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Entwicklung der Schweizer Sittlichkeitsbewegung. Der Verband Deutschschweizerischer Frauenvereine zur Hebung der Sittlichkeit

Título: Entwicklung der Schweizer Sittlichkeitsbewegung. Der Verband Deutschschweizerischer Frauenvereine zur Hebung der Sittlichkeit

Trabajo de Seminario , 2017 , 22 Páginas , Calificación: gut

Autor:in: Jonathan Ernst (Autor)

Sociología - Relaciones y Familia
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Der „Evangelische Frauenbund der Schweiz“ (EFS) hat eine bis ins 19. Jahrhundert zurückreichende Geschichte. Dazu gehören Projekte, Proteste, Zeitschriften, Namensänderungen, sowie Abspaltungen und Fusionen. Ein Teil, der sich dem Bund 1947 anschloss, hiess bis 1921 „Der Verband Deutschschweizer Frauenvereine zur Hebung der Sittlichkeit“.

Dieser Verband entstand wiederum aus verschiedenen Vereinen, die zur Sittlichkeitsbewegung gezählt werden – einer internationalen Bewegung, die sich hauptsächlich „dem Kampf gegen die Prostitution“ verschrieb. Dieses Gewerbe, das schon so lange umstritten ist, wie es existiert, wurde 2013 vom Bezirksgericht in Horgen zum ersten Mal in der Schweiz offiziell als „nicht mehr sittenwidrig“ deklariert. Zuvor konnten Prostituierte keine Freier erfolgreich anklagen, die nicht für die Leistung bezahlt hatten. Der Prostitutionsvertrag hatte bis dahin, wegen einem Artikel im Obligationenrecht, als sittenwidrig gegolten. Dadurch konnten die Gerichte den Prostituierten nicht helfen. Dass solche Wertungen so lange hochoffiziell in der Beamtensprache bleiben können, zeigt wie tief verwurzelt diese in der Gesellschaft sind, wurde doch das Wort „Sitte“ schon im Mittelalter als Gegenargument der Prostitution verwendet und gegen Ende des 19. Jahrhunderts zum Name einer ganzen Bewegung.

Die Sittlichkeitsbewegung war jedoch nicht nur gegen die Prostitution gerichtet. Sie bestand auch aus Antialkoholvereinen, christlichen Männer- und vielen weiteren Vereinen. Der Fokus dieser Proseminararbeit liegt jedoch auf der Entwicklung der Sittlichkeitsbewegung im Bezug zur Prostitution zur Jahrhundertwende und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, insbesondere beim Verbandes Deutschschweizer Frauenvereine zur Hebung der Sittlichkeit (z.H.d.S.). Dabei sollen Gründe für ideologische und organisatorische Veränderungen betrachtet werden. Eine wichtige organisatorische Veränderung, die in dieser Arbeit untersucht wird, ist die Abspaltung der Deutschschweizer Sittlichkeitsvereinen von ihren Westschweizer Kolleginnen. Dabei stellt sich die Frage, ob die Gründe für die Trennung eher organisatorischer oder ideologischer Natur waren und wie sich der Verband und das Verständnis von Sittlichkeit über die Jahre veränderte.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Kontext

2.1. Der Begriff Sittlichkeit

2.2. Frauenvereine

2.3. Die abolitionistische Bewegung

2.4. Entstehung Deutschschweizer Sittlichkeitsvereine

3. Die Trennung

3.1. Die Sitzungsprotokolle

3.2. Die erste Sitzung

3.3. Geldprobleme

3.4. Organisatorische Differenzen

3.5. Ideologische Differenzen

3.6. Interpretation der Trennungsgründe

3.7. Statuten

4. Entwicklung und Wirken der Sittlichkeitsvereine

4.1. Heime

4.2. Politische Aktivitäten

4.3. Evangelischer Frauenbund der Schweiz

5. Fazit

6. Bibliographie

6.1. Quellen

6.1.1. Ungedruckte Quellen

6.1.2. Gedruckte Quellen

6.2. Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Entwicklung der schweizerischen Sittlichkeitsbewegung um die Jahrhundertwende, mit besonderem Fokus auf den Verband Deutschschweizerischer Frauenvereine zur Hebung der Sittlichkeit. Ziel ist es, die Gründe für die Abspaltung der Deutschschweizer Sektionen von ihren Westschweizer Kolleginnen zu analysieren und zu klären, ob dabei organisatorische oder ideologische Faktoren überwogen.

  • Geschichte und Bedeutung des Begriffs Sittlichkeit
  • Einfluss der abolitionistischen Bewegung auf die Schweizer Vereine
  • Analyse der Trennungsgründe zwischen deutsch- und französischsprachigen Vereinen
  • Strukturwandel und politische Aktivitäten der Sittlichkeitsvereine
  • Entstehung und Bedeutung von Heimen für „sittlich gefährdete“ Frauen

Auszug aus dem Buch

3.3. Geldprobleme

Das Thema, das in der ersten -und auch in den meisten weiteren Sitzungen am meisten Platz einnahm, war die Finanzierung. Konkret ging es dabei um die sogenannte „Sou“, einem kleinen Beitrag, den neue Mitglieder verpflichtet waren zu spenden. Dazu wurde ein Brief vorgelesen, worin es um Schwierigkeiten ging, bei denen es sich dem Brief zufolge um „Prinzipienfragen“ handle und nicht um eine Geldfrage. Die Diskussion behandelte dann die Frage, ob die französischsprachigen Vereine bezüglich Finanzen doch auch stärker einbezogen werden sollten. Beschlossen wurde dann, dass die Geldsammlung vom Jahr 1901 nach Genf (also zur Föderation) geschickt werden und ab dem neuen Jahr eine neue Sammlung gestartet werden sollte. Bis zum Schluss der Sitzung, wurde dann mehrmals erwähnt, dass der Brief mit diesen Meldungen an das Comité intercantonal so freundlich wie möglich geschrieben werden sollte. Diesbezüglich ist der Anfang des Protokolls der dritten Sitzung vom 4. und 5. Juni 1902 sehr interessant:

„Frau Zellweger. Wir glaubten, nun im Reinen zu sein in Bezug auf die Stellung zum Comité Intercantonal; nun merken wir, dass ein Theil der franz. Damen noch eine grosse Bitterkeit hat. Die Thatsache, dass nicht alle Collektenhefte vom Sou abgeliefert worden sind, hat böses Blut gemacht. […] Die Antwort von Frau Courvoisien ist fast beleidigend. […] Frau Zellweger weist den Vorwurf, als ob man den Sou auf unrechte Weise seine Beiträge entzogen hätte, energisch zurück.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Geschichte des Evangelischen Frauenbundes der Schweiz ein und umreißt den Fokus auf die Sittlichkeitsbewegung sowie deren Verhältnis zur Prostitution.

2. Der Kontext: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung des Begriffs Sittlichkeit, die Entstehung der Frauenvereine sowie die Bedeutung der abolitionistischen Bewegung.

3. Die Trennung: Hier werden die Gründe für die Loslösung der Deutschschweizer Sittlichkeitsvereine vom internationalen Verband anhand von Protokollen, organisatorischen sowie ideologischen Differenzen analysiert.

4. Entwicklung und Wirken der Sittlichkeitsvereine: Dieses Kapitel betrachtet die praktische Tätigkeit der Vereine, insbesondere den Aufbau von Heimen und die politischen Aktivitäten zur Verbesserung der sozialen Lage.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über die Entwicklung der Bewegung, die Rolle der sittlichen Erziehung und den historischen Einfluss auf die Frauenbewegung zusammen.

6. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendeten ungedruckten und gedruckten Quellen sowie die Sekundärliteratur auf.

Schlüsselwörter

Sittlichkeitsbewegung, Prostitution, Frauenvereine, Abolitionismus, Schweiz, Sittlichkeit, Trennung, Vereinsgeschichte, Wohltätigkeit, Frauenstimmrecht, Sozialgeschichte, Sittlichkeitsverein, Proseminar, Geschichte, Frauenhilfe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet die Geschichte und die Entwicklung der Schweizer Sittlichkeitsbewegung, speziell den Verband Deutschschweizerischer Frauenvereine zur Hebung der Sittlichkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der moralische Diskurs um Sittlichkeit, der Kampf gegen Prostitution und die Organisationsgeschichte der beteiligten Frauenvereine.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht die Gründe für die organisatorische Trennung der Deutschschweizer Vereine vom internationalen Dachverband und hinterfragt, ob ideologische oder organisatorische Ursachen im Vordergrund standen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Arbeit, die hauptsächlich auf der Analyse von Sitzungsprotokollen, Statuten und Berichten aus dem Gosteli-Archiv basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Trennung von den Westschweizer Vereinen sowie die darauffolgende Etablierung von Heimen und das politische Engagement der Vereine.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Sittlichkeitsbewegung, Prostitution, Frauenvereine, Abolitionismus und Frauenhilfe.

Warum war die "Sou"-Sammlung ein Streitpunkt bei der Trennung?

Die "Sou" war ein kleiner Beitrag neuer Mitglieder, dessen Verwaltung zu finanziellen Konflikten und gegenseitigen Vorwürfen zwischen den Sprachregionen führte, was die organisatorischen Spannungen verdeutlichte.

Welche Rolle spielten die Heime innerhalb der Bewegung?

Die Heime dienten als Instrument der Fürsorge für sogenannte „sittlich gefährdete“ oder „gefallene“ Frauen und waren ein zentrales, praktisches Aktionsfeld der Sittlichkeitsvereine.

Final del extracto de 22 páginas  - subir

Detalles

Título
Entwicklung der Schweizer Sittlichkeitsbewegung. Der Verband Deutschschweizerischer Frauenvereine zur Hebung der Sittlichkeit
Universidad
University of Fribourg
Curso
Zeitgeschichte
Calificación
gut
Autor
Jonathan Ernst (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
22
No. de catálogo
V377631
ISBN (Ebook)
9783668550476
ISBN (Libro)
9783668550483
Idioma
Alemán
Etiqueta
Sittlichkeitsbewegung schweiz Sexarbeit Prostitution Vereine Sittlichkeit
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jonathan Ernst (Autor), 2017, Entwicklung der Schweizer Sittlichkeitsbewegung. Der Verband Deutschschweizerischer Frauenvereine zur Hebung der Sittlichkeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377631
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