Das Referat „Gewalt im Griff – Deeskalationstraining“ (welches nach dem fast gleichnamigen
Buch von Judy Korn und Thomas Mücke1 benannt ist) wurde von mir in Zusammenarbeit
mit einem Kommilitonen der Universität Hannover am 27.01.2004 vorgetragen.
Die drei Abschnitte Problemdarstellung, Deeskalation von Gewaltsituationen
im pädagogischen Alltag und Opfer stärken – Wie kann ich mich vor Gewalt
schützen? teilten wir untereinander auf, weshalb ich in dieser Ausarbeitung nur die
von mir selbst vorgetragenen Abschnitte 1 und 3 bearbeite.
Den Zuhörern/innen gaben wir zu Beginn einige Hinweise, um von vornherein mögliche
Störungen gering zu halten und ein leichteres Aufnehmen der Informationen zu
ermöglichen. Ein Mitschreiben während des Referats war überflüssig, da wir allen
Interessierten anboten, per E-Mail die genutzte PowerPoint-Präsentation zu versenden.
Des weiteren wünschten wir, Verständnisfragen sofort und alle weiteren Fragen
wenn Raum dafür war zu stellen und uns auf zu leise oder undeutliche Sprache o.ä.
sofort hinzuweisen.
Eine grobe Gliederung des Referats (sie umfasste die ersten beiden Gliederungsebenen
des hier genutzten Inhaltsverzeichnisses) hängten wir gut sichtbar an eine
Seite des Raumes, so dass die Zuhörer/innen ständig zurückverfolgen konnten, wo
wir uns gerade thematisch befanden und welche Punkte noch vor ihnen lagen. Dies
erwies sich (wie schon in anderen Referaten) als sehr hilfreich.
1 Korn/Mücke 2000
Inhaltsverzeichnis
1. Gliederung und Informationen zum Ablauf
2. Einleitung
3. Problemdarstellung
3.1. Was ist „Gewalt“ – was „Aggression“?
3.1.1. Was ist „Gewalt“?
3.1.2. Was ist „Aggression“?
3.1.3. Was ist der Unterschied zwischen „Gewalt“ und „Aggression“?
3.2. Entstehung von Gewaltverhalten
3.3. Der Prozessverlauf von Gewalt
3.4. Geschlechtsdifferenzierte Unterschiede
3.4.1. Gewaltverhalten von Mädchen und Frauen
3.4.2. Gewaltverhalten von Jungen
3.4.3. Ursachen für geschlechtsdifferenzierte Unterschiede im Gewaltverhalten
4. Opfer stärken – Wie kann ich mich vor Gewalt schützen?
4.1. Zur Situation jugendlicher Gewaltopfer
4.1.1. Mögliche Folgen erlebter Gewalttaten
4.1.2. Verarbeitungsphasen einer Gewalttat
4.1.3. Was braucht das Opfer?
4.2. Mögliche Opferunterstützungssysteme im Sozialraum
4.3. Opferunterstützung in der Praxis
4.3.1. Curriculum für Opferunterstützungs-Trainingskurse
4.3.2. Praktische Übungen zur Vorbereitung von Opferberatung und Trainingskursen
5. Abschließende Betrachtung
Zielsetzung und Themenbereiche
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Auseinandersetzung mit Gewaltphänomenen bei Jugendlichen und die Entwicklung von Strategien zur Unterstützung von Gewaltopfern. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf das Verständnis von Gewalt- und Aggressionsbegriffen sowie auf die Frage, wie pädagogische Fachkräfte Opfer effektiv stärken und schützen können.
- Differenzierung zwischen Gewalt- und Aggressionsbegriffen in der pädagogischen Praxis.
- Analyse theoretischer Entstehungsmodelle für Gewaltverhalten bei Jugendlichen.
- Untersuchung geschlechtsdifferenzierter Gewaltformen und deren Ursachen.
- Konzeptionelle Ansätze zur Opferunterstützung und praktische Trainingsmöglichkeiten.
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Was ist „Gewalt“?
