Die vorliegende Arbeit beinhaltet einen qualitativen Überblick über die grundlegenden gesetzlichen Voraussetzungen für eine vorübergehende Entsendung von Deutschland zur Volksrepublik China. Es werden die einschlägigen lateralen und bilateralen Gesetze über Arbeitsrecht, Steuerrecht und Sozialversicherungsrecht berücksichtigt.
Ein Vergleich der Einkommensteuer- und Sozialversicherungssysteme zeigte, dass die Besteuerung in China in der Regel ratsam ist, während das Sozialversicherungssystem in China nicht empfohlen wird. Im Hinblick auf eine doppelte Steuerbelastung und doppelte Sozialversicherungsverpflichtung wurde festgestellt, dass sie durch die Anwendung bilateraler Vereinbarungen vermieden werden kann. Allerdings ist das Auftreten einer doppelten Sozialversicherungsbelastung wahrscheinlich. Das Risiko der Doppelbesteuerung besteht nur im Rahmen eines zweiten Arbeitsvertrages.
Es besteht die Möglichkeit, die Höhe der Besteuerung zu beeinflussen, durch verschiedenen Parameter. Im Allgemeinen beinhaltet eine Entsendung nach China eine hohe organisatorische Anstrengung, um Risiken für eine doppelte Belastung zu minimieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung, Zielsetzung und Gang der Untersuchung
2. Definitionen und Motivsystem im Entsendefall
2.1 Entsendung und Expatriate
2.2 Zielsystem der Entsendung
3. Arbeitsrechtliche Aspekte der Entsendung
3.1 Vertragsmodelle
3.2 Inhalte und anwendbares Recht des Entsendevertrags
4. Steuerliche Aspekte der Entsendung
4.1 Persönliche Steuerpflicht in Deutschland
4.2 Persönliche Steuerpflicht in China
4.3 Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-China
5. Sozialversicherungsrechtliche Aspekte der Entsendung
5.1 Ausstrahlung im Sozialgesetz in Deutschland
5.2 Sozialversicherungsgesetz China
5.3 Sozialversicherungsabkommen Deutschland-China
6. Gestaltungsempfehlungen
6.1 Vorgehensweise
6.1 Empfehlung zur arbeitsrechtlichen Durchführung
6.2 Empfehlung zur steuerlichen Durchführung
6.3 Empfehlung zur sozialversicherungsrechtlichen Durchführung
6.4 Zielsystemkonflikte
7. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen qualitativen Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen bei einer vorübergehenden Entsendung von Mitarbeitern aus Deutschland in die Volksrepublik China, wobei arbeits-, steuer- und sozialversicherungsrechtliche Herausforderungen sowie Optimierungsmöglichkeiten zur Vermeidung von Doppelbelastungen analysiert werden.
- Grundlagen und Zielsysteme bei grenzüberschreitenden Entsendungen
- Arbeitsrechtliche Vertragsgestaltung und Anknüpfungspunkte
- Steuerliche Behandlung und Doppelbesteuerungsvermeidung (DBA)
- Sozialversicherungsrechtliche Folgen und Abkommensregelungen
- Gestaltungsempfehlungen zur Risikominimierung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer
Auszug aus dem Buch
3.1 Vertragsmodelle
Eine Entsendung ist meist mit einer arbeitsrechtlichen Veränderung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber verbunden. Hinsichtlich der Gestaltung des Arbeitsvertrags bestehen verschiedenen Möglichkeiten. Wird die vertragliche Bindung mit dem Unternehmen in Deutschland beibehalten und soll gleichzeitig keine arbeitsvertragliche Bindung mit dem chinesischen Unternehmen begründet werden, ist der Abschluss einer parallelen Entsendevereinbarung in Form eines Entsendevertrags geeignet. Der Hauptarbeitsvertrag ruht dabei nicht, sondern wird nur um die Entsendevereinbarung ergänzt.
