Diese Arbeit will Hollywoods Ansichten und Darstellungsweisen bezüglich chinesischer Strafprozessverfahren im Film Red Corner ermitteln und analysieren, wobei in einem weiteren Schritt die Richtigkeit anhand des chinesischen Strafprozessgesetztes in der Fassung von 1996 überprüft wird; auf der Suche nach fiktionalen Elementen und künstlerischen Freiheiten, aber auch wahrheitsgetreuen Aspekten des Filmes.
Eingangs hat sich die Autorin noch mit einigen Hintergrundinformationen zum besseren Verständnis der Thematik beschäftigt, z.B. ein Einblick in die Rechtslage für Ausländer in der Volksrepublik (VR) China sowie Informationen zu Red Corner selbst.
Des Weiteren finden sich auch einige andere Fälle von in der VR China inhaftierten und/oder verurteilten Ausländern in dieser Proseminararbeit, welche die Autorin aufgrund ihrer Aktualität einfügt, um zu belegen, dass diese Thematik nach wie vor sehr real und durchaus keine reine Erfindung Hollywoods ist.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Quellen, Material und Methode
Hauptteil I
1. Hintergrundinformationen
1.1. Informationen zum Film
1.2. Die Rechtslage von Ausländern in der VR China
1.3. Fälle von in der VR China verurteilten und/oder hingerichteten Ausländern
Hauptteil II
2. Forschungsfragen
2.1. Der rechtlich fundierte Wahrheitsgehalt von Red Corner
2.2. Folter in der VR China
3. Hollywoods Ansichten bezüglich chinesischer Strafprozessverfahren
3.1. Realität oder Erfindung?
Abschluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wahrheitsgehalt des Hollywood-Films Red Corner im Hinblick auf die Darstellung des chinesischen Strafprozessrechts in den 1990er Jahren und analysiert, inwieweit die gezeigten Verfahrensabläufe und Haftbedingungen mit der tatsächlichen Rechtslage in der Volksrepublik China korrespondieren.
- Kritische Analyse des Films Red Corner als politische Filmproduktion
- Rechtliche Einordnung des chinesischen Strafprozessrechts von 1996
- Vergleich zwischen filmischer Darstellung und realen Haftbedingungen
- Diskussion der Thematik von Folter und Menschenrechten in der VR China
- Evaluation der Rollenverteilung und des Justizsystems im Film vs. Realität
Auszug aus dem Buch
2.1. Der rechtlich fundierte Wahrheitsgehalt von Red Corner
In diesem Kapitel befasse ich mich mit der tatsächlichen, rechtlichen Korrektheit der im Film dargestellten Ereignisse, Vorgehensweisen und Zustände und ob diese entweder im chinesischen Strafgesetzbuch oder aber im Strafprozessgesetz rechtlich verankert sind und demzufolge der Realität und Praxis an chinesischen Gerichtshöfen entsprechen.
Da in Red Corner sehr viele verschiedene Aspekte zu beobachten sind und diese manchmal nur teilweise der rechtlichen Wahrheit entsprechen, habe ich mich für dieses Kapitel für keine klare Strukturierung oder Unterteilung entschieden, sondern diese ohne chronologische Ordnung verfasst. Jedoch habe ich versucht diese unter der Bedingung aufzulisten, erst die größtenteils oder komplett korrekt dargestellten Begebenheiten aufzuführen, dann die erwiesenermaßen falschen Darstellungsweisen und schlussendlich jene Begebenheiten, die zwar im Film beobachtet werden können, zu denen ich jedoch bedauerlicherweise keinerlei Anhaltspunkte für ihre tatsächliche Richtigkeit auffinden konnte oder aber diese im Subkapitel über die Folter eine genauere Untersuchung erfahren und, um Wiederholungen zu vermeiden an dieser Stelle, ausgespart wurden.
Ich beginne also mit den ganz oder teilweise korrekten Darstellungen.
Die erste und wohl bedeutendste Beobachtung bezüglich Hollywoods’ Auffassungen zum chinesischen Strafrecht ist die Tatsache, dass Jack Moore für die angeblich von ihm verübte Tat in der chinesischen Justiz wie ein chinesischer Staatsbürger behandelt wird und demnach den gleichen Rechten und Verordnungen unterliegt, was absolut der Realität entspricht und kein fiktives Konstrukt darstellt. Da ich auf diesen Aspekt des Filmes bereits in einem vorangehenden Subkapitel detaillierter eingegangen bin, verweise ich an dieser Stelle auf das Kapitel Die Rechtslage von Ausländern in der VR China auf Seite 6 zur näheren Betrachtung der genauen Belege mit den entsprechenden Gesetzesparagraphen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung stellt den Film Red Corner in den Kontext des chinesischen Rechtssystems und formuliert die zentrale Fragestellung nach dem Wahrheitsgehalt der filmischen Darstellung.
