In dieser Arbeit soll anhand Volmars Diarium die Umsetzung der kaiserlichen Ziele auf dem westfälischen Friedenskongress im Zeitraum vom 1. Juni bis 30. August untersucht werden. In Kapitel 2 werden der Aufbau und die Gesandtschaften sowie die Ziele des römisch-deutschen Kaisers Ferdinand III. vorgestellt. In Kapitel 3 wird die Biographie Dr. Isaak Volmars eingegangen, zudem wird der Verhandlungsverlauf mithilfe seines Diariums untersucht. Der Auszug aus Volmars Diarium stammt aus dem Quellenband des Projekts Acta Pacis Westphalicae zum Westfälischen Friedenskongress. Die hinzugezogene Literatur setzt sich aus Werken folgender Autoren zusammen: Christoph Kampmann, Siegrid Westphal, Maria-Elisabeth Brunert und Maximilian Lanzinner, Leopold Auer, Konrad Repgen, Karsten Ruppert sowie Ralf-Peter Fuchs.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Kongress und die Verhandlungsziele des Kaisers
2.1. Struktur des Kongresses
2.2. Die Gesandtschaften
2.3. Die Verhandlungsziele des Kaisers
3. Der Verlauf des Kongresses zwischen dem 1. Juni und dem 30. August 1647 aus Sicht von Isaak Volmar
3.1 Der kaiserliche Gesandte Dr. Isaak Volmar
3.2. Der Verhandlungsverlauf von Juni bis Mitte Juli
3.3 Der Verhandlungsverlauf von Mitte Juli bis August
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand des Diariums von Isaak Volmar die kaiserlichen Verhandlungsstrategien und deren Umsetzung während der kritischen Phase des Westfälischen Friedenskongresses vom 1. Juni bis zum 30. August 1647.
- Strukturelle Rahmenbedingungen und diplomatische Abläufe des Kongresses.
- Biographische Einordnung des kaiserlichen Gesandten Dr. Isaak Volmar.
- Analyse des kaiserlichen Verhandlungsverlaufs vor und nach der Abreise des Grafen von Trauttmansdorff.
- Konfessionelle und territoriale Streitfragen im Spannungsfeld zwischen Kaiser, Reich und den ausländischen Mächten.
Auszug aus dem Buch
3.2. Der Verhandlungsverlauf von Juni bis Mitte Juli
„Hierauff waren Ihr Excellentz gantzlich entschlossen, am sontag, 14. huius, ihre raiß im namen Gottes anzetretten. Es ist aber selbigen morgents früe vor 6 uhr der Aldenburgische abgesandt Thumbshiern bei derselben erschienen mit höchstem pitten, daß sie sich nur noch in 2 oder 3 tag gedulden wolten, in wölcher zeit alles geschlossen werden sollte 42.“
Mit diesen Worten begann Volmar seinen Tagebucheintrag am 14. Juli 164743. Mit Excellentz ist hier Maximilian Graf von Trauttmansdorff gemeint, der die Absicht hatte, endgültig den Friedenskongress zu verlassen. Trautmansdorff, der um seine zentrale Stellung auf diesem Kongress wusste, hatte bereits aus verhandlungstaktischen Gründen des Öfteren mit seiner Abreise gedroht 44 . Allerdings waren die Abreisepläne nicht ganz freiwillig, da der Kaiser Trauttmansdorff bereits zum fünften Mal aufgeforderte hatte, den Kongress zu verlassen und an den kaiserlichen Hof zurückzukehren 45 . Wie wichtig Trauttmansdorff für den Kongressverlauf war, lässt der zweite Satz des obigen Zitats erkennen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Westfälischen Friedenskongresses ein und umreißt die Rolle des Diariums von Isaak Volmar für die Untersuchung der kaiserlichen Verhandlungsziele.
2. Der Kongress und die Verhandlungsziele des Kaisers: Das Kapitel erläutert die organisatorische Struktur des Kongresses, die Zusammensetzung der Gesandtschaften und die grundlegenden politischen Bestrebungen Ferdinands III.
3. Der Verlauf des Kongresses zwischen dem 1. Juni und dem 30. August 1647 aus Sicht von Isaak Volmar: Der Hauptteil analysiert die diplomatische Arbeit Volmars und die Auswirkungen der Abreise des Grafen von Trauttmansdorff auf den Verhandlungsprozess.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Ambivalenz des Verhandlungsverlaufs zwischen diplomatischen Erfolgen und dem Scheitern an militärischen Maximalforderungen.
5. Literaturverzeichnis: Hier werden die verwendeten Quellen und die wissenschaftliche Fachliteratur aufgelistet.
Schlüsselwörter
Westfälischer Friede, Isaak Volmar, Maximilian von Trauttmansdorff, Kongressverlauf, Verhandlungsziele, Dreißigjähriger Krieg, Normaljahresregelung, Restitution, Amnestie, Militär-Satisfaktion, Diplomatie, Reichsstände, Schweden, Frankreich, Ferdinand III.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit analysiert die Umsetzung kaiserlicher Verhandlungsziele auf dem Westfälischen Friedenskongress im Sommer 1647, basierend auf dem persönlichen Diarium des Gesandten Isaak Volmar.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die diplomatischen Strategien des Kaisers, der Einfluss einzelner Persönlichkeiten wie Trauttmansdorff, die Rolle der Reichsstände sowie die schwierigen Verhandlungen über Konfessionsfragen und territoriale Forderungen.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Ziel ist es, den Einfluss von Trauttmansdorffs Abreise auf den Verhandlungsverlauf zu untersuchen und aufzuzeigen, wie Volmar die kaiserlichen Ziele unter zunehmendem Druck der europäischen Mächte vertrat.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die historische Quellenanalyse, wobei das Diarium von Isaak Volmar als primäres Zeugnis im Kontext der vorliegenden Sekundärliteratur kritisch ausgewertet wird.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte bilden den Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die biographische Vorstellung Volmars sowie die chronologische Untersuchung der Verhandlungsphasen zwischen Juni und August 1647, insbesondere mit Schweden und Frankreich.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Westfälischer Friede, Diplomatie, Isaak Volmar, Militär-Satisfaktion und das Normaljahr 1624.
Warum war die Abreise von Graf Trauttmansdorff ein Wendepunkt?
Die Abreise markierte den Verlust eines geschätzten Verhandlungsführers, was zu einer Verhärtung der Fronten und einer schwierigeren Position für die kaiserliche Seite führte.
Welche Rolle spielte die Militär-Satisfaktion in den Verhandlungen?
Die Forderung der Schweden nach 20 Millionen Reichstalern stellte einen Tiefpunkt dar, der die Verhandlungen gefährdete und das Vertrauen in eine friedliche Lösung erschwerte.
Wie beeinflusste das Elsass die diplomatischen Gespräche?
Das Elsass war ein bedeutender Streitpunkt, da es sowohl habsburgisches Erbland als auch französisches Eroberungsziel war, was die Kompromissfindung mit Frankreich massiv belastete.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Verhandlungen im Sommer 1647?
Die Autorin stellt ein ambivalentes Bild fest: Während in der Pfalzfrage Fortschritte erzielt wurden, drohten die Verhandlungen insgesamt aufgrund unnachgiebiger Forderungen der Kronen und der schwierigen Lage der Habsburger an einer "Sommerkrise" zu scheitern.
- Citar trabajo
- Silvia Denzler (Autor), 2017, Das Diarium des kaiserlichen Gesandten Volmar in den Acta Pacis Westphalicae vom 1. Juni 1647 bis zum 30. August 1647, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377270