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Dynamik der Masse. Definitions- und Erklärungsversuch

Titre: Dynamik der Masse. Definitions- und Erklärungsversuch

Dossier / Travail , 2016 , 15 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Marco Hauptmann (Auteur)

Sociologie - Individu, Groupe, Société
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Berlin Tegel, Juli 2014. Ausnahmezustand. Hundertausende harren seit Stunden in gespannter Vorfreude vor dem Brandenburger Tor, in sehnsüchtiger Erwartung der rückkehrenden Helden, dem siegreichen Heer, dem Moment in nationaler Eintracht den Symbolen des Sieges zu frönen. Um kurz nach 13 Uhr ist es dann soweit. Die Herbeigesehnten betreten die Bühne. Der Menge wird klar: Wir sind Weltmeister! Niemand ist mehr zu halten.

Dhu l-Hiddscha, der zwölfte und bedeutendste Monat in der islamischen Zeitrechnung. Es ist die Zeit des Haddsch, die Zeit des heiligsten Ritus im Glauben an Allah. Heerscharen von Pilgern brechen auf nach Mekka, versammeln sich um die Kaaba, dem Haus Gottes, senken das Haupt, erheben es wieder, beten, umwandern das Heiligtum. Keine Exaltation, allenfalls innere Glut, geteilte Spiritualität.

Der Kontext könnte unterschiedlicher nicht sein und doch ist diesen beiden Ereignissen eines offensichtlich gemein. Die Masse. Massen existieren seit eh und je, bilden sich zu allen Zeiten, an allen Orten, wo der Mensch auf den Menschen trifft. Schüren Emotionen und treiben an, zu ungemeinen Taten, die ein einzelner nicht einmal zu denken im Stande wäre. Aber was ist eine Masse überhaupt, was zeichnet sie aus, was definiert sie? Und wie wirkt sie? Was veranlasst eine Unzahl an Menschen im einen Rahmen zu schrankenloser Feier, im anderen zu transzendentaler Andacht?

In dieser Arbeit wird versucht Antworten auf diese Fragen zu finden, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, entscheidende Mechanismen innerhalb der Masse aufzudecken, mit dem Ziel einen kompakten Überblick und gegebenenfalls neue Denkansätze/Sichtweisen zu liefern. Unter dem Primat der Leitfrage, wie die Mechanismen innerhalb der Masse wirken, wird zunächst zu einem Definitionsversuch angesetzt, geklärt, was unter einer Masse verstanden, was betrachtet werden soll und schließlich grundlegend erscheinende Mechanismen innerhalb der Masse aufgezeigt und erörtert.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionsversuch des Massebegriffs

2.1 Unüberschaubarkeit

2.2 Dichte

2.3 Gemeinsame Ausrichtung

2.4 Zwischenfazit

3 Die Mechanismen der Masse

3.1 Sozialer Einfluss

3.2 Deindividuation

3.3 Emotionale Verstärkung

4 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Dynamik von Massenphänomenen und analysiert, welche psychologischen und soziologischen Mechanismen dazu führen, dass sich Individuen in einer Masse gleichgerichtet verhalten, ihre individuelle Identität teilweise aufgeben und emotionalen Prozessen folgen.

  • Kriterien zur soziologischen Definition des Massebegriffs
  • Die Rolle der Reizüberflutung bei der Massenbildung
  • Sozialer Einfluss als Mechanismus der Verhaltensangleichung
  • Deindividuation und der Verlust der individuellen Selbstregulation
  • Emotionen als zentrale Kommunikationssprache der Masse

Auszug aus dem Buch

3.1 Sozialer Einfluss

Besonders in der älteren Literatur wird immer wieder gern die Beeinflussbarkeit der Massen betont (vgl. Le Bon, 1953, S. 25; Freud, 1921) - was dem Ruf der Masse gewiss keinen Gefallen tut - und häufig mit dem abstrakten Begriff der »Suggestion« (Le Bon, 1953, S. 18; Freud, 1921) erklärt. An dieser Stelle soll statt der Suggestion der etwas verständlichere Begriff des sozialen Einflusses verwendet werden, der sich aus dem informativen und normativen Einfluss zusammensetzt (Deutsch und Gerard, 1955). Informativer Einfluss bezeichnet denjenigen »Einfluss, der darauf beruht, dass man die Informationen, die man von anderen erhalten hat, als Hinweis auf die Realität akzeptiert« und normativen Einfluss solchen, »der darauf beruht, dass man mit den positiven Erwartungen von anderen konform gehen möchte - Menschen vermeiden es, sich so zu verhalten, dass dies zu sozialer Bestrafung oder Ablehnung führen wird« (Hewstone und Martin, 2014, S. 282).