Mauer führt hierzu aus, dass Regelungen des Inlandsarbeitsvertrags übernommen werden können, wobei Angelegenheiten, die die Entsendung betreffen im Einvernehmen beider Parteien umgestaltet oder angepasst werden. Aus der Vereinbarung sollte die festgelegte Dauer des Auslandseinsatzes hervorgehen und zusätzlich dem Sachgrund nach gerechtfertigt werden, weshalb die Entsendung befristet ist. Der Entsendevertrag gilt zudem nicht als eigenständiger Arbeitsvertrag, sondern vielmehr als befristete Änderungsübereinkunft, welche nicht isoliert vom Hauptarbeitsvertrag gekündigt werden kann. Von einem Entsendevertrag kann auch gesprochen werden, wenn ein gänzlich neuer Vertrag über die Entsendung geschlossen wird und der Heimatarbeitsvertrag für die Zeit der Auslandstätigkeit ruht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung, Zielsetzung und Gang der Untersuchung: Einführung in die Relevanz der Entsendung nach China und Definition der zentralen Problembereiche sowie der methodischen Vorgehensweise.
2. Definitionen und Motivsystem im Entsendefall: Erläuterung grundlegender Begrifflichkeiten und Darstellung der verschiedenen wirtschaftlichen und persönlichen Zielsetzungen der Beteiligten.
3. Arbeitsrechtliche Aspekte der Entsendung: Analyse gebräuchlicher Vertragsmodelle, deren Inhalte sowie Fragen der Rechtswahl und des wirtschaftlichen Arbeitgebers.
4. Steuerliche Aspekte der Entsendung: Untersuchung der unbeschränkten Steuerpflicht in Deutschland, der Steuerpflicht in China sowie der Anwendung des Doppelbesteuerungsabkommens.
5. Sozialversicherungsrechtliche Aspekte der Entsendung: Erörterung der deutschen Ausstrahlungsregelung und des chinesischen Sozialversicherungsgesetzes unter Einbeziehung des bilateralen Abkommens.
6. Gestaltungsempfehlungen: Zusammenführung der Analyseergebnisse in konkrete Empfehlungen für die arbeits-, steuer- und sozialversicherungsrechtliche Durchführung sowie Diskussion von Zielkonflikten.
7. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der wichtigsten Ergebnisse zur Optimierung der Entsendungsplanung.
Schlüsselwörter
Arbeitnehmerentsendung, Volksrepublik China, Steuerpflicht, Sozialversicherung, Doppelbesteuerungsabkommen, Entsendevertrag, Expatriate, Nettovergleichsrechnung, Gehaltssplitting, Ausstrahlung, Lohnsteuer, Arbeitsrecht, Risikominimierung, Personalmanagement, Betriebsstätte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die rechtlichen und steuerlichen Konsequenzen, die sich aus der zeitlich befristeten Entsendung von Mitarbeitern aus Deutschland in die Volksrepublik China ergeben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Kernbereiche umfassen das Arbeitsrecht, das Steuerrecht sowie das Sozialversicherungsrecht im Kontext internationaler Mitarbeitereinsätze.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen qualitativen Überblick zu geben und einen Orientierungsrahmen für eine optimale Entsendungsplanung zu schaffen, um Doppelbelastungen zu vermeiden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung nationaler und bilateraler Rechtsvorschriften, ergänzt durch eine beispielhafte Anwendungsanalyse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert Vertragsmodelle, die steuerliche Ansässigkeit und Ansätze zur Vermeidung von Doppelbesteuerung sowie die sozialversicherungsrechtliche Einordnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Entsendung, Steuerpflicht, Doppelbesteuerungsabkommen, Sozialversicherungsabkommen, Expatriate und Gehaltssplitting.
Wie unterscheidet sich die Sozialversicherung in China vom deutschen System?
Das chinesische System weist eine geringere Leistungsdichte auf und ist nicht paritätisch finanziert; der Arbeitgeber trägt in China einen deutlich höheren Anteil als in Deutschland.
Was ist der Zweck der Nettovergleichsrechnung?
Sie dient dazu, dem Mitarbeiter ein Nettoeinkommen zu garantieren, das seinem gewohnten Lebensstandard in Deutschland entspricht, indem Zulagen und steuerliche Auswirkungen berücksichtigt werden.
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- Anonym (Author), 2014, Grenzüberschreitende Arbeitnehmerentsendung nach China, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376953