Diese Bachelorarbeit untersucht diverse Erklärungsansätze für den Value-Growth-Spread. Es handelt sich hierbei um ein Phänomen am Finanzmarkt. Dieses Phänomen besteht darin, dass Value Aktien laut zahlreichen empirischen Studien im Durchschnitt höhere Renditen erzielen als Growth Aktien.
Dabei werden zuerst im zweiten Kapitel die Begriffe Value Aktie und Growth Aktie definiert und voneinander abgegrenzt. Dann werden vor allem verschiedene Kennzahlen erläutert, die verwendet werden, um zwischen Value und Growth Aktien zu unterscheiden. Am Ende des zweiten Kapitels wird noch der Begriff Value-Growth-Spread bzw. Value Prämie definiert, da das darauf folgende dritte Kapitel hauptsächlich davon handelt, diese Value Prämie empirisch nachzuweisen. Hierbei werden verschiedene empirische Studien herangezogen, um einen möglichst großen Überblick über dieses Phänomen in verschiedenen Ländern mit verschiedenen Datensätzen zu erhalten. Das vierte Kapitel behandelt nun die verschiedenen Erklärungsansätze für den Value-Growth-Spread. Dabei wird in Kapitel 4.1 zuerst die Frage behandelt, ob Value Aktien riskanter als Growth Aktien sind, wie es die Theorie des effizienten Marktes vermuten lässt. Es wird insbesondere ein Modell beschrieben, welches intertemporale Risiko messen soll. Danach wird kritisch auf die Ergebnisse dieses Modells eingegangen. Zudem werden andere Risikofaktoren betrachtet, die nicht direkt im Beta des Capital Asset Pricing Models (CAPM) ersichtlich sind.
Schließlich werden im Kapitel 4.1.6 die Erkenntnisse zusammengefasst und die einzelnen Studien werden zueinander in Verbindung gesetzt. Des Weiteren werden im Kapitel 4.2 andere Erklärungsansätze vorgestellt, die einen nicht effizienten Markt annehmen. Hierbei werden verschiedene irrationale Verhaltensweisen von Investoren aufgezeigt und im Anschluss werden Implikationen für zukünftige Studien vorgestellt, um Über- und Unterbewertungen von Aktien genauer untersuchen zu können. Im fünften Kapitel werden letztendlich alle Erkenntnisse zusammengefasst, wobei insbesondere versucht wird die unterschiedlichen Ansichten aus Kapitel 4.1 und 4.2 miteinander zu vereinbaren und schließlich wird ein Fazit daraus gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1 Definition: Value Aktien und Growth Aktien
2.1.1 Qualitative Unterscheidung
2.1.2 Kennzahlen für die quantitative Unterscheidung
2.1.2.1 BE/ME und P/B
2.1.2.2 E/P und P/E
2.1.2.3 Weitere Kennzahlen
2.2 Definition: Spread und Value Prämie
3. Empirische Studien zum Value-Growth-Spread
3.1 Datenbasis und Methodik
3.2 Ergebnisse
4. Erklärungen für den Value-Growth-Spread
4.1 Risiko von Value Aktien im Vergleich zu Growth Aktien
4.1.1 Intertemporales Risiko
4.1.1.1 Theoretische Fundierung und Messmethodik
4.1.1.2 Ergebnisse und Interpretationen
4.1.2 Riskanter durch Verzerrungen in der Datenbank
4.1.3 Der Einfluss von Verschuldung
4.1.4 Der Einfluss von Dividenden und unsicheren Gewinnen
4.1.5 Andere Risikofaktoren
4.1.6 Zusammenfassung und Diskussion
4.2 Andere Erklärungen
4.2.1 Der Unterschied zwischen privaten und institutionellen Investoren
4.2.2 Kognitive Verzerrungen
4.2.3 Verzerrungen der Informationseffizienz
4.2.4 Implikationen für zukünftige Studien
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Value-Growth-Spreads, wonach Value-Aktien langfristig höhere Renditen als Growth-Aktien erzielen. Das Ziel besteht darin, diverse Erklärungsansätze für diese anomale Marktentwicklung zu analysieren, insbesondere im Hinblick auf das Risiko-Rendite-Verhältnis sowie die Effizienz der Finanzmärkte.
