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Scientific Management. Soziologische Analyse zur Theorie von Frederick Winslow Taylor

Titel: Scientific Management. Soziologische Analyse zur Theorie von Frederick Winslow Taylor

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2015 , 16 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Philipp Nern (Autor:in)

Soziologie - Wirtschaft und Industrie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit setzt sich mit dem von Frederick Winslow Taylor entwickelten Begriff des Scientific Management auseinander. Es soll erörtert werden, welches die zentralen Prozesse sind und welche Ziele diese beinhalten. Im Rahmen dieser Ausarbeitung soll die Frage beantwortet werden, ob Taylor mit seiner perfektionistischen Betriebsführung ökonomischen Erfolg hatte und welche sozialen Konsequenzen mit dem Taylorismus einhergingen.

Um das Scientific Management in Gänze verstehen zu können, müssen die historischen Faktoren des späten neunzehnten und die des frühen zwanzigsten Jahrhunderts analysiert werden. Speziell werden Schlagwörter wie: Faustregeln, Prosperität und Soldering, mit Bezug auf das durch die Industrialisierung veränderte Menschenbild soziologisch erklärt. Positive und negative Begleiterscheinungen sind hierbei mit Distanz abzuwägen.

Funktionskontrollmeistersysteme und der zur Maschine gewordene Mensch stehen im kompletten Gegensatz zu einem psychologisch stabilen Arbeiter, sind jedoch beide fester Bestandteil der Industrialisierung. Eine Aufgabe der Arbeit ist es, dieses Spannungsverhältnis zu erläutern und verständlich zu machen.

Der Taylorismus wurde in der zweiten Dekade des zwanzigsten Jahrhunderts stark kritisiert und auch noch heute wird der Begriff negativ verwendet. Wie negativ und wie wissenschaftlich dieses revolutionäre System überhaupt ist, wird festzustellen sein. Die Industrialisierung zog eine immense technische Weiterentwicklung der Produktion von Gütern mit sich. Diese Weiterentwicklung, sowie das Großwachstum der Industrieanlagen und das vielseitige Angebot der Arbeitskräfte machten den Taylorismus überhaupt erst nötig. Sie sind die Auslöser, die Taylor dazu bewegten die Betriebsführung und den gesamten Teil des Produktionsprozesses genauer zu verwissenschaftlichen, damit die maximale ökonomische Effizienz einer Organisation gewährleistet bleibt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Was ist Scientific Management?

1.1. The One Best Way

1.2. Grenzen des Scientific Managements

2. Das japanische Modell. Eine Antwort auf den Taylorismus?

2.1. Kritik am japanischen Modell

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert und kritisiert das von Frederick Winslow Taylor entwickelte Scientific Management hinsichtlich seiner Prozesse und Ziele. Dabei wird das System der wissenschaftlichen Betriebsführung dem japanischen Modell der Lean Production gegenübergestellt, um zu prüfen, ob letzteres eine tatsächliche Überwindung oder lediglich eine Weiterentwicklung tayloristischer Prinzipien darstellt.

  • Grundlagen und zentrale Konzepte des Scientific Management (One Best Way)
  • Soziale und psychologische Konsequenzen der tayloristischen Arbeitsgestaltung
  • Untersuchung der Lean Production als alternative Managementmethode
  • Vergleich der Effizienz, Qualitätsansprüche und Arbeitsbedingungen in beiden Systemen
  • Kritische Reflexion über die Daseinsberechtigung und den monetären Fokus beider Modelle

Auszug aus dem Buch

1.1. The One Best Way

Wie schon zuvor erwähnt, sollte das unwissenschaftliche System der Faustregel dem Scientific Management weichen. Hierbei ist es wichtig zu erwähnen, dass die Erfahrungen der Vorarbeiter oder auch der Leiter verwissenschaftlicht werden müssen. Das heißt, dass Arbeitsabläufe - die über Jahre durch stetige Wiederholungen verbessert worden sind - klassifiziert und in Tabellen eingetragen werden müssen (vgl. Taylor 1913: 33). Somit wurde die Willkür und der Gemütszustand des Vorarbeiters vollkommen außen vor gelassen und das Scientific Management rückte an dessen Stelle. Dadurch kam eine Spezialisierung zustande, die durch die Zeit- und Bewegungsstudien legitimiert wurde. Diese Spezialisierung hatte die Teilung der Arbeit in versimpelte Schritte inne. Desweiteren wurde die Arbeit nicht nur bis auf das kleinste Glied zerlegt, auch die Abschaffung von überflüssigen Bewegungen wurde durch diese Spezialisierung erzeugt (vgl. Kianty und Sanders 2007: 51). Das machte die Arbeit sehr steif, denn die Gesetze und Regeln definierten den Arbeitsprozess präzise. Der Arbeiter wurde besser und besser in seiner auszuübenden Tätigkeit, weil er das extrahierte Wissen verinnerlichte und somit den Arbeitsschritt auf einem hohem Tempo abschließen konnte. Kritisch zu erwähnen ist, dass dies eine furchtbare Monotonie erschuf. Der Angestellte hatte in seinem Beruf keinen Ermessensspielraum und konnte keine kreativen Ideen in den Arbeitsprozess einfließen lassen. Der Arbeiter musste sich dem Tempo der Maschinen und dem des Vordermannes anpassen. Ebenso gibt es keinen Spielraum für Fehler, denn diese wurden vom taylor'schen Modell nicht geduldet.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Definition des Scientific Management und Formulierung der Forschungsfrage hinsichtlich ökonomischer Erfolge und sozialer Konsequenzen im Vergleich zur Lean Production.

