Diese Arbeit gibt einen betriebswirtschaftlichen Überblick ausgewählter Aktionsparameter nach der Erbschaftsteuer- und Schenkungssteuerreform 2016. Die Arbeit ist wie folgt aufgebaut: Nach der Einleitung werden im Kapitel 2 die rechtlichen Grundlagen des Erbschaft- und Schenkungsteuergesetzes erarbeitet (nachfolgend nur ErbStG), welche für die Übertragung von Betriebsvermögen von Bedeutung sind. Daran anschließend werden betriebswirtschaftliche Grundlagen erarbeitet und die Aktionsparameter klassifiziert. Im Kapitel 3 werden darauf aufbauend die Wirkungen ausgewählter Handlungsalternativen aufgezeigt und näher betrachtet. Im Kapitel 4 wird anhand eines Fallbeispiels das Vorgehen veranschaulicht. Den Abschluss bildet Kapitel 5 mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Grundlagen des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes
2.2 Methodische und betriebswirtschaftliche Grundlagen der betrieblichen Steuerpolitik
3 Steuerplanerische Untersuchung
3.1 Wahlrechte für begünstigtes Vermögen
3.2 Allgemeine Sachverhaltsgestaltungen
3.3 Vom begünstigungsfähigen zum begünstigten Vermögen
4 Fallbeispiel
5 Zusammenfassung der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die komplexen steuerplanerischen Handlungsalternativen bei der unentgeltlichen Unternehmensnachfolge darzustellen, kritisch zu würdigen und deren steuerliche Wirkungen im Rahmen der aktuellen Rechtslage des ErbStG aufzuzeigen.
- Grundlagen des Erbschaft- und Schenkungsteuergesetzes
- Steuerplanerische Gestaltungsmöglichkeiten bei der Unternehmensnachfolge
- Klassifizierung und Analyse von Aktionsparametern
- Einfluss der Verwaltungsvermögensquote (VVQ) auf die Steuerlast
- Vorteilhaftigkeitsanalyse anhand eines konkreten Fallbeispiels
Auszug aus dem Buch
3.1 Wahlrechte für begünstigtes Vermögen
Zu den wichtigsten Wahlrechten gehören der Verschonungsabschlag und der Abzugsbetrag. Durch die Steuerbefreiung i. H. v. 100 % für Unternehmen mit einem Unternehmenswert von bis zu 26 Mio. € ist die Optionsverschonung als steueroptimale Lösung herauszustellen. Auch bei geringer Unterschreitung der Behaltensfrist oder der Lohnsumme kann im Vergleich zur Regelverschonung die Optionsverschonung vorteilhafter sein, da die Nachversteuerung geringer ausfallen kann als die lediglich 85%ige Steuerbefreiung der Regelverschonung. Bei Verletzung der Behaltensfristen kann durch die Reinvestitionsklausel, wie bereits unter dem Abschnitt 2.1, ausgeführt der schädliche Anteil in begünstigtes Vermögen investiert werden, um die Nachversteuerung zu vermeiden.
Der Abschlag für familiengeführte Unternehmen ist für alle im ErbStG zur Verfügung gestellten Optionen anwendbar, somit auch für die Abschmelzung des Verschonungsabschlags. Problematisch kann bei der Ausgestaltung als familiengeführtes Unternehmen sein, dass Minderheitsgesellschafter häufig keinen Einfluss auf die Ausschüttungshöhe nehmen können. Darüber hinaus kann sich deren Einfluss auf das Unternehmensgeschehen im Laufe der folgenden Jahre ändern. Werden die Voraussetzungen nicht eingehalten, führt dies zum nachträglichen Wegfall des Abschlags mit der Folge der Nachversteuerungspflicht. In Abbildung 4 wird die Vorteilhaftigkeit grafisch dargestellt.
Für Erwerbe oberhalb der Prüfschwelle von 26 Mio. €, kann nur noch der abschmelzende Verschonungsabschlag in Anspruch genommen werden. Dieser ist nur bis zu einer bestimmten Höhe vorteilhaft. Bspw. führt ein Erwerb i. H. v. 50,75 Mio. € bei der abschmelzenden Optionsverschonung zu einem steuerpflichtigen Anteil von 33 %, dies entspricht 16,75 Mio. €.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Unternehmensnachfolge ein und definiert das Ziel der Arbeit, Handlungsalternativen nach aktueller Rechtslage zu würdigen.
2 Grundlagen: Hier werden die rechtlichen Rahmenbedingungen des Erbschaftsteuergesetzes sowie betriebswirtschaftliche Grundlagen der Steuerpolitik erarbeitet.
3 Steuerplanerische Untersuchung: Dieses Kapitel analysiert detailliert die Wahlrechte, Sachverhaltsgestaltungen sowie die Transformation von begünstigungsfähigem zu begünstigtem Vermögen.
4 Fallbeispiel: Anhand einer konkreten Modellrechnung wird die Vorteilhaftigkeit verschiedener Gestaltungsoptionen bei der Unternehmensübergabe veranschaulicht.
5 Zusammenfassung der Ergebnisse: Die Ergebnisse fassen die steuerlichen Wirkungen der untersuchten Aktionsparameter zusammen und unterstreichen die Notwendigkeit einer frühzeitigen Planung.
Schlüsselwörter
Unternehmensnachfolge, Erbschaftsteuergesetz, Schenkungsteuer, Verschonungsabschlag, Optionsverschonung, Regelverschonung, Verwaltungsvermögen, Aktionsparameter, Steuerplanung, Steuerbefreiung, Behaltensfrist, Familienunternehmen, Betriebsvermögen, Erbschaftsteuerreform, Steueroptimierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die steuerliche Planung bei der unentgeltlichen Übertragung von Unternehmen, um die Steuerlast im Rahmen der Nachfolge zu minimieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind das Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz, die verschiedenen Verschonungsoptionen sowie die strategische Gestaltung des Betriebsvermögens.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Handlungsalternativen für eine steueroptimale Unternehmensnachfolge aufzuzeigen und kritisch zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine steuerplanerische Untersuchung kombiniert mit einer mathematisch basierten Vorteilhaftigkeitsanalyse anhand eines konkreten Fallbeispiels.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die rechtlichen Grundlagen, klassifiziert Aktionsparameter und untersucht die Wirkungen von Gestaltungsmaßnahmen auf die Steuerbelastung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Unternehmensnachfolge, Verschonungsabschlag, Betriebsvermögen und Steuerplanung.
Wann ist die Optionsverschonung gegenüber der Regelverschonung vorteilhafter?
Die Optionsverschonung ist oft vorteilhafter, wenn der Unternehmenswert 26 Mio. € nicht überschreitet, da sie eine 100%ige Steuerbefreiung ermöglicht, trotz der strengeren Lohnsummen- und Behaltensfristen.
Welche Rolle spielt die Verschonungsbedarfsprüfung?
Sie bietet eine Alternative für Fälle, in denen die regulären Verschonungsabschläge aufgrund hoher Vermögenswerte oder anderer Faktoren nicht das gewünschte steuerliche Ergebnis liefern.
Warum ist die frühzeitige Planung der Unternehmensnachfolge so wichtig?
Aufgrund komplexer Fristen, wie der Behaltensfrist oder der Mindestdauer für die Einlage von Finanzmitteln, erfordert eine effektive Steuergestaltung einen zeitlichen Vorlauf vor dem eigentlichen Übertragungszeitpunkt.
- Arbeit zitieren
- Andrea Betz (Autor:in), 2017, Aktionsparameterüberblick der Erbschaft- und Schenkungsteuerplanung bei der unentgeltlichen Unternehmensnachfolge, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376683