Die verfasste Arbeit trägt den Titel „Die Pflegeanamnese“. Durch die zweite Überschrift, „- Grundsätze der korrekten Durchführung sowie die Bedeutung für den Pflegeprozess -“, erfolgt eine Eingrenzung des Themas. Doch trotz oder gerade wegen dieser klaren Eingrenzung, möchte ich eine weitere Intension der Hausarbeit ansprechen, die Bewertung der Hypothese:
„Eine unzureichende Pflegeanamnese als Grundstein, führt zum Einsturz und somit zum Scheitern des Pflegeprozesses.“
Der Aufbau der Arbeit gliedert sich in folgende Punkte von der Begriffsdefinition und -differenzierung, über die Informationssammlung und die angemessenen Gesprächstechniken sowie die Bedeutung der Pflegeanamnese für den Pflegeprozess. Abschließend ist eine exemplarische Pflegeanamnese, nach dem Pflegemodell von D. E. OREM, in die Hausarbeit integriert. Ich habe mich für dieses weltweit populäre Modell entschieden, da es die Facetten der Pflege in drei Pflegesystemen betrachtet. Hierzu zählen das vollständig kompensatorische, das teilweise kompensatorische und das unterstützende anleitende Pflegesystem. (vgl. CAVANAGH 1995, S. 49) Hinzu kommt das jeweilige Rollenverhalten zwischen Patient und der Pflegeperson, das D. E. OREM in den Pflegeprozess einfließen lässt. „Das besondere Verständnis, das die Pflegekräfte wie auch der Patient für ihre jeweiligen Rollen haben, dient als grundlegende Voraussetzung im Hinblick auf die Erwartungen und Handlungen in jeder Pflegesituation.“ (OREM 1997, S. 64)
Gliederung
1.0 Einleitung
2.0 Begriffsdefinition und -differenzierung
3.0 Ziele der Pflegeanamnese
3.1 Pflegerelevante Zielvorgaben
3.2 Patientenrelevante Zielvorgaben
4.0 Strukturelle Gliederung des Gespräches
4.1 Vorbereitung
4.2 Durchführung
4.2.1 Einleitung
4.2.2 Hauptteil
4.2.3 Schluss/Verabschiedung
4.3 Auswertung und Dokumentation
5.0 Kommunikationsformen zur Erhebung der Pflegeanamnese
5.1 Verbale Kommunikation
5.1.1 Fragetypus
5.2.1 Dialogtypus
5.2 Nonverbale Kommunikation
6.0 Bedeutung der Pflegeanamnese für den Pflegeprozess
7.0 Pflegeanamnese
7.1 Persönliche Daten
7.2 Vitalwerte
7.3 Medizinische Diagnose
7.4 Routinemäßige Selbstpflege
7.4.1 Ausreichende Zufuhr von Luft
7.4.2 Ausreichende Zufuhr von Wasser
7.4.3 Ausreichende Zufuhr von Nahrung
7.4.4 Versorgung im Zusammenhang mit Ausscheidung
7.4.5 Gleichgewicht zwischen Aktivität und Ruhe
7.4.6 Gleichgewicht zwischen Alleinsein und sozialen Kontakten
7.4.7 Abwendung von Gefahren für Leben, menschliche Funktionsfähigkeit und Wohlbefinden
7.4.8 Normalität
8.0 Resümee
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Pflegeanamnese als zentralen Grundstein eines gelingenden Pflegeprozesses. Sie setzt sich kritisch mit der Hypothese auseinander, dass eine mangelhafte Anamnese zwangsläufig zum Scheitern der weiteren pflegerischen Betreuung führen muss, und beleuchtet die notwendigen Voraussetzungen für eine professionelle Gesprächsführung.
- Strukturelle Gliederung und Durchführung von Anamnesegesprächen
- Kommunikationstechniken (verbal und nonverbal) im pflegerischen Kontext
- Methodische Verankerung der Anamnese im Pflegeprozess nach Orem
- Bedeutung der Beziehungsgestaltung und Vertrauensbildung zwischen Pflegekraft und Patient
- Exemplarische Darstellung einer Pflegeanamnese anhand eines Fallbeispiels
Auszug aus dem Buch
4.2.2 Hauptteil
Im Hauptteil des Gespräches sammelt die Pflegeperson „Informationen über die Situation des Patienten und seiner Angehörigen; ... .“ (KRUIJSWIJK JANSEN 1997, S. 90) Hinzukommen „Informationen im Hinblick auf potentielle und vorhandene Selbstpflegedefizite und Rollenstörungen des Patienten und seiner Angehörigen; ... .“ (ebd.) „Bei der Informationssammlung ist es unnötig, routinemässig in allen Bereichen die täglichen Gewohnheiten zur erfahren.“ (FIECHTER, MEIER, 1988, S. 40) Die Kommunikation geht aber nicht nur von der Pflegeperson aus, sondern der Patient hat das Recht seine Belange in das Gespräch mit einzubringen. Die hierdurch gewonnenen Informationen ergänzen die Pflegeanamnese und ermöglichen dem Patienten, die für ihn persönlich wichtigen Fragen stellen zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1.0 Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema der Pflegeanamnese, erläutert die Motivation der Verfasserin und stellt die zentrale Hypothese zum Scheitern des Pflegeprozesses durch mangelhafte Anamnese auf.
