Alexander der Große – Sohn Philipps II., König von Makedonien und Hegemon des korinthischen Bundes, ist wohl jedem ein Begriff. Die Taten Alexanders wurden bereits in zahlreichen Spielfilmen thematisiert. Doch auch in heutigen Schulgeschichtsbüchern füllen die Feldzüge Alexanders einige Seiten. Der Lehrplan für bayerische Gymnasien sieht die Behandlung dieser Thematik für die 6. Klasse vor. Seit der Verkürzung des Gymnasiums auf acht Schuljahre hat sich in der Struktur des Schulsystems einiges geändert. Interessant ist es daher, inwieweit sich das neue Model auf die Schulgeschichtsbücher auswirkt. Folglich ist Gegenstand dieser Arbeit der Vergleich zwischen einem derzeit in Bayern zugelassenem Schulbuch und einem Schulbuch aus G9-Zeiten.
Bevor die tatsächliche Schulbuchanalyse vorgenommen wird, werden grundlegende Informationen im Bezug auf das Schulgeschichtsbuch erläutert. Die Entwicklung des Schulbuches und Fragen wie "Welche Schulbuchtypen gibt es?" und "Wie sind Schulbücher aufgebaut?" stehen im Vordergrund. Die staatliche Prüfung und der Bezug zum Lehrplan werden ebenfalls thematisiert.
Auf die theoretischen Grundlagen folgt die Analyse der Schulbücher "Horizonte 6. Geschichte Gymnasium Bayern" und "Oldenbourg Geschichte für Gymnasium 6". "Horizonte" ist derzeit in Bayern zu gelassen und wird in der 6. Klasse des achtjährigen Gymnasiums verwendet. Das Oldenbourger Schulbuch wurde für das neunjährige Gymnasium konzipiert. Im Vergleich liegt das Augenmerk auf unterschiedlichen Charakteristika, wie Quellen, Arbeitsaufträge, Themenschwerpunkte, Verwendung von Karten und dem Text-Bildverhältnis. Eine Möglichkeit, die oben genannten Schulbücher zu vergleichen, bietet der konkrete Schwerpunkt auf den Themenblock "Alexander der Große". Die jeweiligen Merkmale sowie die dadurch zu erreichenden Kompetenzen sollen näher erläutert werden. Abschließend werden die Konzeptionen der beiden Schulbücher durch den Verfasser bewertet.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Theoretischer Teil
1. Historischer Überblick
2. Typen des Geschichtsschulbuches
3. Der Aufbau eines Schulbuches
4. Staatliche Prüfung und Rolle des Lehrplans
III. Schulbuchanalyse
1. Quellen
1.1. Schriftliche Quellen
1.2. Bildquellen
2. Verwendung von Karten
3. Bild und Textverhältnis
4. Arbeitsaufträge
5. Thematische Schwerpunkte
IV. Fazit
V. Literatur- und Quellenverzeichnis
1. Literatur
2. Quellen
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist der vergleichende Analyse zweier bayerischer Geschichtsschulbücher hinsichtlich ihrer Darstellung der Figur Alexander des Großen. Dabei wird untersucht, wie sich die unterschiedlichen Konzeptionen für G8 und G9 auf die methodische und inhaltliche Vermittlung dieses historischen Themas auswirken.
- Vergleich der Schulbücher Horizonte 6. Geschichte Gymnasium Bayern und Oldenbourg Geschichte für Gymnasium 6.
- Analyse der Einbindung von schriftlichen Quellen und Bildquellen.
- Untersuchung der didaktischen Aufbereitung durch Karten und Arbeitsaufträge.
- Bewertung des Text-Bild-Verhältnisses und der thematischen Gewichtung.
- Reflektion über die Auswirkungen struktureller Veränderungen im Schulsystem auf das Lehrmedium Schulbuch.
