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Mediation, Recht und Gerichtsverfahren

Title: Mediation, Recht und Gerichtsverfahren

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jörg Stahl (Author)

Leadership and Human Resources - Miscellaneous
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Konflikte existieren solange wie die Menschheit selbst. Ohne zu verkennen, dass
Konflikte auch positive Funktionen erfüllen, bedarf es der Konfliktlösung, worunter in
der Literatur auch Möglichkeiten wie Flucht, Vernichtung des Gegners oder
Unterordnung einer Konfliktpartei subsummiert werden.1 Innerhalb eines Rechtsstaates
ist es jedoch Voraussetzung und Ziel einer Gesellschaft, die Interessen aller Menschen
zu wahren. Konfliktlösungen und Konfliktlösungssysteme sind daher in einer
Gesellschaft auch zu bewerten und gegebenenfalls abzulehnen. In der Vergangenheit
hat der Rechtsstaat versucht, immer mehr Konflikte zwischen den Menschen durch die
Schaffung von Normen und Gesetzen zu regeln. Die mit der alleinigen Anwendung von
Gerichtsverfahren zur Durchsetzung objektiven Rechts verbundenen systemimmanenten
Schwächen, wie mangelnde Selbstbestimmtheit der Akteure, hohe Verfahrenskosten
und mangelnde Einzelfallgerechtigkeit bzw. Flexibilität, bedingten die Entwicklung
sogenannter Alternative Dispute Resolution - Ansätze. Ziel dieser außergerichtlichen
Konfliktlösungsverfahren ist eine win-win-Lösung für alle Konfliktparteien auf
freiwilliger Basis, um ein für alle Parteien besseres Ergebnis zu erzielen als dies ein
Gerichtsverfahren erreichen könnte. Ohne die Notwendigkeit von Recht und Gesetz in
Frage zu stellen, erinnerte Sander in seinem Vortrag „Varieties of Dispute Processing“2
daran, dass der Weg zum Gericht zwar ein wichtiger, aber eben nur ein Weg zur
Konfliktbehandlung neben alternativen Formen außergerichtlicher Konfliktlösung wie
Mediation, Negotiation und Arbitration ist. Studiert man die aktuelle Literatur zum
Thema Konfliktmanagement, so ist eine signifikante Häufung von Artikeln und
Büchern zum Thema Mediation in den letzten Jahren festzustellen.
Diese Seminararbeit soll nach Klärung und Einordnung wichtiger Begrifflichkeiten
einen Vergleich zwischen dem klassischen Gerichtsverfahren und dem Verfahren der
Mediation aufzeigen. Zudem soll die Frage geklärt werden, in welchem Verhältnis
Mediation und gesetztes Recht zueinander stehen. Ist Mediation tatsächlich eine
Alternative zum Rechtsweg, ergänzen sich beide Verfahren vielleicht, oder ist das Recht
möglicherweise Voraussetzung für den Erfolg von Mediation. Ferner sollen
Anwendungsgebiete des Rechts in der Mediation herausgearbeitet werden.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konflikte und Mediation

2.1. Definition des sozialen Konflikts

2.2. Konfliktlösungsansätze nach Ury, Brett und Goldberg

2.3. Mediation und Gerichtsverfahren im Eskalationsmodell nach Glasl

2.4. Mediation

3. Vergleich: Mediation vs. Gerichtsverfahren

3.1. Freiwilligkeit vs. Zwang

3.2. Prozessverantwortung vs. Ergebnisverantwortung

3.3. Neutralität vs. Parteilichkeit

3.4. Interessen vs. Positionen

3.5. Kreativität vs. Anspruchsdenken

3.6. Zukunftsorientierung vs. Vergangenheitsorientierung

3.7. Zeit und Kosten

4. Die Rolle des Rechts in der Mediation

4.1. Verfassungsrechtliche Grundlage der Mediation

4.2. Recht als Verfahrenssicherung durch einen Mediationsvertrag

4.3. Das Recht bei der Suche nach Mediationsergebnissen

4.3.1. Das Recht als Zulässigkeitsgrenze und Machtkontrolle

4.3.2. Rechtliche Konfliktlösung als Entscheidungsgrundlage

4.3.3. Gesetzliche Wertungen als Hilfe bei der Lösungssuche

4.3.4. Das Recht als vereinbarter Entscheidungsmaßstab

4.4. Umsetzung und Durchsetzbarkeit der Mediationsergebnisse

5. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, das Verfahren der Mediation dem klassischen Gerichtsverfahren gegenüberzustellen und das Verhältnis zwischen Mediation und gesetztem Recht zu analysieren, um die Anwendungsbereiche rechtlicher Rahmenbedingungen im Mediationsprozess zu klären.

