In dieser Hausarbeit wird es darum gehen, worauf beim Einsatz von Agro-Gentechnik geachtet werden muss. Welchen potenziellen Nutzen hat der Einsatz von genetisch veränderten Organismen (GVO) für die Landwirtschaft? Welche Risiken gehen damit einher?
Darüber hinaus soll hinterfragt werden, warum die grüne Gentechnik bislang noch nicht den Durchbruch in Deutschland geschafft hat. In Amerika zum Beispiel ist der Einsatz von Agro-Gentechnik gang und gäbe. Hier soll auch geklärt werden, welche Rolle das Prinzip der Koexistenz, also der Sicherstellung des Nebeneinanders verschiedener Systeme, in diesem Zusammenhang spielt.
Es müssen viele verschiedene Seiten beleuchtet und Aspekte bedacht werden, um den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft zu diskutieren. Auf dem Gebiet der grünen Gentechnik werden Gene verschiedenster Pflanzen miteinander gekreuzt und kombiniert, um dem Endprodukt neue wünschenswerte und positive Eigenschaften aus dem zugefügten Gen zuzuführen. Im Großteil der Fälle betrifft dies die Resistenz gegen Viren und Insekten, sowie die Produktqualität und die Steigerung von wichtigen Nährwerten, zum Beispiel in Form von Vitaminen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grüne Gentechnik
2.1. Nutzen
2.2. Risiken
3. Warum die grüne Gentechnik am Prinzip der Koexistenz scheiterte
4. Ablehnung der grünen Gentechnik – ein demokratischer Prozess?
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die ethischen und praktischen Herausforderungen der grünen Gentechnik in Deutschland, mit einem besonderen Fokus auf dem Scheitern des Prinzips der Koexistenz zwischen gentechnisch veränderter und konventionell-ökologischer Landwirtschaft.
- Grundlagen und Definition der grünen Gentechnik
- Analyse der potenziellen Nutzen und Risiken (Umwelt, Gesundheit, Sozioökonomie)
- Das Konzept der Koexistenz als politische und praktische Bedingung
- Demokratische Prozesse bei der gesellschaftlichen Bewertung neuer Technologien
- Ethische Reflexion über das Verhältnis von Mensch, Natur und Gentechnik
Auszug aus dem Buch
Warum die grüne Gentechnik am Prinzip der Koexistenz scheiterte
„Neben der Vermeidung der Schäden für die Umwelt stellt die Gewährleistung der Koexistenz von Gentechnik und gentechnikfreier Landwirtschaft eine wichtige Bedingung für die Akzeptabilität der Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen dar.“ So steht es im SRU-Gutachten von 2008. „Koexistenz ist ein politisches Konzept und betrifft die Sicherstellung des Nebeneinanders unterschiedlicher landwirtschaftlicher Systeme“ heißt es bei Peuker. Im Zusammenhang mit der Gentechnik bedeutet dies, dass die Gentechnik anwendende und die gentechnikfreie Landwirtschaft gleichzeitig nebeneinander existieren sollen, ohne sich gegenseitig in die Quere zu kommen. Allerdings gibt es die nicht unbegründete Sorge, dass gentechnikfreie Pflanzen von gentechnisch veränderten Organismen kontaminiert werden könnten, deshalb eine Koexistenz sich schwierig gestaltet. So schreibt Thomas Ott in Grundlagen gentechnischer Veränderungen von Nutzpflanzen und deren gesellschaftliche Perzeption am Beispiel der Maissorte MON810:
„Obwohl ein Risiko aufgrund von Auskreuzungen der in die Pflanze mittels Gentechnik eingebrachten Eigenschaften sicherlich äußerst gering und in seiner Konsequenz sehr fraglich ist, bist die kontinuierliche Produktion eines Endotoxins ein potenzielles Risiko, dem mit einer soliden Datenbasis und Kontrolle begegnet werden sollte.“
Vor allem das Risiko, dass genmanipulierte Pflanzen sich mit gentechnikfreien Pflanzen vermischen, sei nicht zu unterschätzen und könne nicht ignoriert werden. Diese wahrscheinlichen Vermischungserscheinungen stellen eine Koexistenz stark in Frage. Nach dem Gutachten der SRU ist der ökologische Landbau, also die Landwirtschaft, die besonders ressourcenschonend und umweltverträglich ist, definitiv die Form der Landwirtschaft, die es zu fördern gilt. Im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft weist er eine bessere Umweltbilanz auf. „Wegen seiner Vorteile für den Erhalt der Schutzgüter Biodiversität, Grundwasser und Böden hält der Umweltrat es für besonders wichtig, den ökologischen Landbau zu erhalten.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die aktuelle Problematik der Agro-Gentechnik in Deutschland ein.
