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Das lexikalische Erbe Goethes und seine Wirkung auf die deutsche Sprache

Title: Das lexikalische Erbe Goethes und seine Wirkung auf die deutsche Sprache

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jana Wollmann (Author)

German Studies - Linguistics
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Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Betrachtung des umfangreichen und vielschichtigen Individualwortschatzes von Goethe und der Entwicklung seiner Sprachkunst. Dabei wird auf die Frage eingegangen, welchen lexikalischen Gewinn die Goethes Hinterlassenschaft für die deutsche Sprache darstellt. Für das Zitieren aus Goethes Werken wird auf die von Erich Trunz herausgegebene Hamburger Ausgabe in 14 Bänden zurückgegriffen.

Im zweiten Kapitel werden kurz die bestimmten Ereignisse seines Lebens dargestellt, die für seine Sprachbiographie eine große Rolle spielten. Kapitel 3 beschreibt den Zustand der deutschen Sprache zu Goethezeit, was dann seine Sprache in ihrer Entwicklung zu beobachten ermöglicht. Es wird auch anhand der Äußerungen von Goethe sein Verhältnis und seine Erwartungen zu deutscher Sprache vorgestellt. Im vierten Kapitel wird anhand vieler Beispiele versucht, seine zahlreiche Wortneuschöpfungen, poetische Neologismen, Wörter mit eigentümlichen Sonderbedeutungen, auch die von ihm entlehnte und in die deutsche integrierte Fremdwörter zu präsentieren. Im Anschluss wird auf Goethes Auffassung bezüglich der Sprachreinigung und des Sprachpurismus eingegangen. Der letzte Teil der Arbeit befasst sich mit der Rolle der Weimarer Klassik in Geschichte der deutschen Sprache und ihrer sprachlichen Leistungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Leben und Werk von Goethe

3. Deutsche Sprache Ende des 18. - Anfang des 19. Jahrhunderts

3.1 Die deutsche Sprache der Epoche

3.2 Goethe und die deutsche Sprache

4. Zum Wortschatz von Goethe

4.1 Wortbildungen und Wortneuschöpfungen

4.2 Sonderbedeutungen

4.3 Fremdwörter

4.4 Goethes Wortschatzforschung und Goethe-Wörterbuch

5. Weimarer Klassik und ihre Wirkung auf die deutsche Sprache

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den umfangreichen und vielschichtigen Individualwortschatz Johann Wolfgang von Goethes und analysiert die Entwicklung seiner Sprachkunst sowie den lexikalischen Gewinn, den sein Werk für die deutsche Sprache darstellt.

  • Analyse der sprachgeschichtlichen Situation zu Goethes Lebzeiten
  • Untersuchung von Goethes Wortneuschöpfungen und poetischen Neologismen
  • Betrachtung von Sonderbedeutungen und der Verwendung von Fremdwörtern
  • Darstellung der Bedeutung und Genese des Goethe-Wörterbuchs
  • Einfluss der Weimarer Klassik auf die deutsche Schriftsprache

Auszug aus dem Buch

4.1 Wortbildungen und Wortneuschöpfungen

Schon während der Sturm-und-Drang- Periode, die die Freiheit bedeutete und mit sich die Neuerungen brachte, die für die alte Kunstsprache unvorstellbar wäre; experimentiert Goethe mit dem Wortstoff der deutschen Sprache.

Goethe ist sehr bekannt für seine zahlreiche Neologismen und Wortneuschöpfungen. So sind solche Wörter, wie z.B.: Blütendampfe oder Himmelsduft im Gedicht „Maifest“ (1771) oder Rettungsdank, Knabenmorgenblütenträume aus „Prometheus“ (1773), Liebehimmelswonnewarm aus „Satyros“ (1773), besonders auffällig:

Wähntest du etwa,

Ich sollte das Leben hassen,

In Wüsten fliehen,

Weil nicht alle Knabenmorgen

Blütenträume reiften?

(Goethe „Prometheus“, B.1, S.46)

Die letzteren Beispiele werden als sogenannte „Kreuzungen“ bezeichnet. Das sind solche besonders der Volkssprache typische Wortbildungen, die „zwei Bezeichnungen für das gleiche Ding oder den gleichen Vorgang ins Bewusstsein einschließen und sich dort vermischen“ (Maurer 1964:122). Auch in der Alterszeit kehrt Goethe zu solchen Bildungen zurück: Flüsterzittern, Glanzgewimmel, Feuerwirbelsturm, Nichtbriefschreibgesinnung usw.

Schöpferisch war Goethe auch bei der Bildung der Verben. Seine faktitiven Kurzverben sind häßlichen ‚häßlich machen’, liedern ‚Lieder dichten’, grillen ‚Launen haben’ (vgl. Ernst 2004:3078):

Schmollt der Mann und grillt die Frau,

So fasst sie nur behände,

Führt mir nach dem Mittag Sie

Und Ihn an Nordens Ende.