Korn und Mücke definieren Gewalt als ein Verhalten der sogenannte „Grenzüberschreitung“. Einem Menschen wird gegen seinen Willen etwas angetan. Durch Machtausübung wird seine individuelle Grenze verletzt, sein Wille gebrochen. Da diese Grenze, wie schon angedeutet, individuell unterschiedlich ist, ist Gewalt jeweils das, was eine Person als solche empfindet. So ist es auch durchaus möglich, jemanden zu verletzen, ohne dass man es bemerkt oder es überhaupt beabsichtigt hat. Das Definitionsmerkmal der Grenzüberschreitung umfasst viele Situationen, in denen Gewalthandlungen vollzogen werden, jedoch nicht alle.
Es gibt andere Situationen, in denen die Betroffenen keine Grenzüberschreitung empfinden, da sie mit der Situation einverstanden sind. Beispiele sind dafür z.B. Hooligans, die sich gegenseitig nach einem Spiel verprügeln, oder Banden von Jugendlichen, die sich zu einer Schlägerei verabreden. In diesen Fällen wird das Verhalten als gewalttätig bezeichnet, weil es sich um eine bewusste Schädigung anderer handelt. Die bloße Einwilligung in eine Schlägerei o.ä. macht also aus einer Gewalthandlung keine weniger gewalttätige, denn die schädigende Absicht ist nach wie vor vorhanden. „Die Motivation des Gewalthandelnden ist also entscheidend, nicht allein der Kontext, in dem sich die Situation ereignet.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Gliederung und Informationen zum Ablauf: Der Autor beschreibt den organisatorischen Rahmen des Referats und die methodische Vorgehensweise bei der Aufteilung der Themenbereiche.
2. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die theoretische Grundlage durch das Werk von Korn und Mücke dar und skizziert den weiteren Aufbau der Arbeit.
3. Problemdarstellung: Hier werden zentrale Begriffe definiert und verschiedene theoretische Erklärungsansätze für die Entstehung von Gewalt, unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Unterschiede, vorgestellt.
4. Opfer stärken – Wie kann ich mich vor Gewalt schützen?: Dieser Teil widmet sich der Situation betroffener Jugendlicher sowie den Möglichkeiten der Unterstützung durch Fachkräfte und Institutionen.
5. Abschließende Betrachtung: Eine kritische Reflexion des Referatsverlaufs sowie der vorgestellten Fachliteratur unter Einbeziehung eigener Erfahrungen aus der Sozialarbeit.
Schlüsselwörter
Gewalt, Aggression, Deeskalationstraining, Grenzüberschreitung, Opferunterstützung, pädagogische Praxis, Sozialisation, geschlechtsdifferenziertes Verhalten, Jugendliche, Konfliktbewältigung, Prävention, Handlungsmöglichkeiten, Machtausübung, strukturelle Gewalt, Persönlichkeitsentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Auseinandersetzung mit Gewalt- und Aggressionsphänomenen bei Jugendlichen und wie pädagogische Fachkräfte professionell damit umgehen können.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind die Begriffsdefinition von Gewalt und Aggression, die Entstehungsursachen von Gewalt, geschlechtsspezifische Verhaltensmuster sowie die Unterstützung von Gewaltopfern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für Gewaltmechanismen zu entwickeln und praktische Ansätze für die Opferberatung und den pädagogischen Alltag aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse wissenschaftlicher Fachbücher und Theorien, die durch praxisorientierte Reflexionen des Autors aus der Jugendarbeit ergänzt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden psychologische und soziologische Theorien zur Gewaltentstehung erläutert, der Prozessverlauf von Gewalthandlungen analysiert und pädagogische Curricula zur Opferstärkung vorgestellt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gewaltprävention, Grenzüberschreitung, Rollensozialisation, Deeskalation und Opferunterstützung definiert.
Welche Bedeutung hat das „Lernen am Modell“ bei der Gewaltentstehung?
Das Modelllernen besagt, dass Jugendliche gewalttätiges Verhalten durch Beobachtung von Bezugspersonen oder medialen Einflüssen verinnerlichen und bei Erfolg selbst anwenden.
Warum betont der Autor die Notwendigkeit der Elternarbeit?
Der Autor argumentiert, dass Gewaltformen oft von Eltern ignoriert oder geleugnet werden, was eine konstruktive sozialpädagogische Arbeit mit den Jugendlichen ohne elterliche Kooperation erheblich erschwert.
- Quote paper
- Anne Meyer-Bothling (Author), 2004, Gewalt im Griff - Deeskalationstraining, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37672