Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - School Pedagogics

Interaktion in der Schule

Title: Interaktion in der Schule

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 15 Pages , Grade: gut

Autor:in: Anja Schwarz (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In der folgenden Hausarbeit beschäftige ich mich mit geschlechtsspezifischen Tendenzen in der LehrerInnen–SchülerInnen–Interaktion, und versuche darzulegen, dass geschlechtsspezifische Unterschiede vorhanden sind.
Die Ursache für diese Unterschiede stellt die geschlechtsspezifische Sozialisation dar, d.h. dass Jungen und Mädchen verschieden sozialisiert werden. Bei den Sozialisationsprozessen spielen die Sozialisationsinstanzen, wie beispielsweise die Familie und die dort vorhandenen Geschlechterstereotype, eine nicht unwesentliche Rolle. Diese Geschlechterstereotype werden teilweise bewusst, aber viel häufiger unbewusst weitergeleitet.
Das Verhalten von Kindern wird nicht nur durch das vorgelebte Verhalten der Eltern, sondern unter anderem auch durch geschlechtsspezifisches Spielzeug beeinflusst, und verursacht somit eine Rollenverteilung.
Mädchen werden beispielsweise durch Puppen und Kinderwagen schon auf ihre spätere Mutterrolle vorbereitet. Eine weitere Rollenverteilung findet ebenfalls in den Medien statt. Hier werden „typisch männliche“ Spielzeuge, wie Spielzeugautos, durch Jungen und „typisch weibliche“ Spielzeuge, wie Barbiepuppen, durch Mädchen beworben.
An diesen Beispielen lässt sich gut erkennen, dass die gesamte Gesellschaft stark von Geschlechterstereotypen durchdrungen ist, und folglich ein Abbau dieser lang gefestigten Stereotype enorm erschwert und verzögert wird. Hinzu kommt, dass von einem Großteil der Gesellschaft der Abbau der gefestigten Geschlechterstereotype gar nicht erwünscht ist.
Einen weiteren erschwerenden Faktor stellt das unbewusste Weiterleiten dieser Stereotype dar. Während des Seminars haben wir im Plenum häufig festgestellt, dass jeder verschiedene Geschlechterstereotype „im Kopf hat“, ob er/ sie möchte oder nicht, und diese dementsprechend vertritt, bzw. lebt, und somit auch im Alltag vermittelt und weiterleitet, bewusst, meist aber unbewusst. Am Ende dieser Arbeit versuche ich Möglichkeiten für die Überwindung dieser Geschlechterstereotype aufzuzeigen. Die Problematik der Geschlechterstereotype gilt es aufzuzeigen, zu erkennen und anschließend auszuräumen. Zunächst muss ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass die geschlechtsspezifische Sozialisation überhaupt ein Problem darstellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschlechtsspezifische Sozialisation und Geschlechterstereotype

3. Geschlechtszugehörigkeit und die Auswirkungen

4. Unterschiede in der LehrerInnen–SchülerInnen–Interaktion

5. Folgen geschlechtsspezifischer Sozialisation

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die geschlechtsspezifischen Tendenzen in der Interaktion zwischen Lehrkräften und Schülern. Das Ziel ist es, den Einfluss der Sozialisation auf die Bildung von Geschlechterstereotypen aufzuzeigen, die Konsequenzen für den Schulalltag zu analysieren und Möglichkeiten zur Überwindung dieser unbewussten Rollenzuweisungen zu erörtern.

  • Sozialisationsprozesse in Familie und Gesellschaft
  • Entwicklung und Wirkung von Geschlechterstereotypen
  • LehrerInnen-SchülerInnen-Interaktionsmuster
  • Selbsterfüllende Prophezeiungen im Unterricht
  • Förderung und Leistungsbeurteilung nach Geschlecht

Auszug aus dem Buch

3. Geschlechtszugehörigkeit und die Auswirkungen

Wie in jeder anderen sozialen Organisation hat die Geschlechtszugehörigkeit auch in der Schule Auswirkungen. In einer Schule treffen LehrerInnen auf LehrerInnen, SchülerInnen auf SchülerInnen und LehrerInnen auf SchülerInnen. All diese Menschen haben bis zu Ihrem Zusammentreffen unterschiedliche Erfahrungen und Geschlechterstereotype gesammelt. In der Schule findet nun ein reger Austausch statt, sowohl bewusst, als auch unbewusst.

