksam gemacht und für diese sensibilisiert. Auch können der Erfolg eines Projektes sowie der sinnvolle Einsatz von Spendengeldern unmittelbar aufgezeigt und nachvollzogen werden. NROs gewinnen so an Vertrauen und leisten ihrer Rechenschaftsverpflichtung Vorschub.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINFÜHRUNG: Die Einleitung beleuchtet die schwierige Existenzgrundlage gemeinnütziger Organisationen und führt die Notwendigkeit effizienter, kostenschonender Öffentlichkeitsarbeit mittels moderner Internetdienste wie Google Earth Outreach ein.
2 GOOGLE EARTH OUTREACH: BEGRIFF UND KONZEPT: Dieses Kapitel definiert Google Earth Outreach als spezialisierte Erweiterung der Google-Earth-Software für NROs und erläutert die technische Funktionsweise durch die Nutzung von Geodaten-Dateien (KML/KMZ).
3 MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN DES EINSATZES VON GEO: Hier werden die ökonomischen Vorteile der digitalen Visualisierung den Risiken gegenübergestellt, wobei insbesondere die demografische Diskrepanz zwischen Internetnutzern und klassischen Spendengruppen kritisch analysiert wird.
4 FALLBEISPIEL: BOS DEUTSCHLAND E.V.: Anhand der Organisation BOS Deutschland e.V. wird praktisch demonstriert, wie die Verknüpfung von visuellem Projektfortschritt und direkten Spenden-Links im Web zu einer erfolgreichen Akquise bei geringem Personalaufwand führen kann.
5 ZUSAMMENFASSUNG: Das Fazit bestätigt, dass GEO eine kostengünstige, weitreichende Alternative zu klassischen PR-Maßnahmen darstellt, sofern die technischen Anforderungen durch das Personal erfüllt werden können.
Schlüsselwörter
Nichtregierungsorganisationen, NRO, Google Earth Outreach, GEO, Öffentlichkeitsarbeit, Spendenakquise, KML, Geodaten, Projektvisualisierung, Borneo Orangutan Survival, BOS, Kosten-Nutzen-Verhältnis, digitale Vermarktung, Gemeinnützigkeit, Online-Engagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Nichtregierungsorganisationen mit knappen Personalressourcen moderne digitale Werkzeuge, speziell Google Earth Outreach, für ihre Öffentlichkeitsarbeit und Mittelbeschaffung einsetzen können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf den technologischen Möglichkeiten der geografischen Projektdarstellung, den strategischen Vorteilen und Risiken der Online-Vermarktung sowie der Analyse des Spendenverhaltens im digitalen Zeitalter.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob und wie Google Earth Outreach eine kostengünstige Alternative zu klassischen, personalintensiven PR-Methoden darstellen kann, um die Effizienz von NROs zu steigern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine fachwissenschaftliche Analyse, die theoretische Konzepte zur NRO-Kommunikation mit einer empirisch orientierten Fallstudie des Borneo Orangutan Survival (BOS) Deutschland e.V. verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in GEO, eine kritische Abwägung von Vor- und Nachteilen für NROs sowie eine detaillierte Auswertung der KML-Nutzung anhand eines konkreten Praxisbeispiels.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind unter anderem NRO, Google Earth Outreach, Spendenakquise, digitale Vermarktung, Geodaten, KML und Gemeinnützigkeit.
Warum ist laut der Arbeit eine rein digitale Akquise derzeit noch riskant?
Die Studie verweist auf das statistisch belegte Spendenverhalten, bei dem die Altersgruppen mit der höchsten Spendenbereitschaft (über 50-Jährige) eine deutlich geringere Internetaffinität aufweisen als jüngere Generationen.
Welchen konkreten Mehrwert bietet der Einsatz von KML-Dateien für eine NRO?
KML-Dateien ermöglichen es, komplexe Projekte wie Wiederaufforstungen visuell greifbar zu machen und durch direkte Verlinkungen innerhalb der Karten eine sofortige Interaktion und Spendenmöglichkeit für den Nutzer zu schaffen.
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- Ron Böhler (Author), 2010, Personalschwache NROs und der Einsatz von Google Earth Outreach. Möglichkeiten und Grenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376503