Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › VWL - Geldtheorie, Geldpolitik

Die Beschäftigungseffekte von Mindestlöhnen. Theoretische und empirische Betrachtung

Titel: Die Beschäftigungseffekte von Mindestlöhnen. Theoretische und empirische Betrachtung

Hausarbeit , 2016 , 32 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Ramina Farsiew (Autor:in)

VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro soll besonders die Armut in Deutschland bekämpfen und die Arbeitnehmer vor Ausbeutung durch Arbeitgeber schützen. Seit der Einführung des Mindestlohns am 01.01.2015 ist jedoch immer wieder die Frage aufgeworfen worden, ob diese Einführung nicht auch Beschäftigungsverluste mit sich bringt. Hier müssen die möglichen Beschäftigungseffekte geprüft werden. Kritiker des gesetzlichen Mindestlohns gehen per se von hohen Beschäftigungsverlusten aus und berufen sich auf theoretische Grundlagen der Neoklassik, die Mindestlöhne mit negativen Beschäftigungseffekten und somit einer hohen Arbeitslosigkeit gleichsetzt. Die Befürworter hingegen sind der Meinung, Mindestlöhne hätten keinen oder sogar einen positiven Einfluss auf die Beschäftigung. Diese Theorie untermauern sie mit dem monopsonistischen Modell des Arbeitsmarktes. Diese Arbeit will nun die verschiedenen Theorien und Modelle unter Berücksichtigung des Mindestlohns untersuchen und die möglichen Effekte auf Deutschland beziehen.

Im ersten Teil der Arbeit werden zunächst die theoretischen Grundlagen näher erläutert. Es folgt eine Begriffsabgrenzung zwischen dem tariflichen Mindestlohn und dem gesetzlichen Mindestlohn. Hier soll dem Leser ein erster Überblick über die Mindestlöhne verschafft werden. Daraufhin werden die Ziele der Mindestlöhne erläutert. Insbesondere stehen hier die zwei Hauptziele, Bekämpfung der Armut und Schutz der Arbeitnehmer vor Lohndumping, im Vordergrund. Das letzte theoretische Kapitel bilden die Arbeitsmarktmodelle. Neben der neoklassischen und dem monopsonistischen Arbeitsmarktmodell wird auch das keynesianische Modell vorgestellt und im Hinblick auf die Einführung eines Mindestlohns untersucht.

Darauf aufbauend wird die theoretische Betrachtungsweise um eine empirische ergänzt. Der Einstieg des Kapitels ist ein internationaler Vergleich der Länder mit Mindestlöhnen. Danach wird auf die Mindestlöhne in Frankreich und anschließend in Großbritannien näher eingegangen und diese mit Deutschland verglichen. Der nächste Abschnitt im Kapitel fünf beschäftigt sich mit der empirischen Mindestlohnforschung anhand des statistischen Differenz-von-Differenzen-Ansatzes, um anschließend auf die Studien zu branchenspezifischen Mindestlöhnen in der Abfallwirtschaft und der Pflegebranche einzugehen. Den letzten Abschnitt stellt eine Zwischenbilanz nach einem Jahr des Mindestlohns dar.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1 Problemstellung

1.2 Ziel und Aufgabenstellung

1.3 Gang der Untersuchung

2. Begriffsverständnis von Mindestlöhnen

2.1 Tariflicher Mindestlohn

2.2 Gesetzlicher Mindestlohn

3. Ziele vom Mindestlohn

4. Arbeitsmarkttheorien

4.1 Die neoklassische Theorie

4.2 Die keynesianische Theorie

4.3 Die monopsonistische Theorie

5. Beschäftigungseffekte von Mindestlöhnen in der Empirie

5.1 Internationaler Vergleich

5.1.1 Mindestlohn in Frankreich

5.1.2 Mindestlohn in Großbritannien

5.2 Empirische Mindestlohnforschung

5.3 Studien in unterschiedlichen Branchen

5.3.1 Abfallwirtschaft

5.3.2 Pflegebranche

5.4 Ein Jahr Mindestlohn: Zwischenbilanz

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland auf die Beschäftigung. Hierbei wird der Frage nachgegangen, ob die Einführung zu den von Kritikern befürchteten Beschäftigungsverlusten führt oder ob, wie von Befürwortern postuliert, neutrale oder gar positive Effekte zu verzeichnen sind, unter Einbeziehung verschiedener arbeitsmarkttheoretischer Modelle sowie internationaler und branchenspezifischer empirischer Studien.