2.0 Begriffsdefinition und -differenzierung: Dieses Kapitel klärt die pflegerische Verwendung und Abgrenzung von Begriffen wie Aufnahmegespräch, Erstgespräch, Assessment und Anamnese.
3.0 Ziele der Pflegeanamnese: Hier werden die pflegerelevanten und patientenorientierten Zielvorgaben analysiert, wobei besonders auf die Bedeutung der Vertrauensbildung eingegangen wird.
4.0 Strukturelle Gliederung des Gespräches: Das Kapitel beschreibt den prozessualen Aufbau eines Anamnesegesprächs, unterteilt in Vorbereitung, Durchführung (Einleitung, Hauptteil, Schluss) sowie Auswertung und Dokumentation.
5.0 Kommunikationsformen zur Erhebung der Pflegeanamnese: Die Untersuchung fokussiert auf die verbale Kommunikation (Frage- und Dialogtypen) und die Bedeutung nonverbaler Signale für eine gelingende Interaktion.
6.0 Bedeutung der Pflegeanamnese für den Pflegeprozess: Dieses Kapitel stellt die Anamnese in den größeren Zusammenhang des Pflegeprozesses und unterstreicht deren Rolle als notwendiges Fundament für den weiteren Verlauf.
7.0 Pflegeanamnese: Dieser Abschnitt bietet ein exemplarisches Fallbeispiel einer 65-jährigen Patientin nach dem Pflegemodell von Orem zur Verdeutlichung der theoretischen Inhalte.
8.0 Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine verstärkte Integration von Kommunikationsschulungen in die pflegerische Aus- und Fortbildung.
Schlüsselwörter
Pflegeanamnese, Pflegeprozess, Erstgespräch, Kommunikation, Informationssammlung, Pflegemodell Orem, Patientenzentrierung, Gesprächsführung, Pflegequalität, Dokumentation, Selbstpflege, Vertrauensverhältnis, Anamnesegespräch, Pflegediagnose, Gesundheitsfürsorge
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Grundlagen und die Durchführung der Pflegeanamnese sowie deren fundamentale Bedeutung für einen erfolgreichen und qualitativ hochwertigen Pflegeprozess.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der strukturellen Gesprächsführung, der professionellen Kommunikation, den Zielen der Anamnese und der Einbettung in Pflegemodelle wie das von D. E. Orem.
Was ist die primäre Forschungsfrage oder das Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu belegen, dass die Pflegeanamnese den entscheidenden Grundstein des Pflegeprozesses bildet, dessen mangelhafte Durchführung den Erfolg der gesamten pflegerischen Arbeit gefährdet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die theoretische Konzepte renommierter Pflegewissenschaftler analysiert, vergleicht und anhand eines fiktiven Fallbeispiels praktisch anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert die methodische Struktur des Aufnahmegesprächs, die Kommunikationstechniken sowie die rechtliche und fachliche Relevanz der korrekten Dokumentation der erhobenen Daten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Ausarbeitung?
Wesentliche Begriffe sind die Pflegeanamnese, das Erstgespräch, der Pflegeprozess, die Kommunikationstechniken, die Selbstpflege und das Pflegemodell nach Orem.
Warum spielt die Privatsphäre des Patienten eine solch große Rolle bei der Anamnese?
Pflegepersonen müssen während der Anamnese oft tief in die Privatsphäre eindringen, was beim Patienten Ängste auslösen kann, weshalb ein stabiles Vertrauensverhältnis als grundlegende Voraussetzung gilt.
Wie unterscheidet sich die pflegerische Anamnese von der ärztlichen Krankengeschichte?
Während die medizinische Anamnese primär auf Diagnose und Behandlung der Krankheit fokussiert, zeichnet sich die Pflegeanamnese durch eine ganzheitliche Betrachtung der Reaktion des Menschen auf seine gesundheitliche Situation aus.
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- Sascha Krames (Author), 2005, Die Pflegeanamnese, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37754