Die Arbeit verfolgt das Ziel, die notwendigen Dienstleistungsmerkmale von Spielerberatern beziehungsweise Beratungsagenturen systematisch zu erfassen. Weiterhin sollen Dienstleistungs-angebot und -qualität ausgewählter Agenturen und Berater dahingehend analysiert werden, inwieweit das angebotene Leistungsportfolio von den Mandanten nachgefragt und wie dieses von den Beratern realisiert wird.
Zurzeit sind vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) gemäß § 4 des DFB-Reglements für Spielervermittlung 309 vorregistrierte Vermittler für die Spielzeit 2016/2017 aufgelistet. Die Gesamtzahlen enthalten sowohl selbstständig arbeitende Spielervermittler als auch Spielerberateragenturen.
Weltweit sind laut tranfermarkt.de (Juni 2017) 3113 Spielerberateragenturen mit 7243 Spielerberatern in insgesamt 113 Lizenzländern aktiv. Fast jeder professionelle Fußballspieler nimmt demnach die Dienstleistungen von Spielerberatern beziehungsweise Beratungsagenturen in Anspruch. Dies unterstreicht den stetig wachsenden Kommerzialisierungsgrad im Profifußball, in dem sich Gehälter und Transferentschädigungen vervielfacht haben. In Folge dieser dynamischen Entwicklung ist die Zahl der Spielerberater und Beratungsagenturen entsprechend gewachsen. Diese stellen heutzutage eine wichtige Institution des Spielermarkts dar.
Bei der Ausübung ihrer Tätigkeit bauen sich Spielerberater im Laufe der Zeit ein Kontaktnetzwerk zu Spielern und Vereinen auf. Darüber hinaus stellen sie neben der Vermittlung von Spielern weitere Dienstleistungen zur Verfügung. Es handelt sich um einen wettbewerbsintensiven Markt, zu dem sich seit dem Wegfall des Prüfungs- und Lizenzierungserfordernisses durch eine nationale FIFA-Mitgliedsorganisation jede interessierte Person Zutritt verschaffen kann. Spielerberater müssen deshalb entweder ein Alleinstellungsmerkmal aufweisen oder quantitativ und qualitativ ein gewisses Niveau erbringen, um sich auf diesem Markt dauerhaft zu etablieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen zur Dienstleistungsqualität
2.1 Begriffsbestimmung und -abgrenzung
2.1.1 Dienstleistung
2.1.2 Qualität
2.2 Dienstleistungsqualität
2.2.1 Modelle der Dienstleistungsqualität
2.2.2 Messung der Dienstleistungsqualität
3 Differenzierung der Berufsbilder
3.1 Berufsbild Spielervermittler
3.2 Berufsbild Spielerberater
3.3 Aufgabenbereiche eines Spielerberaters
3.4 Der Spielervermittlungsvertrag
3.5 Arbeit der Spielerberateragenturen
4 Rechtliches Umfeld und Reglements
4.1 Prüfung zur Spielervermittlerlizenz nach altem Reglement
4.2 Rechtliche Aspekte der Transferabwicklung bzw. Spielerberatung
4.2.1 Rechtskonflikte im Zusammenhang mit dem deutschem Recht
4.2.2 Kollisionen mit dem Rechtsberatungsgesetz
5 Forschungsmethodik
5.1 Methode der Datenerhebung
5.2 Methode der Datenauswertung
5.3 Methodenkritik
6 Ergebnisse
6.1 Systematische Erfassung des Dienstleistungsangebots
6.2 Auswertung der Ergebnisse
6.3 Diskussion der Ergebnisse
6.4 Handlungsempfehlungen
7 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der systematischen Erfassung und Analyse des Dienstleistungsangebots sowie der Dienstleistungsqualität von Spielerberatern und Beratungsagenturen im deutschen Berufsfußball. Dabei wird untersucht, inwieweit das Leistungsportfolio von den Spielern nachgefragt und durch die Berater realisiert wird.
- Grundlagen der Dienstleistungsqualität und deren Übertragung auf den Sport
- Differenzierung zwischen den Berufsbildern Spielervermittler und Spielerberater
- Rechtliche Rahmenbedingungen und Kollisionen mit nationalem Recht
- Empirische Analyse der Beraterpraxis durch leitfadengestützte Experteninterviews
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen zur Qualitätssteigerung in der Spielerberatung
Auszug aus dem Buch
3.1 Berufsbild Spielervermittler
Die grundlegende Aufgabe des Spielervermittlers besteht darin, Fußballspieler und Vereine zusammenzuführen, wobei die Tätigkeit des Spielervermittlers auf den Abschluss eines Arbeitsvertrags zwischen Fußballer und Verein gerichtet ist (vgl. Helmholz, 2005, S. 7). Eine genauere Begriffsbestimmung findet sich in Art. 1 Abs. 1 des FIFA-SpvR, die den Spielervermittler als „natürliche Person, die in Übereinstimmung mit den nachfolgenden Bestimmungen regelmäßig und gegen Entgelt einen Spieler mit einem Verein zur Begründung eines Arbeitsverhältnisses bzw. zwei Vereine zur Begründung eines Transfervertrages zusammenführt“ bezeichnet. Nach Jungheim (2002, S. 147) spaltet sich das Berufsbild eines Spielervermittlers einerseits in das eines Maklers und andererseits in das eines Arbeitsvermittlers.