Quellen, Material und Methode: Dieser Abschnitt erläutert die methodische Vorgehensweise und die verwendeten juristischen Nachschlagewerke, insbesondere das chinesische Strafprozessgesetz von 1996.
Hintergrundinformationen: Dieses Kapitel liefert Kontext zum Film selbst sowie eine rechtliche Einordnung der Situation für Ausländer und dokumentiert reale Fälle von verurteilten Ausländern in der VR China.
Forschungsfragen: Hier erfolgt eine detaillierte Prüfung der im Film gezeigten Verfahrensschritte, wie Beweisaufnahme, Kautionssystem und Verteidigung, anhand der realen Gesetzeslage.
Folter in der VR China: Dieses Kapitel analysiert die Problematik von Folter, unter Einbeziehung von UN-Berichten, und bewertet, ob die im Film dargestellten Foltersequenzen der Realität entsprechen.
Hollywoods Ansichten bezüglich chinesischer Strafprozessverfahren: Die abschließende Analyse reflektiert die filmische Darstellung als Mischung aus dramaturgischen Freiheiten und hoher juristischer Detailtreue.
Abschluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der Film trotz einiger Ausschmückungen ein bemerkenswert realistisches Bild des chinesischen Justizalltags zeichnet.
Schlüsselwörter
Red Corner, chinesisches Strafprozessrecht, Strafprozessgesetz 1996, Recht für Ausländer, Menschenrechte, Folter, Justizsystem VR China, Pflichtverteidiger, Beweismittel, Rechtsbeistand, Rechtsvergleichung, Filmkritik, Strafvollzug, Haftbedingungen, Rechtsstaatlichkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der filmischen Fiktion des Hollywood-Streifens Red Corner und der tatsächlichen juristischen Praxis in der Volksrepublik China der 1990er Jahre.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen das chinesische Strafprozessrecht, die Rechtsstellung von Ausländern, die Rolle der Pflichtverteidigung und die menschenrechtliche Problematik der Folter in Haftanstalten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Wahrheitsgehalt der im Film gezeigten Rechtsverfahren zu verifizieren und festzustellen, wo das Drehbuch Fakten korrekt wiedergibt und wo es diese zugunsten der filmischen Spannung verzerrt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt einen Rechtsvergleich durch, indem er die Handlungsabläufe des Films systematisch mit den entsprechenden Paragraphen des chinesischen Strafprozessgesetzes von 1996 und dem Strafgesetzbuch von 1997 abgleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Hintergrundinformationen zum Film, die Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen, die Untersuchung von Verfahrensdetails und eine kritische Diskussion zur Folterpraxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben dem Titel Red Corner und dem chinesischen Rechtssystem sind Begriffe wie Strafprozess, Beweismittel, Menschenrechtsverletzungen und Rechtsvergleichung zentral für die Arbeit.
Wie realistisch wird die Rolle des Pflichtverteidigers im Film dargestellt?
Die Arbeit stellt fest, dass die Zuweisung eines Pflichtverteidigers sowie die Möglichkeiten und Grenzen seiner Arbeit (wie Akteneinsicht oder Beweissammlung) weitgehend mit den gesetzlichen Vorgaben übereinstimmen.
Wird die Darstellung der Folter im Film als authentisch bewertet?
Ja, der Autor kommt zu dem Schluss, dass die im Film gezeigten Foltermethoden kein reines Hollywood-Klischee sind, sondern auf dokumentierten Fakten und Berichten internationaler Menschenrechtsorganisationen basieren.
Wie bewertet der Autor die Kritik des Films am US-Justizsystem?
Die Arbeit weist darauf hin, dass der Film auch das Produktionsland USA kritisiert, insbesondere durch die Darstellung der US-Botschaft als eigennützig und wenig hilfsbereit gegenüber dem angeklagten Protagonisten.
- Quote paper
- Jessica Sadeler (Author), 2011, Der Film "Red Corner" und Hollywoods Ansichten bezüglich Strafprozessverfahren in China, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376893