Das Bundesgesetz für Datenschutz und die digitale Privatsphäre der Schweizer Bevölkerung


Seminararbeit, 2017
19 Seiten, Note: 4.5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Seminararbeit
1.3 Aufbau und Abgrenzung der Arbeit

2 Begriffserklärung
2.1 Ein Blick zurück
2.2 Privatsphäre
2.3 Datenschutzgesetz
2.4 Privatsphäre 2.0
2.5 Privatsphäre als psychologisches Konstrukt

3 Allgemeine Grundsätze des Gesetzes

4 Datenschutzgesetz im weltweiten Web 2.0

5 Gegenüberstellung

6 Beispiele aus der Praxis

7 Anforderungen der Privatsphäre

8 Risiken Privatsphäre

9 Fazit

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

In diesem Kapitel geht es darum, eine Übersicht über die Problemstellung, die Ziele der Seminararbeit sowie den Aufbau der Arbeit zu erhalten.

1.1 Problemstellung

Privatsphäre ist in der heutigen digitalen Zeit ein dauerpräsentes Thema. Die Definition der Privatsphäre variiert von Staat zu Staat und auch von Zeitalter zu Zeitalter. Nie war die Pri- vatsphäre jedoch so präsent wie zu Zeiten des Internet und der Social Medias. Viele Benutzer geben freiwillig sämtliche Angaben über sich Preis, sei dies mit dem Punktesammelsystem (z.B. Cumulus der Migros) auf den sozialen Medien wie Facebook oder Youtube etc. Sie geben öffentlich an, welche Lebensmittel und Verbrauchsgüter sie in welchem Abstand und in wel- chem Laden kaufen. Sie geben öffentlich und in Echtzeit an, wann und wo sie in die Ferien gehen und was sie gerade tun. Den Benutzern ist meist nicht bewusst, was sie alles von sich frei- und preisgeben und welche Konsequenzen dies für ihre Zukunft haben kann.

1.2 Ziel der Seminararbeit

In der Disposition wurde die Forschungsfrage wie folgt definiert: «Schützt das Schweizerische Datenschutzgesetz die Privatsphäre der Schweizer Bevölkerung?».

Es handelt sich um eine Recherchearbeit, welche am Ende der Arbeit die Frage zu beantworten versucht. Die Teilziele der Seminararbeit erläutern die einzelnen Begriffe wie «Privatsphäre» oder «Datenschutz». Anschließend werden die Definitionen auf die IT beschränkt und allfällige Lücken dargestellt.

1.3 Aufbau und Abgrenzung der Arbeit

Die Arbeit beinhaltet, wie in Kapitel 1.2 Ziel der Seminararbeit beschrieben, die Erläuterung der Begriffe «Privatsphäre» sowie «Datenschutz».

Bei der Privatsphäre wird die Verfasserin dieses Dokuments zuerst einen kurzen Einblick in die Geschichte des Begriffs geben und anschließend wird der Begriff in der heutigen Welt des Internets beleuchtet. Am Ende wird eine Definition des Begriffs «Privatsphäre» für diese Arbeit beschrieben.

Abgrenzung; in dieser Arbeit geht es nicht direkt um die Gesetzesartikel und wie diese die Privatsphäre der Schweizer Bürger und Bürgerinnen abdeckt. Es geht darum, dass wir definieren, was Privatsphäre in der heutigen Zeit bedeutet und welche Bereiche durch das Datenschutzgesetz abgedeckt werden.

2 Begriffserklärung

Im nachfolgenden Abschnitt werden die Begriffe Privatsphäre sowie die Inhalte des Schweizerischen Datenschutzgesetzes in Bezug auf die Privatsphäre erläutert.

2.1 Ein Blick zurück

Die Privatsphäre - abgeleitet vom englischen Wort privacy - wurde von den amerikanischen Juristen S. Warren und L. Brandeis erstmals 1890 als right to be let alone definiert (Vgl. Warren/Brandeis, 75). Deutliche Anzeichen einer Konstitution einer privaten Schutzsphäre konnte jedoch schon viel früher gefunden werden.

2.2 Privatsphäre

Als «Privatsphäre» wird der familiär-häusliche Bereich einer Person bezeichnet, der ohne des- sen Einwilligung nicht zugänglich ist und in dem die betreffende Person ihr Recht auf freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit wahrnimmt, ohne dass sie dabei von äusseren Einflüssen behel- ligt wird. Dabei ist zu beachten, dass sich die Privatsphäre nicht ausschliesslich auf den häusli- chen Bereich bezieht, sondern ebenfalls in der Öffentlichkeit oder im virtuellen Netz bestehen kann (vgl. Juraform).

2.3 Datenschutzgesetz

Die Gesellschaftsmodelle von Locke, Kant und Mill sind nicht auf ubiquitous computing vorbe- reitet, sondern basieren auf der Annahme, dass jedes Individuum ausserhalb der unmittelbaren körperlichen Reichweite der Staatsorgane «unsichtbar» ist. Heute hingegen hinterlassen die Menschen in ihrem alltäglichen Leben so viele digitale Spuren, dass Massnahmen notwendig sind, um Unsichtbarkeit gewissermassen künstlich herzustellen. Die Privatsphäre als selbstbe- stimmter Freiheitsspielraum, in dem jeder Einzelne über seine personenbezogenen Informati- onen selbst verfügen kann, ist damit aufgelöst; an ihre Stelle tritt der Datenschutz, der die Privatsphäre im Hinblick auf persönliche Handlungen ergänzen soll (vgl. Maximilian Hotter, Privatsphäre, Seite 146).