Ein Vermittler tritt dementsprechend als Bindeglied zwischen Verein und Spieler auf. Ein Vermittler sollte immer im Sinne seines Auftraggebers handeln. Der Auftraggeber hingegen verpflichtet sich durch einen Vertragsabschluss, im Falle einer positiven Einigung zwischen Spieler und Verein, eine entsprechende Vergütung an den Vermittler zu zahlen. Einerseits suchen Vereine Spieler, um so das spielerische und sportliche Leistungsniveau des Kaders auf Top-Niveau zu halten. Andererseits suchen Spieler einen Verein, bei dem sie das größtmögliche Entwicklungspotential sehen, um so ihre sportlichen Karrierechancen noch weiter ausbauen zu können. Demzufolge agiert ein Spielervermittler als Makler, der nach § 652 BGB nur dann Maklergebühren in Anspruch nehmen kann, wenn er nachweisen kann, dass der Vertrag infolge seiner Vermittlung zustande gekommen ist (vgl. Jungheim, 2002, S. 147). Bovelett (1998, S. 95) führt weiter aus, dass die Tätigkeit eines Spielervermittlers als Nachweismaklerei einzuordnen ist. Modl (2000, S. 47) beschreibt, dass ein Spielervermittler versucht, die Geschäftsanbahnung zwischen Spieler und Verein bis hin zum Vertragsabschluss zu betreuen, um sich so einer Provision sicher sein zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Problemorientierte Hinführung zur Thematik und Erläuterung der Forschungsziele sowie des Aufbaus der Arbeit.
2 Grundlagen zur Dienstleistungsqualität: Theoretische Herleitung der Begriffe Dienstleistung und Qualität sowie Vorstellung des GAP-Modells und des SERVQUAL-Ansatzes.
3 Differenzierung der Berufsbilder: Abgrenzung der Rollen von Spielervermittlern und Spielerberatern sowie Darstellung ihrer Aufgabenbereiche und Geschäftsmodelle.
4 Rechtliches Umfeld und Reglements: Untersuchung der FIFA-Regularien sowie der rechtlichen Konfliktfelder mit dem deutschen Arbeits- und Beratungsrecht.
5 Forschungsmethodik: Erläuterung des qualitativen Vorgehens durch leitfadengestützte Experteninterviews und der angewandten Auswertungsmethodik.
6 Ergebnisse: Empirische Darstellung der erhobenen Daten, systematische Erfassung der Dienstleistungsmerkmale und Diskussion der Erkenntnisse.
7 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, kritische Reflexion der Methodik und Ableitung von Empfehlungen für die Praxis.
Schlüsselwörter
Spielerberater, Spielervermittler, Dienstleistungsqualität, FIFA-Reglement, Berufsfußball, Experteninterview, SERVQUAL, Sportmanagement, Karriereplanung, Transfermarkt, Rechtsberatungsgesetz, Vermittlungsvertrag, Beratungsagentur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Dienstleistungsangebot und die Servicequalität von professionellen Spielerberatern und Agenturen im deutschen Fußball.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Dienstleistungsqualitätsmessung, der rechtlichen Einordnung der Vermittlertätigkeit und der praktischen Arbeitsweise von Beratern.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Ziel ist es, die notwendigen Dienstleistungsmerkmale systematisch zu erfassen und zu analysieren, wie Berater ihre Leistungen gegenüber den Spielern erbringen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde ein qualitatives, leitfadengestütztes Experteninterview-Verfahren mit insgesamt vier Spielerberatern (selbstständig und in Agenturen) durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine rechtliche Einordnung sowie die empirische Auswertung der Experteninterviews.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Spielerberater, Dienstleistungsqualität, FIFA-Reglement, Sportmanagement und Karriereplanung.
Welche Rolle spielt das GAP-Modell für die Analyse?
Das GAP-Modell dient als theoretisches Grundgerüst, um Lücken zwischen den Erwartungen der Spieler und der tatsächlich angebotenen Dienstleistung zu identifizieren.
Wie unterscheidet sich die Arbeit von Agenturen und Einzelberatern?
Agenturen decken oft ein breiteres Spektrum durch Netzwerke ab, während Einzelberater tendenziell eine noch individuellere, persönlichere Betreuung bieten.
Welche rechtliche Problematik wird diskutiert?
Es wird insbesondere auf die Kollisionen zwischen FIFA-Reglements und dem deutschen Rechtsberatungsgesetz (RBerG) bei der Aushandlung von Verträgen eingegangen.
- Arbeit zitieren
- Julian Werth (Autor:in), 2017, Spielerberater und Beratungsagenturen im deutschen Profifußball, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376729