(Goethe „Faust“, B. 3, S. 133)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung Goethes für die deutsche Literatur ein und skizziert das methodische Vorgehen bei der Untersuchung seines Individualwortschatzes.

2. Leben und Werk von Goethe: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über Goethes biografische Etappen und die verschiedenen Schaffensperioden seines literarischen Wirkens.

3. Deutsche Sprache Ende des 18. - Anfang des 19. Jahrhunderts: Es wird der zeitgeschichtliche Kontext der deutschen Sprache sowie Goethes kritisches, aber produktives Verhältnis zu ihr beleuchtet.

4. Zum Wortschatz von Goethe: Das Kernkapitel analysiert detailliert die verschiedenen Aspekte von Goethes lexikalischer Kreativität, von Neologismen bis hin zur Forschungshistorie des Goethe-Wörterbuchs.

5. Weimarer Klassik und ihre Wirkung auf die deutsche Sprache: Der Abschnitt bewertet den Einfluss der Weimarer Klassik auf die Normierung und kulturelle Prägung der deutschen Schriftsprache.

6. Zusammenfassung: Abschließend wird Goethes Rolle als sprachschöpferisches Genie gewürdigt, das durch seine individuelle Sprachkunst maßgeblich zur Entwicklung des modernen Deutsch beigetragen hat.

Schlüsselwörter

Goethe, Individualwortschatz, Sprachgeschichte, Neologismen, Wortbildung, Sonderbedeutungen, Fremdwörter, Sprachreinigung, Weimarer Klassik, Goethe-Wörterbuch, Faust, Sprachschöpfung, deutsche Literatur, Sprachstil, Wortneuschöpfung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit widmet sich der Analyse des Wortschatzes von Johann Wolfgang von Goethe und untersucht, wie er als Dichter die deutsche Sprache durch eigene Schöpfungen und eine individuelle Sprachgestaltung bereichert hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die sprachlichen Entwicklungen während Goethes Lebenszeit, seine kreativen Wortbildungen, der Umgang mit Fremdwörtern, die Theorie des Sprachpurismus sowie die Bedeutung des Goethe-Wörterbuchs für die Forschung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den lexikalischen Reichtum Goethes aufzuzeigen und zu begründen, warum sein Werk als essenzieller Beitrag zur Entwicklung der deutschen Schriftsprache betrachtet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche und sprachhistorische Analyse, wobei sie auf Primärquellen (Hamburger Ausgabe) und etablierte Forschungsliteratur zurückgreift, um Goethes sprachliches Wirken zu systematisieren.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Untersuchung von Goethes Wortneuschöpfungen, seine eigentümlichen Sonderbedeutungen von Wörtern und die Rolle, die er bei der Integration von Fremdwörtern in die deutsche Sprache einnahm.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?

Typische Begriffe sind Goethe, Individualwortschatz, Sprachschöpfung, Wortbildung, Weimarer Klassik und Goethe-Wörterbuch.

Wie bewertet Goethe selbst die deutsche Sprache seiner Zeit?

Goethe äußerte sich anfangs kritisch über den Zustand der deutschen Sprache, bezeichnete sie teilweise als „schlechten Stoff“, sah jedoch ihr großes Potenzial und leistete durch sein eigenes Wirken einen wesentlichen Beitrag dazu, sie zur Meisterschaft zu führen.

Was versteht Goethe unter einem „affirmativen Purismus“?

Goethe lehnte einen negativen, pedantischen Sprachpurismus ab. Ein affimativer Purismus hingegen ist produktiv: Er dient dazu, die Sprache zu reinigen, ohne sie zu verarmen, indem man nach Möglichkeiten sucht, Lücken durch eigene, treffende Formulierungen oder Verdeutschungen zu schließen.

Welche Bedeutung kommt dem „Goethe-Wörterbuch“ in dieser Arbeit zu?

Das Wörterbuch wird als ein zentrales „Mehrzweck-Instrument“ gewürdigt, das nicht nur den persönlichen Wortschatz des Dichters erschließt, sondern als umfassender Thesaurus für die deutsche Sprachgeschichte der Goethezeit von großer wissenschaftlicher Bedeutung ist.

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Details

Title
Das lexikalische Erbe Goethes und seine Wirkung auf die deutsche Sprache
College
LMU Munich  (Deutsche Philologie)
Grade
1,0
Author
Jana Wollmann (Author)
Publication Year
2011
Pages
19
Catalog Number
V377571
ISBN (eBook)
9783668565739
ISBN (Book)
9783668565746
Language
German
Tags
Goethe Lexik deutsche Sprache 18.-19.Jahrhundert Weimarer Klassik Geschichte deutscher Sprache Wortschatz von Goethe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jana Wollmann (Author), 2011, Das lexikalische Erbe Goethes und seine Wirkung auf die deutsche Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377571
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