Diese Arbeit widmet sich dem Teamteaching, einer in Deutschland relativ neuen Unterrichtsform. Sie entwirft ein eigenes Unterrichtskonzept für das Fach Geographie und versucht so, Vorteile dieser Methode für die Lehre herauszuarbeiten.
„Der Lehrer steht im Mittelpunkt seines Unterrichts.“ Dieser Kerngedanke ist spätestens seit dem Paradigmenwandel in Folge des PISA-Schocks im Jahr 2000 Geschichte. Im Zuge der neuen Bildungsstandardentwicklungen werden im deutschen Bildungswesen immer wieder neue Unterrichtsmethoden entworfen und diese auf ihre Brauchbarkeit getestet. Hierzu bedienen sich Pädagogen sowohl an alten Lernmodellen oder greifen reformpädagogische Ansätze aus dem Ausland auf.
Während in Deutschland besonders der Inklusionsansatz das Unterrichtsgeschehen immer stärker prägt und damit die Kooperation der Schüler untereinander gefördert wird, so ist der Begriff des "Teamteachings" im deutschen Bildungssystem eher selten zu finden und die gleichnamige Unterrichtsmethode bisher kaum erforscht wurden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Teamteaching?
2.1. Organisation von Teamteaching
2.2. Entwicklungsphasen des Teams
2.3. Formen des Teamteachings
3. Wirkung auf Schüler und Lehrer
4. Evaluation – „Sind unsere Ziele erreicht wurden?“
5. Anwendung von Teamteaching für die Methode der Kartierung auf einer Geographie-Exkursion
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Konzept des Teamteachings als kooperative Unterrichtsmethode und beleuchtet dessen Anwendungsmöglichkeiten im schulischen Kontext, mit einem besonderen Fokus auf eine geographische Exkursionseinheit.
- Grundlagen, Definition und organisatorische Aspekte von Teamteaching
- Die vier Phasen der Teamentwicklung nach Francis und Young
- Positive Auswirkungen von Teamteaching auf Schüler (Motivation, Betreuung) und Lehrer (Entlastung, Kooperation)
- Methodische Möglichkeiten der Evaluation zur Sicherung der Unterrichtsqualität
- Praktische Umsetzung von Teamteaching im Rahmen einer geographischen Kartierungs-Exkursion
Auszug aus dem Buch
5. Anwendung von Teamteaching für die Methode der Kartierung auf einer Geographie-Exkursion
Die Kartierung ist im Geographieunterricht für Schüler eine beliebte Methode um Sachverhalte an einem begrenzten Ort festzuhalten und auszuwerten. So lassen sich beispielsweise für einen möglichen Unterrichtsentwurf Teile der Kölner Hauptgeschäftsstraßen „Schildergasse“ und „Hohe Straße“ in verschiedene Branchen kartieren. Schüler einer zehnten Klasse sollten innerhalb eines Zeitumfangs von 40 Minuten jeweils eine Straßenseite auf einer bereits vorgefertigten thematischen Karte kartieren, d.h. die Geschäfte und deren Preissegment in verschiedene Branchen unterteilen und diese auf der Karte mithilfe von Symbolen oder Farben graphisch festhalten. In einer anschließenden Auswertung mit allen Gruppen sollen vor Ort die Ergebnisse der einzelnen Straßenabschnitte vorgestellt werden. In einem weiteren Schritt sollen die Schüler Besonderheiten auswerten und unter dem Gesichtspunkt „Preislevel in Bezug auf Lage“ Probleme erkennen. Der Transfer zu anderen Orten mit ähnlicher Problematik wird von den Schülern letztlich auch geleistet.
Besonders eine schülererarbeitende Exkursionsform wie diese erfordert eine erhebliche Vorbereitung und gleichzeitig auch eine umfassende Betreuung vor Ort. Hier lässt sich die Lehrerarbeit im Team sehr gut integrieren. Bereits im Vorfeld kann der Exkursionsort vom Lehrerteam im Rahmen einer Vorexkursion begangen werden, sodass mögliche Probleme (Baustellenbehinderung, Lage des Gebiets bei Veranstaltungen) bereits im Vorfeld ausgeschlossen werden können. Eine erste Musterkartierung kann ebenfalls angefertigt werden, sodass einzelne Unsicherheiten mit dem Team abgeglichen werden können. Auch der Zeiteinsatz für die Methode der Kartierung kann bei einer Vorexkursion und dem selbstständigen Ablaufen des Schülerwegs besser bestimmt werden. Im Vorfeld sollte das Lehrerteam genau abstimmen, welche Rolle jeder Lehrer bei der Exkursion erhält, welchen thematischen Teil er übernimmt und wie und wo die Schüler an die Aufgabenstellung am besten herangeführt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Paradigmenwandel im Bildungswesen nach dem PISA-Schock und führt in das Konzept des Teamteachings als in Deutschland noch wenig erforschte Unterrichtsmethode ein.
2. Was ist Teamteaching?: Dieses Kapitel klärt den Begriff, die historischen Ursprünge und die grundlegenden Organisations- sowie Teamentwicklungsphasen der Methode.
3. Wirkung auf Schüler und Lehrer: Hier werden die positiven Effekte der Methode auf die Konzentration und Betreuung der Schüler sowie die Entlastung und Berufszufriedenheit der Lehrkräfte analysiert.
4. Evaluation – „Sind unsere Ziele erreicht wurden?“: Das Kapitel beschreibt Instrumente wie das „Tandem-Journal“ und Feedbackregeln, die für eine erfolgreiche interne und externe Evaluation der Unterrichtsqualität unerlässlich sind.
5. Anwendung von Teamteaching für die Methode der Kartierung auf einer Geographie-Exkursion: Der Autor zeigt anhand eines Praxisbeispiels in Köln, wie Teamteaching die Vorbereitung und Durchführung einer komplexen Exkursion optimieren kann.
6. Fazit: Das Fazit resümiert die Vielseitigkeit von Teamteaching und plädiert für eine stärkere Implementierung dieser Methode in deutschen Schulen zur Förderung eines schülerzentrierten Unterrichts.
Schlüsselwörter
Teamteaching, Kooperativer Unterricht, Geographieunterricht, Exkursion, Kartierung, Teamentwicklung, Bildungsstandards, Unterrichtsqualität, Differenzierung, Lehrerkooperation, Schulentwicklung, Heterogenität, Pädagogik, Unterrichtsorganisation, Schüleraktivierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Ausarbeitung befasst sich mit dem Konzept des „Teamteachings“, einer Unterrichtsmethode, bei der zwei oder mehr Lehrkräfte gemeinsam für eine Schülergruppe verantwortlich sind.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit umfasst die theoretischen Grundlagen der Methode, die Phasen der Teamentwicklung, die Auswirkungen auf Lehrende und Lernende sowie die praktische Anwendung in einem geographischen Exkursionsszenario.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Bedeutung und die Vorteile von Teamteaching darzustellen und zu belegen, wie diese Methode die Unterrichtsqualität und die individuelle Förderung von Schülern verbessern kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse und verknüpft diese mit einem konkreten unterrichtspraktischen Entwurf für eine Exkursion im Fach Geographie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Teamteaching, eine Analyse der Wirkungsweisen auf Schüler und Lehrer, Erläuterungen zur Evaluation und einen Anwendungsfall zur Kartierung in der Stadt Köln.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Teamteaching, Kooperativer Unterricht, Geographieunterricht, Exkursion und schülerzentriertes Lernen.
Wie trägt die „Teamentwicklungs-Uhr“ zum Verständnis des Teamteachings bei?
Die Teamentwicklungs-Uhr, bestehend aus den Phasen Forming, Storming, Norming und Performing, verdeutlicht die notwendigen Prozesse und Herausforderungen, die ein Lehrerteam durchlaufen muss, um effektiv zusammenzuarbeiten.
Warum wird Teamteaching speziell für Geographie-Exkursionen als vorteilhaft erachtet?
Bei Exkursionen im städtischen Raum ermöglicht Teamteaching eine intensivere Betreuung der Schülergruppen, eine bessere Überwachung bei Lärm oder Störquellen sowie eine flexiblere Rollenverteilung zwischen den Lehrkräften.
- Citar trabajo
- André Schönen (Autor), 2013, Teamteaching. Kooperative Unterrichtsmethoden im Fach Geographie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376753