Ein wichtiger Aspekt wird von Ulich angeführt: „Kinder kommen ja als Mädchen und Jungen in die Schule, d.h., sie haben bereits sechs Jahre geschlechtsspezifischer Erziehung in Familie, Kindergarten und durch die Medien hinter sich. Daher ist anzunehmen, dass sie sich in der Schule nicht völlig geschlechtsunspezifisch verhalten [...]. So geht es [...] den Jungen vor allem darum, einen möglichst hohen Rang in der Gruppe zu erlangen, während Mädchen mehr an freundschaftlichen Beziehungen und Sympathie liegt; die meisten Mädchen verhalten sich stärker >>beziehungsorientiert<<, die meisten Jungen hingegen eher >>konkurrenzorientiert<< [...].“7

Weiterhin hat auch die Lehrkraft geschlechtsspezifische Sozialisation hinter sich und die Geschlechtsspezifischen Verhaltensweisen, Einstellungs- und Interaktionsmuster der Lehrkraft spielen eine ebenso wichtige Rolle. Durch die Lehrkraft sind bestimmte Erwartungen und Einstellungen gegenüber den Geschlechtern gegeben.8

An dieser Stelle sollte hinterfragt werden, inwieweit Geschlechterstereotype, d.h. „typisch weiblich“ und „typisch männlich“, einen Einfluss auf die schulische Interaktion haben wobei ich hier nur auf die LehrerInnen–SchülerInnen–Interaktion eingehen werde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der geschlechtsspezifischen Sozialisation für den schulischen Kontext und formuliert das Ziel, Möglichkeiten zur Überwindung von Stereotypen aufzuzeigen.

2. Geschlechtsspezifische Sozialisation und Geschlechterstereotype: Dieses Kapitel definiert Sozialisation als lebenslangen Prozess und zeigt auf, wie durch Familie, Spielzeug und Medien bereits früh Geschlechterstereotype verinnerlicht werden.

3. Geschlechtszugehörigkeit und die Auswirkungen: Hier wird der Übergang von der frühkindlichen Sozialisation in die Schule analysiert und diskutiert, wie sich geschlechtsabhängige Verhaltensmuster in der schulischen Interaktion widerspiegeln.

4. Unterschiede in der LehrerInnen–SchülerInnen–Interaktion: Das Kapitel belegt, dass Lehrkräfte unterschiedliche Erwartungen an Jungen und Mädchen hegen, was sich in der Aufmerksamkeitsverteilung und der Bewertung von Verhalten zeigt.

5. Folgen geschlechtsspezifischer Sozialisation: Hier werden die langfristigen Auswirkungen der Erziehung und Interaktion, wie etwa Unterschiede in räumlich-visuellen Fähigkeiten oder im Selbstvertrauen, anhand von Beispielen dargelegt.

6. Fazit: Das Fazit fordert ein stärkeres Bewusstsein bei Lehrkräften für ihr eigenes Verhalten, um festgefahrene Rollenzuschreibungen im Unterricht aktiv aufzubrechen.

7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Geschlechtersozialisation, Geschlechterstereotype, Lehrer-Schüler-Interaktion, Sozialisationsinstanzen, Schule, Erziehung, Geschlechterrollen, Selbsterfüllende Prophezeiung, Aufmerksamkeitsverteilung, Leistungsbeurteilung, Pädagogik, Rollenverteilung, Sozialpsychologie, Schulerfolg, Gleichberechtigung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss geschlechtsspezifischer Sozialisation auf das Verhalten und die Interaktion in der Schule.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entstehung von Geschlechterstereotypen durch Sozialisationsinstanzen wie Familie und Medien sowie deren Auswirkungen auf den Unterrichtsalltag.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie LehrerInnen durch ihre Erwartungshaltung geschlechtsspezifische Unterschiede zementieren und wie diese Prozesse reflektiert und überwunden werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit der sozialisationstheoretischen Literatur und der Analyse von Forschungsbefunden zur Lehrer-Schüler-Interaktion.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Entstehung von Stereotypen, den Einfluss der Geschlechtszugehörigkeit auf Interaktionsmuster und die daraus resultierenden Folgen für die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Geschlechtersozialisation, Stereotype, Lehrer-Schüler-Interaktion, selbsterfüllende Prophezeiung und pädagogische Reflexion.

Welche Bedeutung kommt dem "Zwei-Drittel-Aufmerksamkeitsgesetz" zu?

Es beschreibt das Phänomen, dass Jungen im Unterricht grundsätzlich mehr Aufmerksamkeit – sowohl positiver als auch negativer Art – erfahren als Mädchen.

Warum wird das Fach Mathematik als Beispiel herangezogen?

Mathematik dient als klassisches Beispiel für ein "typisch männliches" Fach, in dem unbewusste Erwartungen der Lehrkraft das Selbstvertrauen und die Leistungen von Mädchen negativ beeinflussen können.

Inwiefern spielen "selbsterfüllende Prophezeiungen" eine Rolle?

Die Erwartungen der Lehrkraft an ein bestimmtes Geschlecht führen dazu, dass sich Schülerinnen und Schüler oft so verhalten, wie es von ihnen erwartet wird, wodurch sich die Stereotype im Schulalltag stetig bestätigen.

Excerpt out of 15 pages  - scroll top

Details

Title
Interaktion in der Schule
College
Ruhr-University of Bochum  (Pädagogik)
Course
Geschlechtersozialisation in der Schule
Grade
gut
Author
Anja Schwarz (Author)
Publication Year
2003
Pages
15
Catalog Number
V37772
ISBN (eBook)
9783638370301
Language
German
Tags
Interaktion Schule Geschlechtersozialisation Schule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anja Schwarz (Author), 2003, Interaktion in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37772
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  15  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint