Die nachfolgende Arbeit soll den Hintergrund des Begriffs „Mobbing“ darstellen und erklären. Weiterhin werden ausgewählte Präventionsmöglichkeiten erläutert. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Handlungsmöglichkeiten für den öffentlichen Dienst. Anschließend werden die verschiedenen Sichtweisen auf die Definitionen von Mobbing und die erwähnten Präventionsmöglichkeiten diskutiert.
“Die Hölle, das sind die anderen!” Dieses Zitat aus Jean-Paul Sartres Einakter „Bei geschlossenen Türen“ stellt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) an den Anfang ihres Mobbingratgebers „Wenn aus Kollegen Feinde werden…“. In Sartres Stück finden sich zwei Frauen und ein Mann nach ihrem Tod in einem Salon wieder, aus dem sie nicht entkommen können. Sie sind für immer aufeinander angewiesen und müssen erkennen, dass die persönliche Freiheit ihre Grenzen in der Freiheit der anderen hat. In dieser Situation kommt der Mann zu dem Entschluss, dass die Hölle in der Person der anderen liegt. Mobbing ist in erster Linie eine Problematik der Arbeitswelt. Auch wenn in anderen Lebensbereichen wie beispielsweise dem Verein gemobbt werden kann, ist unter solchen Umständen das Verlassen des sprichwörtlichen „Salons“ einfacher. Am Arbeitsplatz ist man zunächst verpflichtet jeden Tag zu erscheinen. Ähnlich wie in Sartres Stück ist man auf die anderen (Kollegen) angewiesen. Ist das zwischenmenschliche Verhältnis zu den Kollegen gestört, kann der Arbeitsplatz für den Betroffenen gefühlt zur Hölle werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hintergrund des Begriffs „Mobbing“
2.1 Definitionen
2.2 Das Phasenmodell nach Leymann
2.3 Mobbing in der Bundesrepublik Deutschland
2.4 Auswirkungen auf die Gesundheit
3 Präventionsstrategien
3.1 Das Leitbild
3.2 Der Mobbingbeauftragte
3.3 Dienstvereinbarungen
4 Diskussion
5 Fazit
Anlagen
1. Fünf-Phasen-Modell nach Leymann
2. Mobbingquoten in der Bundesrepublik Deutschland
3. Mobbingfolgen
4. Mustervereinbarung der BAuA
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Mobbing im Arbeitsumfeld mit einem besonderen Fokus auf den öffentlichen Dienst. Ziel ist es, die Hintergründe des Begriffs zu erläutern, gesundheitliche Folgen aufzuzeigen und effektive Präventionsmöglichkeiten darzustellen, um ein gesundes Betriebsklima zu fördern.
- Grundlagen und Definitionen des Mobbingbegriffs
- Verlaufsmodelle von Mobbingprozessen
- Statistische Daten zur Verbreitung in Deutschland
- Präventive Maßnahmen wie Leitbilder und Dienstvereinbarungen
- Rolle und Funktion von Mobbingbeauftragten
Auszug aus dem Buch
3.2 Der Mobbingbeauftragte
Hat sich eine Verwaltung die Prävention von Mobbing zum Ziel gesetzt, kann sie nach Ansicht von Honsa und Paasch nicht auf eine Institution zur Bekämpfung von Mobbing verzichten. Dabei ist Akzeptanz, Unabhängigkeit und Durchsetzungsfähigkeit entscheidend. Ob Mobbingbeauftragter, Konfliktlotse oder Anlaufstelle. Bei der Einrichtung einer solchen Institution sollte nach Möglichkeit auf Kollegen zurückgegriffen werden, welche entweder eigene Erfahrungen verarbeitet haben oder eine sehr gute Einweisung in die Thematik besitzen. Der Vorteil gegenüber externen Beratern ist nicht nur finanziell zu sehen, sondern auch mit Hinblick auf das erforderliche Vertrauen. Um effektiv arbeiten zu können, bedarf es für diese Institution der Unterstützung der Verwaltungsspitze. Dazu gehören Weiterqualifizierung der Helfer und die Akzeptanz während der Arbeitszeit Beratungsgespräche führen zu dürfen. Eine Anlaufstelle mit mehreren Mitarbeitern hat den Vorzug, dass längerfristige Abwesenheiten eines Mobbingbeauftragten besser kompensiert werden können und auf eine breitere Informationsbasis zurückgegriffen werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik von Mobbing als Arbeitswelt-Phänomen ein und verknüpft diese mit dem Zitat Sartres, wobei das Ziel der Arbeit sowie der Fokus auf den öffentlichen Dienst definiert werden.
2 Hintergrund des Begriffs „Mobbing“: Dieses Kapitel erläutert die etymologische Herkunft, verschiedene wissenschaftliche Definitionen sowie das Phasenmodell nach Leymann und liefert aktuelle Statistiken zu Mobbing in Deutschland.
3 Präventionsstrategien: Es werden konkrete organisatorische Instrumente zur Mobbingprävention vorgestellt, namentlich die Erstellung von Leitbildern, die Etablierung von Mobbingbeauftragten und der Abschluss von Dienstvereinbarungen.
4 Diskussion: Hier findet eine kritische Auseinandersetzung mit den verschiedenen Definitionen und den vorgestellten Präventionsmaßnahmen statt, wobei die Bedeutung einer gesunden Behördenkultur hervorgehoben wird.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Mobbing ein verbreitetes und schwerwiegendes Problem darstellt, dessen Bekämpfung aus ethischer Sicht und zur Erhaltung der Arbeitskraft trotz Kostenaufwand zwingend notwendig ist.
Schlüsselwörter
Mobbing, Arbeitswelt, Prävention, Leitbild, Mobbingbeauftragter, Dienstvereinbarung, öffentliche Verwaltung, Konfliktlösung, Gesundheit, Stress, Betriebsklima, Arbeitszufriedenheit, BAuA, Leymann, Psychoterror.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit Mobbing am Arbeitsplatz, insbesondere innerhalb der Strukturen des öffentlichen Dienstes, und analysiert Möglichkeiten zur Prävention.
Welche sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen Definitionen von Mobbing, das Phasenmodell nach Leymann, gesundheitliche Auswirkungen sowie organisatorische Präventionsstrategien wie Leitbilder und Dienstvereinbarungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Hintergrund des Begriffs „Mobbing“ zu klären und Handlungsmöglichkeiten für den öffentlichen Dienst aufzuzeigen, um Mobbing frühzeitig zu erkennen und präventiv zu bekämpfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um den aktuellen Forschungsstand, Definitionen und die Wirksamkeit von Präventionsinstrumenten zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Definitionen und dem Phasenverlauf vor allem die praktischen Präventionsmaßnahmen dargestellt, die in Behörden implementiert werden können.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind Mobbing, Prävention, Behördenkultur, Dienstvereinbarungen, Leitbild und Arbeitszufriedenheit.
Warum ist laut der Arbeit eine „Behördenkultur“ so wichtig?
Eine offene Behördenkultur fördert Vertrauen und Kommunikation, was es Betroffenen erleichtert, Konflikte frühzeitig anzusprechen, anstatt in Mobbingprozesse zu geraten.
Welche Rolle spielen die Mustervereinbarungen der BAuA?
Sie dienen als konkrete Vorlage für Behörden, um Zuständigkeiten und Abläufe im Beschwerdefall transparent und rechtssicher zu regeln.
- Quote paper
- Martin Krauße (Author), 2017, Mobbing am Arbeitsplatz. Hintergründe und Präventionsmöglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376656