Das hier vorliegende Kursmaterial befasst sich mit der Kunst, eine ressourcenaktivierende Einstellung zu vermitteln und stellt ein speziell für Fortbildungen in ressourcenorientierter Gesprächsführung entworfenes Gesamtkonzept dar. Ressourcenorientierte Gesprächsführung bezeichnet im Rahmen dieses Buches eine besondere Form des ressourcenorientierten Vorgehens, die ursprünglich im Bereich der Suchtkrankenhilfe entstanden ist und dann im Bereich der psychiatrischen Hilfen, der Sozialen Integrationshilfen und im Projektmanagement angewendet und weiterentwickelt wurde. Inzwischen hat diese spezielle Form der ressourcenorientierten Gesprächsführung mit der englischen Übersetzung Resource-Oriented Interviewing eine eigene, spezifische Bezeichnung erhalten. Das Buch „Die Kunst, eine ressourcenaktivierende Einstellung zu vermitteln“ ist die Fortsetzung und Erweiterung des kurzen und kompakten Standardwerkes „Ressourcenorientierte Gesprächsführung - Die Kunst, ressourcenaktivierend zu arbeiten“ und behandelt das komplette Konzept des Resource-Oriented Interviewing.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Wie man eine ressourcenaktivierende Einstellung vermittelt
Arbeitsbogen 1: Das ressourcenorientierte Gespräch
Arbeitsbogen 2: Das Feedback-Gespräch
Arbeitsbogen 3: Die Anatomie der Ressourcenorientierten Gesprächsführung
Übung 1: Schattenseiten beleuchten
Die Struktur des Resource-Oriented Interviewing
Die Prozessthemen
Bewältigungsstrategien
Ausnahmen
Sinn
Hoffnung
Realisierbarkeit
Schritte
Selbstbewertung
Zusammenfassung
Die Arbeitsthemen
Harte Arbeit
Lorbeeren
Schwierigkeiten und Hindernisse
Die Wirkungsthemen
Hier und jetzt
Ursache und Wirkung
Wer, was, wann, wo?
Das Feedback-Prinzip
HERAKLITs Sonne - oder: Wie Diagnostik die Outcome-Orientierung behindern kann
Übung 2: Welche Fragen?
Fragen und Antworten zum Resource-Oriented Interviewing
Warum werden hier Probleme manchmal als "Probleme" und manchmal als "Beschwerden" bezeichnet?
Arbeitsbogen 1, "Das ressourcenorientierte Gespräch", erinnert stark an ein allgemeines Problemlöseschema - ist das beabsichtigt? Und wenn ja: Warum?
Warum bleiben die Problemdefinitionen und Zielbeschreibungen gerade am Anfang des hier dargestellten Vorgehens ein wenig vage?
Was hat es mit den Übergängen zwischen den einzelnen Prozessthemen auf sich?
Wie kann man das Resource-Oriented Interviewing dazu nutzen, festgefahrene Situation und schwierige Fälle wieder in Bewegung zu bringen?
Wie kann man eine ressourcenaktivierende Einstellung am besten vermitteln?
Übung 3: Ressourcenorientierte Körperübung
Die richtige Einstellung
Woraus ist das Resource-Oriented Interviewing entstanden?
Checklisten
Checkliste Nr. 1: Bewältigungsstrategien
Checkliste Nr. 2: Ausnahmen
Checkliste Nr. 3: Sinn
Checkliste Nr. 4: Hoffnung
Checkliste Nr. 5: Realisierbarkeit
Checkliste Nr. 6: Schritte
Checkliste Nr. 7: Selbstbewertung
Checkliste Nr. 8: Harte Arbeit
Checkliste Nr. 9: Lorbeeren
Checkliste Nr. 10: Schwierigkeiten und Hindernisse
Checkliste Nr. 11: Hier und jetzt
Checkliste Nr. 12: Ursache und Wirkung
Checkliste Nr. 13: Konkretisierung
Checkliste Nr. 14: Übung 1 - Schattenseiten beleuchten
Checkliste Nr. 15: Übung 2 - Welche Fragen?
Checkliste Nr. 16: Übung 3 - Ressourcenorientierte Körperübung
Checkliste Nr. 17: Problemdefinitionen und Zielbeschreibungen
Checkliste Nr. 18: Schwierige Fälle in Bewegung bringen
Checkliste Nr. 19: Einstellungen
Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel des Buches ist die Vermittlung einer ressourcenaktivierenden Einstellung für Berater und Coaches, um Klienten in komplexen sozialen Arbeitsfeldern effektiv durch "Resource-Oriented Interviewing" zu unterstützen. Die Arbeit zielt darauf ab, Gesprächsprozesse weg von der reinen Problemanalyse hin zu einer ressourcenorientierten Gesprächskultur zu lenken, bei der der Klient aktiv an seiner Zielerreichung mitwirkt.
- Strukturierung der Gesprächsführung in Prozess-, Arbeits- und Wirkungsthemen.
- Etablierung des Feedback-Prinzips zur kontinuierlichen Optimierung der Beratungsbeziehung.
- Integration von praktischen Arbeitsbögen und Checklisten für den direkten Anwendungsbezug.
- Fokus auf Resilienzförderung und Eigenverantwortung des Klienten.
- Methoden zur Überwindung von festgefahrenen Situationen durch "Ressourcen-Bingo" und mentale Kontrastierung.
Auszug aus dem Buch
Die Prozessthemen
Die Prozessthemen bilden die methodische Basis des Resource-Oriented Interviewing. Mit ihnen kann bereits sehr systematisch und weitgreifend ressourcenaktivierend gearbeitet werden. Die Prozessthemen sind: Bewältigungsstrategien, Ausnahmen vom Problem, Sinn des Zieles, Hoffnung das Ziel zu erreichen, Realisierbarkeit des Zieles, Schritte zum Ziel und Selbstbewertung der Ergebnisse durch den Klienten. Die Prozessthemen lassen sich in folgende Leitsätze fassen:
● Lass den Klienten von seinen Bewältigungsstrategien bezüglich seines Problems bzw. seiner Beschwerde erzählen!