  • Theoretische Grundlagen: Analyse neoklassischer, keynesianischer und monopsonistischer Modelle.
  • Internationaler Vergleich: Untersuchung der Mindestlohnmodelle in Frankreich und Großbritannien.
  • Empirische Methodik: Erläuterung und Anwendung des Differenz-von-Differenzen-Ansatzes.
  • Branchenspezifische Studien: Analyse der Beschäftigungseffekte in der Abfallwirtschaft und Pflegebranche.
  • Zwischenbilanz: Evaluierung des Mindestlohns nach dem ersten Jahr der Einführung in Deutschland.

Auszug aus dem Buch

4.3 Die monopsonistische Theorie

Das Monopson-Modell wurde in den Dreißigerjahren von der Wirtschaftswissenschaftlerin Joan Robinsin entwickelt. Diese Marktform beschäftigt sich mit der unvollkommenen Konkurrenz. Dies bedeutet, es gibt nur ein Unternehmen, welches Arbeit nachfragt und somit eine Art Nachfragemonopol darstellt. Somit kann im Monopson der Arbeitgeber über die Lohnhöhe bestimmen, welches unter dem markträumenden Lohn liegt. Da es für den Arbeitnehmer keine Möglichkeit gibt zur Konkurrenz zu wechseln, ist er gezwungen für diesen Lohn zu arbeiten oder die Arbeitslosigkeit in Kauf zu nehmen.

Anders als im vollkommenen Wettbewerb, bleibt der Lohn beim Monopsonisten nicht gleich, wenn dieser einen zusätzlichen Arbeitnehmer einstellt. Der Monopsonist kann nur eine zusätzliche Arbeitskraft einstellen, wenn er allen anderen Arbeitskräfte ebenfalls mit einem höheren Lohn vergütet. Somit entspricht der Lohn (Grenzlohn) eines zusätzlichen Beschäftigten nicht dem bereits bestehenden Lohn, sondern zusätzlich der Lohnkostenerhöhung für die restlichen Beschäftigten. Daher liegt im Arbeitsmarktmodell des Monopsons die Grenzkostenkurve oberhalb der Arbeitsangebotskurve.

Ohne den Mindestlohn wird der Gewinn im Schnittpunkt von der Grenzkostenfunktion (Grenzlohnkosten) und dem Wertgrenzprodukt der Arbeit maximiert. Der Monopsonist wählt in diesem Fall die Arbeitsmenge L. Die Arbeitnehmer hingegen sind bereit zu einem Lohnsatz von WG die nachgefragte Menge an Arbeit anzubieten. Wird nun ein Mindestlohn eingeführt, der über dem Monopsonlohn WG liegt, erhöht sich das Arbeitsangebot. Da die Arbeitgeber auch mehr Arbeit nachfragen, entsteht ein neues Gleichgewicht mit einem höheren Lohn und einer gesteigerten Beschäftigung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Das Kapitel erläutert die Problemstellung der wachsenden Einkommensschere und Armut in Deutschland, definiert die Forschungsziele zur Untersuchung von Beschäftigungseffekten und gibt einen Ausblick auf den Aufbau der Arbeit.

2. Begriffsverständnis von Mindestlöhnen: Hier erfolgt eine Differenzierung zwischen dem historisch gewachsenen tariflichen Mindestlohn und dem durch das MiLoG eingeführten flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn.