Auszug aus dem Buch
1. Historischer Überblick
Bereits seit dem 18. Jahrhundert wird das Unterrichtsfach Geschichte an den „höheren Schulen“, d.h. an Gymnasien, Gelehrtenschulen und Ritterakademien unterrichtet. Bestandteil des „niederen Schulwesens“, war der Geschichtsunterricht wiederum nicht. Zu erklären ist dies, durch die Notwendigkeit von geschichtlichen Wissen in vornehmeren Kreisen, allen voran junge Thronfolger und Schüler, die für den Dienst im Kreise des Fürsten vorgesehen waren.
Anfänglich wurden Schulbücher nach einem Frage-Antwort-Spiele konzipiert. Im 19. Jahrhundert folgte dann geschichtliche Darstellung mittels einer geschlossenen Erzählung. Durch den Einfluss der Reformpädagogik, wurden erst im 20. Jahrhundert neue Anforderungen an das Geschichtsschulbuch gestellt. Die neu aufkommende Reformpädagogik zielte auf „anschauliche Geschichtserzählungen, die den Lernenden Vergangenes vergegenwärtigen sollten, und in einem als Arbeitsunterricht konzipierten Geschichtsunterricht, der der Selbständigkeit der Schüler und Schülerinnen breiten Raum einräumen sollte“ ab. Dies sollte mitunter durch eine möglichst bunte und dramatische Erzählweise umgesetzt werden. Um das Geschehen den Schüler besser zu veranschaulichen wurden Quellen, welche häufig frei erfunden waren, in den Fließtext eingebaut.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Hinführung zur Thematik Alexander des Großen und Erläuterung des Vergleichs zweier unterschiedlicher Geschichtsschulbücher im Kontext bayerischer Lehrpläne.
II. Theoretischer Teil: Vermittlung notwendiger Grundlagen zur Geschichte des Schulbuches, dessen Typologie und Anforderungen an die Konzeption.
III. Schulbuchanalyse: Detaillierte Untersuchung der beiden ausgewählten Schulbücher hinsichtlich Quellenarbeit, Kartenverwendung, Bild-Text-Relation und Aufgabenstruktur.
IV. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, die zeigt, dass trotz unterschiedlicher Konzepte nur geringe Differenzen in der Stoffvermittlung bestehen.
V. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur sowie der untersuchten Schulbücher.
Schlüsselwörter
Alexander der Große, Geschichtsschulbuch, Schulbuchanalyse, Geschichtsunterricht, Quellenarbeit, Bildquellen, Kartennutzung, Didaktik, Lehrplan, G8, G9, Fachgeschichte, Bild-Text-Verhältnis, Arbeitsaufträge, Historisches Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Aufbereitung des Themas „Alexander der Große“ in zwei spezifischen bayerischen Geschichtsschulbüchern für das Gymnasium.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind der Aufbau von Geschichtsschulbüchern, der Umgang mit Quellen, die Verwendung kartographischer Materialien sowie das Verhältnis zwischen Fließtext und Bildmaterial.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Darstellung Alexanders des Großen zu identifizieren und zu bewerten, wie diese durch die unterschiedlichen Konzeptionen (G8 vs. G9) beeinflusst wurden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Schulbuchanalyse unter Berücksichtigung didaktischer Kriterien und fachwissenschaftlicher Literatur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert konkret die Einbindung von schriftlichen Quellen, Bildmaterial, Karten sowie die Strukturierung der Arbeitsaufträge und thematischen Schwerpunkte in den beiden Büchern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Schulbuchanalyse, Quellenarbeit, Alexander der Große, Didaktik der Geschichte und Geschichtslehrwerk.
Gibt es signifikante Unterschiede zwischen den Schulbüchern?
Nein, trotz der unterschiedlichen Systemkonzeptionen (G8 und G9) zeigen sich in der Menge und Bearbeitung des Stoffes nur minimale Unterschiede.
Wie wichtig ist die Rolle der Lehrpläne für die Schulbuchgestaltung?
Die Lehrpläne geben den Rahmen vor; die Verlage haben bei der Gewichtung einzelner Themengebiete jedoch einen gewissen Gestaltungsspielraum.
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- Lisa Zechmann (Author), 2015, Die Darstellung Alexanders des Großen in zwei bayerischen Schulbüchern. Ein Vergleich zwischen G8- und G9-Unterrichtsmaterial, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376624