Diese beiden Einflüsse wirken in jeder Interaktion, in besonderem Maße jedoch in der Masse und zwar aus drei Gründen: Zum einen da, wie oben postuliert, Massenbildungen Folge mangelnder Information, die Individuen der Masse gezielt auf der Suche nach Informationen sind, wonach sie besonders empfänglich für Einflüsse durch außen, für Fremdinformation werden. Beeinflusst zu werden ist gar die unterschwellige Absicht des Individuums, die eigenen Informationen reichen zur Bewältigung der Situation nicht aus, das Bedürfnis nach Kontrolle und Sicherheit ist in Gefahr, es braucht und will die Information anderer. Zum anderen existiert bei vielen Individuen diverser Massen auch die bewusste Absicht sich beeinflussen, sich von der Masse leiten zu lassen, z.B. bei Konzerten, Orgien oder religiösen Veranstaltungen, um die dabei entstehende emotionale Ladung auszukosten. Drittens, die kognitive Überforderung. Der hohe Informationsgehalt innerhalb der Masse, ebenso bedingt durch eine hohe Dichte und Unüberschaubarkeit wie der konsequenten Reizüberflutung des Individuums, untergräbt eine ressourcenaufwendige, rationale Verarbeitung, stattdessen wird auf Heuristiken zurückgegriffen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Massenphänomene ein, verdeutlicht die Allgegenwärtigkeit von Massen und formuliert die Leitfrage nach den wirkenden Mechanismen.

2 Definitionsversuch des Massebegriffs: In diesem Kapitel wird der Versuch unternommen, den Begriff der Masse über die Kriterien Unüberschaubarkeit, Dichte und gemeinsame Ausrichtung wissenschaftlich zu fassen.

3 Die Mechanismen der Masse: Dieser Hauptteil analysiert die drei zentralen Mechanismen sozialen Einfluss, Deindividuation und emotionale Verstärkung als treibende Kräfte innerhalb einer Masse.

4 Resümee: Das Resümee fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und reflektiert kritisch über die gewählte Definition sowie die Grenzen der untersuchten Mechanismen.

Schlüsselwörter

Masse, Massenpsychologie, Sozialer Einfluss, Deindividuation, Emotionale Verstärkung, Reizüberflutung, Unüberschaubarkeit, Dichte, Gemeinsame Ausrichtung, Gruppenverhalten, Verantwortungsdiffusion, Soziale Bewährtheit, Kommunikation, Identität, Soziologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einer soziologischen Analyse von Massenphänomenen und den zugrundeliegenden Mechanismen, die das Verhalten von Individuen innerhalb einer Menschenansammlung prägen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Massen, die psychologische Wirkung der Reizüberflutung sowie die Mechanismen sozialer Beeinflussung und emotionaler Kommunikation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, einen kompakten Überblick über Mechanismen der Massenbildung zu geben und zu erörtern, wie diese Prozesse die Wahrnehmung und das Verhalten des Einzelnen steuern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und entwickelt daraus einen eigenen Definitionsansatz sowie eine Systematisierung der wirkenden Mechanismen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Masse anhand spezifischer Kriterien und die detaillierte Ausarbeitung der drei Mechanismen: Sozialer Einfluss, Deindividuation und emotionale Verstärkung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Masse, Reizüberflutung, Deindividuation, sozialer Einfluss und emotionale Verstärkung.

Inwiefern unterscheidet sich die Auffassung von "Deindividuation" in dieser Arbeit von radikaleren Ansätzen?

Der Autor grenzt sich von der extremen Ansicht ab, dass in der Masse die Individualität vollständig verschwindet, und argumentiert, dass auch in der Masse das Handeln noch auf individuellen Vorerfahrungen basiert.

Warum spielt Kommunikation durch Emotionen eine so zentrale Rolle bei der Massenbildung?

Da in einer Masse aufgrund von Reizüberflutung verbale Kommunikation oft unmöglich ist, dienen Emotionen als schnelle, subliminale und universell verständliche "Sprache", um Informationen auszutauschen und die Masse zu koordinieren.

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Résumé des informations

Titre
Dynamik der Masse. Definitions- und Erklärungsversuch
Université
University of Bamberg
Note
2,0
Auteur
Marco Hauptmann (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
15
N° de catalogue
V377448
ISBN (ebook)
9783668548862
ISBN (Livre)
9783668548879
Langue
allemand
mots-clé
Masse Emotionen emotionale Ansteckung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Marco Hauptmann (Auteur), 2016, Dynamik der Masse. Definitions- und Erklärungsversuch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377448
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Extrait de  15  pages
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