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Der Einsatz von V-Personen zur Bekämpfung des politischen Extremismus

Titel: Der Einsatz von V-Personen zur Bekämpfung des politischen Extremismus

Bachelorarbeit , 2013 , 65 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Stefan Scheffer (Autor:in)

Jura - Strafprozessrecht, Kriminologie, Strafvollzug
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick geben über die Rolle, die der Einsatz von Vertrauenspersonen bei der Aufklärung und Bekämpfung von Extremismus in der Bundesrepublik Deutschland spielt.

Dabei soll zunächst das Einsatzmittel aus kriminalistischer Sicht betrachtet werden. Im Weiteren werden die rechtlichen Rahmenbedingungen betrachtet, innerhalb derer den Behörden der Einsatz von Vertrauenspersonen möglich ist und thematisiert werden, ob die bestehenden Regelungen ausreichend sind, um mit diesem Einsatzmittel – in seiner jetzigen Form und unter den gegebenen Voraussetzungen – effektiv gegen extremistische Strukturen vorgehen zu können. Auf dieser Grundlage, und unter Berücksichtigung der aktuellen politischen Diskussion, soll dann auf die Frage eingegangen werden, ob eine Neuregelung des Einsatzes von Vertrauenspersonen erforderlich ist, und wenn ja, in welchem Umfang.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A) Einleitung

B) V-Leute als Mittel der Extremismusbekämpfung

I) Extremismus

II) Der Einsatz von V-Leuten

III) Historische Entwicklung

IV) Abgrenzung der Rechtsgebiete

V) Risiken/Nutzen

C) Rechtliche Situation

I) Grundrechtseingriff

1. Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung

2. Verhältnismäßigkeit

II) Relevante Rechtsgrundlagen und ihre materielle Rechtmäßigkeit

1. Nachrichtendienste

2. Gefahrenabwehr

3. Strafverfolgung

III) Regelungen auf Erlassebene

IV) Verwertung von Informationen

1. Strafverfahren

2. Parteiverbotsverfahren und Vereinsberbotsverfahren

V) Kontrollmechanismen

1. Richterliche Kontrolle

2. Parlamentarische Kontrolle

D) Anforderungen an den Einsatz von V-Leuten als Gegenstand zusätzlicher rechtlicher Regelungen

I) Eignung

II) Fachpüfgruppe

III) Anordnungskompetenz / Richtervorbehalt

IV) Bezahlung

V) Verbot des Einsatzes von Vertrauenspersonen in steuerungsrelevanten Positionen des Beobachtungsobjektes

VI) Begrenzung der Dauer der V-Mann-Führung durch eine Person

VII) Freistellung von Organisationsdelikten

VIII) Quellenschutz

E) Abschließende Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle und die rechtliche Einordnung von Vertrauenspersonen bei der Bekämpfung von Extremismus in der Bundesrepublik Deutschland. Ziel ist es zu analysieren, ob die bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen ausreichen, um den Einsatz dieses Mittels unter Wahrung rechtsstaatlicher Prinzipien effektiv zu gestalten, und ob eine gesetzliche Neuregelung erforderlich ist.

  • Kriminalistische und rechtliche Analyse des Einsatzes von V-Personen
  • Untersuchung der Grundrechtseingriffe und Verhältnismäßigkeit
  • Vergleich der gesetzlichen Grundlagen bei Nachrichtendiensten, Polizei und Strafverfolgung
  • Diskussion von Reformbedarf hinsichtlich Auswahl, Führung und Bezahlung

Auszug aus dem Buch

I) Extremismus

Eine allgemeingültige Definition des Extremismusbegriffs existiert weder in der Politik- noch in der Rechtswissenschaft. Uwe Backes und Eckhard Jesse definieren Extremismus als „Sammelbezeichnung für unterschiedliche politische Gesinnungen und Bestrebungen […], die sich in der Ablehnung des demokratischen Verfassungsstaates und seiner fundamentalen Werte und Spielregeln einig wissen […]“.6 Für die Bundesrepublik Deutschland können diese Werte mit der freiheitlich demokratischen Grundordnung (FDGO) gleichgesetzt werden. Diese wird im Grundgesetz in den Art. 18 und 21 Abs. 2 ausdrücklich genannt, jedoch nicht legal definiert.

