In diesem Essay werden die Themen des kulturellen Gedächtnisses, des Epochenschemas sowie der Dichtungs- und Autorkonzeption behandelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Schreibaufgabe: Kulturelles Gedächtnis und Literaturgeschichte
2. Schreibaufgabe: Das Epochenschema
3. Schreibaufgabe: Dichtungs- und Autorkonzeption
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht zentrale literaturwissenschaftliche Konzepte, indem sie theoretische Ansätze mit konkreten Textbeispielen verknüpft und kritisch hinterfragt. Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen kulturellem Gedächtnis, historischen Epochenschemata sowie den wandelbaren Konzeptionen von Dichtung und Autorschaft zu ergründen.
- Analyse des kulturellen Gedächtnisses nach Jan Assmann
- Kritische Auseinandersetzung mit Literaturgeschichtsschreibung
- Problematisierung und Funktion von Epochenschemata
- Vergleich vormoderner Dichtungskonzepte mit modernen Vorstellungen
- Rolle der Rhetorik und formaler Gestaltung in der Literatur
Auszug aus dem Buch
Schreibaufgabe: Dichtungs- und Autorkonzeption
Die Konzeption von Dichtung und Autorschaft, die in Mittelalter und Früher Neuzeit dominierte, blieb bis weit ins 18. Jahrhundert hinein relativ konstant. Was diese Konzeption im Einzelnen beinhaltete, wird im Folgenden genauer erläutert.
Nach unserem heutigen Verständnis muss ein wirklich guter Autor vor allem eines sein – begabt. Wenn diese Begabung für Sprache fehlt, so würde heutzutage niemand davon ausgehen, dass jemand trotz allem, allein durch das Erlernen bestimmter Techniken, ein erfolgreicher Autor werden könnte. Diese Vorstellung eines Autors war im Mittelalter und der Frühen Neuzeit hingegen vollkommen anders. Die Poesie als ars, als Kunst also, wurde damals nicht wie heute im Sinne von Genialität begriffen, sondern als eine Art Handwerk, die jeder innerhalb der Oberschicht erlernen musste, da die Rhetorik, also die Redekunst, hier fester Bestandteil der Bildung war.
Zusammenfassung der Kapitel
Schreibaufgabe: Kulturelles Gedächtnis und Literaturgeschichte: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit Heinz Schlaffers Sicht auf die Literaturgeschichte auseinander und reflektiert diese anhand der Merkmale des kulturellen Gedächtnisses nach Jan Assmann.
Schreibaufgabe: Das Epochenschema: Hier werden die Vor- und Nachteile einer literaturgeschichtlichen Epocheneinteilung erörtert und die pragmatische Notwendigkeit solcher Ordnungskategorien diskutiert.
Schreibaufgabe: Dichtungs- und Autorkonzeption: Das Kapitel kontrastiert vormoderne Dichtungskonzepte, die auf handwerklicher Rhetorik und Imitation basierten, mit dem modernen Geniebegriff.
Schlüsselwörter
Kulturelles Gedächtnis, Literaturgeschichte, Epochenschema, Dichtungskonzeption, Rhetorik, Autorschaft, Kanonbildung, Identitätsschreibung, Imitatio, Aemulatio, Locus amoenus, Literaturwissenschaft, Rezeptionsgeschichte, Epochen, Poesie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert grundlegende literaturwissenschaftliche Fragestellungen, insbesondere das Zusammenspiel von kulturellem Gedächtnis, der Periodisierung in Epochen und dem sich wandelnden Selbstverständnis von Autoren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Dynamik von Literaturgeschichtsschreibung, die Funktion literarischer Kanonbildung sowie der Übergang von einem rhetorisch geprägten Handwerksverständnis der Poesie hin zum modernen Autorbegriff.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist eine kritische Reflexion etablierter literaturwissenschaftlicher Konzepte, um deren pragmatischen Nutzen und theoretische Probleme besser zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet eine methodische Mischung aus der Analyse theoretischer Grundlagentexte (z. B. Assmann, Rosenberg) und der exemplifizierenden Anwendung dieser Theorien auf konkrete literarische Texte und Positionen (z. B. Schlaffer).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Abschnitte: Die Diskussion des kulturellen Gedächtnisses, die Problematisierung von Epochenschemata und die Untersuchung vormoderner vs. moderner Autorkonzeptionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Kulturelles Gedächtnis, Epochenschema, Dichtungskonzeption, Rhetorik und Kanonbildung beschreiben.
Wie wird das Konzept des "locus amoenus" im Text veranschaulicht?
Das Motiv wird als stereotypes Bild erläutert, das im Mittelalter als Handwerksgrundlage diente, jedoch in späteren Werken wie bei Arno Holz durch bewusste Abweichungen parodiert werden kann.
Warum kritisiert die Autorin die Anwendung starrer Epochenschemata?
Sie weist darauf hin, dass Epochen fließende, menschengemachte Konstruktionen sind, die oft an einer nicht mehr existenten Hochliteratur festhalten und die Heterogenität sowie die Rezeptionsgeschichte der Texte vernachlässigen.
- Arbeit zitieren
- Nadine Henke (Autor:in), 2014, Im Wandel der Literaturgeschichte. Das kulturelle Gedächtnis, das Epochenschema und die Dichtungs- und Autorkonzeption, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377030