1. Was ist Scientific Management?: Erläuterung der Methoden zur Effizienzsteigerung, der Rolle von Zeit- und Bewegungsstudien sowie der psychologischen Auswirkungen auf den Arbeiter.

1.1. The One Best Way: Analyse der Standardisierung von Arbeitsabläufen durch Wissenschaftlichkeit und die damit verbundene radikale Arbeitsteilung und Spezialisierung.

1.2. Grenzen des Scientific Managements: Diskussion der kritischen Aspekte wie mangelnde Berücksichtigung der Organisationspsychologie und seelischer Druck durch rigide Kontrollsysteme.

2. Das japanische Modell. Eine Antwort auf den Taylorismus?: Untersuchung der Lean Production als flexibles Gegenmodell, basierend auf dem Kaizen-Prinzip und dem Wunsch nach höherer Qualität.

2.1. Kritik am japanischen Modell: Hinterfragung der vermeintlichen Humanität der Lean Production und Analyse des entstehenden Selbstdrucks durch Gruppenarbeit und Kaizen.

Fazit: Abschließende Bewertung, dass beide Systeme primär auf monetären Erfolg und Effizienz ausgerichtet sind und keine Überwindung, sondern lediglich unterschiedliche Ausprägungen von Managementkonzepten darstellen.

Schlüsselwörter

Scientific Management, Taylorismus, Lean Production, One Best Way, Kaizen, Arbeitsteilung, Prozessoptimierung, Arbeitsmonotonie, Organisationspsychologie, Just-In-Time, betriebliche Effizienz, Ressourcennutzung, industrielle Betriebsführung, Produktionsverfahren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht zwei maßgebliche Managementkonzepte: das Scientific Management nach Taylor und das japanische Modell der Lean Production, wobei deren Wirkungsweisen und Unterschiede kritisch beleuchtet werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Gestaltung von Arbeitsprozessen, der Rolle der Arbeitskraft innerhalb dieser Systeme sowie der Frage nach der Effizienz und der Ausbeutung von Ressourcen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, zu klären, ob das japanische Modell eine tatsächliche Überwindung des Taylorismus darstellt oder ob es selbst wieder in tayloristische Muster verfällt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine theoretische Analyse sowie den Vergleich fachwissenschaftlicher Literatur zu Managementtheorien, um die Vor- und Nachteile beider Systeme gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Methoden des Scientific Management, wie Zeitstudien und das Prinzip des One Best Way, sowie die Konzepte der Lean Production, wie Kaizen und Autonomation, detailliert beschrieben und einander gegenübergestellt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Scientific Management, Taylorismus, Lean Production, Kaizen, Arbeitsteilung und die kritische Auseinandersetzung mit der betrieblichen Organisationsstruktur.

Welche Rolle spielt die "natürliche Faulheit" bei Taylor?

Taylor betrachtet die Faulheit des Menschen als einen gegebenen Faktor, den es durch strikte Kontrollsysteme und ein leistungsbasiertes Pensum-Lohnsystem zu überwinden gilt, um maximale Prosperität zu sichern.

Inwiefern unterscheidet sich die Rolle des Arbeiters im japanischen Modell?

Im Gegensatz zum tayloristischen Modell, das eine Trennung von Kopf- und Handarbeit vorsieht, wird im japanischen Modell der Arbeiter zur aktiven Verbesserung (Kaizen) und zum Verständnis technischer Abläufe angehalten, was eine höhere Qualifizierung erfordert.

Warum wird das japanische Modell im Fazit als "neotayloristisch" diskutiert?

Weil der Autor feststellt, dass die Lean Production trotz humanerer Aspekte ebenso auf strikte Normen und Kontrollen setzt, die bei Nichteinhaltung zu ähnlichem Druck auf den Arbeiter führen wie beim klassischen Taylorismus.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Scientific Management. Soziologische Analyse zur Theorie von Frederick Winslow Taylor
Hochschule
Universität Potsdam  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Note
2,3
Autor
Philipp Nern (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
16
Katalognummer
V376809
ISBN (eBook)
9783668541672
ISBN (Buch)
9783668541689
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Taylorismus Taylor Lean Production Scientific Management vs. Hausarbeit PDF
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Philipp Nern (Autor:in), 2015, Scientific Management. Soziologische Analyse zur Theorie von Frederick Winslow Taylor, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376809
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Leseprobe aus  16  Seiten
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