3. Ziele vom Mindestlohn: Dieses Kapitel arbeitet die Hauptziele des Mindestlohns heraus, namentlich den Schutz von Arbeitnehmern vor Lohndumping sowie die Bekämpfung von Armut trotz Erwerbstätigkeit.

4. Arbeitsmarkttheorien: Es werden das neoklassische, das keynesianische und das monopsonistische Modell vorgestellt, um theoretische Argumente für und gegen Mindestlöhne wissenschaftlich einzuordnen.

5. Beschäftigungseffekte von Mindestlöhnen in der Empirie: Das Kapitel umfasst internationale Vergleiche, erläutert die Methodik der Differenz-von-Differenzen-Analyse und präsentiert Ergebnisse aus branchenspezifischen Studien sowie eine erste Zwischenbilanz nach einem Jahr Mindestlohn.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, widerlegt die Befürchtung zwanghafter Arbeitslosigkeit durch Mindestlöhne und plädiert für eine schrittweise Anpassung der Lohnhöhe zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes.

Schlüsselwörter

Mindestlohn, Beschäftigungseffekte, Arbeitsmarkt, Neoklassik, Monopson, Lohndumping, MiLoG, Differenz-von-Differenzen-Analyse, Armutsbekämpfung, Lohnsubvention, Tariflohn, Arbeitslosigkeit, Kaufkraft, Deutschland, Arbeitsmarktmodelle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland auf das Beschäftigungsniveau.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Arbeitsmarktmodelle, den internationalen Vergleich von Mindestlohnregelungen, die empirische Forschungsmethodik sowie die Analyse spezifischer Branchen in Deutschland.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist zu prüfen, ob die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns zwangsläufig zu Beschäftigungsverlusten führt oder ob – basierend auf bestimmten Modellen und empirischen Daten – neutrale oder positive Effekte möglich sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt Literaturanalysen zur theoretischen Fundierung sowie die wissenschaftliche Erläuterung und Einordnung der empirischen Differenz-von-Differenzen-Analyse (DvD) als Quasi-Experiment zur Untersuchung kausaler Effekte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Arbeitsmarktmodelle (Neoklassik, Keynesianismus, Monopson), internationale Fallbeispiele (Frankreich, Großbritannien) sowie eine empirische Untersuchung branchenspezifischer Auswirkungen in Deutschland.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Mindestlohn, Beschäftigungseffekte, Monopson, Neoklassik, Differenz-von-Differenzen-Analyse und Arbeitsmarktmodellierung gekennzeichnet.

Welche Bedeutung hat das Monopson-Modell in dieser Untersuchung?

Das Monopson-Modell dient als theoretisches Gegenstück zur Neoklassik; es zeigt auf, dass bei unvollkommener Konkurrenz ein Mindestlohn sogar zu einer gesteigerten Beschäftigung führen kann.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Kommission in Großbritannien?

Die Autorin sieht die „Low Pay Commission“ als positives Vorbild, da eine unabhängige Kommission einen objektiveren Blick auf die Auswirkungen des Mindestlohns ermöglicht als eine rein politische Steuerung.

Was ergibt die Zwischenbilanz nach einem Jahr Mindestlohn in Deutschland?

Nach einem Jahr konnten keine negativen Beschäftigungseffekte im großen Stil nachgewiesen werden; stattdessen stiegen Nominallöhne und Kaufkraft, während Arbeitsplätze teils in reguläre Verhältnisse umgewandelt wurden.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Beschäftigungseffekte von Mindestlöhnen. Theoretische und empirische Betrachtung
Hochschule
Hochschule Offenburg
Note
2,0
Autor
Ramina Farsiew (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
32
Katalognummer
V376794
ISBN (eBook)
9783668541917
ISBN (Buch)
9783668541924
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mindestlohn armut deutschland frankreich großbritannien arbeitsmarktmodell pflegebranche
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ramina Farsiew (Autor:in), 2016, Die Beschäftigungseffekte von Mindestlöhnen. Theoretische und empirische Betrachtung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376794
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  32  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum