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Gibt es einen suizidalen Stil in Freitodnachrichten?

Titre: Gibt es einen suizidalen Stil in Freitodnachrichten?

Dossier / Travail , 2013 , 7 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Hannes Höbald (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
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Das Thema des Projektes ist die Frage, ob sich in Freitodnachrichten wirklich ein suizidaler Stil finden lässt.

Das Ziel ist es festzustellen, ob alle Freitodnachrichten einen bestimmten Stil besitzen, wodurch man sie von anderen Texten unterscheiden und damit auch die Echtheit dieser Nachrichten beweisen kann.

Dies geschieht anhand eines Korpus, welches aus 40 Freitodnachrichten besteht, die den Büchern "Ich möchte jetzt schließen: Briefe vor dem Freitod" von Udo Grashoff und "Der Selbstmord" von Roger Willemsen entnommen sind.

Das Vorgehen dabei sieht so aus, dass erst geklärt werden soll, welche Untersuchungskategorien unter den suizidalen Stil fallen. Von diesen Kategorien werden jene für die Untersuchung herangezogen, die am wenigsten subjektiv sind, wodurch sich zeigen soll, ob es Gemeinsamkeiten bei den Nachrichten gibt oder nicht. Danach werden die Briefe auf die gewählten Kategorien überprüft, die Ergebnisse tabellarisch angeordnet und abschließend in einer Grafik veranschaulicht.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anzahl der Wörter in Freitodnachricht

3. Höherer Anteil an Substantiven

4. Handlungsverben / kognitive Verben

5. Positive und negative Gefühlsäußerungen gegenüber Hinterbliebene

6. Negative Gefühlsäußerungen gegenüber sich selbst und Hinterbliebene

7. Eindeutige Aussage bezüglich Akt der Selbstöttung

8. Freitod als einzige Lösung

Zielsetzung und Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung, ob in Freitodnachrichten ein spezifischer suizidaler Stil existiert, der eine Unterscheidung von anderen Texten ermöglicht und somit zur Echtheitsprüfung von Abschiedsbriefen herangezogen werden kann.

  • Analyse linguistischer Merkmale in 40 authentischen Freitodnachrichten
  • Untersuchung von Wortanzahl und Substantivierungstendenzen
  • Vergleich der Verwendung von Handlungsverben gegenüber kognitiven Verben
  • Evaluation von Gefühlsäußerungen gegenüber Angehörigen und dem eigenen Ich
  • Überprüfung der narrativen Struktur hinsichtlich der Wahrnehmung des Freitodes als einzige Lösung

Auszug aus dem Buch

Freitod als einzige Lösung

Es wird davon ausgegangen, dass für den Schreiber der Freitod die einzige Möglichkeit darstellt, die er hat, weshalb er das so auch in der Nachricht formulieren müsste. Die Grafik zeigt, dass in 38 Nachrichten vom Freitod als Lösung geschrieben wird, nur in 2 Briefen fehlt eine solche Aussage. Der überwiegende Anteil von 35 drückt deutlich aus, dass der Freitod der einzig gangbare Weg ist. Somit ist auch dieses Kriterium belegt und kann somit als ein Teil des suizidalen Stiles angesehen werden.

Betrachtet man die Untersuchungsergebnisse, so fällt auf, dass verschiedene Freitodnachrichten mehrere Gemeinsamkeiten aufweisen, wodurch sich zeigt, dass es einen gewissen suizidalen Stil gibt, der in solchen Nachrichten auftaucht. Deutlich wird auch, dass sich dem suizidalen Stil weitere Kriterien hinzufügen lassen, wie etwa die Kategorie „Freitod als einzige Lösung“. Es muss also noch weiter untersucht werden, welche weiteren Kriterien für den suizidalen Stil herangezogen werden können und was sich als Teil dieses Stils nicht eignet, damit sich am Ende ein Kriterienkatalog herauskristallisiert, der deutlich zeigt, was zum suizidalen Stil gehört. Damit ließe sich beispielsweise leichter erkennen, ob eine Freitodnachricht gefälscht ist oder nicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert die Forschungsfrage nach der Existenz eines suizidalen Stils und stellt die Methodik der Korpusanalyse von 40 Freitodnachrichten vor.

2. Anzahl der Wörter in Freitodnachricht: Analysiert die durchschnittliche Textlänge und bestätigt das Kriterium der Wortanzahl als messbaren Parameter.

3. Höherer Anteil an Substantiven: Untersucht den Grad der Nominalisierung und belegt, dass Freitodnachrichten einen signifikant höheren Anteil an Substantiven aufweisen.

4. Handlungsverben / kognitive Verben: Vergleicht die Verbtypen und stellt fest, dass Handlungsverben wesentlich häufiger verwendet werden als kognitive Verben.

5. Positive und negative Gefühlsäußerungen gegenüber Hinterbliebene: Wertet die emotionalen Äußerungen gegenüber den Adressaten aus und zeigt ein Überwiegen positiver Tendenzen.

6. Negative Gefühlsäußerungen gegenüber sich selbst und Hinterbliebene: Untersucht die Selbstbeschuldigung sowie negative Äußerungen gegenüber Hinterbliebenen und quantifiziert diese.

7. Eindeutige Aussage bezüglich Akt der Selbstöttung: Analysiert, ob die Absicht des Suizids explizit oder implizit im Text formuliert wird.

8. Freitod als einzige Lösung: Belegt, dass die Wahrnehmung des Freitodes als alternativloser Ausweg ein zentrales Merkmal der untersuchten Briefe darstellt.

Schlüsselwörter

Freitodnachrichten, suizidaler Stil, Forensische Linguistik, Abschiedsbriefe, Textanalyse, Korpusanalyse, Nominalisierung, Handlungsverben, Gefühlsäußerungen, Authentizitätsprüfung, Suizidprävention, Kriterienkatalog, Sprachstil, Briefanalyse, Suizid.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob es einen sprachlich nachweisbaren "suizidalen Stil" in Abschiedsbriefen gibt, der zur Identifikation authentischer Nachrichten dienen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen linguistische Merkmale wie Wortwahl, Satzbau (Nominalisierung), Verbtypen und die emotionale Ausrichtung gegenüber Adressaten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erstellung eines Kriterienkatalogs, um durch die Identifikation spezifischer sprachlicher Muster die Echtheit von Freitodnachrichten besser beurteilen zu können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine korpusbasierte Analyse von 40 ausgewählten Freitodnachrichten angewandt, wobei die Ergebnisse tabellarisch und grafisch ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert fünf spezifische linguistische und inhaltliche Kriterien, darunter die Wortanzahl, den Anteil an Substantiven sowie die Art der gewählten Verben und Gefühlsäußerungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind unter anderem Freitodnachrichten, suizidaler Stil, forensische Linguistik, Abschiedsbriefe und Authentizitätsprüfung.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen Handlungs- und kognitiven Verben eine Rolle?

Die Analyse zeigt, dass Schreiber von Freitodnachrichten bevorzugt Handlungsverben verwenden, was auf einen Fokus auf den finalen Akt gegenüber einem eher seltenen kognitiven Prozess hindeutet.

Welche Erkenntnis lässt sich aus der Kategorie "Freitod als einzige Lösung" ziehen?

Es zeigt sich, dass die Mehrheit der untersuchten Briefe den Freitod als alternativlosen Ausweg darstellt, was ein signifikantes stilistisches Merkmal innerhalb des untersuchten Korpus darstellt.

Inwieweit lässt sich das Ergebnis auf die Echtheitsprüfung übertragen?

Die Ergebnisse legen nahe, dass die identifizierten Gemeinsamkeiten einen Kriterienkatalog bilden können, der bei der Untersuchung potenziell gefälschter Nachrichten unterstützend wirken kann.

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Résumé des informations

Titre
Gibt es einen suizidalen Stil in Freitodnachrichten?
Université
University of Leipzig  (Institut für Germanistik)
Cours
Das Sprachsystem des Deutschen: Exemplarische Analysen
Note
2,0
Auteur
Hannes Höbald (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
7
N° de catalogue
V377501
ISBN (ebook)
9783668555549
ISBN (Livre)
9783668555556
Langue
allemand
mots-clé
Suizid Freitod Abschiedsbrief Freitodnachricht Suizidnachricht
Sécurité des produits
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Citation du texte
Hannes Höbald (Auteur), 2013, Gibt es einen suizidalen Stil in Freitodnachrichten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377501
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