Im SRP-Urteil äußert sich das BVerfG dahingehend, der freiheitlich demokratischen Grundordnung liege „letztlich nach der im GG getroffenen verfassungspolitischen Entscheidung die Vorstellung zugrunde, dass der Mensch in der Schöpfungsordnung einen eigenen selbständigen Wert besitzt und Freiheit und Gleichheit dauernde Grundwerte der staatlichen Einheit sind. Daher ist die Grundordnung eine wertgebundene Ordnung. Sie ist das Gegenteil des totalen Staates, der als ausschließliche Herrschaftsmacht Menschenwürde, Freiheit und Gleichheit ablehnt.“7

Zusammenfassung der Kapitel

A) Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle von V-Personen als effektives, aber problematisches Instrument der Extremismusbekämpfung vor dem Hintergrund der Erkenntnisse aus der NSU-Untersuchung.

B) V-Leute als Mittel der Extremismusbekämpfung: Dieses Kapitel definiert den Extremismusbegriff, differenziert V-Personen von anderen Informanten und beleuchtet die historische Entwicklung sowie die mit dem Einsatz verbundenen Chancen und Risiken.

C) Rechtliche Situation: Es wird die verfassungsrechtliche Zulässigkeit des Einsatzes, die gesetzlichen Grundlagen bei Nachrichtendiensten, Polizei und Strafverfolgung sowie die verschiedenen Kontrollmechanismen analysiert.

D) Anforderungen an den Einsatz von V-Leuten als Gegenstand zusätzlicher rechtlicher Regelungen: Das Kapitel diskutiert den Bedarf an weitergehenden gesetzlichen Anforderungen, insbesondere zur Eignung, fachlichen Prüfung, Anordnungskompetenz, Vergütung und zum Quellenschutz.

E) Abschließende Betrachtung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass trotz der verfassungsrechtlichen Vereinbarkeit der Einsatz von V-Personen insbesondere im Strafverfahren einer soliden gesetzlichen Grundlage bedarf und Reformbedarf in der Ausgestaltung besteht.

Schlüsselwörter

V-Personen, Extremismusbekämpfung, Vertrauensleute, Nachrichtendienste, Strafprozessordnung, Grundgesetz, Verhältnismäßigkeit, Rechtsstaatlichkeit, NSU, Informationsbeschaffung, Quellenschutz, Gefahrenabwehr, Rechtsgrundlage, Parlamentarische Kontrolle, Ermittlungsverfahren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Einsatz von Vertrauenspersonen durch Sicherheitsbehörden bei der Bekämpfung von Extremismus in Deutschland und hinterfragt deren rechtliche Basis.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?

Die zentralen Felder sind die Definition von Extremismus, die Differenzierung von V-Personen, die bestehenden Rechtsgrundlagen in verschiedenen Behörden sowie notwendige Anforderungen für eine rechtsstaatlich konforme Neuregelung.

Was ist das primäre Ziel der Bachelorarbeit?

Ziel ist die Klärung, ob die aktuellen Regelungen ausreichen, um den Einsatz von V-Personen effektiv und rechtskonform zu steuern, und ob eine gesetzliche Neuregelung notwendig ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine juristische Analyse, die geltende Rechtsnormen, Rechtsprechung (insbesondere Bundesverfassungsgericht) und aktuelle fachwissenschaftliche Debatten sowie parlamentarische Untersuchungsergebnisse auswertet.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Abgrenzung der Einsatzmittel, die rechtliche Prüfung der Grundrechtseingriffe und die kritische Würdigung der bestehenden Erlasslagen bei Nachrichtendiensten und Polizei.

Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument am besten?

Extremismusbekämpfung, V-Leute, Rechtsgrundlagen, Verhältnismäßigkeit, Geheimdienst, Polizeirecht, NSU-Skandal.

Was kritisiert der Autor an der aktuellen Praxis der V-Personen-Bezahlung?

Der Autor kritisiert, dass es an einer einheitlichen, objektiven und transparenten gesetzlichen Regelung fehlt, was die Gefahr birgt, dass V-Personen Informationen fiktiv anreichern könnten, um ihre Einnahmen zu erhöhen.

Warum hält der Autor den Einsatz von V-Leuten im Strafverfahren derzeit für problematisch?

Der Autor argumentiert, dass für den Einsatz von V-Personen im Strafverfahren keine explizite gesetzliche Grundlage existiert und der Rückgriff auf die allgemeine Generalklausel den verfassungsrechtlichen Anforderungen an die Normenbestimmtheit nicht genügt.

Ende der Leseprobe aus 65 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Einsatz von V-Personen zur Bekämpfung des politischen Extremismus
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,3
Autor
Stefan Scheffer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
65
Katalognummer
V377722
ISBN (eBook)
9783668565791
ISBN (Buch)
9783668565807
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einsatz v-personen bekämpfung extremismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefan Scheffer (Autor:in), 2013, Der Einsatz von V-Personen zur Bekämpfung des politischen Extremismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377722
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Leseprobe aus  65  Seiten
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