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Die Darstellung von Karl dem Großen in "Visio Wettini" und "Visio Karoli Magni“

Titre: Die Darstellung von Karl dem Großen in "Visio Wettini" und "Visio Karoli Magni“

Dossier / Travail de Séminaire , 2017 , 21 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Sarah Boost (Auteur)

Histoire globale - Antiquité
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Résumé Extrait Résumé des informations

Karl der Große und das Frühmittelalters sind ein schier unerschöpfliches Thema für gegenwärtige Historiker. Inmitten seiner vielen Verdienste ist der Aufstieg Karls vom König zum Kaiser im Jahr 800, der wohl prägnanteste Triumph seines Lebens. Daher ist es kaum verwunderlich, dass sein Aufstieg, seine Kriege und Bemühungen um den Frieden in Büchern und Quellen thematisiert und auch analysiert wurden. Umso interessanter sind vielmehr jene Überlieferungen, die sich mit der dunklen, unbekannten Seite seines Lebens auseinandersetzen, um ein anderes Bild dieses Herrschers vermittelt zu bekommen. In der vorliegenden Arbeit soll hierzu die „Visio Wettini“ aus dem Jahr 824 genauer untersucht werden. Hier muss vermerkt sein, dass es sich bei diesem Geschehnis, der Empfängnis der Vision, um keine reelle Erfahrung des Königs selber handelt. Stattdessen erhält der so genannte „Vater Europas“, zehn Jahre nach seinem Tod, einen letzten unrühmlichen Auftritt in der Vision eines Abtes von Reichenau. Die heutige Vorstellung einer Vision und die Urteilsbildung über seinen Empfänger entsprechen nicht ganz der Betrachtungsweise der damaligen Zeit. Heutzutage werden Menschen mit dieser vermeintlichen Gabe als verrückt betitelt, als Lügner dargestellt. Das Empfangen einer solchen Nachricht aus einer anderen Sphäre wurde hingegen als bedeutungsvoll angesehen. Nichtsdestotrotz soll auch hier angemerkt werden, dass es schon früher eine große Anzahl an Skeptikern gab, die der Form der Vision misstrauisch gegenüberstanden. Die Visionen als solche und die daraus resultierende Visionsliteratur sind schon seit der Antike bekannt und ziehen sich bis ins 9. Jahrhundert. Mit der „Visio Wettini“ im 9. Jahrhundert n. Chr. kam es zu einer Wende. Die Visionsliteratur erreichte zwar erst im 12. Jahrhundert ihren Höhepunkt, doch als eine der Grundlagen für diese Schriften kann die „Visio Wettini“ gesehen werden. Nicht nur die Popularität der Visionen und dessen Aufzeichnungen durchleben einen Wandel, sondern auch der Inhalt. Zu Beginn verfolgten die Schreiber der Versionen einen religiösen Hintergrund, d.h. sie sollten Werte und Tugenden der heiligen Kirche an die Menschen weitergeben.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. VISIO WETTINI

2.1. DIE VERSION DES ABTES HEITO

2.2. DIE VERSION DES ABTES WALAHFRID STRABO

3. KARL DER GROßE

3.1. KARL IN DER VISIO WETTINI

3.2. DIE POSITIVE VISION „VISIO KAROLI MAGNI“

4. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Darstellung Kaiser Karls des Großen in zwei mittelalterlichen Jenseitsvisionen, der „Visio Wettini“ und der „Visio Karoli Magni“. Ziel ist es zu analysieren, wie der Herrscher in diesen unterschiedlichen literarischen Kontexten – einer religiös motivierten Vision und einer politisch geprägten Propagandaschrift – charakterisiert wurde und welche Absichten die jeweiligen Autoren mit diesen Darstellungen verfolgten.

  • Vergleich der „Visio Wettini“ in den Fassungen von Heito und Walahfrid Strabo.
  • Analyse der Darstellung Karls des Großen als Sünder im Fegefeuer.
  • Untersuchung der „Visio Karoli Magni“ als politisches Instrument.
  • Kontrastierung von religiöser Bußliteratur und politischer Propaganda.
  • Reflexion über die historische Wahrnehmung Karls des Großen durch zeitgenössische Visionsliteratur.

Auszug aus dem Buch

3.1. Karl in der Visio Wettini

Anhand der Beschreibung seines politischen Werdegangs ist es schwer nachzuvollziehen, wieso ein mächtiger Herrscher wie Karl, in der Jenseitsvision eines Mönches erscheint. Dazu ist es nötig, die VW unter diesem Gesichtspunkt genauer zu untersuchen.

In der zweiten seiner insgesamt vier Erscheinungen (nach Heito), die Wetti durchlebt, trifft dieser auf einen Engel, der ihn durch das Jenseits geleitet. Auf dem Weg in das vermeintliche Paradies kommen sie an einen „maximus fluvius igneus“ , wo eine Vielzahl unterschiedlicher Menschen verweilen. Der „Fluss des Feuers“ ist hier als Synonym für die Darstellung des Fegefeuers zu sehen, welches als Strafe der Kirche nach dem Tod bekannt ist.

Unter diesen dort stehenden Menschen befindet sich auch ein König, wobei der Name Karl nicht explizit genannt wird. Die genaue Identifikation wird erst durch die folgende Beschreibung geklärt.