● Lass den Klienten Ausnahmen von dem Problem bzw. der Beschwerde (er)finden!
● Lass den Klienten vom Sinn seines Zieles oder Wunsches erzählen!
● Lass den Klienten von seiner Hoffnung erzählen, sein Ziel zu erreichen!
● Lass den Klienten von der Realisierbarkeit seines Zieles bzw. Wunsches erzählen!
● Lass den Klienten von einzelnen konkreten Schritten zur Erreichung seines Zieles erzählen!
● Lass den Klienten seine Ergebnisse selbst bewerten!
Den Prozessthemen liegen bestimmte Grundannahmen und Einstellungen sowie Selbstkontrollfragen für den Gesprächsleiter zugrunde. Diese werden in den nachfolgenden Unterkapiteln und den jeweils dazugehörenden Checklisten erläutert.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel stellt das Gesamtkonzept des Resource-Oriented Interviewing vor und bietet grundlegende Werkzeuge wie Arbeitsbögen zur Bewältigungsförderung.
Die Struktur des Resource-Oriented Interviewing: Hier werden die methodischen Kernsäulen, bestehend aus Prozess-, Arbeits- und Wirkungsthemen sowie dem Feedback-Prinzip, detailliert erläutert.
Die Prozessthemen: Dieser Abschnitt beschreibt die sieben zentralen Gesprächsformen, die den Klienten darin unterstützen, eigene Ressourcen und Bewältigungsstrategien zu aktivieren.
Die Arbeitsthemen: Hier werden die Rahmenbedingungen definiert, die sicherstellen, dass der Klient die Hauptarbeit leistet und für seine Fortschritte Anerkennung erfährt.
Die Wirkungsthemen: Dieses Kapitel fokussiert auf die Konkretisierung und Kontextualisierung des Handelns, um sicherzustellen, dass Veränderungen im Hier und Jetzt stattfinden.
Das Feedback-Prinzip: Das Kapitel erklärt, wie durch systematische Rückmeldung des Klienten die Beratungsqualität und Zielerreichung kontinuierlich gesteuert werden können.
Fragen und Antworten zum Resource-Oriented Interviewing: Eine vertiefende Auseinandersetzung mit der Praxis, die kritische Rückfragen beleuchtet und das Verständnis der Anwendung schärft.
Checklisten: Ein umfangreicher Anhang mit 19 Checklisten, die zur praktischen Selbstevaluation und zur Vertiefung der erlernten Methoden dienen.
Schlusswort: Ein abschließender Appell, die ressourcenorientierte Arbeit als lebendigen, stets frisch zu entwickelnden Prozess zu begreifen.
Schlüsselwörter
Resource-Oriented Interviewing, Ressourcenaktivierung, Gesprächsführung, Empowerment, Resilienz, lösungsfokussierte Kurztherapie, Bewältigungsstrategien, Feedback-Prinzip, Coaching, Zielerreichung, Prozessorientierung, Arbeitsthemen, Wirkungsthemen, Selbstverantwortung, Fallmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Buch im Kern?
Das Buch dient als Praxismanual für eine ressourcenorientierte Gesprächsführung, die ursprünglich aus der Suchtkrankenhilfe stammt und nun in verschiedenen sozialen und beratenden Kontexten angewendet wird.
Welche zentralen Themenfelder deckt das Konzept ab?
Es umfasst Prozessthemen zur Aktivierung von Klientenressourcen, Arbeitsthemen zur Rollenverteilung zwischen Coach und Klient sowie Wirkungsthemen zur praktischen Konkretisierung von Handlungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, Beratern und Laien eine "ressourcenaktivierende Einstellung" zu vermitteln, um festgefahrene Situationen wieder in Bewegung zu bringen.
Welche wissenschaftlichen Methoden liegen dem Vorgehen zugrunde?
Das Konzept integriert Ansätze der lösungsfokussierten Kurztherapie, Motivierenden Gesprächsführung, Resilienzforschung, Case Management sowie Elemente der Alexander-Technik und Zen-Philosophie.
Was wird im Hauptteil der Publikation behandelt?
Der Hauptteil strukturiert die Gesprächsführung in Ebenen und bietet neben theoretischen Erläuterungen konkrete Arbeitsbögen und 19 Checklisten für die direkte Anwendung.
Welche Schlüsselbegriffe sind für die Arbeit charakteristisch?
Wesentliche Begriffe sind Resilienz, Outcome-Orientierung, Bewältigungsstrategien, Eigenverantwortung, Konkretisierung und die "Sonne-Sterne-Metaphorik" zur Überwindung von starren Diagnosen.
Wie unterscheidet sich "Ressourcen-Bingo" von einer linearen Gesprächsführung?
Während die lineare Bearbeitung einem Problemlöseschema folgt, erlaubt das "Ressourcen-Bingo" ein sprunghaftes, intuitives Springen zwischen den Themenfeldern, um den Klienten flexibler zu unterstützen.
Warum ist die Unterscheidung zwischen "Problem" und "Beschwerde" wichtig?
Die Bezeichnung "Beschwerde" betont die Subjektivität und die Veränderungswünsche des Klienten, was den Fokus von der bloßen Fehleranalyse auf konstruktive Lösungsschritte verschiebt.
- Arbeit zitieren
- Andreas Langosch (Autor:in), 2017, Die Kunst, eine ressourcenaktivierende Einstellung zu vermitteln, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377043