2. Grüne Gentechnik: Hier werden die wissenschaftlichen Grundlagen sowie der Nutzen und die spezifischen Risiken dieser Technologie definiert und differenziert.
3. Warum die grüne Gentechnik am Prinzip der Koexistenz scheiterte: Dieses Kapitel erläutert, warum die parallele Bewirtschaftung von gentechnisch veränderten und ökologischen Flächen in der Praxis aufgrund von Kontaminationsrisiken scheitert.
4. Ablehnung der grünen Gentechnik – ein demokratischer Prozess?: Der Autor diskutiert hier, inwiefern die gesellschaftliche Ablehnung der Gentechnik einen demokratischen Interessenausgleich darstellt.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Argumente, die gegen eine breite Anwendung der Gentechnik sprechen, insbesondere unter Berücksichtigung ethischer Bedenken und ökologischer Ziele.
Schlüsselwörter
Grüne Gentechnik, Koexistenz, ökologischer Landbau, Umweltethik, gentechnisch veränderte Organismen, Agro-Gentechnik, Risikobewertung, Biodiversität, Demokratischer Prozess, Nachhaltigkeit, Pflanzenzucht, Kontamination, Umweltschutz, Verbraucherschutz, Gentechnikgesetz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit thematisiert die Konflikte und Herausforderungen beim Einsatz der grünen Gentechnik in Deutschland und analysiert, warum das angestrebte Modell der Koexistenz verschiedener Landwirtschaftsformen in der Realität bisher gescheitert ist.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die ethische Bewertung von Gentechnik, die ökologischen Risiken der Landwirtschaft, rechtliche Grundlagen der Zulassung und die sozioökonomischen Auswirkungen auf Landwirte und Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu verstehen, warum die grüne Gentechnik trotz potenzieller Vorteile in der deutschen Agrarlandschaft nicht Fuß fassen konnte und ob diese Ablehnung als legitimer demokratischer Prozess zu werten ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Auswertung von Fachgutachten, insbesondere den Umweltgutachten des SRU (Sachverständigenrat für Umweltfragen), sowie der juristischen und ethischen Literatur zu diesem Themenkomplex.
Was wird im Hauptteil ausführlich behandelt?
Im Hauptteil werden die technischen Definitionen der Gentechnik, die Argumente für und gegen den Nutzen, sowie die praktischen Hürden wie Auskreuzung und Verunreinigung als Hindernisse für die Koexistenz detailliert analysiert.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Koexistenz, grüne Gentechnik, Umweltverträglichkeit, ökologische Landwirtschaft und gesellschaftliche Akzeptanz beschreiben.
Wie bewertet der Autor das Scheitern der Koexistenz?
Der Autor argumentiert, dass aufgrund der Kontaminationsrisiken und der notwendigen Schutzgüter für den ökologischen Landbau das Prinzip der Koexistenz in der Praxis faktisch nicht umsetzbar ist, was zur weitreichenden Ablehnung der Technologie führt.
Ist die Ablehnung der Gentechnik als demokratisch zu verstehen?
Ja, der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Ablehnung der grünen Gentechnik einen demokratischen Prozess widerspiegelt, da hier ein Interessenausgleich zugunsten des Umweltschutzes und der Bevölkerungspräferenzen stattfindet.
- Arbeit zitieren
- Andreas Köhler (Autor:in), 2017, Das Scheitern der Grünen Gentechnik in Deutschland und das Prinzip der Koexistenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377195