„Illic etiam quendam principem, qui Italiae et populi Romani sceptra quondam rexerat vidisse se stantem dixerat, […]”

(„Dort habe er, berichtet der Bruder, auch einen König stehen sehen, der einst das Zepter Italiens und des römischen Volkes getragen hatte [..]“)

Der aufmerksame Leser wird trotz des nicht genannten Namens schnell begreifen, dass nur Karl als König gemeint sein kann. Ein Indiz welches für diese Theorie spricht, ist die Tatsache, dass es sich um einen bereits verstorbenen Regenten handelt. Anhand eines Vergleiches der Entstehungszeit der VW und dem Ableben Karls, bewahrheitet sich der Verdacht in Bezug zu seiner Person.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Thema der Visionsliteratur des Frühmittelalters ein und erläutert die Relevanz der „Visio Wettini“ für das Bild Karls des Großen.

2. VISIO WETTINI: Dieses Kapitel analysiert die „Visio Wettini“ und beleuchtet die Unterschiede zwischen der Prosa-Fassung von Heito und der erweiterten Vers-Fassung von Walahfrid Strabo.

2.1. DIE VERSION DES ABTES HEITO: Hier wird die ursprüngliche Niederschrift durch Abt Heito betrachtet, wobei besonders die neutrale Berichterstattung und die bewusste Anonymisierung von Personen hervorgehoben werden.

2.2. DIE VERSION DES ABTES WALAHFRID STRABO: Das Kapitel untersucht Walahfrid Strabos Überarbeitung, die durch einen literarisch anspruchsvolleren Stil und die explizitere Nennung von Akteuren geprägt ist.

3. KARL DER GROßE: Der Abschnitt bietet einen kurzen Überblick über die historische Lebensführung Karls des Großen als Vorbereitung für die Analyse der Visionsberichte.

3.1. KARL IN DER VISIO WETTINI: Hier wird die kritische Darstellung Karls als Büßer im Fegefeuer wegen „schändlicher Wollust“ untersucht und in den Kontext seines Privatlebens gestellt.

3.2. DIE POSITIVE VISION „VISIO KAROLI MAGNI“: Dieses Kapitel widmet sich der späteren „Visio Karoli Magni“, die Karl als prophetische Figur zur Legitimierung politischer Macht instrumentalisiert.

4. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert, wie die Visionsliteratur das Bild vom „Vater Europas“ zwischen gottähnlicher Verehrung und menschlicher Fehlbarkeit schwanken lässt.

Schlüsselwörter

Karl der Große, Visio Wettini, Visio Karoli Magni, Walahfrid Strabo, Abt Heito, Jenseitsvision, Mittelalter, Visionsliteratur, Fegefeuer, Karolinger, Kirchengeschichte, politische Propaganda, Sündenfall, Historiographie, mittelalterliche Theologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Karl der Große in mittelalterlichen Visionsberichten dargestellt wird und inwiefern diese literarischen Werke entweder Kritik üben oder den Herrscher politisch instrumentalisieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die mittelalterliche Visionsliteratur, die moralische Bewertung von Herrschern durch die Kirche und der Übergang von religiöser Bußliteratur zu politischer Propaganda.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist ein Vergleich zwischen der „Visio Wettini“ und der „Visio Karoli Magni“, um aufzuzeigen, wie sich das Bild Karls des Großen je nach Zielsetzung des Autors und historischem Kontext verändert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Quellenanalyse, bei der primäre mittelalterliche Texte (in Übersetzung) und moderne wissenschaftliche Sekundärliteratur gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung und Inhalte der „Visio Wettini“ in ihren zwei Fassungen sowie die „Visio Karoli Magni“ und deren politische Intention.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die Visionsliteratur, das Fegefeuer, die karolingische Herrschaft und die kritische Beleuchtung des Privatlebens Karls des Großen durch die Kirche.

Warum erscheint Karl der Große in der „Visio Wettini“ als Sünder?

In der „Visio Wettini“ wird Karl für seine „schändliche Wollust“, insbesondere seine Scheidungen und außerehelichen Beziehungen, kritisiert, da diese dem kirchlichen Ideal widersprachen.

Wie unterscheidet sich die „Visio Karoli Magni“ in ihrem Ansatz?

Im Gegensatz zur religiös orientierten „Visio Wettini“ fungiert die „Visio Karoli Magni“ als politisches Instrument, um Karl als eine Art Prophet darzustellen und seine Nachkommen an die Werte des großen Herrschers zu erinnern.

Welche Rolle spielt die Sprache im Vergleich der beiden Visionen?

Die Sprache dient in der „Visio Wettini“ der religiösen Unterweisung, während in der „Visio Karoli Magni“ die prophetische Symbolik der Schwertaufschrift zur politischen Legitimierung genutzt wird.

Was bedeutet das letzte Wort „Enti“ auf dem Schwert in der „Visio Karoli Magni“?

„Enti“ bedeutet „Ende“ und wird in der Vision als Vorhersage entweder für das Ende der Welt oder das Ende der herrschenden Dynastie gedeutet.

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Résumé des informations

Titre
Die Darstellung von Karl dem Großen in "Visio Wettini" und "Visio Karoli Magni“
Université
Humboldt-University of Berlin
Note
2,0
Auteur
Sarah Boost (Auteur)
Année de publication
2017
Pages
21
N° de catalogue
V377657
ISBN (ebook)
9783668550711
ISBN (Livre)
9783668550728
Langue
allemand
mots-clé
Karl der Große Frühmittelalter Geschichte Visio Wettini
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sarah Boost (Auteur), 2017, Die Darstellung von Karl dem Großen in "Visio Wettini" und "Visio Karoli Magni“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377657
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Extrait de  21  pages
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