Mit dem Datenschutzgesetz soll der Schutz der Persönlichkeit des Menschen, wie er in Art. 28 ff. ZGB seinen Ausdruck findet, ergänzt werden. Der technische Fortschritt ermöglichte, dass die Sammlung von Informationen über Personen zu umfangreichen Dateien führte, wel- che leicht miteinander verbunden und ausgewertet werden können. Damit ergibt sich die Möglichkeit, sich sehr umfassende Bilder eines Menschen, seiner Gewohnheiten und Neigun- gen zu verschaffen (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über den Datenschutz vom 23.03.1988, Seite 13). Vor Inkrafttreten des Datenschutzgesetzes konnte erst eingegriffen werden, wenn solche Daten für die Verletzung der Persönlichkeit verwendet wurden. (vgl. Informatikrecht, Thomas Gattlen, Seite 63).

2.4 Privatsphäre 2.0

Das Schlagwort Web 2.0 steht für den Wandel des Internets von einem repräsentativen Me- dium hin zu einer interaktiven Plattform die, bislang zur Passivität verdammten Usern, das aktive und weltweite Veröffentlichen und Tauschen von Informationen erlaubt (Vgl. Tim O’Reilly, What is Web 2.0). Das Web 2.0 stellt einen Schritt in eine neue gesellschaftliche Kom- munikationskultur dar und ist eine neue Herausforderung für die Privatsphäre (vgl. Maximilian Hotter, Privatsphäre, S. 145).

Der Modifizierung der Privatsphäre sind nahezu keine Grenzen gesetzt, da die rechtlichen Rahmenbestimmungen mittels der Einwilligung des Konsumenten leicht umgangen werden können (vgl. Castells (2001), S. 175).

Das Social Web ist in verschiedener Hinsicht ein spezieller Privatsphärenkontext, dessen Konsequenzen mittlerweile viel diskutierte Themen sind, die deutlich in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt sind.

Für die computervermittelte Kommunikation ist ein, im Vergleich zu Face-to-Face-Situationen, enthemmender Effekt in Bezug auf die Preisgabe persönlicher Informationen nachgewiesen: Es zeigt sich eine generell erhöhte Auskunftsbereitschaft und eine grössere Offenheit (Joinson, 2001; Taddicken, 2008).

Durch die Anonymität und das Fehlen von Gestik, Mimik und Stimme in der vornehmlich text- basierten Online-Kommunikation, kann erklärt werden, dass die Nutzer die informationsarme Umgebung durch eine erhöhte Preisgabe ausgleichen. Boyd und Marwick (2011) sprechen von Netzwerk-Öffentlichkeiten, die vier Eigenschaften besitzen und die typischerweise nicht in ei- nem durch Face-to-Face-Kommunikation geprägten öffentlichen Leben vorhanden sind. Mittels dieser Eigenschaften können unmittelbare Öffentlichkeiten von Netzwerköffentlichkeiten abgegrenzt werden (Boyd, 2007, 2008)

2.5 Privatsphäre als psychologisches Konstrukt

Westin definiert Privatsphäre als « the claim of an individual to determine what information about himself or herself should be known to others » (Westin, 2003, S. 431; 1967, S. 7). Diese Definition enthält zwei Aspekte: Erstens geht es bei der Privatsphäre darum, eine Unterscheidung zwi- schen privaten und nicht-privaten Informationen zu treffen. Zweitens kann diese Grenze zwi- schen Privatem und Nicht-Privatem nicht normativ gezogen werden, sondern muss vom be- troffenen Individuum persönlich definiert werden (Schenk, Digitale Privatsphäre, 2012, S. 39 f.). Wie Rössler (2001) feststellt, « ist die Trennlinie zwischen dem, was als ö ffentlich, und dem was als privat zu gelten hat [ … ] konstruiert und liegt nicht fest; die Grenzen selbst stehen in liberalen Gesellschaften zur Debatte ». Der Wert der Privatsphäre liegt nicht alleine darin, sich um jeden Preis gegen andere abzuschotten. In erster Linie geht es darum, die Kontrolle zu behalten - selbst bestimmen zu können, wer wann wie welche Informationen über sich selbst besitzen und verwenden darf. Aus dieser Verteilung von Informationen entstehen Handlungsspiel- räume.

Aus Privatheit resultiert folglich persönliche Autonomie (Rössler, 2001).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Privatsphäre

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Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Das Bundesgesetz für Datenschutz und die digitale Privatsphäre der Schweizer Bevölkerung
Hochschule
Fernfachhochschule Schweiz
Note
4.5
Autor
Jahr
2017
Seiten
19
Katalognummer
V377338
ISBN (eBook)
9783668547704
ISBN (Buch)
9783668547711
Dateigröße
629 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bundesgesetz, datenschutz, privatsphäre, schweizer, bevölkerung
Arbeit zitieren
Franziska Bettina Peier (Autor), 2017, Das Bundesgesetz für Datenschutz und die digitale Privatsphäre der Schweizer Bevölkerung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377338

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