Diese Studie hat das Ziel, Wechselwirkungen innerhalb der Konstrukte „Beziehungs- und Bindungspersönlichkeit“, „Burnout-Anfälligkeit“ und „Subklinischer Narzissmus“, aufzuzeigen. Der Fokus liegt dabei auf der Entstehung eines Burnouts. Weitergehend wird untersucht, ob Alter und Geschlecht Einfluss auf die Stärke einer Burnout-Anfälligkeit haben.
Es handelt sich um eine Fragebogenstudie im Querschnittsdesign, an der 82 Teilnehmer im Rahmen einer Zufallsstichprobe partizipierten. Die Selbsteinschätzung der Teilnehmer wurde mithilfe einer Likert-Skala abgefragt.
Inhaltsverzeichnis
1. Theoretischer Hintergrund
1.1 Beziehungs- und Bindungspersönlichkeit
1.2 Burnout- Anfälligkeit
1.3 Subklinischer Narzissmus
1.4 Fragestellung und Hypothesen
2. Methode
2.1 Stichprobe und Vorgehen
2.2 Instrumente und Maße
2.2.1 Beziehungs- und Bindungspersönlichkeitsinventar (BB-PI) nach Andresen
2.2.2 Stress- und Coping Inventar (SCI) nach Satow
2.2.3 Narcistic Admiration and Rivalry Questionairre (NARQ) nach Back
3. Ergebnisse
3.1 Deskriptiv- statistische Datenanalyse
3.2 Überprüfung der Hypothesen
4. Diskussion
4.1 Interpretation der Ergebnisse
4.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen Persönlichkeitskonstrukten wie der Beziehungs- und Bindungspersönlichkeit, dem subklinischen Narzissmus und der individuellen Anfälligkeit für Burnout. Ziel ist es, Zusammenhänge aufzuzeigen, die zur Entstehung eines Burnouts beitragen oder diesen abmildern können, unter zusätzlicher Berücksichtigung von demografischen Faktoren wie Alter und Geschlecht.
- Analyse der Beziehungs- und Bindungspersönlichkeit in Bezug auf Arbeitsstress.
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen subklinischem Narzissmus und Burnout-Anfälligkeit.
- Einfluss von Geschlecht und Berufserfahrung auf das Burnout-Risiko.
- Überprüfung theoretischer Annahmen durch eine empirische Fragebogenstudie (Querschnittsdesign).
- Ableitung von Ansätzen für präventive Maßnahmen in Unternehmen.
Auszug aus dem Buch
1.1 Beziehungs- und Bindungspersönlichkeit
Das Konzept der Beziehungs- und Bindungspersönlichkeit (im Folgenden abgekürzt als BBP) basiert auf der Grundannahme einer fehlenden Erfassung von partnerschaftsbezogenen Merkmalen in bisher etablierten Persönlichkeitsinventaren. Gängige Modelle zur Erfassung der Basispersönlichkeit, wie zum Beispiel das Fünf- Faktoren Modell nach Costa und McCrae (2004)1, weisen eine Lücke im Bereich der Sexualität und dem Bindungsverhalten auf. Jedoch unterscheiden sich Menschen auch stark in diesen Bereichen, worunter unter anderem Facetten wie die Wahrnehmung eigener Attraktivität, Eifersucht und emotionales Engagement fallen (Wunderlich, 2008, S. 113).
Bisherige Studien beschäftigen sich hauptsächlich mit dem Einfluss der Basispersönlichkeit auf den Partnerschaftserfolg. Eine Vielzahl an Untersuchungen belegt, dass Extraversion einen positiven Einfluss auf das Beziehungsklima hat. So ermittelte Barelds (2005) diesbezüglich einen stark positiven Zusammenhang (r= .47) und definierte Extraversion, gefolgt von Gewissenhaftigkeit (r= .15 bis .22), als stärksten Positivprädikator zur Vorhersage von Beziehungszufriedenheit. In weiteren Studien ging hervor, dass die Zusammenhänge zwischen Beziehungszufriedenheit und dem Persönlichkeitsfaktor Offenheit sehr gering ausfallen, wohingegen Verträglichkeit (r= .24) durchaus als Prädikator von Beziehungszufriedenheit angesehen werden kann (Donnellan, Conger & Bryant, 2004).
Den stärksten und negativsten Einfluss auf die Beziehungszufriedenheit hat Neurotizismus. Hervorgehoben wird dies beispielsweise in der Studie von Gattis, Berns, Simpson und Christensen (2004), deren Grundlage Informationen aus Paartherapien darstellt. Auswertungen bestätigten deutlich höhere Ausprägungen im Narzissmus bei Problempaaren als bei Paaren mit geringerer Problematik in ihrer Beziehung (Gattis et al., 2004).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Theoretischer Hintergrund: Einführung in die Konstrukte der Beziehungs- und Bindungspersönlichkeit, Burnout-Anfälligkeit und subklinischen Narzissmus sowie Herleitung der Hypothesen.
2. Methode: Beschreibung des Studiendesigns, der Stichprobenstruktur sowie der verwendeten Messinstrumente (BB-PI, SCI, NARQ).
3. Ergebnisse: Darstellung der deskriptiv-statistischen Auswertung der Daten und der statistischen Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
4. Diskussion: Interpretation der statistischen Befunde im Kontext der Fragestellung und Ausblick auf zukünftige Forschung und praktische Anwendungen.
Schlüsselwörter
Beziehungs- und Bindungspersönlichkeit, Burnout, Subklinischer Narzissmus, Persönlichkeitspsychologie, Stressbewältigung, Arbeitsplatz, empirische Studie, Querschnittsdesign, Arbeitsgestaltung, Beziehungszufriedenheit, Korrelationsanalyse, Neurotizismus, Extraversion, Burnout-Anfälligkeit, Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, inwieweit spezifische Persönlichkeitsmerkmale – konkret die Beziehungs- und Bindungspersönlichkeit sowie subklinischer Narzissmus – mit der Anfälligkeit für Burnout zusammenhängen.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft psychologische Persönlichkeitsforschung mit arbeitsbezogenen Gesundheitsaspekten, insbesondere dem Stresserleben und der Burnout-Prävention.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Identifikation von Persönlichkeitsfaktoren, die das Burnout-Risiko erhöhen oder mindern, um daraus Erkenntnisse für die betriebliche Praxis abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quantitative Fragebogenstudie im Querschnittsdesign mit einer Stichprobe von 82 Teilnehmern durchgeführt, wobei standardisierte Inventare zur statistischen Analyse genutzt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die methodische Vorgehensweise mit Vorstellung der verwendeten Testinstrumente und die detaillierte Darstellung der empirischen Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Beziehungs- und Bindungspersönlichkeit, Burnout, Subklinischer Narzissmus, Stressbewältigung und Arbeitsplatzpsychologie sind die zentralen Begriffe.
Wie stark korreliert eine negative Beziehungs- und Bindungspersönlichkeit mit Burnout?
Die Studie belegt einen signifikanten, mittelstarken positiven Zusammenhang zwischen einer negativen Bindungspersönlichkeit und einer erhöhten Burnout-Anfälligkeit.
Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede beim Burnout-Risiko?
Obwohl deskriptive Unterschiede sichtbar waren, konnte im Rahmen der Studie kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Männern und Frauen nachgewiesen werden.
Welche Rolle spielt der subklinische Narzissmus bei Burnout?
Der Zusammenhang zwischen subklinischem Narzissmus und einer Burnout-Anfälligkeit erwies sich in der Studie als eher gering.
Wurde ein Zusammenhang zwischen Berufserfahrung und Burnout gefunden?
Nein, die fünfte Hypothese, die einen positiven Zusammenhang zwischen der Dauer der Berufsausübung und dem Burnout-Risiko annahm, musste aufgrund der vorliegenden Daten verworfen werden.
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- Manuela Ferdinand (Author), 2015, Erfassung persönlichkeitsrelevanter Konstrukte im Arbeits- und Sozialleben. Beziehungs- und Bindungspersönlichkeit, Narzissmus und Burnout-Anfälligkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376537