- Definition und Abgrenzung von Value- und Growth-Aktien
- Empirische Untersuchung der Value-Prämie in verschiedenen Märkten
- Analyse des systematischen und intertemporalen Risikos von Value-Aktien
- Einfluss von Unternehmensverschuldung und operativen Risikofaktoren
- Verhaltensökonomische Ansätze und deren Auswirkungen auf die Markteffizienz
Auszug aus dem Buch
4.1. Risiko von Value Aktien im Vergleich zu Growth Aktien
Bevor die Frage aufgegriffen wird, ob Value Aktien riskanter als Growth Aktien sind, werden zuerst einige Intuitionen erläutert, die das Gegenteil vermuten lassen. Denn intuitiv sprechen auch einige Argumente dafür, dass eigentlich Growth Aktien riskanter als Value Aktien sind, obwohl sie sogar im Durchschnitt niedrigere Renditen erzielen. Als Beispiel kann man anführen, dass es schwer ist sich vorzustellen, dass ein Internetunternehmen in den 90er Jahren, das so gut wie keinen Buchwert hatte, weniger riskant war als ein traditionelles Unternehmen, welches einen hohen Buchwert hatte.
Da Growth Aktien einen relativ niedrigen Buchwert besitzen, ist davon auszugehen, dass der größte Teil des Marktwertes durch Erwartungen bestimmt ist. Da sich solche Erwartungen durch Nachrichten schnell ändern können, sollte untersucht werden, ob Growth Aktien empfindlicher auf Nachrichten reagieren und somit in dieser Hinsicht mehr Risiko bergen.
Ebenso nennt Zhang (2005) die Intuition, dass Growth Aktien riskanter als Value Aktien sind, weil sie ihren Wert durch zukünftige Wachstumsmöglichkeiten generieren. Dagegen beziehen Value Aktien ihren Wert aus dem Vermögen, das bereits in der Gegenwart existiert.
Generell ist anzumerken, dass der Gedanke, ein höheres Risiko bei Value Aktien im Vergleich zu Growth Aktien nachweisen zu wollen, erst durch die Entdeckung der höheren Renditen von Value Aktien entstanden ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Phänomen der Value-Prämie und den Aufbau der Bachelorarbeit.
2. Grundlagen: Definition und Differenzierung von Value- und Growth-Aktien mittels verschiedener Kennzahlen wie BE/ME und P/E.
3. Empirische Studien zum Value-Growth-Spread: Empirische Nachweise des Phänomens unter Verwendung verschiedener Datensätze und Methodiken.
4. Erklärungen für den Value-Growth-Spread: Detaillierte Untersuchung theoretischer Erklärungsmodelle, von risikobasierten Ansätzen bis hin zu irrationalem Marktverhalten.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Erklärungsansätze und Schlussfolgerungen zur Natur der Value-Prämie.
Schlüsselwörter
Value-Aktien, Growth-Aktien, Value-Growth-Spread, Value-Prämie, Markteffizienz, Risiko-Rendite-Verhältnis, CAPM, Unternehmensverschuldung, Behavioral Finance, kognitive Verzerrungen, Informationseffizienz, Insolvenzrisiko, Aktienrendite, Finanzmärkte, Investorenverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Phänomen, dass Value-Aktien empirisch gesehen im Durchschnitt höhere Renditen erzielen als Growth-Aktien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Value- und Growth-Aktien, die empirische Messung der Value-Prämie sowie die Suche nach Erklärungen für diesen Spread.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die kritische Analyse verschiedener Hypothesen, warum Value-Aktien trotz oftmals geringerem oder gleichem Risiko eine Mehrrendite erwirtschaften.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich verschiedener empirischer Studien und Regressionsmodelle (wie das CAPM und Conditional CAPM).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine empirische Bestandsaufnahme und eine theoretische Diskussion der Erklärungsansätze, inklusive risikobasierter und verhaltensökonomischer Erklärungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind u.a. Value-Prämie, Markteffizienz, systematisches Risiko, Behavioral Finance und Informationseffizienz.
Wie gehen Petkova und Zhang bei der Messung von Risiken vor?
Sie untersuchen das intertemporale Risiko, indem sie die Empfindlichkeit des Beta-Faktors gegenüber makroökonomischen Zuständen mithilfe eines Conditional CAPM analysieren.
Welchen Einfluss hat die Verschuldung auf die Performance von Value-Aktien?
Laut Choi (2013) korreliert eine höhere Verschuldungsquote bei Value-Unternehmen mit einem höheren Insolvenzrisiko, was als Erklärungsansatz für die Value-Prämie dient.
- Citar trabajo
- Arthur Herzog (Autor), 2014, Erklärungsansätze für den Value-Growth-Spread, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376567