  • Vergleich von Mediation und Gerichtsverfahren anhand prozessualer und inhaltlicher Kriterien
  • Konflikttheoretische Einordnung im Eskalationsmodell nach Glasl
  • Analyse der Rolle des Rechts als Verfahrenssicherung und Entscheidungsmaßstab
  • Untersuchung von Machtaspekten und Interessenausgleich
  • Bedeutung der Durchsetzbarkeit von Mediationsergebnissen

Auszug aus dem Buch

3.4. Interessen vs. Positionen

„Der Wert eines Verhandlungsergebnisses für eine Partei bemisst sich daran, wie gut es ihren Interessen dient, nicht wie weit es ihren ursprünglichen Positionen entspricht oder wie weit es ihre Rechte verwirklicht.“25 Erforscht man wie bei der Mediation die hintergründigen Interessen der Konfliktparteien anstatt die nach außen artikulierten Positionen wie im Rechtsstreit, so lassen sich Konflikte leichter und adäquater lösen, da scheinbar konkurrierenden Positionen komplementäre oder neutrale Interessen zugrunde liegen können. Das positionsorientierte und damit kompetitive Gerichtsverfahren entspricht einem Nullsummenspiel, bei dem mit mangelnder Einzelfallgerechtigkeit aufgrund von Normen und Gesetzen entschieden wird und die eine Partei gewinnt, was die andere verliert. Das interessen- und kooperationsorientierte Mediationsverfahren hingegen versucht durch die Erforschung und Beachtung aller den Positionen zugrundeliegenden Interessen, “den Kuchen größer zu machen“, also Wert zu schaffen statt zu verteilen, und so eine win-win-Situation für alle Konfliktparteien zu erreichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der alternativen Konfliktlösung ein und stellt die Forschungsfrage nach dem Verhältnis von Mediation und Recht.

2. Konflikte und Mediation: Dieses Kapitel definiert soziale Konflikte, stellt Konfliktlösungsansätze vor und ordnet die Verfahren in das Eskalationsmodell nach Glasl ein.

3. Vergleich: Mediation vs. Gerichtsverfahren: Hier werden beide Verfahren hinsichtlich Aspekten wie Freiwilligkeit, Verantwortung, Neutralität, Interessenlage und Effizienz gegenübergestellt.

4. Die Rolle des Rechts in der Mediation: Das Kapitel beleuchtet die verfassungsrechtlichen Grundlagen, die Funktion von Mediationsverträgen sowie den Einsatz des Rechts bei der Lösungssuche und Ergebnissicherung.

5. Schlussbemerkungen: Zusammenfassend wird Mediation nicht als Ersatz, sondern als komplementäre Methode zum Rechtsstaat dargestellt, die eine optimale Kombination von Verhandlung und Recht bietet.

Schlüsselwörter

Mediation, Gerichtsverfahren, Konfliktmanagement, Alternative Dispute Resolution, Interessen, Positionen, Privatautonomie, Selbstbestimmung, Rechtsstaat, win-win-Lösung, Verhandlungsführung, Mediationsvertrag, Konflikteskalation, Prozessverantwortung, Durchsetzbarkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt den Vergleich zwischen klassischer gerichtlicher Konfliktlösung und der Mediation sowie die spezifische Rolle des Rechts innerhalb des Mediationsprozesses.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Konflikttheorie, der strukturelle Vergleich zwischen gerichtlichen und außergerichtlichen Verfahren sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen der Mediation.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie Mediation und gesetztes Recht zueinander stehen und ob das Recht eine Voraussetzung oder eine Ergänzung für den Erfolg einer Mediation darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine strukturierte Literaturanalyse, die auf einschlägigen konflikttheoretischen Modellen und rechtswissenschaftlichen Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine konflikttheoretische Einordnung, einen detaillierten Vergleich von Mediation und Gerichtsverfahren sowie eine tiefe Analyse der verschiedenen Rechtsfunktionen innerhalb der Mediation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Mediation, Konfliktmanagement, Interessenorientierung, Privatautonomie, win-win-Lösung und rechtliche Prozesssicherung.

Wie unterscheidet sich die Rolle des Mediators von der eines Richters?

Während der Richter eine verbindliche Entscheidungsmacht besitzt, trägt der Mediator lediglich die Prozessverantwortung und unterstützt die Parteien dabei, eigenverantwortlich Lösungen zu erarbeiten.

Welchen Stellenwert hat der Mediationsvertrag?

Der Mediationsvertrag ist essenziell, da er den Verfahrenstypus festlegt, die Vertraulichkeit wahrt und durch die vertragliche Titulierung die Durchsetzbarkeit der erzielten Ergebnisse ermöglicht.

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Details

Title
Mediation, Recht und Gerichtsverfahren
College
University of Potsdam
Course
HS Organisation & Personalwesen - Mediation
Grade
1,3
Author
Jörg Stahl (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V37774
ISBN (eBook)
9783638370318
ISBN (Book)
9783640867042
Language
German
Tags
Mediation Recht Gerichtsverfahren Organisation Personalwesen Mediation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jörg Stahl (Author), 2005, Mediation, Recht und Gerichtsverfahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37774
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